Leidenschaft

Gedanken zum Start der Skitouren Saison - Der heilige Monat

11.11.2011

Gedanken zum Start der Skitouren Saison – Der heilige Monat

Der Oktober galt schon im Mittelalter als heiliger Monat: Könige heirateten zu dieser Zeit bevorzugt! Die Natur gewöhnt sich langsam an die weniger werdenden Sonnenstrahlen und bäumt sich mit einer letzten Farbenpracht gegen den schleichend eindringenden Winter.

Nicht so dieses Jahr. Eine Kaltfront bricht den (mal wieder) überdurchschnittlich warmen Sommertrend plötzlich auf. Binnen nicht einmal einer Woche sinken die Temperaturen um stellenweise 30° Celsius und es schneit in den Nordalpen intensiv bis in die Tallagen.

Knallrote Vogelbeeren stechen als Farbkleckse aus der grauen Suppe wie der sprichwörtlich bunte Hund hervor. Viele Sträucher sind noch mit saftig grünen Blättern behangen. Als wollten sie sich gegen den plötzlichen Wintereinbruch stemmen. Auch ein Vogelschwarm umkreist uns mit lautem Zwitschern. Uns, schwitzende Wintersportler. So ein erster Tourenausflug in der Vorsaison ist immer wieder etwas ganz Besonderes. Die Sinne werden wieder auf Dinge gelenkt, die im schneefreien Sommeralltag doch fehlen.

Muskeln, die den Sommer über verkümmert sind, werden wieder unerwartet belastet. Tausende Schritte tiefverschneite Almwiesen bergauf. Schwere Skitouren-Stiefel, aufstiegsfähige Alpinbindung und fette Freeride-Ski machen die ersten Anstiege der Saison beschwerlich. Obgleich die stille Einsamkeit abseits allen Trubels, so ganz ohne Massen an Skitouristen und lärmenden Liftanlagen alle Anstrengung sofort vergessen lässt. Weiter geht’s. Wieder den Fuß anheben, beugen, und nach vorne schieben. Körpergewicht verlagern und das andere Bein anwinkeln, anheben und nach vorne schieben. Die Endlosschleife beginnt. Es soll nicht das letzte Mal für diesen Winter gewesen sein. Wenn auch nicht mehr im heiligen Oktober.

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