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	<title>Bergzeit Blog &#187; Alpin</title>
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	<description>Outdoor, Alpines, Testberichte und Reisen</description>
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		<title>Industrie-Klettern in Duisburg &#8211; mal was anderes!</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 14:09:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alpin]]></category>
		<category><![CDATA[Kletterhalle]]></category>
		<category><![CDATA[Klettern]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstfelsen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Richtige Berge und große Kletterfelsen sucht man im Ruhrgebiet leider vergebens. Doch <a target="_blank" href="http://www.bergzeit.de/klettern.html">Klettern</a> kann man dort trotzdem - wo und wie erklärt euch Julian in diesem Beitrag über Klettern in alten, der Natur überlassenen Industrieanlagen.</p></p><p>Dir gefällt der Bergzeit RSS Feed? Abonniere ihn doch und empfehle ihn weiter!</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Richtige Berge und große Kletterfelsen sucht man im Ruhrgebiet leider vergebens. Was auf den ersten Blick wie eine Absage an das Outdoor-Klettern erscheint, ist in der Realität allerdings halb so wild. Denn wie sagt schon ein altes Sprichwort: &#8220;Not macht erfinderisch!&#8221; Und das gilt auch für den Klettersport. Der findet nämlich auch bei uns im &#8220;tiefen Westen&#8221; nicht nur in der Halle statt. Wo keine Berge sind, muss man nach Alternativen suchen &#8211; und die finden sich manchmal auch dort, wo man sie vielleicht nicht erwartet hätte: Auf dem Gelände stillgelegter Industrieanlagen. Da bekommt der Begriff &#8220;Industrie-Klettern&#8221; eine ganz neue Bedeutung&#8230;</p>
<p>Der Landschaftspark Duisburg-Nord ist eine dieser alten Industrieanlagen. Auf dem Gelände des ehemaligen Hüttenwerks, genauer gesagt im stillgelegten Erzbunker, hat die Sektion Duisburg des Deutschen Alpenvereins ihren eigenen Klettergarten eingerichtet &#8211; den größten Outdoor-Klettergarten in ganz Deutschland.</p>
<div id="attachment_9079" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-9079" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/DSC_2655-260x391.jpg" alt="Einer der Sektoren im Duisburger Landschaftspark" width="260" height="391" /><p class="wp-caption-text">Einer der Sektoren im Duisburger Landschaftspark</p></div>
<p>In den letzten zwölf Jahren ist hier ein kleines Paradies zum Klettern entstanden, mitten im Ruhrgebiet. Die Fakten sprechen für sich: etwa 400 Routen, verteilt auf ca. 7.000 m<sup>2 </sup>vertikale Kletterfläche, fast 200 m<sup>2</sup> Dachfläche (überhängend) und rund 100 m<sup>2 </sup>zum Bouldern &#8211; Kletterer was willst Du mehr?! Die Wandhöhe liegt ungefähr bei 10-12, die maximale Routenlänge bei knapp 22 Metern. Schwierigkeiten vom 2. bis zum 9. Grad bieten Spaß für Anfänger und Profis &#8211; allerdings nur im Vorstieg. Das Klettern im Duisburger Landschaftspark ist ausschließlich im Vorstieg möglich. Die perfekt abgesicherten Routen bieten jedoch eine ausgezeichnete Möglichkeit, die ersten Schritte beim Klettern im Vorstieg zu machen. Bombensichere Haken und kurze Hakenabstände geben ein Gefühl von Sicherheit. Seil noch einmal neu aufnehmen, Einbinden, Partnercheck und los geht&#8217;s! Zum Aufwärmen natürlich erstmal mit einer einfachen Route: Große Griffe und gute Tritte &#8211; so kann man sich optimal an die Gegebenheiten der Wände gewöhnen: Kunststoffgriffe und -tritte findet man hier nämlich nur selten. Zum Klettern nutzt man entweder die natürlichen Unebenheiten der Wände oder die eigens dafür in die Mauern geschlagenen Griffmulden. Klingt fast wie Klettern am Fels, ist aber irgendwie doch ganz anders.</p>
<div id="attachment_9089" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-550_breit wp-image-9089" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/DSC_2604-550x365.jpg" alt="Climb into the light" width="550" height="365" /><p class="wp-caption-text">Climb into the light</p></div>
<p>Nach den ersten paar Metern hat man den Schatten der gegenüberliegenden Wand hinter sich gelassen und es wird herrlich warm. Wenn man beim Klettern für einen kurzen Moment die Augen schließt und die Stimmen um sich herum ausblendet, könnte man fast meinen, man wäre im sonnigen Süden unterwegs. Die Sonne wärmt Kletterer und Stein und es ist ein herrliches Gefühl den leichten Windhauch zu spüren. Da setzt manch einer auch schon mal zum Duell mit dem eigenen Schatten an &#8211; mal sehen, wer am Ende schneller oben ist&#8230;</p>
<div id="attachment_9095" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-9095" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/DSC_2613-260x391.jpg" alt="Duell mit dem eigenen Schatten" width="260" height="391" /><p class="wp-caption-text">Duell mit dem eigenen Schatten</p></div>
<p>Am Ende der Routen kann das <a title="Kletterseile sicher online kaufen im Kletter-Shop bei bergzeit.de" href="http://www.bergzeit.de/kletterseil.html" target="_blank">Kletterseil </a>ganz einfach in den Umlenker (wir nennen die Dinger immer &#8220;Sauschwanz&#8221;, aber da hat ja jeder seine eigene Bezeichnung) eingefädelt werden, zeitraubendes Umbinden entfällt. Umso schneller kann man die nächste Route in Angriff nehmen, es gibt hier schließlich noch eine Menge zu klettern &#8211; packen wir&#8217;s an! Wie wäre es zum Beispiel mit einem kleinen Überhang? Eine gelungene Mischung aus Kunststoffgriffen und &#8220;natürlichen&#8221; Gesteinsformationen fordert schon deutlich mehr Konzentration beim Klettern und auch die Arme merken den Unterschied schnell&#8230; Wie gut, dass es direkt neben dem Klettergarten eine große Wiese gibt die zum gemütlichen Picknick einlädt. Und wer im Besitz einer Slackline ist der findet bestimmt eine passende Stelle um das schmale Band zu spannen &#8211; Zuschauer sind den Artisten gewiss.</p>
<p>Für Mitglieder der Sektion Duisburg des Deutschen Alpenvereins ist das Klettern im Landschaftspark Duisburg-Nord frei, alle andere zahlen eine Gebühr von 8 Euro (wird von einem Mitglied der Sektion beim Rundgang eingesammelt). Ein fairer Preis für einen Tag im Klettergarten. Wer sich nicht nur aufs Sport-Klettern beschränken möchte, für den bietet der Klettergarten noch die ein oder andere Besonderheit: Ein 300 m langer Klettersteig (Begehung nur mit Klettersteigset!) in drei Schwierigkeitsstufen wartet darauf erkundet zu werden und auch eine Drytoolinganlage mit Fels und Baumstämmen ist vorhanden. Alle notwendigen Informationen zum Klettergarten, der Kletterordnung und den vom DAV angebotenen Kursen finden sich auf der Homepage der Sektion Duisburg. Hier findet ihr auch die Topos zum Download. Also schaut einfach mal rein &#8211; oder am besten gleich vorbei. Denn der Klettergarten im Landschaftspark Duisburg-Nord ist definitiv einen Besuch wert!</p>
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		<title>Biancograt &#8211; einsame Seilschaft auf scharfer Schneide</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 11:01:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alpin]]></category>
		<category><![CDATA[Bergsteigen]]></category>
		<category><![CDATA[Eis]]></category>
		<category><![CDATA[Grat]]></category>
		<category><![CDATA[Klettern]]></category>
		<category><![CDATA[Tourenbericht]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Der Biancograt - ein <a target="_blank" href="http://www.bergzeit.de/hochtouren.html">Hochtouren</a> Traum jedes Bergsteigers. Dass man den Weg auf den Piz Bernina, dieses alpinistische Highlight, in völliger Einsamkeit erleben kann, und welche Glücksgefühle sich beim betreten dieses Firndiamanten ausbreiten, erzählt Euch Julius in diesem Beitrag.</p></p><p>Dir gefällt der Bergzeit RSS Feed? Abonniere ihn doch und empfehle ihn weiter!</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Schweiz, Graubünden, Berninagruppe. Mitte September 2010. Wir befinden uns in 3751 Metern Höhe über Normalnull, die <a title="Steigeisen und Eispickel sicher online kaufen im Steigeisen Shop bei bergzeit.de" href="http://www.bergzeit.de/hochtouren.html" target="_blank">Hochtour</a> hat uns auf den Gipfel des Piz Morteratsch geführt. Der Morteratsch, aufragend westlich des gleichnamigen Gletschers, ist ein relativ leicht, wenig exponiert, auch ohne schärfere Felspassagen ersteigerlicher Bündner Eisriese. Vor allem stellt er aber eine ausgezeichnete Aussichtskanzel in der Berninagruppe dar.</p>
<p>Direkt vor uns, südlich, zieht der Nordgrat des Piz Bernina (4048m) über den Nordgipfel Piz Bianco in die Höhe. Im Romanischen erklingt dieser weiße Vorgipfel als Piz Alv. Er misst nur 3995m Höhe und weist eigentlich nur eine geringe Einschartung gegenüber dem Hauptgipfel Piz Bernina auf. Im Piz Bianco aber kulminiert, einen eigenen Namen für den Gipfel eines Spektakels einfordernd, der berühmte weiße Grat, der Biancograt.</p>
<div id="attachment_11812" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-550_breit wp-image-11812 " src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/IMG_2821_2-550x412.jpg" alt="Der Biancograt, vom Piz Morteratsch aus" width="550" height="412" /><p class="wp-caption-text">Der Biancograt, vom Piz Morteratsch aus</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>„Gott sei Dank haben wir es sein lassen.“</em> Es wirkt auf uns die Frontalsicht auf die gigantische, scharfe Schneide. Unverspurt zeig sich der Biancograt, unberührt in strahlendem Weiß, bei nun wieder wolkenfrei gefegtem Himmel. Wegen zu viel Neuschnee und entsprechend fraglichen Bedingungen am Grat hatten mein Seilpartner und ich, tags zuvor bereits in der Tschierva-Hütte stationiert, unserem eigentlichen Wunschziel Piz Bernina entsagt und auf den Piz Morteratsch umgesattelt.</p>
<p>Wir hatten die Anreise nach Graubünden einfach riskiert &#8211; etwas zweifelhafte, vor Ort zu beobachtende, wetterliche Bedingungen hatten wir als Chance erachtet, eher wenige Mit-Aspiranten anzutreffen. Als Chance, den prestigeträchtigen und auch darum oft begangenen Biancograt möglichst in Ruhe erleben zu dürfen. Herrschen an derart attraktivem Ziel absehbare, sichere Bedingungen, so ist bekanntlich Einsamkeit kaum wahrscheinlich, eher ein seltener Glücksfall. Diesmal haben wir kein solches Glück, eine Begehung des Grates heute ist nicht drin, zu unsicher. Daher den Biancograt besehen, statt begehen. Ablichten, statt abrutschen. <em>„Gott sei Dank haben wir es sein lassen“</em> &#8211; wir sind uns einig, bei diesem Anblick vom Piz Morteratsch aus. Sportlich sind wir ohnehin auf unsere Kosten gekommen, denn das Spuren im tiefen Schnee bis hier hoch war anstrengend genug. Wieder schauen wir wortlos auf die Gratlinie.</p>
<h3>Erinnerungen an den Klang eines Diamanten</h3>
<p>Dieser äußeren Stille vorangegangen war eine imaginär-akustische Explosion. Das Erreichen unseres herausragenden Aussichtspunktes spielt sich in meinen Gedanken wieder ab mit Klangeswucht. Aufgebaut wie ein sphärisches Intro eines Pink Floyd Songs kündigt sich etwas an, im Ersteigen des Piz Morteratsch. Erst schwebende, helle, leichte und doch aufgeladene Klangatmosphäre, ahnungsvoll. Unterwegs erhebt sich diese Musik langsam aus dem dunklen Präludium der Morgendämmerung.</p>
<div id="attachment_11992" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11992" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/IMG_2813-260x195.jpg" alt="" width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">Klingendes Gipfelgold im Aufstieg zum Piz Morteratsch</p></div>
