Reise

Backpacking in Vietnam – Die Reise von der Mitte in den Süden

11.11.2011

Backpacking in Vietnam – Die Reise von der Mitte in den Süden

Nach fünf Tagen in Sri Lanka, in denen wir aufs heftigste die Hochzeit von Freunden gefeiert haben kamen wir spät abends auf unserer Reise wieder zurück nach Vietnam. Da wir nur eine Nacht in Saigon hatten quartierten wir uns in einem netten Flughafenhotel ein, um morgens gleich das erste Flugzeug auf die Insel „Phu Quoc“ zu nehmen. Von Flugzeug konnte man hier kaum sprechen. Das Ding war eher eine Blechschüssel, in der es von der Decke tropfte (Tatsache!). Dementsprechend froh waren wir, als wir wohlbehütet auf der Insel eintrafen. An diesem Ziel unserer Reise angekommen, nahmen wir uns vor erst mal eine Zeit lang zu entspannen. Nach dem vielen Feiern und einigen Flughafenübernachtungen, unter Anderem am Colombo Airport und Kuala Lumpur Busbahnhof brauchten wir auch echt erst mal eine Pause. Schließlich sollte die Reise ja nicht in Stress ausarten. Und was hilft beim Entspannen besser als ein Hotel direkt am Meer? Also auf in den Beach Club Phu Quoc, der uns vom zuverlässigen National Geographic Reise-Führer wärmstens empfohlen wurde.

Scooto-Cross und Traumstrände auf Phu Qhoc

Sonnenuntergang auf Phu Quoc Island

Sonnenuntergang auf Phu Quoc Island

National Geographic hatte uns keineswegs zu viel versprochen, im Hotel angekommen wurden wir mit frischen Fruit Shakes und Kaffee empfangen, wie es sich in Vietnam gehört (Nach der Reise habe ich echt an Fruit Shake Mangelerscheinungen gelitten!). Da wir vier Nächte auf der Insel hatten bevor die Reise weiter ging, wurde am ersten Tag erst mal ordentlich gechillt und faul in der Sonne gelegen. Am zweiten Tag auch.

Am dritten Tag widerstanden wir der Versuchung wieder die Liegestühle zu hüten und schnappten uns zwei Motorroller, um die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Angeblich soll ja Phu Quoc Island die schönsten Strände in Vietnam haben. Das stellte sich noch am selben Tag nicht als Gerücht, sondern als die Wahrheit heraus. Nicht nur die Strände waren atemberaubend, sondern die ganze Insel. Die Straßen, die größtenteils aus Schotter bestehen haben uns durch Dschungel, atemberaubende Pfefferfelder und an der Küste entlang geführt. Am zweiten Tag Erkundungs-Reise mit den Rollern haben wir sogar eine neue Sportart erfunden: Scooto-Cross! Erst nach diesem Tag wusste ich was man mit einem Motorroller alles befahren kann. Trails durch den Dschungel, über Stock und Stein und über Brücken ohne Brüstung, die aus Baumästen zusammengezimmert waren. Ja, durch all das kann man wenn man muss auch mit dem Roller fahren. Der Tag war ein Erlebnis für sich. Zum Glück hatte ich meinen total schicken rosa Helm, der mich vor allem Unheil bewahrt hat.

Apocalypse Now Style

Der Mekong, ein Ziel unserer Rucksack-Reise

Der Mekong, ein Ziel unserer Rucksack-Reise

Am nächsten Morgen führte uns unser straffer Reise-Plan schon wieder weiter in Richtung Mekong-Delta. Schon allein wegen „Apocalypse Now“ wollten wir uns eine Schifffahrt auf dem Mekong auf keinen Fall entgehen lassen. Da wir nicht schon wieder die Blechschüssel für das Verlassen der Insel nehmen wollten stiegen wir auf Schiff- und Busfahrt um. Entpuppte sich als grober Fehler und die schlimmste Bus-Reise, die wir bisher hatten. Versprochen wurde uns komfortabler Reisebus mit Klimaanlage. Bekommen haben wir zwar einen Reisebus, leider aber nicht komfortabel. Die Klimaanlagen, ganze zwei an der Zahl, waren verpackt im Kofferraum und komfortabel definiere ich irgendwie anders. Ich durfte mir meinen Platz die komplette Busfahrt mit einem 50 Kilo Sack Dünger und einem entnervten Wastl teilen. Als Zwischenstation, bevor es mit dem Boot den Mekong hoch nach Kambodscha ging, diente uns Chau Doc. Der Stadt Chau Doc sah man an, dass sie vielen Reisenden als Zwischenstation diente. Deshalb ist sie eher nicht der Rede wert. Froh, Chau Doc am nächsten Tag wieder zu entrinnen bestiegen wir das Fast Boat nach Phnom Penh. Das „Fast“ Boat entpuppte sich als unglaublich langsam und so schipperten wir im Schneckentempo nach Phnom Penh und hatten genug Zeit von Vietnam Abschied zu nehmen. In der Hauptstadt Kambodschas angekommen ging die Reise im Bus weiter, der unterwegs natürlich auch noch eine Panne hatte. Insgesamt verbrachten wir einen kompletten Tag mit Bus- und Boot-Reise bis wir in Siem Reap (Kambodscha) ankamen.

TukTuk Republic

Angkor - Dschungeltempel

Angkor - Dschungeltempel

Siem Reap sollte mit der Besichtigung von Angkor den würdigen Abschluss der Reise darstellen. An dieser Stelle möchte ich mal ein sogenanntes „Common mistake“ aufklären. Das Gebiet mit den vielen Tempeln heißt nur „Angkor“, ohne „Wat“. Angkor Wat ist einer der Tempel, die sich auf dem Areal befinden. Angkor Wat ist der größte Tempelkomplex der Welt. Angkor ist so riesig, dass wir nach den zwei Tagen komplett den Überblick verloren hatten. Dabei hatten wir nur einen Bruchteil dessen gesehen, was es zu sehen gab. Allerdings stellt sich heraus, dass nicht nur Angkor eine Station auf unserer Reise wert war, sondern auch Siem Reap eine wunderschöne Stadt ist. Siem Reap war natürlich deutlich touristischer orientiert als alles was wir bisher auf der Reise gesehen hatten. Man brauchte nur mit dem Finger zu schnippen und schon standen zwanzig TukTuk-Fahrer eifrig gestikulierend neben einem. Nicht umsonst nennt man Kambodscha auch die “TukTuk Republic” Abends tranken wir Mojitos in einer Bar, in der auch schon Angelina Jolie Mojitos getrunken hatte. Zu Angelina-Jolie-Preisen.

Im Nachhinein gesehen war Siem Reap mit den vielen Touristen ideal zum Akklimatisieren was die vielen Menschen und die relativ teuren Preise in Europa angeht. Fest steht, wir werden diese Reise durch so tolle Länder wie Vietnam, Kambodscha und Sri Lanka niemals vergessen. Ich würde ohne zu zögern morgen wieder ins Flugzeug steigen und noch mehr von Südostasien entdecken. In Deutschland klappt das auch nicht so gut mit den frischen Fruitshakes nach einer anstrengenden Reise…

Ein Kommentar

  1. Ich war noch nicht in Vietnam, aber nachdem ich deinen Bericht gelesen habe, ist es als Reiseland attraktiv geworden.

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