Alpin

Der härteste Berglauf der Welt - Transalpine Run 2011

05.10.2011

Der härteste Berglauf der Welt – Transalpine Run 2011

Es erfordert mehr Kraft ein Rennen zu beenden als es zu Ende zu laufen

In 8 Tagen von Oberstdorf nach Latsch, 274 km und 15000 hm, 334 Teams a 2 Läufer. So die nackten Fakten des härtesten Etappen-Berglaufs der Welt – des Transalpine Run.
Vom 03.09.11 bis zum 10.09.11 fand dieser Berglauf zum siebten Mal statt, mit dabei auch die Bergzeit Bloggerin Stefanie Felgenhauer und ihre Teampartnerin Kathrin Höfler vom Team Craft Women.

Trailrunning vor der schönsten Kulisse der Welt

Trailrunning vor der schönsten Kulisse der Welt

Beim Transalpine Run laufen die Teilnehmer jeden Tag im Zweierteam eine vorgegebene Strecke, die Königsetappe, mit 53 km und 2480 hm führte zum Beispiel von Hirschegg im Kleinwalsertal nach Schruns. Abends nach dem letzten Berglauf gibt es eine Pastaparty und die Siegerehrung der Tageswertung in den Kategorien Women, Men, Mixed, Masters (zusammen über 80 Jahre) und Senior Masters (zusammen über 100 Jahre). Am letzten Abend werden die Gesamtsieger geehrt und alle Finisher bekommen ein T-Shirt überreicht. Das Ganze wird jedes Jahr vom Plan B Team perfekt organisiert, mit Rescueteam, Physiotherapeuten von Outdoor Physio und Streckenplanung vom Team Vivalpin.

Die ersten Etappen des Berglaufs…

Steffi und Kathrin im Ziel in Latsch

Für mich war es bereits die zweite Teilnahme, im Vorjahr wurde ich mit meiner Partnerin Dritte der Damenwertung, für Kathrin war es die erste Teilnahme. Wir sind eigentlich Langläuferinnen, konnten nur einmal im Vorfeld zusammen trainieren und ich reiste mit einer Mageninfektion an. Also keine gute Ausgangslage. Auf der ersten Etappe zeigten uns Temperaturen um die 30 Grad auch gleich was auf uns zukommt. Wir liefen als 9. Damenteam ins Ziel, bei dem hochkarätigsten Damenfeld seit sieben Jahren aber kein Beinbruch. So kämpften wir uns munter weiter über die Berge, unser Ziel war ja nur in Latsch gemeinsam ankommen.

Doch als es am Start der vierten Etappe in Galtür nur 2 Grad hatte, waren wir beide in unserem Element. Das jüngste Damenteam des Feldes wollte zeigen was es kann. Bergauf packten Kathrin und ich unseren besten Ski-Gang aus, wir waren immer mit Stöcken unterwegs und bergab versuchte ich einfach nur an der Allgäuer Berggemse Kathrin dran zu bleiben. Wir schafften es völlig überraschend hinter den überragenden spanischen und schottischen Teams auf Rang drei in Scoul anzukommen! Welch ein Sieg für uns!

Auch beim Berglauf kann es anders kommen…

Doch zwei Tage später war es vorbei mit der Hochstimmung! Der Transalpine Run traf uns mit seiner ganzen Härte. Schon am Start der sechsten Etappe merkte ich, dass etwas nicht stimmt. Nach 20 km war es vorbei. Ich schaffte es noch bis zur Uina Schlucht, übrigens ein sehr sehenswertes Naturspektakel. Dann war mein Körper total übersäuert und leer. Selbst Wandern war zu anstrengend und Laufen aufgrund der Magenschmerzen völlig unmöglich. Wie mir erging es an diesem Tag mehreren Teams – das Feld wurde empfindlich dezimiert. Kathrin musste sich allein weiterkämpfen, was sie mit Bravour meisterte! Ich konnte nur zuschauen und helfen wo es mir möglich war! Sie zum Beispiel in Latsch mit einer Flasche Sekt begrüßen und ihre grandiose Leistung feiern!

Siegerehrung nach der vierten Etappe - Kathrin und Steffi auf 3

Siegerehrung nach der vierten Etappe - Kathrin und Steffi auf 3

Für mich war es hart, nur zuschauen zu können aber wir waren ein Team, von Anfang bis Ende, auch wenn ich nicht mit ihr über die Ziellinie laufen konnte. Aber das nächste Jahr kommt bestimmt und vielleicht wieder ein neuer Versuch den härtesten Berglauf der Welt zu Ende zu laufen. Viele fragen uns, warum tut man sich so eine Qual und solche Schmerzen an? Nun, im Ziel der letzten Etappe weiß man das ganz genau! Der Jubel der Zuschauer, der Empfang von Freunden und Bekannten, das Gefühl etwas so Hartes geschafft zu haben… Auch die Eindrücke von der Berglauf-Strecke, das beeindruckende Alpenpanorama vergisst man so schnell nicht. Das man zu zweit im Team unterwegs ist, trägt auch dazu bei, man teilt eine Woche alles, Freud, Leid, Schmerzen und Hochgefühle. Und natürlich der Sieg über sich selbst! Ein unbeschreibliches Hochgefühl! Das alles trägt zum Mythos Transalpine Run bei, dem wohl härtesten und schönsten Etappen-Berglauf der Welt!

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