<p>Es ist eine raunende Exposition, voller maschinenartig monotoner Grundklänge und ausgelassener Noten. Sie ist getragen von elliptisch rollendem Reibungsrauschen beim Spuren, Schritt-Schritt-Schritt, schiebende Geräusche wie von Radwerkstangen an einer alten Dampflokomotive.<em> &#8220;Sch-Krsch-Pf-Sch-Krsch&#8230;&#8221;</em> Sporadische Triangel-Anklänge von Sicherungsmaterial am Klettergurt. Anflugsweise auch der Bass-Doppelklang pochenden Pulses im Gehörgang, bei Überbrückung oder im Passieren von wenigen sichtbaren, aber tiefen Spaltenschlünden. Dazu ein langsames Crescendo der Sonnenstrahlung, auf- und abebbend je nach Blickwinkel, ein lichtes Zischeln, kaum hörbar erst, bald aufbrausend – snare drum Spiel. Wo die Sonne zur alpinen Krönung des Morgens Gipfel in Gold taucht wärmen Fanfarentöne die Szene, melodisch den Grenzen zwischen Goldkuppen und Himmelsblau folgend.</p>
<p>Blick auf den Hang. Weiter Steigen! Vibrierende Luft, erste Strukturen flimmern über gleißender Kuppe auf, werden ahnbar, führen hin, schießen auf zu dem Pauken- und Donnerschlag, der uns ins Antlitz schmettert, als sich fast abrupt aus der Kuppe, aus dem Weiß des Piz Morteratsch südlich gegenüber der gigantische Blick auf den Biancograt erhebt.</p>
<p>Makellos, spurenfrei, geschwungen durch das schallfreie Tiefblau des Himmels schneidend. Beim Anblick schwindelt mir, schwingt auch mein Verstand wie eine von der Saite ins Weltschall abgeschossene E-Gitarren-Protuberanz. Der verzerrte Gitarren-Schrei entlang der Firnleiter schlägt nach oben aus dem Felsaufschwung über der <em>Fuorcla Prievlusa</em>, der <em>gefährlichen Einschartung</em> am Felsfuß der Morteratsch Südflanke, noch metallisch scheppernd an dem einen oder anderen kristallinen Urgesteinturm vorbei und blitzt hinauf, donnert Funken schlagend gegen Fels am Piz Bernina und davon. Trommelfeuerexplosion, Tusch und Ende. Mir hat es die Sprache verschlagen. Später dann das <em>„Gott sei Dank haben wir es sein lassen.“</em></p>
<p>Die westliche Profilansicht tags zuvor im Zustieg zur Tschierva-Hütte hatte nicht derart zur Schwärmerei veranlasst, allerdings auch nicht derart eingeschüchtert. Aus dem Blickwinkel seitens des Val Roseg ist der Biancograt im horizontalen Anschnitt zu sehen, als homogener weißer Brotaufstrich auf körnig-grobschrötigem Urfels, Appetit anregend. Erst in der Frontalaufsicht wirkt der im Firn eigentlich nur bis 50° Grat geneigte Grat unerhört steil, beängstigend. Erst in dieser Ansicht erschließen sich die Abgründe links und rechts des Grates perspektivisch.</p>
<div id="attachment_11813" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-550_breit wp-image-11813 " src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/P1010386-550x412.jpg" alt="Der Biancograt, im Zustieg zur Tschierva-Hütte aus dem Val Roseg" width="550" height="412" /><p class="wp-caption-text">Der Biancograt, im Zustieg zur Tschierva-Hütte aus dem Val Roseg</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Gedanken &#8211; auf diesem beidseitig so steil abbrechenden Grat möchte man nicht ausrutschen, nicht widrigem Wetter ausgesetzt sein, kein Gedränge eifernder Seilschaften erleben. Die Vorstellung eines Mitreißunfalles da oben drängt sich auf &#8211; Grauen&#8230; Falls etwas passierte, wie unangenehm wäre ein Rückzug auf der weißen Rutschbahn! Mit diesen Gedanken &#8211; wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, vertretbare Bedingungen und insbesondere hinreichende Einsamkeit doch einmal vorzufinden? Ich schreibe sie als zu gering ab, lege meine Bianco-Pläne erstmal auf Eis. Es gibt so viele nähere, in ihrer Art wiederum schöne und um einiges einsamere Ziele. Andererseits &#8211; diese Frontalaufsicht hat sich eingebrannt! Der Eindruck hallt so unwirklich nach, die weiße Kurvenlinie gleißt fort, schwingt weiter. <em>Shine on you crazy</em> white <em>diamond</em> ridge&#8230;</p>
<h3>Anklopfen, Abwägen, Aufbruch</h3>
<p>Andere Touren füllen zunächst das Tourenbuch. Mit meinem Seilpartner Benjamin gelingen einige schöne Hochtouren und lange Kletterrouten. Doch in den letzten Septembertagen 2011 flackert der Diamant wieder auf. <em>&#8220;Also der Biancograt&#8230; das wäre schon ein Highlight!&#8221;</em> Benjamin klopft damit bei mir an und schafft es, meine Bedenken auszuräumen. Er hat gründlich recherchiert: Wir können ein günstiges Wetterfenster unter der Woche erwischen. Es sind zu diesem Zeitpunkt kaum Leute auf der Tschierva-Hütte gemeldet. Das Rifugio Marco e Rosa, nahes Ziel oder Fluchtpunkt nach Überschreitung des Piz Bernina ist bei offenem Winterraum selbst schon geschlossen, darob hoffentlich noch weniger los. Der Grat selbst wurde erst zwei Tage zuvor von zwei Bergführern begangen, unter Lob der Bedingungen, gleichwohl diese nach einem ersten Schneefall stellenweise etwas winterlich sind. Zudem sind wir bestens in Form, haben kurz zuvor am Ostgrat der Wilden Leck wieder gemerkt, wie gut die Seilschaft funktioniert. Zurück also zur Diamantensaite? Ein Credo meines alpinistisch erfahrenen Vaters ermutigt zur Bedachtsamkeit – ohne anschließende unfruchtbare Spiralen der Bedenkengrübelei: <em>Think. But don&#8217;t think twice!</em> Also schweige ich kurz, bedenke – und dann geht es los. <a title="Steigeisen sicher online kaufen im Bergsport-Shop bei bergzeit.de" href="http://www.bergzeit.de/steigeisen-hochtouren.html" target="_blank">Steigeisen</a>, Eispickel, Schlosserei, Schlingen, Seil, Nahrung, Kocher, Notfallausrüstung, textile Zwiebelwunderschichten – das sinnvolle Gaudium heutiger, leichter Funktionsausrüstung packen wir wohlüberlegend ein. Es gilt, Reserven für Komfort aber auch Notfall, zudem kulinarische Ausrüstung für den Winterraumaufenthalt im Widerstreit mit kraftzehrendem Gesamtgewicht abzuwägen. Minimalismus und Komfort. Auf in die Schweiz.</p>
<div id="attachment_11993" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11993" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/313072_10150330212421542_674741541_8451354_589811376_n-260x384.jpg" alt="" width="260" height="384" /><p class="wp-caption-text">Ötztaler Granitgaudium in der Anreise nach Graubünden</p></div>
<p>Die vorfreudig juckenden Finger wollen auf dem Weg nach Graubünden sich noch ein wenig austoben. Unterwegs gönnen wir ihnen ein paar Seillängen im Ötztaler Granit, und noch eine, und eine geht noch&#8230; &#8211; So gelangen wir etwas spät am Nachmittag in Pontresina an. Nicht zeitig genug, um irgendwo einen Parkplatz zu irdischen Tarifen mit gegebenfalls längerem Anmarsch zu suchen. Wir müssen, um rechtzeitig zur Tschiervahütte zu gelangen, mit der Goldgrube am Bahnhof, am Eingang des Val Roseg, Vorlieb nehmen, und dennoch spurten.</p>
<p>Vergnügt jedoch eilen wir bei noch sommerlichen Temperaturen den Wanderweg Richtung Hotel Roseg hangan. Herrliche Alpenwelt. Alles erscheint uns an der andersartigen Vegetation in etwas überschwänglicher Freude erwähnenswert. Ehrfurcht in stillerer Variante ergreift uns dann, als wir auf großem Moränenrücken zur Tschierva-Hütte hin abzweigen. Mächtig präsentieren sich Gletscherbrüche, Grate, Flanken – und weit über der Hütte, auf hohen Granitrücken geworfen der weiße Grat. Appetit. Zur Tschierva-Hütte hin werden wir noch ruhiger, wortkarger, cooler. Wir sind ja Alpinisten, gefühlte.</p>
<div id="attachment_11994" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11994" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/P1010389-260x195.jpg" alt="" width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">Stützpunkt Tschierva-Hütte, 2573m</p></div>
<p>Zum Glück sind so wenige und nach allfällig vorsichtigem Warmwerden zugängliche und nette Menschen in der Hütte. Ein junges Medizinerpaar aus Österreich auf Wanderung, ein Bergführer mit jungem Wirtschaftswissenschaftler aus der Schweiz als Kunde, mit dem Vorhaben Eselsgrat zum Piz Roseg für den nächsten, Biancograt zum Piz Bernina für den übernächsten Tag. Und dann eben wir zwei Bayern, als alleinige Aspiranten für den Biancograt am Folgetag sind einzige Gäste der jungen Wirtinnen. Man muss sich freundlicher Weise nicht als hardcore Westalpen-Nordwand-Alpinist gerieren &#8211; nach einem Russn, der den Wein degustierenden Schweizern zur teilnehmenden Erheiterung gereicht, fühle ich mich schon mit dem Selbstbild als kleiner Nordalpenkalk-Bergsteiger wohl, keine Bemühungen um coole Fassade und Imagebildung für morgendliche Hackordnung an Einstiegen. Der Bergführer klopft zwar en passant, ganz subtil, im Gespräch uns Burschen auf ein paar Kenntnisse ab, vielleicht um Pflichtgefühl gemäß zu prüfen, ob wir uns auf eine Tour oder ein Wagnis einlassen. Aber wir genießen Entspannung, einen netten Hüttenabend, schließlich kurzen, aber tiefen und erholsamen Schlaf.</p>
<h3>Fels und Eis, Ruhe über dem Abgrund</h3>
<p><em>„Ha, was hast denn Du für nen Scheinwerfer?!“</em> Benjamin lacht sich warm beim Verlassen der Hütte über meine gewaltige neue Stirnlampe am Helm mit externem Batterie-Fach unter der isolierenden <a title="Funktionsjacken sicher online kaufen im Jacken-Shop bei bergzeit.de" href="http://www.bergzeit.de/jacke-herren.html" target="_blank">Funktionsjacke</a>. Seine Leichtgewicht Mikrofunzel wirkt dagegen wie eine Anstecknadel am Hut. <em>„Immerhin ohne Diesel-Aggregat. Aber wirst schon sehen, was die kann“</em>, pariere ich. Katzenaugen funkeln uns im Dunkeln an, neben Steinmännern und teils ausgehatschtem Pfad weisen sie den Weg Richtung Fuorcla Prievlusa am nächsten Tag, kurz nach 4 Uhr. Nebenbei sei erwähnt, dass mein Scheinwerfer dann doch auch Augen von Katzen in größerer Distanz aus der Reserve lockt. <em>„Schlaftrunken jedenfalls sollte man hier nicht sein“</em>, murmle ich lautlos in meinen Stirnlampenkegel – im Moränenblockwerk kann man sich leicht verlaufen, und ein, zwei Kraxeleien leichtester Art wollen mit schwerem Rucksack doch koordiniert bewältigt werden. Am Himmel Sternenklarheit. Es ist dabei recht mild, der Granit ist warm. Ab und zu Wasserrinnsale. Hinter uns, bald schräg unter uns, sehen wir die einzigen anderen Stirnlampenkegel dieser Nacht diffundieren, respektive sich an vielfältigen Schneeskulpturen brechen: Der Bergführer leitet seinen Gast durch das Labyrinth der Spalten auf dem Weg zum Eselsgrat. Respektvoll sehe ich seiner Wegbahnung einen Moment zu, fasziniert vom zielgerichteten, aber verwickelten Tanz der Lichter.</p>
<p>Einmal verhauen wir uns dagegen auf unserem Zustieg etwas und legen ein paar Höhenmeter extra im spurlosen Blockwerk zurück, bis wir wieder vernünftige Wegspuren finden. Nun stehen auch wir auf Eis, seilen uns an und steigen über Spaltengelände zur Fuorcla Prievlusa an, gen Osten. Wir steigen nördlich, orographisch also links der Firnrinne der Fuorcla Prievlusa auf – hier sind einige Sicherungsstangen und Krampen, nah an heute leider triefender Wand wegweisend angebracht, um aus dem Steinschlagbereich der Scharte selbst zu führen. Mit Gedanken an mehrere operiernde Seilschaften im ersten Aufschwung nach der Scharte erscheint dies als recht gesundheitsförderliche Entscheidung, wenngleich es eine ästhetisch recht brutale Eisenleiter ist.</p>
<div id="attachment_11848" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11848" style="border-width: 0px;" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/DSC05706-260x195.jpg" alt="Morgendämmerung vor dem Piz Roseg" width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">Morgendämmerung vor dem Piz Roseg</p></div>
<p>Wir bleiben, dem großen Sigma des Wegverlaufs folgend, angeseilt, sichern uns überschlagend an Eisenstangen und Felsköpfln zum Grat hinauf, was etwas Zeit kostet. Stellenweise ist es recht rutschig, durchnässter Schnee auf einer Mélange aus Eis und Gestein. Die schnellsten sind wir hier nicht. Erst dämmert es noch zart rosa über dem Piz Roseg. Dann bricht der Tag an. Aber wir liegen gut im konservativ ausgelegten  Zeitplan. Ehrgeiz zu besonders schneller Begehung haben wir nicht, zum Rennen haben wir andere Berge. Auch besteht eine Notwendigkeit nicht &#8211; keine anderen Seilschaften bedingen unser Tempo!</p>
<div id="attachment_11820" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11820" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/DSC05711-260x195.jpg" alt="kombinierte Kletterei auf dem Weg zum Biancograt" width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">kombinierte Kletterei auf dem Weg zum Biancograt</p></div>
