Reise

Radtour von Gießen nach Istanbul - Teil 5

15.09.2011

Radtour von Gießen nach Istanbul – Teil 5

Über einige knackige Bergetappen haben wir mit dem Trekkingrad die griechische Grenze überquert. Entgegen unserer Erwartung war der erste Teil Nordgriechenlands landschaftlich äußerst reizvoll. Durch eine karge, hügelige Landschaft, vorbei an zahllosen Schafsherden, ging es auf unserer Radtour bis zu einem See an dem wir auf einem Steg unser Nachtlager aufschlugen. Bei einem wunderschönen Sonnenuntergang unterhielten wir uns mit den Anglern und beobachteten die Pelikan

Hügelige Bergetappen galt es auf dem Weg nach Griechenland zu beradeln

Hügelige Bergetappen galt es auf dem Weg nach Griechenland zu beradeln

.
Weiter ging es am nächsten Tag nach Edessa, wo es Ausgrabungen der antiken Stadt zu besichtigen gab und wir uns bei glühender Hitze in der Gischt der Wasserfälle, die dort in die Tiefe stürzen, erfrischten.
Einige Tage unterbrachen wir unsere Radreise hielten wir uns in Thessaloniki auf. Eın super Hostel, schöne Stadt mit vielen antiken Städten und voller junger Leute. Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Probleme bekamen wir hautnah zu spüren. Täglich gab es Stromausfälle, wegen der Streiks der Elektrizitätswerke, und das Protestcamp auf einem zentralen Platz an der Promenade veranstaltete regelmässig Demonstrationen.

Die Strande Chalkidis laden zum verweilen ein

Die Strände Chalkidis laden zum verweilen ein

Das nächste Ziel der Radtour war Chalidiki. Die Halbinsel am Mittelmeer wurde uns vom Hostelbesitzer als “Paradies” empfohlen. An eben solchen Stränden verbrachten wir dann auch mıt Schnorchel und Taucherbrille einige Tage. Die weitere Strecke verlief entlang der griechischen Küste, wo der ein oder andere einsame Strand gute Gelegenheit zum Campen bot. Morgens wurden wir entweder von den ersten Sonnenstrahlen oder dem Läuten der Ziegenglocken, die häufıg in Strandnähe grasten, geweckt. Die nur noch kurze Strecke Richtung türkische Grenze ließ uns viel Zeit zum Entspannen. Den Grenzübergang passierten wir hinter Alexandropolis.

In der Türkei erleben wir eine außerordentliche Gastfreundschaft. Es passierte, dass man uns während wir morgens irgendwo frühstückten einfach zum Tee einlud oder uns anderweitig versorgte. Während die erste Hälfte der Strecke der Radtour entlang der Küste nach Istanbul noch landschaftlich Reizvoll war, dominierten auf dem letzten Teil abgeschottete Feriensiedlungen, wodurch Küstenzugänge und Campmöglichkeiten ziemlich eingeschränkt waren. Aus diesem Grund entschieden wir uns, trotzdem wir noch reichlich Zeit hatten, zügig nach Istanbul zu fahren und dann von dort aus noch einen kurzen Tripp irgendwo ins Umland zu starten. Die Stadteinfahrt nach Istanbul war mit Sicherheit der verkehrsreichste und gefährliste Streckenabschnitt der Tour. Auf einer dreispurigen Straße ging es Richtung Zentrum. Dabei konnten wir zwar die meiste Zeit auf dem Standstreifen fahren, dieser wurde aber von den Autofahrern immer wieder auch als Überholspur genutzt. Mehrmals wurden wir Zeuge von Situationen in denen es fast zu Auffahrunfällen gekommen wäre.

Das Trekkingrad musste auch draussen bleiben...

Das Trekkingrad musste auch draussen bleiben...

Nach 12 Ländern, 5096 km, 3 Monaten, vielen unvergesslichen Orten und Begegnungen sind wir letzlich heil in Istanbul an der blauen Moschee angekommen!
Kurze Freude und dann minutenlanges Schweigen und Geniessen – unglaublich! :-)
Unser Hostel hat eine Dachterasse mit Blick auf den Bosporus und den asiatischen Teil Istanbuls. Dort haben wir auch erstmal genüsslich zu Abend gegessen und den Tag ausklingen lassen. An dem darauf folgenden Tag organisierten wir uns Radkartons und planten noch einen Kurztripp nach Erdek, laut dem Hostelbesitzer die schönste Halbinsel in der Nähe Istanbuls. Auch dort bewegten wir uns per Velo umher und hatten noch einige beeindruckende Nachtlager an steiler Küste und schönen Stränden.

Zurück in Istanbul legten wir mit dem eigentlichen Sightseeing los. Die Stadt hat einiges zu bieten und ist auf jedenfall einen Tripp wert. Die blaue Moschee als eine der bedeutensten in der islamischen Welt, Hagia Sofia als eine weiteres bedeutendes Kulturdenkmal – erst Kirche, dann Moschee und inzwischen Museum. Außerdem der Topkapı-Palast, die ehemalige Residenz der osmanischen Sultane, mit seiner beeindruckenden Architektur und immensen Reichtümer in der Schatzkammer. Auch die modernen Stadtviertel ließen wir nicht aus und feierten den Abschluss der Reise im Istanbuler Nachtleben.

Das Team der Radtour von Gießen nach Istanbul, Benni und Martin, am Ziel

Das Team der Radtour von Gießen nach Istanbul, Benni und Martin, am Ziel

Im Rückblick war die Radtour ein einzigartiges und vorallem durchweg positives Erlebnis. Wir erlebten in allen Ländern einen große Gastfreundschaft und machten nie negative Erfahrungen mit Einheimischen. Viele tolle Landschaften und Eindrücke nehmen wir mit nach Hause. Die Fahrrad-Ausrüstung war gut gewählt und hielt allen Beanspruchungen stand. Letztlich zahlt es sich einfach aus vielleicht den ein oder andern Euro mehr auszugeben, wenn man dafür anschließend problemlos den Alltag so einer Tour meistern kann.

Wir hoffen ihr konntet aus der Ferne ein weniger dieser wunderbaren Radreise folgen und bedanken uns bei allen, die sich für die Artikel interessiert haben.

Machts gut, Benni und Martin!

2 Kommentare

  1. moin ihr beiden ein stück’chen weiter aus dem norden…
    ein toller bericht für den wir euch sehr danken wollen!
    tatsächlich haben wir erste überlegungen eine fast identische route zu radeln. wir würden eher noch mehr in den sommer kommen – war die sommerhitze ein problem für euch???
    sind gespannt, ob es nach “einer halben ewigkeit” noch eine antwort gibt ;D
    betina&jörg

  2. WoW..Ein wirklich schöne Bericht über Eure Radtour von Gießen nach Istanbul über Griechenland. Na zum Glück seid Ihr gut angekommen in Istanbul trotz der schweren Einfahrt auf der grossen Strasse dort:-)

Neuer Kommentar

Deine Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!

*


*