Alpin

Petzl Grigri 2 - ein erster Eindruck

31.01.2011

Petzl Grigri 2 – ein erster Eindruck

Nachdem die Seile beim Klettern immer dünner werden, hat Petzl im vergangenen Jahr auf der Outdoor Messe in Friedrichshafen das neue Grigri vorgestellt. Bergzeit hat eines der ersten Exemplare, die den deutschen Markt erreicht haben, erhalten und in Augenschein genommen.

Hier also die Fakten und unsere Eindrücke:

Technische Daten:

  • Gewicht: 170g (nachgewogen)
  • Maße: 100x60x45mm (LxHxB)
  • Typ: halbautomatisches Sicherungsgerät
  • Unterschiede Grigri2 und Grigri

Was sofort ins Auge sticht ist die deutlich kompaktere Ausführung des Grigri 2, die rund 2cm kürzer ausfällt als der Vorgänger. Das Grigri kommt somit fast an die Größe des Trango Cinch heran. Mit nachgewogenen 170g Eigengewicht fällt es nicht nur 15g leichter aus als die Herstellerangabe, sondern liegt auch gute 50g unter dem “alten” Grigri. Das Handling bleibt gleich zum bisherigen Grigri, d.h. im Inneren arbeitet nach wie vor ein federgespannter Hebel, der bei Zug das Kletterseil im Sicherungsgerät abklemmt. Das bisher angewandte Bremshandprinzip, sowie die Vorgehensweise beim Kletterseil ausgeben, ablassen etc. bleiben identisch zum Vorgängermodell.

Genauere Infos zum Umgang mit dem neuen Grigri 2 stellt Petzl in diesem Video bereit:

Erste Eindrücke

Grigri und Grigri 2 im Größenvergleich

Neu beim Grigri 2 ist der zugelassene Seildurchmesser, der jetzt eine Bandbreite von 8,9 bis 11mm zulässt. Zum Vergleich beim alten Grigri waren es 10-11mm. Der von Petzl als ideal definierte Seildurchmesser liegt bei 9,4 bis 10,3mm. Wir haben das Grigri 2 mit einem Beal Joker 9,1mm Seil getestet und ebenso mit einem älteren aufgepelzten Edelrid Cobra in 10,3mm Stärke. Das Joker läuft gigantisch schnell durch das Gerät, was nicht anders zu erwarten war. Im Sturzfall blockiert es dennoch zuverlässig, sofern das Bremshandprinzip eingehalten wird, was beim alten Gerät zwar auch theoretisch funktionierte allerdings wurde das Seil nicht 100%ig abgeklemmt sondern lief weiter langsam durch das Gerät. Erstaunt waren wir beim 10,3er Edelrid Cobra, da wir eigentlich ein mühsames Seilausgeben erwartet hatten. Selbst beim aufgepelzten Edelrid Cobra war das schnelle Seil ausgeben einfach zu handhaben. Benutzer von dickeren Seilen können also getrost zum Grigri 2 greifen. Erzielt wird diese tolle Performance durch die neuen Klemmrillen, die schlicht tiefer eingeschnitten sind als beim alten Grigri. So laufen dickere Seile immer noch gut und dünne werden ebenso ordentlich abgeklemmt. Wer trotzdem Probleme beim Seilausgeben mit dem Grigri von Petzl hat, der sollte sich mal die Tipps und Tricks auf der Petzl Website anschauen.

Fazit:

wer bisher das Grigri mochte, der wird sich am neuen Grigri 2 ebenso erfreuen. Endlich kommen auch Benutzer dünnerer Seile in den Genuß des Grigri ohne bei der Sicherheit Abstriche machen zu müssen. Das geringere Gewicht und die kleineren Außenmaße dürften jeden erfreuen. Der Hebel zum Ablassen fällt zwar etwas kürzer aus und erfordert etwas mehr Kraft bei der Bedienung, was aber nur ein kleiner Wehrmutstropfen sein sollte. Erhältlich wird das Grigri 2 ab Mitte Februar sein. Wer es sich gerne vorab einmal anschauen mag, kann gerne bei Bergzeit Alpin in Holzkirchen vorbeischauen. Wie bei jedem Sicherungsgerät gilt auch hier: üben, üben, üben und die Bedienungsanleitung beachten.

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