<div id="attachment_11862" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11862" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/P1010392-260x195.jpg" alt="kombinierte Kletterei auf dem Weg zum Biancograt" width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">kombinierte Kletterei auf dem Weg zum Biancograt</p></div>
<div id="attachment_11821" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11821" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/DSC05714-260x195.jpg" alt="Blick zurück - kombinierte Kletterei auf dem Weg zum Biancograt" width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">Blick zurück - kombinierte Kletterei auf dem Weg zum Biancograt</p></div>
<p>Am Grat angelangt wartet neben ersten Sonnenstrahlen und folgerichtiger Zweitfrühstückspause auch erste richtige Kletterei auf uns. Mit erfreulich soliden Ringstandplätzen und sporadischen Zwischenhaken an „Infrastruktur“ geht es leicht westlich des Grates durch gemischtes Gelände, im Fels im dritten alpinen Grad, drei kurze Seillängen hinauf, von jeweils um die 25m Höhe.</p>
<p>Welcher Genuß! Jeder Zug mit dem Pickel im griffigen Schnee, das Ertasten des Untergrundes, jedes Stemmen auf geprüftem Block, jedes schlingenfreundliche Köpfl ist Genuss. Ich fühle mich in meinem Element, gleichwohl die Ernsthaftigkeit des Geländes stets bewusst ist. Tief fällt bereits der Blick östlich auf den Morteratsch Gletscher. Wilde Landschaft.</p>
<p>Tiefer in die östliche Flanke führt uns die Umgehung eines Gratturmes, an dessen Beginn wir erst noch im Fels auf breitem Band queren. Dann geht es in noch spaltenführendem Gelände steil wieder zum Grat hinauf, zum namensgebenden Beginn seines Herzstückes, zum firnigen Biancograt. Auch in der Steilflanke dorthin sind wir noch am Seil. Ich beziehe Zwischenstand an Eisschrauben. <em>„Benni!“</em> Ich grinse ihn an, als er zu mir aufschließt, weiter steigt – ich hab nichts Besonderes zu sagen, aber einfach das Bedürfnis, Freude zu teilen, zu äußern.</p>
<p><em>„Schau Dir das an&#8230;!“</em> Benjamin zeigt nach vorne. Ja, evident. Da ist er. Da sind wir. Die Konzentrationsglocke lüften! Wir stehen am Biancograt, direkt am Beginn der Firnschneide. Weiß, weiß, weiß. Schlangenlinie. Azurblau. Nur wir, als einzige Seilschaft weit und breit. Mit Herzpochen, aber mehr der Freude wegen. Nur gute, wachsame Angst verspüre ich.</p>
<p>Blicke reichen aus zur Bestätigung: Wir sind beide mit günstigem Gefühl unterwegs. Kurz verständigen wir uns nochmals auf unsere Übereinkunft, nun, am Firngrat, seilfrei zu gehen. Ehrliche Verantwortung, keine Mitreißgefahr. Individuelles Wohlbefinden, die vorausgesetzte Sicherheit spüren wir. Letzter kalkulierender Blick die Schneide hoch. Der Schnee erscheint griffig, die Spur gut, keine Blankeispassagen, Einwehungen oder tückische Wechten in Sicht. Ich nehme das Seil auf und packe es in den Rucksack. Los.</p>
<div id="attachment_11823" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-550_breit wp-image-11823 " src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/P1010404-550x412.jpg" alt="an steiler Stelle des Biancogrates - bis 50° im Eis / Firn" width="550" height="412" /><p class="wp-caption-text">an steiler Stelle des Biancogrates - bis 50° im Eis / Firn</p></div>
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<p>Kein Gedanke daran, was bleiben wird vom Moment, kein Gedanke ausser den Moment betreffend. Die Zeit ist abgeschaltet, nicht das Cäsium irgendeiner Weltuhr gibt meiner Wirklichkeit jetzt den Takt vor, sondern der Aufstieg ist der Takt meiner Welt. Ich steige, steige, die Atmung rauscht, ich steige, stütze, steige&#8230; Wo es steil wird genieße ich den guten Zug des Eispickels. Steigen, steigen &#8211; links, rechts, die weiße Leiter hinauf, die blaue Leiter hinauf, je nachdem Sonnen- oder Schattseite der Schneide besseren Halt bieten. Ein paar mal müssen wir in die Flanken ausweichen. Schritt um Schritt, Zug um Zug. Völlige Präsenz, volles Bewusstsein der Exposition, doch keine Angst. Ich sehe mich nicht in Gedanken in dem wilden Bild, das ich vom Piz Morteratsch mitgenommen hatte. Ich stehe fest in guten Trittlöchern auf einem weißen Hügel, gleichwohl er hunderte Meter ringsum in die Tiefe abfällt. Ich schwebe. <em>„Sieh, wie es da hinunter geht. Da unten die Spalten! Du stehst nur auf Deinen Füßen, Deine Hände suchen Halt. Ein Windhauch, Menschlein, ein Rutscher nur&#8230;“</em> Widersprüche in meinem Großhirn, das sich selbst herausgefordert hat und sich auch so fühlt. <em>„Ich stehe gut, fühle mich gut, ich habe Angst, ja, harmlose, gute Angst und ich genieße sie.“</em> Steigen und steigen, lustvolles Hacken des Eispickels in hartem Firn. <em>&#8220;Juhuhuh!!</em>&#8220;, schallt es plötzlich aus mir heraus.</p>
<p>In der Begeisterung trinke ich zu wenig, was untypisch ist. Ich verwende im Gebirge extra einen Trinkschlauch, um ohne großes Rucksackabsetzen unterwegs oder am Standplatz leicht trinken zu können. Unvorsichtige Unterlassung. Sie wird sich abends und nachts in gehöriger Erschöpfung bemerkbar machen, zusammen mit der Höhe. Dafür photographiere ich, dazu reißt es mich immer wieder, wenn ich aus der Steig-Trance auftauche. Benjamin grinst über beide Ohren in die Kamera. Wir wechseln uns ab, mal geht er, mal gehe ich voran. Wir sind gleich stark – ein Segen, keine Spannungen durch unterschiedliche Tempi oder derlei.</p>
<p>WUMM &#8211; und ein Poltern wie von Geröll. Eislawinenabgang. Donnern. Rauschen. Es muss vom Piz Roseg gekommen sein. Benjamin hat es auch gehört, gemeinsam sehen wir uns um. Natürlich denken wir an die Schweizer Hüttengenossen und hoffen, dass Sie ab vom Schuss waren. Nichts zu erkennen. Stille. Wir schauen uns an und in die umliegenden Flanken, auf die Eisflanken, Gletscherbrüche, Grate, Gipfel. Ernste Landschaft, großartige Landschaft. Wir steigen weiter. Steigen, steigen, zunehmend schnaufen – es geht auf die 4000m zu, man merkt die Höhe und Sonneneinstrahlung.</p>
<div id="attachment_11849" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-550_breit wp-image-11849 " src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/DSC05738-550x412.jpg" alt="Abschnitt vom Piz Bianco zum Piz Bernina - Schlüsselstelle der Tour" width="550" height="412" /><p class="wp-caption-text">Abschnitt vom Piz Bianco zum Piz Bernina - Schlüsselstelle der Tour</p></div>
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<p>Kuppe, Neigung, Ende. Am Ende des Biancogrates. Piz Bianco, Piz Alv als Kartenpunkt. Fiktiver Höhepunkt. Realer Wendepunkt. Der Charakter der Tour ändert sich nun, zum Piz Bernina hin. Wir seilen erneut an, indem wir uns wieder in gemischtes Gelände begeben, Absturzgelände in steilen Flanken, Kletterei auf scharfem Grat. Ich fühle mich im Fels wohler, Benjamin im Eis; so überlässt er mir, da ich darum bitte, gerne die Führung bis zum Piz Bernina. Mehr Nachdenken und deutlich mehr Koordination als auf der Firnschneide wird uns abverlangt. Auch der Schrecken des Lawinenpolterns wirkt noch nach – und wird prompt reaktiviert: Als leises Knattern hinter einem steilen Granitzahn, welchen zu erklimmen ich mich anschicke, abrupt laut wird. Ich blicke einem Helicopter, Nase steil nach unten auf der anderen Seite des Grates auftauchend, direkt ins Cockpit. Drachenknattern. Ich winke nach dem Schreck erst beruhigt freudig, gebe dann aber noch rasch per „N“o-Haltung der Arme an, dass wir in Ordnung sind – falls Mißverständnis drohen sollte. Bevor ich sicher erkennen kann, ob es sich um einen Rettungsheli handelt, ist er schon hinter dem Piz Bernina wieder im Sturzflug abgetaucht. Wie ein Himmels-Orca, aus dem Nichts zurück ins Nichts. Sorgen, ob jemand gesucht wird, legen sich spätestens, als der Heli zum dritten Mal, auf exakt gleichem Kurs wiederkehrt. Vielleicht doch nur ein touristisches Sightseeing. Ich stelle mir selbst den Blick von oben auf den Grat vor, heute – und freue mich daraufhin mit Benjamin einmal mehr, dass wir die einzigen kleinen Menschen sind, die heute auf ihm laufen. Zwei einsame Punkte auf der Himmelsleiter.</p>
<div id="attachment_11827" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11827" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/DSC05744-260x195.jpg" alt="Grat, Wolken, Helicopter" width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">Grat, Wolken, Helicopter</p></div>
<div id="attachment_11825" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11825" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/DSC05741-260x346.jpg" alt="Blick zurück auf scharfe Gratkletterei " width="260" height="346" /><p class="wp-caption-text">Blick zurück auf scharfe Gratkletterei</p></div>
<p>Der Aufstieg zum Piz Bernina hat es in sich. Sowohl Auf- als auch Abklettern ist gefragt auf dem Weg nach oben, über die 4000er Marke. Links des Grates, rechts, links. Vorsicht wackliger Block! Ein weiter Spreizschritt. Es ist kombiniertes Gelände, Granit, mal kompaktere Türme, mal blockiger, mal scharfe Platten am Grat, Partien mit unterschiedlicher Durchsetzung durch Schnee und Eis. Vorsichtiges Setzen der Steigeisen, ihr unterschiedliches Ansprechen in Felsritzen oder im wechselnd festen Weiß ertastend. Halt suchen, prüfen mit den Händen, festhauen oder im Fels verkeilen mit dem Eispickel. Dem Drehmoment des schweren Rucksacks entgegenwirken, kraftsparend schieben, stützen, vorausschauen. An gute Schlingen und die Seilführung denken, da es in spitzen Winkeln hin und her geht. Nicht aller Boden ist fest. Kopf und Körper sind aktiv.</p>
<p>Zwischendurch treffen wir, psychologisch sehr willkommen, auf solide Ringstände mit Ketten, besonders an zwei Abseilstellen von je circa 10m. Wir sind uns einig &#8211; <em>„ein doch recht fordernder IIIer“</em>&#8230; Wir führen je vier 60cm und 120cm Bandschlingen mit uns, inklusive Schnapper, dazu drei Kurzexpressen und die üblichen Schrauber, Schnürl und Schrauben. Das imprägnierte 60m Mammut-Einfachseil bewährt sich – und ist trotz der Dusche an den Krampen vor der Fuorcla Prievlusa noch schön leicht. Ein Eispickel je Person reicht uns aus.</p>
<p>Freudig arbeite ich mich mit meinen Beil eine eisig-feste Rinne knapp rechts des locker verschneiten Grates hoch. Benjamin schätzt die Passage auf 60° Steilheit. Ausgesetzt. Ich erinnere jedoch meine Lust, mich da hochzuhacken, hauen, ziehen, steigen, stemmen! Ich grinse die Frontzacken meiner Steigeisen an, auf ihrem Anflug gegen die Eisschicht. Drin! Fest. Steigen, stemmen, tausend Arme und Beine meine ich zu haben. Hier sind die Bedingungen, da wir in der Nachsaison gehen, nach dem jüngsten Schneefall tatsächlich bereits ein wenig winterlich. Viel Schnee, beziehungsweise sogar Eis. Viel ansonsten scheinbar frei liegende felsige Passagen unter Eis, im besonderen liegen dabei wenig günstige Felsköpfl frei.</p>
<div id="attachment_11850" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11850" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/DSC05740-260x346.jpg" alt="Steilstück - Finale zum Piz Bernina" width="260" height="346" /><p class="wp-caption-text">Steilstück - Finale zum Piz Bernina</p></div>
<p>Heikel wird es einmal zwischendurch, ohne für eine Schlinge geeignetes Köpfl in Sicht, bei weitem run-out über letzter gelegter Schlinge, aber die Steigeisen und die Haue greifen so gut. Noch ein paar Meter weiter schauen. Wieder nichts. Nun 15m freies Vorstiegs-Seil unter mir. <em>„Blingbling&#8230;“</em> funkelt es mich da an, als, in Gedanken schon bei Schrauben, mein letzter Rundumblick an dieser etwas heiklen Stelle einen gebohrten Zwischenhaken direkt neben meiner Hüfte streift. Wahrscheinlich hätte ich im Vorbeikriechen auch  unabsichtlich automatisch eine Expresse eingehängt. Ich muss gackern, Benjamin schaut verwundert. Ich bastle mittels zweier langer Bandschlingen einen Stand an einem großen Felszapfen – Benjamin steigt nach und versteht dann beim Aushängen gut, was mich so erheitert hatte. Die heikle Passage dürfte die letzte richtige Kletterschwierigkeit gewesen sein. Lang haben wir dafür gebraucht! Viel fordernder als der eigentlich bloß der Exposition wegen fordernde Firngrat ist der Übergang Richtung Piz Bernina! Noch bin ich nicht am Gipfel, mein Stand ist noch horizontal einige zig Meter entfernt, Benjamin geht voraus.</p>
