Testberichte

Scott Genius LT im Test - die Bergziege der Freeride Bikes

31.08.2011

Scott Genius LT im Test – die Bergziege der Freeride Bikes

Seit dem Frühjahr 2011 verkauft Scott den Nachfolger des legendären Scott Ransonm: das Scott Genius LT. LT steht dabei für ‚long travel’ – auf gutdeutsch viel Federweg – und das haben wir getestet! Soviel wie man normalerweise nur von gestandenen Freeride Bike-Modellen kennt. Vorne bringt es die eigens für Scott aufgebockte Rock Shox Lyric RLR Federgabel auf satte 180 mm und der Hinterbau des Viergelenkers sorgt zusammen mit dem von Scott und DT Swiss entwickelten Equalizer3-Dämpfer für sehr ansprechende 185 mm Federweg.

Scott Genius LT - Traumbike - Traumtrail - Traumpanorama

Scott Genius LT – Traumbike – Traumtrail – Traumpanorama

Soweit so gut, aber was ist denn nun anders an diesem Mountainbike? Das klingt doch nur nach einem weiteren abfahrtsorientiertem Mountain Bike. Die Idee, die schon hinter dem Konzept des Scott Ransom stand, wurde konsequent fortgeführt und nochmals im Detail verbessert: Ein Bike, das sich während der Abfahrt locker mit anderen Freeridern messen lassen, aber mittels ausgetüfftelter Geometrie- und Federwegsverstellungen und Gewicht auch noch während dem Aufstieg mit All-Mountain Bikes konkurrieren kann! Ob das funktioniert, sagen wir euch in diesem Test.

Von Haus aus gibt es beim Scott Genius LT vier verschiedene Varianten. Jeweils zwei Modelle mit hochwertigeren und leichteren Komponenten (Genius LT 10 und Genius LT 30) und die Unterscheidung zwischen Aluminium- (Genius LT 30 und Genius LT 40) oder Carbonhauptrahmen (Genius LT 10 und Genius LT 20), wobei der Hinterbau immer aus Aluminium gefertigt wird. Das leichteste Modell (Genius LT 10) bringt es laut Scott auf erstaunliche 13.6 Kg während das Schwerste immer noch akzeptable 14.5 Kg auf die Waage bringt (Genius LT 40). Noch bedeutender wiegt dabei die Verstellbarkeit bzw. Blockierbarkeit der Federelemente und vor allem deren sehr durchdachte Twinloc-Bedienung direkt am Lenker. Während der Fahrt kann dabei der Heck-Federweg nahtlos von 185 mm auf 110 mm gesenkt oder aber komplett blockiert werden, sodass bei Bergauffahren überhaupt keinen Kraftverlust mehr zu verzeichnen ist. Durch einen schnellen Griff an den linken Schaft der Rock Shox Lyric RLR Federgabel lässt sich auch dieser Federweg von 180 mm auf 140 mm verkürzen. In der zweiten Stufe des Scott Twinloc-Systems wird dann auch die Gabel versteift und man hat ad hoc ein anderes Gefährt unter dem Hintern. So macht auch die Bergfahrt Spaß!

Der Dowhill-orientierte Freeride Biker mag nun berechtigte Zweifel anbringen wie gut denn die Abfahrtsperformance eines so leichten MTBs überhaupt sein kann. Auf mittlerweile mehr als 200 Trailkilometern im Test wurde das Bike (Scott Genius LT20 in Größe M) auf’s Äußerste in jeglichem Gelände getestet. Angefangen bei flowigen Schwarzwaldwegen über sowohl bergan als auch abwärts technisch anspruchsvolles Terrain in den Schweizer Alpen bis zu den gebauten und teilweise heftig ausgefahrenen Downhill-Strecken von Portes du Soleil. Überraschenderweise gut arbeiten die Federelemente (Luft-Öl-Gemisch), der recht flache Lenkwinkel kommt Highspeed-Passage zu Gute, beschränkt aber nicht bei engen, technischen Passagen und die Steifigkeit des Hinterbaus kann durchaus mit anderen Freeride Bikes verglichen werden. Alles in allem ein absoluter Allrounder! Offensichtlich ist, dass das Scott Genius LT sein Können durch die schnell bedienbare Twinloc-Verstellung vor allem auf längeren abfahrstorientierten Touren mit Zwischenaufstiegen aus spielt.

2 Kommentare

  1. ich kann auch nur sagen: hab das 40iger LT und bin restlos zufrieden damit – up und vor allem auch down the hill ein absoluter Bringer! hab einige andere AllMountians getestet (Specialized Enduro zb.) und die Spurtreue vom Genius ist echt sensationell ohne in Ecken viel einbüsen zu müssen! Mein Resüme: geht ab wie Schmidt´s Katze :)

  2. Der Bericht triffts genau, hab mir das Genius 30 LT geholt und kann nur sagen. Absolut Uphill tauglich. Bergab würde ich das Bike auch nicht wie Scott als All Mountain sondern als reinrassiges Enduro Bike in Richtung Freeride einstufen. Eine Spass Maschine in beide Richtungen halt…

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