Reise

Kletterspots in Israel

12.01.2012

Kletterspots in Israel

Israel ist wohl eher ein Kleinod, als ein absolutes Kletter-Eldorado. Die natürlichen Klettermöglichkeiten sind dafür dann doch zu überschaubar. Doch wer dieses faszinierende Land noch nie zuvor besuchen konnte und auch bei einer zukünftigen Reise nicht auf die Berührung mit dem Fels verzichten will, dem sei gesagt, dass sich beides gut vereinbaren lässt. Dadurch dass sich die meisten Spots (ausser Gita) in direkter Nähe zu Jerusalem befinden, lässt sich deren Besuch gut in einen mehrtägigen Israelurlaub integrieren. Die bevorzugten Jahreszeiten für eine Reise sind Frühling und Herbst. Die israelische Kletterszene ist sehr offen für internationale Besucher und ausgesprochen gastfreundlich. Im Folgenden wird nun eine kleine Auswahl der besten Spots geboten: An allen Felsen wird an gut eingebohrten Haken geklettert. Mobile Zwischensicherungen sind nicht notwendig. Eine durchschnittliche Kletterausrüstung ist also völlig ausreichend.

Das Klettergebiet Ein Fara

Die nördliche Kletterwand von Ein Fara mit ca. 30 Routen.

Die nördliche Kletterwand von Ein Fara mit ca. 30 Routen.

In unmittelbarer Nähe zu Jerusalem findet sich der Naturpark Ein Fara und bildet den Beginn des berühmten Wadi Kelt, also dem Flusstal, das Jerusalem und Jericho mitten durch die judäischen Berge hindurch verbindet. Nach einem kurzem Marsch vom Parkplatz ausgehend, vorbei an einem Kloster, indem sich russische Mönche dem Schweigen verpflichet haben, kommt man in das wunderschöne Tal, in dem sich viel direkte, lange und auch einige überhängende, kurze Routen bieten. Neben der Kletterei kann man hier auch in einer Naturquelle baden oder am Fluß entlang (teilweise auch durch ihn durch) wandern. Das Kloster kann auch besichtigt werden.
ca. 100 Routen, 5 bis 8a, 10 bis 30m

Die Kletterfelsen im Stadtzentrum von Jerusalem

Die Kletterfelsen bei Gai ben hinom

Die Kletterfelsen bei Gai ben hinom

Einen Naturfels im Stadtzentrum, was kann man sich besseres wünschen? Gerahmt von einem tollen Blick auf die Mauern der Altstadt und nicht weit entfernt von der Cinemathek Jerusalems, war Gai Ben Hinom zu Recht einst der Treffpunkt für israelische Kletterer. Leider ist die Wand heute teilweise gesperrt, da in einigen Teilen über ihr eine brüchige Mauer entlangläuft. Dennoch bietet sie sowohl schöne Plaisirrouten, als auch anspruchsvolle und kleinfingrige Kletterei. Falls man bei der Tuchfühlung mit dem Jerusalemer Kalk mal vergessen sollte, wo man ist, wird man irgendwann von den Rufen der Muezzine wieder daran erinnert, dass man sich mitten im Nahen Osten befindet. Auch wenn man hierhin ohne Partner kommt, ist es kein Problem, sich anderen Seilschaften anzuschließen, besonders kurz vor Beginn des Schabbats am Freitagnachmittag.
ca. 60 Routen, 5 bis 8a, 6 bis 10m

Das Klettergebiet Zanoah

Nicht weit entfernt von Jerusalem bietet die Kalkklippe kurze, aber sehr feine Kletterei. Dieser sehr neue, nicht leicht zu findende Spot ist schön für Familientage mit anschließendem Picknick. Die schattige Gegend lädt zum längerem Verweilen ein.
ca. 40 Routen, 5 bis 7a, 6 bis 12m

Klettern bei Gita in Israel

Gita ist eingebettet in wunderschöner mediterraner Landschaft.

Gita ist eingebettet in wunderschöner mediterraner Landschaft.

Gita ist der schönste der Kletterspots im Heiligen Land. Vom zentralen Israel (Jerusalem/Tel Aviv) aus braucht man ca. zwei Stunden zur Anreise. Vom Parkplatz im angrenzenden Dorf Gita steigt man in zehn Minuten zum Felsen hinab. Jeder israelische Kletterer gerät sofort ins Schwärmen, wenn man ihm erzählt, dass man dort gewesen ist. Ungefähr zehn Kilometer von der libanesischen Grenze und auch dem Mittelmeer entfernt, bieten sich in Gita ca. 70 Routen, in denen jeder etwas passendes findet. Auch die Kalkwände von Gita liegen (ähnlich wie Ein Fara) in einem Tal und bieten deswegen meist Schutz vor der Sonne. Die umgebende Landschaft ist sehr mediterran geprägt und am Ende von manchen Routen kann man gar das Mittelmeer sehen. Es bieten sich hier sowohl lange direkte Touren, als auch knackige und kurze Überhänge. Einen Versuch im Klassiker Superfuel, 7a+, sollte man nicht verpassen. Alle Routen sind sehr gut geschraubt, in den Überhängen gibt es sogar festinstallierte Expressschlingen. Wenn es wärmer ist, kann man hier sogar gut bowen. Es lassen sich unter den Überhängen gute Schlafmöglichkeiten finden. Das nahe liegende drusische Dorf Kafr Yasif bietet hervorragende Verköstigungsmöglichkeiten.
ca. 70 Routen, 5 bis 8a+, 12 bis 35m

Kurzinfos zum Klettern in Israel

Eine Übersichtskarte findet sich auf bei Israel Alpine. Den ausführlichen Guide kann man bekommen, wenn man den Israel Climbers Club direkt anschreibt.

Auf Facebook sind die Gruppen Climbing in Israel und die Präsenz des Israel Climbers Club anzuraten.

Ein knappen Überblick in Englisch bietet auch: http://www.climbing.com/travel/the_holy_land/

Zwischen den Großstädten kann man gut mit dem Bus reisen, doch will man nach Gita oder zu ähnlichen Spots, muss man sich entweder mitnehmen lassen oder ein Auto mieten. Günstige Optionen gibt es unter http://www.carrentalsisrael.com/

Günstige Flüge (ab 200 Euro) gibt es saisonabhängig bei Israir (http://www.israironline.de) oder Air Berlin.

Wer von den Klettermöglichkeiten in Israel noch nicht genug hat, dem sei das nahegelegene Wadi Rum (Jordanien) mit seinen hohen Sandsteinwänden empfohlen. Der Weg dorthin ist ziemlich kurz, leicht bewerkstelligt und relativ günstig: mit einer Busfahrt nach Eilat und dann per geteiltem Taxi vom Yitzchak Rabin Grenzterminal ins Wadi Rum.

Ein Kommentar

  1. Hallo Lukas,
    vielen Dank für deinen interessanten Beitrag über Klettern in Israel! Ich reise auch bald nach Israel und würde gerne am Fels klettern gehen. Wie lernt man dann am besten israelische Kletterer kennen? Du hast von einem Forum geschrieben, welches genau war das denn?
    Grüße
    Musette

Neuer Kommentar

Deine Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!

*


*