<div id="attachment_11972" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class=" wp-image-11972" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/DSC05745-260x195.jpg" alt="über der 4000er Grenze - Piz Bernina" width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">über der 4000er Grenze - Piz Bernina</p></div>
<p>Da. Gipfelbuchschatulle, Fahnenfetzen, Granitblöcke. Etwas fehlt mir einmal mehr&#8230; Ein Kreuz! Doch nicht als christliches Symbol. Sofern überhaupt als religiöses Zeichen, so als Natur-religiöses Dankes- und Lobzeichen, oder als Kulminationspunkt für menschliche, insbesondere alpine Projektionen. Nicht eine durch Subtraktion eines geopferten Leben zum Hoffnungszeichen gewordene Balkenkreuzung, sondern ein großes Pluszeichen, etwas Additives, Positives, ein Vermehrungszeichen. <em>„Depp.“</em>, fasse ich mich an der Nase, schüttele meine menschlichen Ansichten und Gedankenwölkchen wieder ab und weide meine messenden Augen lieber schweigsam an der Bergwelt. Gewalten. Bewegung! Nur, dass wir die meisten Bewegungen, das Strömen des Eises, das Strömen des Felses, nicht in den Skalen unserer Wahrnehmung verstehen. Nicht unser Zeitmaß, diese Ströme. Nur Wolkentürme im Süden quellen ersichtlich weiter. Wir haben sie bereits beobachtet, sind uns sicher, bei gutem Wetter zum Rifugio zu gelangen, doch der Anblick schüchtert dennoch ein, müde wie wir sind.</p>
<div id="attachment_11828" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11828" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/P1010415-260x195.jpg" alt="Blick vom Piz Bernina nach Süden über den Spallagrat" width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">Blick vom Piz Bernina nach Süden über den Spallagrat</p></div>
<p>Technisch wieder leicht, aber noch gehörig exponiert geht es über den Spallagrat gen Süden. Kletterei im zweiten Grad als Gepäcktanz auf dem Schwebebalken. Wir folgen nicht der Spur, die bald östlich in eine schrecklich steile Flanke abzweigt, sondern halten uns weiter am Grat bis zu einer felsigen Steilstufe, über die drei Abseilfahrten von je gut 25m hinabführen. Selbstsicherung; Seilmitte einfädeln, Seilenden abknoten, Abseilgerät und Hintersicherung anbringen; zielen, Seilbündel hinabwerfen; Standschlinge lösen, prüfender Blick, vorsichtiger Hantieren im Hinabschaukeln&#8230; Vorsichtiges Abziehen des Seiles, damit es keine unschickliche Liaison mit dem einen oder anderen Felszapfen eingeht. Die Seilmanöver dauern nun schon etwas länger, wir merken erhebliche Erschöpfung, lachen ab und zu schon kindisch bei Gedanken an Rast und Ruhe am Rifugio. Luftiger letzter Abseiflug, überhängend.</p>
<p>In einiger Distanz erkennen wir zwei Bergsteiger, seitens Diavolezza kommend, auch Richtung Rifugio ziehend. Während die beiden noch bergauf bei nun fast sommerlichen Temperaturen schwitzen müssen, fahren wir auf den Schuhsohlen ab. Der Hang ist dabei stabil, wir erkennen heute keine Lawinenbedrohung auf diesem südseitig voll exponierten Hang auf den letzten Metern. Welche Ankunftsfreude. Die Wolkentürme stehen still in der Ferne, sonnig ist es auf der Terasse des Rifugio. Wir breiten uns aus, Material zur Trocknung, uns zum Grinsen&#8230; Kaltblütern gleich tanken wir Wärme auf den felsigen Stufen. Sonnenschutz übers Gesicht und eine Runde dösen. Göttlich.</p>
<div id="attachment_11830" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-550_breit wp-image-11830 " src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/DSC05753-550x412.jpg" alt="Winterraum des Rifugio Marco e Rosa" width="550" height="412" /><p class="wp-caption-text">Winterraum des Rifugio Marco e Rosa</p></div>
<h3>Hohe Nacht, Tief am Morgen</h3>
<p>Die zwei Bergsteiger sind inzwischen da &#8211; ein wettergegerbter, drahtiger, älterer Herr und seine weibliche Begleitung, die wohl nicht nur Seilpartnerin ist – hoffentlich bedeuten wir hier keine Störung einer einsam geplanten, romantischen Nacht&#8230; Sie haben Ihren Teil im urigen, aber für einen Winterraum doch komfortablen Quartier bezogen. Charmant. Viel altes Holz, enge Kojen mit 30 Liegeplätzen, 2 Wolldecken und sogar ein Kissen je Platz! In einer durchsichtigen Notkiste lagert fast ein Kubikmeter Schüttelbrot, ein 10l-Humpen Rotwein thront auf der Tafel in der Raummitte. Nostalgie.</p>
<p>Wir sind des Italienischen leider nicht mächtig, und so kann sich die Freundschaft am Berg nur in Andeutungen von Gespräch über Gipfel, Routen und im Angebot von Kleinigkeiten entfalten. Der Abend vergeht mit Wasserkochen für den Folgetag und Suppenkonsum, mit Materialpacken und Routenrememorierung. Morgen erst wird es zur Diavolezza gehen, statt heute direkt – dafür mit Überschreitung des Piz Palü von West nach Ost und fairem Fußmarsch ins Tal. Benjamins Plan. Guter Plan.</p>
<div id="attachment_11851" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11851" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/DSC05754-260x195.jpg" alt="morgendliche Gletscherquerung zum Piz Palü" width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">morgendliche Gletscherquerung zum Piz Palü</p></div>
<p>Ich lasse Benjamin auch gern am bitterkalten Morgen seiner Untergrundvorliebe für Schnee und Eis gemäß die Führung durch das nächtlich tiefblaue Spaltengelände. Dafür packe ich mir wieder das Seil auf und spiele Packesel. Und dieser Esel ist beim Start mürrisch, wortkarg. Er hat verdammt schlecht geschlafen und dazu Kopfschmerzen. Es hat nicht an der Kälte gelegen – wohlig warm war es unter den Wolldecken im Winterraum, trotzdem man drinnen seinen eigenen Atem sehen konnte. Vielleicht hat die Höhe etwas Tribut eingefordert, immerhin haben wir auf 3600 Metern Höhe genächtigt. Jedenfalls hat der Esel zu wenig getrunken und gegessen am Vortag. Dämlicher Esel. So trottet er Benjamin hinterher, anstrengende zwei Stunden Richtung Palü. Der Esel denkt währenddessen allen (betäubtem Geist eigenen) Ernstes, Hochtouren seien doch irgendwie lästig, stapf-stapf, blöder Gletscher, saukalt – dann doch lieber anspruchsvoll in warmen Gefilden Klettern gehen! I-A.</p>
<div id="attachment_11852" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11852" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/DSC05757-260x195.jpg" alt="Sonnenaufgang über polarem Ambiente im Süden" width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">Sonnenaufgang über polarem Ambiente im Süden</p></div>
<p>Benjamin dagegen scheint nicht angestrengt. Oder ich bekomme es nicht mit. Hören kann ich unter zwei Mützen und hinter der Neoprenmaske kaum etwas. Zielstrebig stiert Benjamin durchs Dunkel.Doch, oh Wunder, kaum ergreife ich längst überfällige Gegenmaßnahmen in Form von gezwungener Flüssigkeitszufuhr und Energiegel, kehren die Kräfte wieder. Auch der Gefallen am selbsterwählten Los des Hochtouristen. Ich sehe wieder die Schönheit bizarrer Eisformenspiele, genieße wieder unsere Einsamkeit so nah der Zivilisation, habe wieder Spaß an der physischen Selbstüberwindung, sich stets noch ein paar Schritte abzuverlangen, und noch welche, und noch welche.</p>
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<h3>Auf und über den Palü</h3>
<p>Mit der seelisch wärmenden Dämmerung in kalter Morgenstunde und Blick auf den nahen, felsigen Westgrat des Piz Palü schließe ich auch die unmittelbare Zukunft dieser Tour wieder in mein Herz ein. Der Fels ist blank; Pickel weg, Steigeisen runter. Wunderbarer Granit! Farbenprächtige Palette. Leicht, maximal im zweiten alpinen Grad führt uns seilfrei begehbares Gelände über Platten und Blöcke rasch hinauf. Ich blühe auf, da die Hände die rötlichen Riesen greifen dürfen. Fast eile ich davon.</p>
<div id="attachment_11831" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-550_breit wp-image-11831 " src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/P1010429-550x412.jpg" alt="am Westgrat des Piz Palü - Blick in die Eisbrüche seiner Nordflanke" width="550" height="412" /><p class="wp-caption-text">am Westgrat des Piz Palü - Blick in die Eisbrüche seiner Nordflanke</p></div>
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<p>Innehalten, Staunen, im Übergang in wieder eisiges Gelände. Tief saugt der Abgrund den Blick in die Eisbrüche der Nordflanke. Noch ein Firnhang, das Gelände lehnt sich zurück, es weitet sich, ebnet sich&#8230; wir sind auf dem Hauptgipfel des Piz Palü. Allein, wiederum. <em>„Unglaublich.“</em> Erst sagt es Benjamin. Nocheinmal. Dann bestätige ich. Erneut. Ich photographiere. Wir setzen uns. Die Kurzatmigkeit weicht. Kaminwurznpause mit Rundumblick. Erhabenes Blau, Sonnenstrahlen brechen Fächer in den Dunst der Täler. Beruhigung. Bestes Wetter, nach wie vor, keine Komplikationen.</p>
<div id="attachment_11832" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-550_breit wp-image-11832 " src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/DSC05763-550x343.jpg" alt="Blick vom Gipfel des Piz Palü nach Südosten" width="550" height="343" /><p class="wp-caption-text">Blick vom Gipfel des Piz Palü nach Südosten</p></div>
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<p>Der Übergang zum Ostgipfel erfolgt auf archetypischer Firnschneide – ebenfirnig beinahe in Marschrichtung, saugende Optik zu beiden Seiten. Über 70° steile Flanken; vorsichtiges Gehen am kurzen Seil, sprungbereit mit Reserve. Nochmals Herzpochen. Inmitten der exponierten Passage hält Benjamin inne, bezieht sauberen Stand und dreht sich um. Bis über beide Ohren grinst er mich an. Vielleicht hat er gemerkt, wie mich die Schlepperei des Morgens angestregt hatte, dass ich nun aber wieder in gestriger Hochform bin? Ich photographiere und grinse zurück: <em>&#8220;Ned hudln!&#8221;</em></p>
<div id="attachment_11833" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-550_breit wp-image-11833 " src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/DSC05775-550x412.jpg" alt="Seilpartner auf scharfer Schneide - Übergang zum Ostgipfel des Piz Palü" width="550" height="412" /><p class="wp-caption-text">Seilpartner auf scharfer Schneide - Übergang zum Ostgipfel des Piz Palü</p></div>
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<p>Wir steigen weiter ab und begegnen dabei zwei aufsteigenden Seilschaften, von der Diavolezza kommend. Der Bergführer einer dieser Seilschaften fragt im freundlichen Berg-Smalltalk zum Biancograt, zur Lage an Piz Bianco, Übergang zum Piz Bernina, Spalla nach. Etwas Stolz verspüren wir schon, ihm berichtend&#8230; Breiter Stapfspur folgen wir zwischen tiefen, blauen Abgründen, eine gigantische Querspalte ist sogar durch einen Holzsteg überwindbar, der sich jedoch per Kipplage den Fließkräften ergibt. Verlockende Abfahrtslinien von Skibergsteigern zieren dazwischen die Hänge vor dem Palü-Ostgipfel. Oh, Abfahren wäre nun fein! Wir sind jedenfalls froh, die Ostseite des Palü ab-, nicht aufzusteigen. Wie herrlich leicht haben wir Höhe auf dem felsigen Westgrat gewonnen, wie locker laufen wir hier straks bergab, wo die Sonne nun auf monotonen Hang niederbrennt. Zuletzt haben wir noch einen sich etwas ziehenden Auslauf durch eindrückliches Spaltengewirr zu absolvieren und profitieren dabei enorm von der guten Spuranlage.</p>
<div id="attachment_11835" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-550_breit wp-image-11835 " style="border-width: 0px;" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/panorama-550x185.jpg" alt="Panorama von der Diavolezza aus - links Piz Palü, rechts Piz Bernina mit Biancograt" width="550" height="185" /><p class="wp-caption-text">Panorama von der Diavolezza aus - links Piz Palü, rechts Piz Bernina mit Biancograt</p></div>
