Testberichte

Praxis-Dauertest – Nalgene Everyday

26.10.2011

Praxis-Dauertest – Nalgene Everyday

Lohnt sich die Anschaffung einer speziellen Reiseflasche? In Zeiten, wo Plastikflaschen überall auf der Welt zu finden sind, fragt man sich zurecht, ob man einen solchen Reisebegleiter zur Trinkwasserversorgung wirklich braucht. Während 3 Monaten in Südamerika habe ich die Nalgene Everyday im Dauertest auf die Probe gestellt. Trekking, Backpacking, Skitouren, Freeriden und der durchaus chaotische südamerikanische Reisealltag waren die Rahmenbedingungen.

Sicher, den fittesten Eindruck macht die Nalgene nicht mehr. Statt einer glänzend-einwandfreien Plastikform, lächelt mich nach 5 Monaten nurmehr eine milchige Suppe an, die mit Kratzern nur so übersäht ist. Das ist aber nicht weiter tragisch. Auf die inneren Werte kommt es schließlich an, sagt man. Und die passen weiterhin.

Der US-Amerikanische Hersteller Nalgene hat sich auf die Herstellung BPA-freier Hartplastikflaschen spezialisiert. Die Freiheit von weiblichen Hormonen ist sicher eine feine Sache, wirkt sich in der Reisepraxis nicht aus – obwohl man diesen Fakt natürlich nicht vernachlässigen sollte. Vielmehr ist hier die weite Öffnung von großem Nutzen, ebenso wie die Markierung der Einfüllmenge für Wasser in Millimeter bzw. Unzen. Wer sich beim Campen gezwungenermaßen von Fertignahrung ernährt, lernt die Markierungen schnell zu schätzen. Ein Gourmetkoch wird man auf Reise ohnehin nicht, die Möglichkeit der genauen Wasserzubereitung für Tütenpasta erspart aber in jedem Fall, dass das Geschmackserlebnis nicht weiter als nötig leidet.

Die weite Öffnung sorgt dafür, dass man leicht Flüssigkeit umfüllen kann, oder die Flasche als Suppenbehältnis zweckentfremden kann. Auf über 4000m ist man froh, wenn man durch diese Möglichkeit das mühsam aufgeheizte Wasser direkt genießen kann.

Das Trinken aus der großen Öffnung erfordert teilweise etwas Aufmersamkeit. Bei holprigen Fahrten auf der Ladefläche eines Pickups über Schlaglochpisten sollte man vielleicht besser verzichten einen teuren Malbec-Rotwein zu verkosten. Im Reisealltag allerdings zeigt dies keine negativen Auswirkungen, sondern vereinfacht die Reinigung vergleichsweise. Abhilfe gegen dieses Problemchen schafft der Nalgene Sipper.

Das Verbindungsstück zwischen Deckel und Flasche hat den Dauertest leider nicht überstanden. Ein etwas zu starker Ruck um die Flasche aus den Tiefen des Reiserucksacks zu ziehen, führte zu diesem Maleur. Eine Reparatur mit Epoxyharz im Heimwerkerkeller oder ein Ersatzteil – bestellt über den Hersteller – schaffen Abhilfe.

 

Fazit

Mit der Nalgene Weithals Everyday habe ich einen verlässlichen Reisepartner gefunden. Ob 100 Km/h Wind auf einem schneebedecktem Vulkangipfel, im eiskalten und trockenen Hochland Boliviens oder beim Gerangel um den besten Platz bei der Gepäckausgabe am Reisebus. Die Everyday war allzeitbereit und der eingefüllte Inhalt löschte meinen Durst. Trotz teilweise mangelnder Hygienevoraussetzungen konnte ich bis heute keine Geschmackseinfärbungen feststellen. Selbst mit kochend heißem Teewasser oder einer Suppe wurde die Nalgene fertig.

Vorteile gegenüber anderen Reisebehältnissen sind die durchsichtige Außenhaut, die weite Öffnung und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Der abgerissene Deckelhenkel trübt das robuste Gesamtbild zwar leicht, ist aber bei der ausgeübten Beanspruchung  verzeihbar. Der geringe Anschaffungspreis trägt sein übriges zum positiven Gesamtbild bei.

Neuer Kommentar

Deine Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!

*


*