<p>Dann, endlich, kurz vor Mittag sind wir auf der Diavolezza. Teuflischer Hochbetrieb! Ein Auge weint mit, im allergischen Schock auf den Kontrast zu den Vortagen. Aber&#8230; Kulturkritik bezüglich Gondelbetrieb und entsprechender Einrichtungen gehört ja schließlich zum feinen Ton des Voll- / Semi- / Viertel- / oder sonstigem Bruchteil-Alpinisten. Nur dass früher alles besser gewesen sei, können wir schwer festhalten, denn da waren wir ja noch nicht dabei. Ich bestelle einen Teller mit einer Phantasie, ja einem Hauch vom Kuchen, Nusstörtli, welches mir wie eine Loriot&#8217;sche Birne Helene vorkommt. Notabene – Bestellung von Speise, obwohl ich noch eine Specksemmel im Rucksack habe. <em>„Draf gschissn“</em>, dazu wird sich auch noch ein Kaffee gegönnt auf der Panoramaterrasse, zum grandiosen Rückblick, zur Feier der Absolvierung der prachtvollen Wege. Biancograt. Bernina. Palü mit seinen Pfeilern&#8230; Was für eine Laune der Erosion, solche Symmetrie entstehen zu lassen. Die Pfeiler&#8230; schon schmieden wir wieder Pläne, suchen berühmte Linien in der Prachtkulisse.</p>
<h3>Was bleibt?</h3>
<div>
<p>Ciao Diavolezza, adé. Wir laufen etwas länglich, doch einen ruhigen, stilgerechten Ausklang ermöglichend, über Wanderwege zur Rätischen Bahn, zur Talstation der Bergbahn. Wir sind wieder unten, die Tour ist absolviert, auch kein Haxenbruch auf den letzten Metern. Wechselseitig beglückwünschen wir uns. Mit dem ganzen schmucken Material und den große Rucksäcken sind wir am Bahnsteig heute bunte Hunde. Zweimal nähern sich im Vorbeischlendern ältere Herrschaften, sehnige, grauhaarige Schweizer, jeweils mit gleichfalls berggesonnter Gattin, leise grüßend. Nach oben blickend fragen sie – um nach Bestätigung dann leicht seufzend, mit Glanz in den Augen zu verraten, ja den Biancograt, den hätten sie auch gemacht, als sie noch jünger waren. So zehren sie immer noch von Ihren Erlebnissen, so erinnern sie sich noch, mit Wärme und Glanz – das bleibt also, das bleibt von diesem Tun, das mehr als Sport ist, von der Eroberung des scheinbar Nutzlosen! Erinnerungen.</p>
<p>Welches werden tiefe, bleibende Erinnerungen? Gründet entsprechende Aufnahmefähigkeit und tiefe Verankerung im Gedächtnis nicht oft in einem persönlichem Erschrecken, einem Erzittern der Seele, elementarer Wachsamkeit? Schönheit der Natur, Qualität einer Route oder Angst im Wettersturz mögen solche seelischen Beben auslösen. Bedarf es gewisser Unsicherheit des Gelingen? Unter Wachsamkeit geborene, mit Sehnsucht erhoffte, nicht selbstverständliche Erfolge bleiben in Erinnerung, ob ihre Bilder stiftenden Kolosse nun Biancograt heißen oder nicht.</p>
<p>Was bleibt mir vom weißen Diamant? Bilder und freudige Erinnerungen habe ich auch von anderen Bergtouren mitgebracht. Aber bislang nur mit dieser Tour verbinde ich etwas Akustisches, einen schwingenden Gitarrenschrei aus atmosphärischer Spannung. Eine gleißende Gitarren-Protuberanz, die mich erschreckt hatte, und auf der sich dann eine kleine Seilschaft einsam durch das All ihrer Vorstellung ein Stück aufgeschwungen hat.</p>
<p><strong>Kurzchronik:<br />
</strong></p>
<p>-Tag 1-<br />
15:00 Pontresina (1805m), Langzeit-Parkplatz am Eingang zum Val Roseg<br />
18:00 Tschierva-Hütte (2573m), Ankunft</p>
<p>-Tag 2-<br />
04:00 Tschierva-Hütte (2573m), Abmarsch<br />
07:45 Fuorcla Prievlusa (3430m), Umgehung der Steinschlagrinne<br />
09:45 Biancograt, Fuß<br />
11:00 Piz Bianco (3995m)<br />
13:45 Piz Bernina (4048m)<br />
15:15 Abseilstelle an der Spalla<br />
16:00 Winterraum Rifugio Marco e Rosa (3604m), Ankunft</p>
<p>-Tag 3-<br />
05:00 Winterraum Rifugio Marco e Rosa (3604m), Abmarsch<br />
07:15 Piz Palü Westgrat, Fuß<br />
08:30 Piz Palü Hauptgipfel (3900m)<br />
09:30 Piz Palü Ostgrat, Fuß<br />
11:45 Diavolezza (2973m), Ankunft<br />
12:30 Diavolezza, Abmarsch<br />
14:00 Diavolezza Talstation (2093m)<br />
15:00 Pontresina Bahnhof</p>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<p>Edwin Schmitt, Wolfgang Pusch: Hochtouren Ostalpen. 100 Fels- und Eistouren zwischen Bernina und Tauern, Bergverlag Rother, 2011</p>
</div>
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		<item>
		<title>Skitouren für Nachtschwärmer &#8211; Sportheim Böck an der Alpspitze (Ostallgäu)</title>
		<link>http://blog.bergzeit.de/11482/alpin/skitouren-fur-nachtschwarmer-sportheim-bock-an-der-alpspitze-ostallgau</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Mar 2012 09:17:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alpin]]></category>
		<category><![CDATA[Allgäu]]></category>
		<category><![CDATA[Hütte]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtskitour]]></category>
		<category><![CDATA[Skitour]]></category>
		<category><![CDATA[Tourenski]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>In der Reihe "Skitouren für Nachtschwärmer" stellt Euch Julia diesmal die Tour zur Alpspitze im Ostallgäu vor. Urig zum Abendessen Rast machen kann man im Sportheim Böck.</p></p><p>Dir gefällt der Bergzeit RSS Feed? Abonniere ihn doch und empfehle ihn weiter!</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Eines vorweg: Wer es lieber ruhig und einsam mag, für den ist der Tourenstammtisch an der Alpspitze eher weniger geeignet. Jeden Mittwoch ist der Hausberg von Nesselwang Ziel – so scheint es – der Skitouren des halben Landkreises, und auch zahlreiche Kemptener Autokennzeichen lassen sich auf dem Parkplatz ausmachen. Und alle haben sie Recht: Der Ausgangspunkt ist schnell und unkompliziert erreichbar, die Aufstiegs- und Abfahrtsstrecke im unteren Teil beleuchtet. Der Weg auf <a title="Skitouren-Ski sicher online kaufen im Skitouren-Shop bei bergzeit.de" href="http://www.bergzeit.de/skitour.html" target="_blank">Tourenski</a> ist nicht zu lang, so dass nach der Skitour genügend Zeit für den gemütlichen Hock im <a title="Sportheim Böck" href="http://www.sportheimboeck.de/index.php" rel="nofollow" target="_blank">Sportheim Böck</a> bleibt, das so etwas wie die architektonische Perle unter den Skihütten im Umkreis darstellt. Doch dazu gleich mehr.</p>
<div id="attachment_11487" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260x110_crop wp-image-11487" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/IMG_1280-260x110.jpg" alt="Gespenstischer Aufstieg bei der Skitour zur Alpspitze" width="260" height="110" /><p class="wp-caption-text">Im unteren Teil des Aufstiegs ist die Stimmung mit Scheinwerfern und Schneekanonen fast gespenstisch.</p></div>
<p>Fast im Sekundentakt starten gesellige Gruppen und Einzelkämpfer gen Alpspitze. Man ist gut beraten, die vom Parkplatz aus gesehene linke Pistentrasse für den Aufstieg zu wählen, denn hier ist a) nicht präpariert, b) nicht beleuchtet und man muss c) auch keine entgegenkommenden Skifahrer und Snowboarder fürchten. Denn in Nesselwang steht jeden Abend Flutlichtfahren auf dem Programm, entsprechend gut befahren ist die breite Piste unterhalb der Alpspitzbahn. Der erste Teil des Aufstiegs hat am wenigsten mit einer Skitour gemein: Das Scheinwerferlicht leuchtet unnatürlich grell herüber, an die Ohren dringt das Rattern der Seilbahn und bei tiefen Temperaturen das Surren der Schneekanonen.</p>
<div id="attachment_11488" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11488" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/IMG_1311-260x173.jpg" alt="Angekommen am Sportheim Böck" width="260" height="173" /><p class="wp-caption-text">Angekommen am Sportheim Böck</p></div>
<p>Ist die zweite Sektion der Bergbahn erreicht, kehrt Ruhe ein. Der Weg führt nun gemächlich durch den Wald hinauf, parallel zur Talabfahrt. Dann kommt ein Stück steilere Piste, gefolgt von wahlweise einem weiteren Waldweg oder wieder einem knackigen Pistenaufstieg. Ehe man sich’s versieht, steht man schon oben an der Bergstation und hat die Wahl, nach links zur Hütte abzubiegen oder nach rechts steil bergan zu gehen und noch den schönen und einfachen Gipfel der Alpspitze in Angriff zu nehmen (bei Neuschnee ist der Gipfelhang ein Traum!). So lässt sich die Tour noch ein wenig verlängern, denn ehe man die Betriebstemperatur erreicht hat, wäre das Stammtisch-Ziel bereits erreicht. Die meisten der abendlichen Tourengeher zieht es dann nach dem rund 40-minütigen Aufstieg auch direkt ins Sportheim Böck.</p>
<div id="attachment_11490" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11490" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/IMG_1334-260x173.jpg" alt="Ein Kamin, Allgäuer Leckereien und nette Menschen. Was will man mehr? Blick in die Kaminstube" width="260" height="173" /><p class="wp-caption-text">Ein Kamin, Allgäuer Leckereien und nette Menschen. Was will man mehr? Blick in die Kaminstube</p></div>
<p>Die vor fast 80 Jahren von Ludwig Böck gegründete Anlaufstelle für Skifahrer und Wanderer ist 2008 modernisiert worden &#8211; das jedoch auf eine Weise, wie man sie sonst unter den Allgäuer Hütten nicht oft findet. Klare Linien, viel Naturstein und Holz prägen die Ästhetik des Baus, der eine ganz eigene Wärme und Gemütlichkeit ausstrahlt. Im Inneren gibt es viel Platz in der gemütlichen Zirbenholzstube und in der geräumigen Kaminstube, in welcher mein Blick durch die großen Panoramafenster immer wieder nach draußen schweift.</p>
<div id="attachment_11491" class="wp-caption alignright" style="width: 190px"><img class=" wp-image-11491  " src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/IMG_1336-260x390.jpg" alt="Alte Fotos an den Zirbenholzwänden zeugen von der Geschichte der Hütte." width="180" height="270" /><p class="wp-caption-text">Alte Fotos an den Zirbenholzwänden zeugen von der Geschichte der Hütte.</p></div>
<p>Glücklich, den Abend in dieser wunderbaren Umgebung verbringen zu können, wird die Speisekarte studiert. Leicht fällt die Wahl nicht. Ein Großteil des Angebots wie Fleisch, Käse und Brot kommt direkt aus der lokalen und regionalen Umgebung von Nesselwang, die Qualität entsprechend gut. Gulaschsuppe oder Kässpatzen? Zwiebelrostbraten für den großen Hunger oder doch lieber etwas Kleines, Wurstsalat oder Landjäger? Wie gesagt, eine große Herausforderung. Gegessen wird viel im Sportheim Böck. Das Team von Thomas Krobath ist flink und freundlich, so dass keiner der hungrigen und durstigen Skitourengeher sehr lange warten muss.</p>
<p>Irgendwann reißen wir uns los vom lebhaften Schwatz mit den Tischnachbarn, nehmen den letzten Schluck vom Russ und rüsten unsere Tourenski zur Abfahrt. Recht flott geht es die Piste hinab, alpinistisch sicher keine Herausforderung – aber dafür sind wir auch nicht hier. Das Licht der Scheinwerfer wird immer heller, Nesselwang – übrigens die Heimat des Biathlon-Athleten Michael Greis – ist bald erreicht. Rundum zufrieden gehen wir zu den Autos und denken, dass es ja wirklich nicht immer ruhig und einsam sein muss.</p>
<div id="attachment_11492" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11492 " src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/IMG_1343-260x173.jpg" alt="Bereit zur Abfahrt." width="260" height="173" /><p class="wp-caption-text">Bereit zur Abfahrt.</p></div>
<ul>
<li><strong>Hütte</strong>: Sportheim Böck (BergLodge), 1500 m<strong></strong></li>
<li><strong>Tourenstammtisch</strong>: Mittwoch<strong></strong></li>
<li><strong>Start</strong>: Parkplatz der Nesselwanger Alpspitzbahn<strong></strong></li>
<li><strong>Höhenmeter</strong>: 600<strong></strong></li>
<li><strong>Länge</strong>: knapp 3 km</li>
<li>Aufstieg und Abfahrt bis 22 Uhr möglich, Küche bis 21 Uhr</li>
</ul>
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		<title>Dr. Z. Berg rät: selbstausdrehende Eisschrauben schonen den Geldbeutel</title>
		<link>http://blog.bergzeit.de/11728/alpin/dr-z-berg-rat-selbstausdrehende-eisschrauben-schonen-den-geldbeutel</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 12:46:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Holz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alpin]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Ronny S. aus W. fragte uns unlängst was er gegen seinen umfassenden Verbrauch an Eisschrauben beim Eisklettern unternehmen kann. Zum Hintergrund: bei jedem Rückzug aus dem Eisfall oder bei nicht-vorhandener Ausstiegsmöglichkeit opferte Ronny eine seiner&#8230; <a class="morelink" href="http://blog.bergzeit.de/11728/alpin/dr-z-berg-rat-selbstausdrehende-eisschrauben-schonen-den-geldbeutel">weiterlesen</a></p></p><p>Dir gefällt der Bergzeit RSS Feed? Abonniere ihn doch und empfehle ihn weiter!</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Ronny S. aus W. fragte uns unlängst was er gegen seinen umfassenden Verbrauch an Eisschrauben beim Eisklettern unternehmen kann. Zum Hintergrund: bei jedem Rückzug aus dem Eisfall oder bei nicht-vorhandener Ausstiegsmöglichkeit opferte Ronny eine seiner Eisschrauben um daran Abzuseilen. Lieber Ronny, das muss nicht sein! Neben dem Fädeln einer Eissanduhr besteht die Möglichkeit eine selbstausdrehende Eisschraube zu setzen. Diese Methode ist sehr effektiv und bringt dich auf dem Weg zum Seiltechnik-Guru weit voran. Die einzelnen Schritte daher hier im Überblick:</p>
<p>Was wird benötigt?<br />
1. Eisschraube in vertrauenserweckender Länge<br />
2. Express-Set mit nur einem Karabiner<br />
4. ca. 1,20m Reepschnur 4mm</p>
<p>Das Ganze schaut dann so aus:<br />
<img class="alignnone size-550_breit wp-image-11731" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/P2290109-550x412.jpg" alt="" width="550" height="412" /></p>
<p>In Worten: das Express-Set wird auf die Eisschraube geschoben und sollte somit frei drehbar am hinteren Ende der Schraube sitzen. Die Reepschnur wird in die Öse der Eisschraube geknotet. Fertig!</p>
<p>Im Eisfall schaut das Setup dann so aus:<br />
<img class="alignnone size-550_breit wp-image-11732" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/P2290110-550x412.jpg" alt="" width="550" height="412" /></p>
<p>Es empfielt sich die Eisschraube ein bis zweimal Ein- und Auszudrehen damit sie sich später leichter drehen lässt. Ist das Loch dann passend wird das Seil an dem abgeseilt werden soll in den Karabiner geklippt. Bevor die Schraube eingeschraubt wird knoten wir auf der Seite des Seils, auf der wir später abziehen wollen einen Prusikknoten. Das schaut dann so aus:</p>
<p><img class="alignnone size-550_breit wp-image-11733" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/P2290112-550x412.jpg" alt="" width="550" height="412" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Jetzt wird die Eisschraube wieder eingedreht, wobei wir darauf achten, dass sich beim Drehen die Reepschnur sauber am hinteren Ende der Eisschraube aufwickelt. Bevor wir dann Abseilen, sollte der Aufbau in etwa so ausehen:</p>
<p><img class="alignnone size-550_breit wp-image-11734" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/02/P2290111-550x412.jpg" alt="" width="550" height="412" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Clou kommt wie immer zum Schluss: wie seilen also an unserem eingehängten Seil ab und ziehen am richtigen Ende!!! Der Prusikknoten beißt sich im Seil fest und die Reepschnur beginnt sich abzuspulen. Wenn ihr alles richtig gemacht habt, dann ist die Eisschraube nach gut einem Meter herausgedreht und fällt im Seil hängend nach unten. Es empfielt sich daher in Deckung zu gehen!</p>
<p>Kleiner Tipp: ich verwende für diesen Aufbau immer eine alte Schraube ohne Kurbel mit 16cm Länge . Sollte doch mal etwas nicht funktionieren, tut es nicht ganz so weh, wenn die Schraube verloren ist und die Tendenz, dass sich die Reepschnur an der Kurbel verfängt ist ausgeschlossen.</p>
<p>Viel Spaß weiterhin und vorher lieber mal im Trockenen üben (-;</p>
<p>Euer Dr. Z. Berg</p>
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		<item>
		<title>Aktuelle Bilder von der ISPO 2012</title>
		<link>http://blog.bergzeit.de/11519/alpin/aktuelle-bilder-von-der-ispo-2012</link>
		<comments>http://blog.bergzeit.de/11519/alpin/aktuelle-bilder-von-der-ispo-2012#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 19:31:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Huener</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alpin]]></category>
		<category><![CDATA[Alpinski]]></category>
		<category><![CDATA[Freerideski]]></category>
		<category><![CDATA[ISPO]]></category>
		<category><![CDATA[Messe]]></category>
		<category><![CDATA[Ski]]></category>
		<category><![CDATA[Tourenski]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.bergzeit.de/?p=11519</guid>
		<description><![CDATA[<p><p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Was euch im Winter 2012/2013 im Bereich <a target="_blank" href="http://www.bergzeit.de/skitour.html">Tourenski</a>, Freerideski und Ski-Ausrüstung erwartet hat euch unser Ski-Blogger Klaus hier bildhaft zusammengestellt.</p></p><p>Dir gefällt der Bergzeit RSS Feed? Abonniere ihn doch und empfehle ihn weiter!</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>&nbsp;</p>
<p><strong>Skitouring ist weiterhin im Aufwind, Rockerbauweise in vielen Varianten, breite Freerider und Freeridebindungen mit Walkmechanismus.</strong> Die ISPO 2012 in München ist beendet; insgesamt 2344 Aussteller aus 51 Ländern haben 4 Tage lang auf der bisher 42. Internationalen Sportartikelmesse (ISPO) ihre neuesten Produkte für die kommende Saison präsentiert. Die ISPO in München gilt allgemein als weltweit führende Leitmesse im Bereich Wintersport, das Angebot ist entsprechend vielfältig., bunt und umfassend, Standards mit leichten Veränderungen und auch Innovationen zeigen die Trends der kommenden Saison auf. Die ISPO ist eine Messe für Fachbesucher, in erster Linie stellen hier die Händler ihr Sortiment für die kommende Saison zusammen. Mehr Aussteller, mehr Marken und eine immer größere Ausstellungsfläche zeigen, dass Winter- und Outdoor-Sport nach wie vor angesagt sind.</p>
<p>Insgesamt gibt es einige interessante Trends, die die kommende Wintersaison spannend machen: Der Berg ruft und alle sollen /wollen aufsteigen &#8211;  immer mehr Freeridestiefel und Abfahrtsbindungen mit Walkmechanismus; breite Freerideski  in Hülle und Fülle; Lawinenpiepser und Lawinenairbags für die Sicherheit. Rockertechnik im Skibau in vielen Variationen - K 2 verzichtet ganz  auf traditionelle Bauweise ( Chamber )  , kombiniert Rocker und sog.Chamber sehr unterschiedlich und unterscheidet zwischen Allterrain, Speed, Catch-free, Jib  und Powder Rocker. Völkl z. B. bleibt bei den sehr sportlich ausgelegten Ski noch bei der traditionellen Bauweise mit Vorspannung und konstanter Kantenlänge, differenziert dann aber auch zwischen Tip&amp;Tail, Tip und Full Rocker und hier bei den Full Rocker Konstruktionen noch einmal zwischen einer Low, Medium und High Ausprägung. Die Entwicklung ist hier mit Sicherheit noch nicht zu Ende und die Praxistest werden spannend und sicherlich auch kontrovers diskutiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Skitouren für Nachtschwärmer &#8211; Zur Sonnenalm am Füssener Jöchle (Tannheimer Tal)</title>
		<link>http://blog.bergzeit.de/11311/alpin/skitouren-fur-nachtschwarmer-zur-sonnenalm-am-fussener-jochle-tannheimer-tal</link>
		<comments>http://blog.bergzeit.de/11311/alpin/skitouren-fur-nachtschwarmer-zur-sonnenalm-am-fussener-jochle-tannheimer-tal#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 08:14:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alpin]]></category>
		<category><![CDATA[Allgäu]]></category>
		<category><![CDATA[Hütte]]></category>
		<category><![CDATA[Hüttentour]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtskitour]]></category>
		<category><![CDATA[Skitour]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.bergzeit.de/?p=11311</guid>
		<description><![CDATA[<p><p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p><a target="_blank" href="http://www.bergzeit.de/skitour.html">Skitouren</a> nach Feierabend, zum abendlichen Beisammensein oder einfach nur zum Abendessen, haben im Allgäu eine lange Tradition. In unserer Reihe "<a target="_blank" href="http://blog.bergzeit.de/zum-thema/nachtskitour">Skitouren für Nachtschwärmer</a>" stellen wir euch einige der Skitouren-Hütten im Allgäu vor. Heute gehts um die Skitour zur Sonnalm auf dem Füssener Jöchle.</p></p><p>Dir gefällt der Bergzeit RSS Feed? Abonniere ihn doch und empfehle ihn weiter!</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Wie lässt sich in ein Winterwochenende besser einsteigen als mit einer abendlichen <a title="Skitouren-Ski sicher online kaufen im Skitouren-Shop bei bergzeit.de" href="http://www.bergzeit.de/skitour.html" target="_blank">Skitour</a> hinauf zu einer gemütlichen Hütte? Den schneesüchtigen Kollegen und mir fallen da nicht arg viele Möglichkeiten ein, also heißt es Tourenski eingepackt und ins Tannheimer Tal gedüst. Denn hier, genauer gesagt in <a title="Grän" href="http://www.tannheimertal.com/index.shtml?graen_haldensee" rel="nofollow" target="_blank">Grän am Haldensee</a>, lädt Familie Erd jeden Freitag zum Tourengeherstammtisch ein.</p>
<div id="attachment_11316" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11316" title="Der Aufstieg erfolgt ziemlich direkt auf der breiten, teils steilen Piste." src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/01_Aufstieg_Piste-260x195.jpg" alt="Der Aufstieg erfolgt ziemlich direkt auf der breiten, teils steilen Piste." width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">Der Aufstieg erfolgt ziemlich direkt auf der breiten, teils steilen Piste.</p></div>
<p>Die <a title="Sonnenalm" href="http://www.tannheimertal.at/sonnenalm/index.htm" rel="nofollow" target="_blank">Sonnenalm</a> befindet sich neben der Gipfelstation der Füssner Jöchle-Bahn, die untertags Skifahrer und Fußgänger auf die Pisten und umliegenden Berge bringt. Ab 16.30 Uhr jedoch bleiben die roten Gondeln im Tal und der Rummel auf den Pisten lässt nach. Dann findet auf dem geräumigen, kostenfreien Parkplatz ein reger Wechsel statt; Tagesgäste treten den Heimweg an, Skitourengeher kommen an und fellen im Schein ihrer Stirnlampe auf. Der offizielle Tourenstammtisch am Füssener Jöchle ist einer der ältesten seiner Art überhaupt, entsprechend beliebt und etabliert ist die Tour als abendlicher Treffpunkt für Fellflitzer. Da Auf- und Abstieg auf der Piste erfolgen, kann die Strecke bei wirklich jedem Wetter und bei fast allen Schneeverhältnissen begangen werden. Extra beleuchtet ist die 3 Kilometer lange Strecke nicht, was jedoch aufgrund der breiten Trasse keine Probleme beim Abfahren macht.</p>
<div id="attachment_11317" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11317" title="Die gemütliche Stube - hier bleiben wir erst einmal." src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/02_Gemuetliche_Stube-260x195.jpg" alt="Die gemütliche Stube - hier bleiben wir erst einmal." width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">Die gemütliche Stube - hier bleiben wir erst einmal.</p></div>
<p>Umso schöner ist der Skitouren-Aufstieg bei klarem Himmel oder gar Vollmond, wenn man fast in die Sternenwelt hinauf zu steigen scheint. An solch wunderbaren Abenden sind insgesamt bis zu 900 Skitourengeher unterwegs: kleine Oldschool-Gruppen und einzelne Sportler mit Highend-Equipment, schwatzende Freundinnen, Familien mit Kindern und sogar Hunde mit leuchtenden Halsbändern erklimmen die knapp 700 Höhenmeter. Viele Tiroler und Allgäuer lieben diese Art der Abendgestaltung, entsprechend gut besucht ist die große Stube der Sonnenalm – einen Platz bekommt man jedoch fast immer. Die Rucksäcke dürfen jedoch nicht mit hineingenommen werden, sonst wird’s zu eng.</p>
<p>Ist ein Tisch ergattert, geht die spezielle „Tourengeherkarte“ mit einer Auswahl an Leckereien reihum. Natürlich darf Kaiserschmarrn nicht fehlen, ebenso stehen Schnitzel und Salate, aber auch Kleinigkeiten wie Brezen und Suppen zur Auswahl. Das gastronomische Angebot ist auf der Sonnenalm im Vergleich zu kleineren Hütten recht groß. Da merkt man die Nähe zum Skigebiet, was in diesem Fall sicher kein Nachteil ist.</p>
<div id="attachment_11319" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-11319" title="Das Rucksack-Depot im Treppenaufgang." src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/04_Im_Flur-260x195.jpg" alt="Das Rucksack-Depot im Treppenaufgang." width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">Das Rucksack-Depot im Treppenaufgang.</p></div>
<p>Spätestens um 22 Uhr ist Schluss mit dem geselligen Beisammensein – zumindest auf der Sonnenalm. Damit die Pisten für den nächsten Tag präpariert werden können, sind die Pistenbullys heute später im Einsatz, aber irgendwann will auch diese Arbeit vollendet sein. Also Stirnlampe an (hoffentlich mit voller Batterie) und gen Tal gesaust – die Strecke kennen wir ja bereits vom Aufstieg. Die erst breiten, teils steilen Hänge machen (mit der richtigen Ausleuchtung) richtig Spaß, gegen Ende kurven wir dann ganz entspannt auf dem Ziehweg durch den Wald hinunter bis an den Parkplatz und genießen die kalte Luft im Gesicht, das sanfte Gleiten der Ski und das Gefühl, jetzt so richtig im Wochenende angekommen zu sein.<strong></strong></p>
<h3>Quickfacts zur Skitour aufs Füssener Jöchle</h3>
<ul>
<li><strong>Hütte</strong>: Sonnenalm, 1821 m</li>
<li><strong>Tourenstammtisch</strong>: Freitag</li>
<li><strong>Start</strong>: Parkplatz der Bergbahn Füssener Jöchle Grän (Tannheimer Tal)</li>
<li><strong>Höhenmeter</strong>: 680</li>
<li><strong>Länge</strong>: 3 km</li>
<li>Aufstieg und Abfahrt von 17 bis 22 Uhr möglich</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Drei für kalte Tage</title>
		<link>http://blog.bergzeit.de/11233/alpin/drei-fur-kalte-tage</link>
		<comments>http://blog.bergzeit.de/11233/alpin/drei-fur-kalte-tage#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 17:36:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wasti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alpin]]></category>
		<category><![CDATA[Bergsteigen]]></category>
		<category><![CDATA[Bergsteiger]]></category>
		<category><![CDATA[Gasherbrum]]></category>
		<category><![CDATA[Himalaya]]></category>
		<category><![CDATA[The North Face]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.bergzeit.de/?p=11233</guid>
		<description><![CDATA[<p><p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Die drei wirken wie grimmige Schurken, sind aber die perfekten  Schwiegersöhne für kalte Tage. Im Interview erzählen die <a target="_blanK" href="http://www.bergzeit.de/north-face.html">The North Face</a> Athleten Cory Richards, Simone Moro und Denis Urubko, warum sich -30 Grad Celsius und ein paar Sonnenstrahlen bei der Winterbegehung am Gasherbrum II (8035 m) wie eine heiße Dusche anfühlten.</p></p><p>Dir gefällt der Bergzeit RSS Feed? Abonniere ihn doch und empfehle ihn weiter!</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Die drei wirken wie grimmige Schurken, sind aber die perfekten  Schwiegersöhne für kalte Tage. Im Interview erzählen die <a title="North Face kaufen im Bergzeit North face Shop" href="http://www.bergzeit.de/north-face.html" target="_blank">North Face</a> Athleten Cory Richards, Simone Moro und Denis Urubko, warum sich -30 Grad Celsius und ein paar Sonnenstrahlen bei der Winterbegehung am Gasherbrum II (8035 m) wie eine heiße Dusche anfühlten.</p>
<p>Fotos: The NorthFace®/Cory Richards<br />
Interview: Stefan Loibl</p>
<p><strong>Skitour-Magazin:</strong> Interviews, Vorträge und Sponsoren-Termine im Stundentakt: Wünscht Ihr Euch zurück in die Stille und Einsamkeit des Basislagers am Gasherbrum?<br />
<strong>Denis:</strong> Natürlich ist es nicht so extrem von unserer Expedition zu erzählen als wirklich dort zu sein (lacht). Ich genieße das warme Leben, ich bin glücklich wieder bei meiner Frau Olga und meinen Freunden zu sein. Außerdem liebe ich es in Italien zu sein und dort hart zu  trainieren. Aber trotz alledem träume ich bereits wieder vom Nanga Parbat, unserem Ziel für diesen Winter. Es ist wie eine Welle, die näher kommt – und ich fühle mich als Teil dieser Gewalt der Welle.</p>
<p><strong>Skitour-Magazin</strong>: Simone und Denis, Ihr kennt Euch von vielen gemeinsamen Expeditionen und seid gute Freunde. Wie passt da auf einmal ein junger Amerikaner dazu?<br />
<strong>Denis:</strong> Das eine perfekte Team für jedes Ziel ist eine Phantasie. Mit Simone funktionierte ich perfekt im Team 2002 am Everest, am Kali-Himal und bei der Winterbegehung am Makalu. Aber für den Gasherbrum II war es eben die beste Lösung, Cory im Team zu haben. Und unser Erfolg bestätigt das. Ohne einen dritten Mann hätten wir keine Chance gehabt. Anfangs war das Miteinander schon etwas problematisch, alleine wegen der unterschiedlichen Erziehung und Herkunft. Aber am Ende hatten wir die notwendige Geduld und haben zusammengearbeitet als würden wir uns schon jahrelang kennen.<br />
<strong>Cory:</strong> Die Stimmung war gut. Erst war Denis skeptisch, sehr skeptisch sogar. Aber das war verständlich. Aber jetzt würde ich fast sagen: Er ist mein Bruder. Aber sein Zweifel war berechtigt, ob diese fremde Person das Zeug dazu hat, mitzukommen. Simone und Denis haben so eine  lange gemeinsame Vergangenheit und Erfahrung, und dann kommt da so einer mit wenig Erfahrung an. Seine Angst war berechtigt. Nach einer  Weile sind wir uns aber näher gekommen. Und nach der Besteigung und speziell nach der Lawine sind wir feste Freunde, Brüder sogar.<br />
<strong>Simone:</strong> Das war für mich der Schlüssel zum Erfolg. Cory war bescheiden genug, um zu verstehen, dass er von uns lernen konnte und auf seine Fähigkeiten setzen musste, anstatt zu zeigen, wie stark und toll er ist.<br />
Das hat er verstanden und im richtigen Moment getan. Das hat Denis anerkannt. Mit mir war das weniger schwierig. Ich wusste, was Cory drauf  hat. Er war kein Unbekannter in der Szene. Er hatte das bereits mit  zwei Winterbegehungen gezeigt. Zwar an niedrigeren Bergen, aber wer im Winter geht, macht das bewusst und hat die richtige Mentalität dafür. Außerdem konnte sich mit zusätzlichen Fähigkeiten wie dem Fotografieren und Filmen einbringen. Zudem hatte er vorher schon einen 8000er bestiegen, zwar mit Sauerstoff, aber innerhalb 10 Tagen.</p>
<p>Komplettes Interview lesen beim Bergzeit Partner Magazin <a title="Skitour Magazin - Das E-Magazin für Tourengeher und Telemarker" href="http://skitour-magazin.de/" rel="nofollow">skitour-magazin.de</a> in Ausgabe 5.11</p>
<div id="attachment_10396" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-10396" title="Skitour Magazin - Das E-Magazin für Tourengeher und Telemarker" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2011/11/logo-ski-tour-magazin-de-260x81.png" alt="Skitour Magazin - Das E-Magazin für Tourengeher und Telemarker" width="260" height="81" /><p class="wp-caption-text">Skitour Magazin - Das E-Magazin für Tourengeher und Telemarker</p></div>
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		<title>Vier Tage im Neuschnee &#124; Tag 1 und 2</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 16:56:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marius Schwager</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Powder]]></category>
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		<category><![CDATA[Schnee]]></category>
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		<description><![CDATA[<p><p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Weihnachten 2011 schien für <a target="_blank" href="http://www.bergzeit.de/freeride.html">Freerider</a> etwas verfrüht einzutreffen. Die Vorsaison war schneetechnisch zwar eine Katastrophe, jedoch schickte sich das Tief Joachim kurz vor Weihnachten an die Alpen mit weißen Pulverschnee einzudecken. Mit einigen Freunden mache ich mich auf und folgte dem Ruf des Pulverschnees.</p></p><p>Dir gefällt der Bergzeit RSS Feed? Abonniere ihn doch und empfehle ihn weiter!</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p><strong>Weihnachten 2011 schien für Freerider etwas verfrüht einzutreffen. Die Vorsaison war schneetechnisch zwar eine Katastrophe, jedoch schickte sich das Tief Joachim kurz vor Weihnachten an die Alpen mit weißen Pulverschnee einzudecken. Mit einigen Freunden mache ich mich auf und folgte dem Ruf des Pulverschnees.</strong></p>
<p><strong>Station 1: Arlberg</strong><br />
<img class="alignleft size-260_breit wp-image-11053" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/web_web_Arlberg_MG_0510003-260x390.jpg" alt="" width="260" height="390" />Joachim kommt von Westen, das heißt in den klassischen West und Nordweststaulage ist am meisten Neuschnee zu erwarten. Der PowderGuide PowderAlarm kündigt ein „Dumpicane“, also einen sehr, sehr starken und anhaltenden Schneefall. Also nichts wie die dicken <a href="http://www.bergzeit.de/freerideski.html" target="_blank">Freerideski</a> in den <a href="http://www.bergzeit.de/skitaschen.html" target="_blank">Skisack</a> gepackt und auf geht’s Richtung Westen an den Arlberg. Es ist Wochenende und entsprechend betriebsam, dennoch haben wir keine Wartezeiten an den wenig geöffneten Liften. Da der Wind extrem stark bläst, sind viele Liftanlagen geschlossen, absolut keine Sicht oberhalb der Baumgrenze und der viele Neuschnee ist stark verweht. Daher zieht es uns in die bewaldeten Bereiche, wo wir auch prompt tollen Pulverschnee finden. Und das nicht zu knapp. Bis zum Liftschluss sammeln sich in Summe etwa 100cm an Neuschnee an Uns spritzt der Schnee bei jedem Schwung nur so um die Ohren, so dass wir kaum etwas sehen können. Unser erste verfrühtes Weihnachstgeschenk haben wir damit schon aufgemacht, und es ist üppiger ausgefallen, wie erhofft. Danke, liebes Powder-Christkind!</p>
<p><strong>Station 2: Wallis</strong><br />
<img class="alignleft size-260_breit wp-image-11059" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/web_web_Wallis_MG_0556004_2-260x367.jpg" alt="" width="260" height="367" />Der Hauptniederschlag des Sturms kam in den französischen Alpen an. Das Wallis ist hier nur einen Katzensprung entfernt und entsprechend viel hat es auch dort geschneit. Sofern man bei dem starken Schneetreiben schon bei der Anfahrt überhaupt etwas erkennen kann, sieht man eine winterliche Traumlandschaft und alles ist schneebedeckt. Schneeketten auf die Autoreifen gezogen und schon sind wir im Skigebiet. Etwas verspätet, aber es ist nicht sonderlich viel los, so dass noch genügend Platz für unsere Spuren bleibt, Auch hier fahren wir in den (zumindest teilweise) offenen Wäldern in mäßig geneigtem Gelände. Steile Hänge sind auch heute wieder tabu, denn die <a href="http://www.bergzeit.de/sicherheit.html" target="_blank">Lawinengefahr</a> ist nicht zu unterschätzen. So wedeln wir genussvoll von Baum zu Baum und wieder spritzt uns der Schnee bei jedem Richtungswechsel ins Gesicht.<br />
Zwischendurch zeigt sich sogar kurz die Sonne, was wir gleich für  ein paar Bilder nutzen. Viele Stopps (außer für die eine oder andere schnelle heiße Schoggi zum Aufwärmen) machen wir aber auch heute nicht, denn dazu ist der Schnee viel zu angenehm zu fahren und es ist noch zu viel leicht erreichbares Gelände unverspurt.</p>
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		<title>Vier Tage im Neuschnee &#124; Tag 3 und 4</title>
		<link>http://blog.bergzeit.de/11066/alpin/vier-tage-im-neuschnee-tag-3-und-4</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 16:54:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marius Schwager</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alpin]]></category>
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		<description><![CDATA[<p><p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Vier Tage Neuschnee in den Alpen fühlen sich auf <a target="_blank" href="http://www.bergzeit.de/freerideski.html">Freerideski</a> an wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Nach dem ersten Tag am Arlberg und dem zweiten tiefen Neuschneetag im Wallis ist uns der Sinn nach Sonne und weiten Genusshängen.</p></p><p>Dir gefällt der Bergzeit RSS Feed? Abonniere ihn doch und empfehle ihn weiter!</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p><strong>Vier Tage Neuschnee in den Alpen fühlen sich an wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Nach dem ersten Tag am Arlberg und dem zweiten tiefen Neuschneetag im Wallis ist uns der Sinn nach Sonne und weiten Genusshängen.</strong></p>
<p><strong>Station 3: Wallis</strong><br />
<img class="alignleft size-260x110_crop wp-image-11085" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/web_web_Wallis_MG_0593019_11-260x110.jpg" alt="" width="260" height="110" />Heute sollte es zügig aufklaren besonders am Alpenhauptkamm, versprechen die Wetterfrösche. Daher fahren wir näher an den Hauptkamm und versuchen dort unser Glück. Zwar ist absolut kein Betrieb, die erhoffte Sonne bleibt aber auch aus. Hier hat es etwas weniger stark geschneit, dennoch finden wir viele schöne und sanft geneigte Genusshänge zum gemütlichen Wedeln. Am höchsten Punkt des Gebiets zeigt uns die Temperaturanzeige -18° Celsius und unsere Knochen zittern auch schon gewaltig. Zeit sich den kulinarischen Genüssen des Wallis bzw. der Schweiz hinzugeben. Geruchsintensiver, geschmolzener Käse und schokoladige Heißgetränke erwärmen uns und geben Kraft für die letzten Abfahrten. Vielleicht hätten wir uns einfach mit der passenden Skiunterwäsche besser anziehen sollen, dann wäre wir heute im Eisschrank-Lift beinahe erfroren. Wir finden schließlich noch ein paar wenige Sonnenstrahlen und schießen beim tollen Wallis-Panorama ein paar Bilder fürs Familienalbum. Auch heute wieder hatten unsere <a href="http://www.bergzeit.de/freerideski.html" target="_blank">Freerideski</a> ihre Freude: kein einziger Steinkontakt und kein unschöner Kratzer im Belag oder der Skikante sind zu verzeichnen.<strong></strong></p>
<p><strong>Station 4: Wieder Wallis</strong><br />
<strong><img class="alignleft size-260_breit wp-image-11070" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/web_web_Wallis_MG_0810003-260x390.jpg" alt="" width="260" height="390" /></strong>Sonne pur versprach uns der Wetterbericht für den heutigen vierten Tag noch vorgestern. Doch wie so oft, hält sich das Wetter nicht nach unserem Skifahrer-Plan. Denn es schneit schon wieder ohne Unterlass, selbst im Tal fallen die dicken Flocken so dicht, dass man kaum 20 Meter weit sehen kann. Selbst die Weinreben an den sonnenverwöhnten Südhängen sind bereits unter einer 20cm hohen Schneeschicht begraben. Wir checken am Morgen wieder einmal die einschlägigen Informationsseiten (<a href="http://www.powderguide.com" target="_blank">www.powderguide.com</a>, <a href="http://www.slf.ch" target="_blank">www.slf.ch</a>) und einige Webcams. Nirgendwo zeigt sich die Sonne und überall schneit es. Also bleibt uns wohl  oder übel nichts übrig, als wieder die breiten Powderlatten zu nehmen und sie um die Walliser Bäume zu zirkeln.<br />
Das gelingt uns auch weiterhin ganz gut, denn im Skigebiet sind bereits wieder 40cm frischer Neuschnee gefallen. Und es schneit weiter ohne Unterlass! Gegen Nachmittag verlassen uns nach 4 Tagen Vollgas-Powdern allmählich unsere Kräfte.</p>
<p>Schnell ist der Beschluss gefasst, dass wir uns in einer der nahgelegenen Thermalbäder entspannen wollen. 35° Wassertemperatur sind für geschundenen Skifahrerknochen genau die angemessene Umgebungstemperatur. Im Freiluftbad rieseln uns weiterhin die Schneeflocken auf den Kopf. Da am Beckenrand genug Schnee liegt, gibt es zur Anregung von Körper und Geist noch einen kurzen Tauchsprung in den meterhohen Tiefschnee. Frisch erholt treten wir schweren Herzens die Heimreise an, denn vielleicht erwarten uns unter unserem Weihnachtsbaum ja noch weitere Geschenke.<br />
<strong><br />
</strong></p>
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		<title>Skitouren für Nachtschwärmer – Hüttenabende im Allgäu</title>
		<link>http://blog.bergzeit.de/10948/alpin/skitouren-fur-nachtschwarmer-huttenabende-im-allgau</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 07:52:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Valentin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alpin]]></category>
		<category><![CDATA[Allgäu]]></category>
		<category><![CDATA[Hütte]]></category>
		<category><![CDATA[Hüttentour]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtskitour]]></category>
		<category><![CDATA[Skitour]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.bergzeit.de/?p=10948</guid>
		<description><![CDATA[<p><p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Das Allgäu ist dank der weiten Grashänge und des vielen Schnees als Skitouren-Region bekannt. Eine schöne Tradition sind die Nacht <a target="_blank" href="http://www.bergzeit.de/skitour.html">Skitouren</a>, jeden Wochentag geht es nach Feierabend auf eine andere Hütte zum Abendessen. Die erste Abendskitour die wir euch vorstellen ist die Skitour zur Grüntenhütte.</p></p><p>Dir gefällt der Bergzeit RSS Feed? Abonniere ihn doch und empfehle ihn weiter!</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Originaltext im <a href="http://blog.bergzeit.de">Bergzeit Blog</a>:</p><p>Es ist still und dunkel, die Stirnlampe bleibt noch ausgeschaltet. Ringsum wirbeln die Schneeflocken umher, gleichmäßig schieben wir unsere Ski bergan, durch den Wald und über weite Almflächen. Schließlich sehen wir vor uns die hell erleuchtete Hütte, Rauch steigt aus dem Schornstein &#8211; ein wohliger Anblick.</p>
<p><a title="http://www.bergzeit.de/skitour.html" href="Skitouren-Ausrüstung%20und%20Ski%20sicher%20online%20kaufen%20bei%20bergzeit.de" target="_blank">Skitouren</a> am Abend sind etwas ganz besonderes. Tagsüber wimmeln hier die Skifahrer und Rodler, nach Einbruch der Dunkelheit gehört &#8211; zumindest einmal in der Woche &#8211; der Grünten ganz den Skitourengehern. Sie alle haben die gemütliche <span style="color: #0000ff;"><span style="text-decoration: underline;"><a title="Zur Webseite der Grüntenhütte" href="http://www.gruentenhuette.de/" rel="nofollow" target="_blank">Grüntenhütte</a></span></span> zum Ziel, die ab Dezember immer Mittwochs zum Tourenstammtisch lädt. Schon seit einigen Jahren hat es sich zu einem richtigen Trend entwickelt, dass man „mal eben nach Feierabend“ noch eine Skitour geht. Das funktioniert so eigentlich nur in den (Vor-)Alpen, ist hier jedoch umso beliebter. Schnell kamen sich jedoch Tourengeher und Liftbetreiber ins Gehege, da nach Liftschluss normalerweise die Pistenraupen ausrücken, um wieder für ordentliche Schneeverhältnisse zu sorgen. Sind Seilwinden im Einsatz, kann es da auch mal gefährlich werden. Daher kam es fast zu einem Verbot für Tourengeher, überhaupt die Skipisten zu nutzen &#8211; schließlich stünden diese als Infrastruktur den zahlenden Skigästen zu Verfügung.</p>
<div id="attachment_10951" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><img class="size-260_breit wp-image-10951" title="Am Parkplatz zur Skitour auf den Grünten" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2011/12/01-Am-Parkplatz-260x195.jpg" alt="Am Parkplatz zur Skitour auf den Grünten" width="260" height="195" /><p class="wp-caption-text">Am Parkplatz zur Skitour auf den Grünten</p></div>
<p>Aber natürlich sollte jeder Anspruch darauf haben, sich in den Bergen frei bewegen zu dürfen. So etablierten sich die „Tourenstammtische“ in den Skiregionen, natürlich auch im Oberallgäu.<br />
Jeden Tag der Woche hat eine andere Hütte abends geöffnet und die Pisten werden vor 22 Uhr nicht präpariert. So bleibt genug Zeit, um gefahrlos nach Feierabend noch ein paar Höhenmeter zu gehen, sich mit Gleichgesinnten zu treffen und zu später Stunde mit &#8220;Hirabira&#8221; (so heißen die Stirnlampen im Allgäu) abzufahren. Es gibt kaum etwas schöneres, als nach einem anstrengenden Bürotag mit Kollegen und Freunden die Felle aufzuziehen und den Tag mit einer kleinen Skitour zu beschließen.</p>
<h3>Mittwoch: Feierabend-Skitour auf den Grünten</h3>
<div id="attachment_10952" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><img class="size-260x110_crop wp-image-10952" title="Spuren" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2011/12/02-Spuren-260x110.jpg" alt="Spuren" width="260" height="110" /><p class="wp-caption-text">Spuren</p></div>
<p>Fest eingeplant ist winters für uns immer der Mittwoch, an dem es auf den &#8220;Wächter des Allgäus&#8221;, den Grünten geht. Gestartet wird in Kranzegg, einem kleinen Dorf am Fuße des Bergs. Für viele ist der Ausgangspunkt am Parkplatz der stillgelegten Kammeregg-Lifte. Um dorthin zu kommen, legt man die ersten 100 Höhenmeter noch mit dem Auto zurück, bei starkem Schneefall ein abenteuerliches Unterfangen. Der Aufstieg von insgesamt ca. 500 Höhenmetern und 2,5 km erfolgt über die alte Skitrasse, oben wird der Gipfellift gequert und die Hütte ist nach einer knappen Stunde erreicht. Wer noch 100 Höhenmeter drauflegen möchte, startet weiter unten vom Parkplatz der <a title="zur Webseite der Grüntenlifte" href="http://www.gruentenlifte.de/" rel="nofollow" target="_blank">Grüntenlifte</a> und steigt über die Skipiste auf. Von der Hütte (1477 m) kann, wer möchte, noch ca. 150 Höhenmeter bis zum Lifthäuschen aufsteigen &#8211; ganz Wagemutige gehen ohne Ski noch weiter bis ans Jägerdenkmal am Gipfel.</p>
<p>Bei guten Bedingungen platzen die beiden gemütlichen Gasträume im Hütteninneren aus allen Nähten – aber irgendwann sitzt jeder vor einem vollen Glas, ist glücklich und schwatzt mit den Tischnachbarn. An den Wänden hängen alte Fotografien aus der Allgäuer Bergwelt: Kleine Stadel im meterhohen Schnee, Skipioniere und Stammgäste der Hütte. Der Wirt Norbert Zeberle und sein Team kredenzen den Tourengehern vorzugsweise Bier von Zötler, der ältesten Familienbrauerei Deutschlands mit Sitz im benachbarten Rettenberg. An den „Vollmondstammtischen“ trinkt man das eigens gebraute Vollmondbier. Dazu gibt es Wildlandjäger mit Brot, Bratknödelsuppe oder Käseseele. Es kann durchaus passieren, dass zwei Allgäuer Originale im Laufe des Abends zur Gitarre greifen und ein paar Lieder und Witze in Allgäuer Mundart zum besten geben – da ist „Verhocken“ fast vorprogrammiert. Wenn es einmal ganz dicke kommt, kann man zur Not noch in einem der zwei Zimmer (á 6 Betten) oder zwei Matratzenlager (á 15 Plätzen) übernachten (mit Frühstück ab Euro 19,90).</p>
<div id="attachment_10949" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><img class="size-260x110_crop wp-image-10949" title="Bei der Skitour auf den Grünten gehts auch durch den Wald" src="http://blog.bergzeit.de/blog/wp-content/uploads/2011/12/03-Im-Wald-260x110.jpg" alt="Bei der Skitour auf den Grünten gehts auch durch den Wald" width="260" height="110" /><p class="wp-caption-text">Bei der Skitour auf den Grünten gehts auch durch den Wald</p></div>
<p>Irgendwann drängt die fortgeschrittene Stunde dann doch zum Aufbruch: Schuhe auf Abfahrtsmodus stellen, Stirnlampe auf, Skibrille an. Parkt das Auto an den Kammeregg-Liften, steht nun eine regelrechte Freeride-Abfahrt bevor. Nur das Zischen der Ski durch den Pulverschnee ist zu hören (ab und an noch ein glücklicher Jauchzer), bis das Auto viel zu schnell erreicht ist. Mit einem dicken Grinsen im Gesicht verabschieden wir uns – und der Schreibtisch im Büro ist in Gedanken ganz, ganz weit weg.</p>
<p><strong>Quickfacts:</strong></p>
<p><strong>Hütte</strong>: Grüntenhütte, 1477 m</p>
<p><strong>Tourenstammtisch</strong>: Mittwoch</p>
<p><strong>Start</strong>: Parkplatz Kameregg-Lifte oder Grüntenlifte in Kranzegg</p>
<p><strong>Höhenmeter</strong>: 500 bzw. 600</p>
<p><strong>Länge</strong>: 2,5 km</p>
<p>Abfahrt bis 22 Uhr möglich</p>
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