Leidenschaft

Mountainbike Rennen Duisburg 24h

01.09.2011

Mountainbike Rennen Duisburg 24h

Das Mountainbike 24h Rennen in Duisburg 2011 zählt zu den bekanntesten 24h Mountainbike Rennen Deutschlands. So waren auch dieses Jahr 1900 verrückte Mountainbiker am Start und die Startplätze in kürzester Zeit vergriffen. Doch wie es der Zufall so will wurde mir über 7-Ecken zugetragen, dass das Team Wüster/Nutrixxion noch einen Fahrer für sein 8er-Team benötigte. Da ich nach meinem Umzug ins platte Land ohnehin nichts zu tun hatte, erschien mir dies eine gute Möglichkeit meinem Arbeitsalltag zu entfliehen, das Heimweh zu vergessen und neue Kontakte zu knüpfen.So entschloss ich mich kurzfristig mitzufahren und kam nach kurzer Fahrt und viel Stress in Duisburg an.

Startschuss sollte um 13:00 Uhr am Samstag den 6.8 sein. Eine Stunde vorher kam ich am alten Stahlwerk an und hatte somit zumindest noch Zeit die 8,6 km lange Runde einmal abzufahren. Danach hieß es Auto ausladen und mein Team finden. Im Teamzelt angekommen wurde es dan noch einmal richtig stressig. Die letzten Minuten vor dem Start standen an, die jeweiligen Startfahrer mussten in ihren Startblock, Notfallpläne wurden den anderen mitgeteilt, Telefonnummern gesammelt, die kürzesten Wege zu bestimmten Streckenabschnitten allen mitgeteilt und die letzten Materialien im Teamzelt verstaut.

Nach dem eigentlichen Start kehrte dann erstmals Ruhe ein und man hatte Zeit die anderen Fahrer des Teams kennen zu lernen. Vom ursprünglichen Team Wüster/Nutrixxion war nicht mehr viel übrig geblieben. 4 der Ursprünglich 8 Fahrer waren wegen Krankheit oder Verletzung ausgefallen und somit durch neue Gesichter ersetzt worden. So war eine gute Truppe zusammen gewürfelt worden, von der (mich eingeschlossen) noch nicht jeder 24h Erfahrung hatte. Und dennoch waren die Ziele hoch gesteckt. Treppchen sollte drin sein.

Mein erstes 24h-Rennen stellte sich als Mekka für Party-Freunde Spaß-Biker, Radsportfreunde und Outdoorbegeisterte heraus. So hatten sich 5500 Menschen in der Zeltstadt im Landschaftspark-Nord in Duisburg einquartiert und über die Renndauer verteilt kamen und gingen noch einige mehr.

Um möglichst weit vorne Mitzufahren hieß unsere Team-Taktik in 2er Gruppen 4-Runden so schnell wie möglich zu fahren. So kam mein erster Renneinsatz um ca. 16:00 und ab da alle 2-3h. Nachdem ich meinen Puls das erste Mal in die Höhe gejagt hatte und einmal quer durch das alte Stahlwerk und den Landschaftspark gefahren war, hieß es schnell Duschen und auf zur Nudel-Party. Mit vollem Magen ging es dann zurück zum Teamzelt um die Pulswerte meines Polar-Pulsmessers auszulesen, die schon gebrauchten Fahrradkleider zu trocknen und mich dann mental wieder auf den nächsten Renneinsatz vorzubereiten. Doch anders als erwartet hatte ich nicht 3h Ruhe sondern musste früher wieder auf mein Mountainbike, da ein Mitfahrer kurzfristig Fieber bekommen hat und somit ausgefallen war. Für uns hieß das nun die führenden Teams fahren zu lassen und den 3ten Platz zu siebt zu sichern.

Mit der Lichtpflicht ab 19 Uhr mussten nun Lampen montiert und getestet werden. Das Wetter hatte von leicht bewölkt umgeschlagen und ständig wiederkommende Schauer weichten die Strecke immer weiter auf. Unter diesen widrigen Bedingungen kam es Leider immer wieder zu Stürzen sodass die Strecke an einigen Stellen entschärft und verkürzt wurde. Leider war auch diesmal das Glück nicht auf unserer Seite, ein Teamfahrer stürzte und musste ein paar Stunden aussetzen. Somit mussten wir die Nacht zu 6. durchstehen ohne uns einholen zu lassen. Die Nachtfahrten gestalteten sich für unsere jungen Fahrer als sehr kurzweilig und so kam es, dass mehr Fahrten als benötigt gefahren wurden. Nach seinen jeweils abgeleisteten Runden hatte jeder Zeit sich auszuruhen, was sich aufgrund der wenigen Zeit und des ganzen Adrenalins jedoch als nicht ganz so einfach herausstellte. Aus diesem Grund schlief das ganze Team nicht mehr als 1-2h. Dieses Schlafdefizit machte sich dann in den frühen Morgenstunden bemerkbar. Gegen 5-6 Uhr machte sich eine allgemeine Unlust breit und die Rundenzeiten wurden allmählich langsamer. Auf die führenden Teams hatten wir bereits 1 Runde Rückstand, jedoch auch 1 Runde Vorsprung auf das uns folgende. Einen letzten Motivationsschub gab es dann gegen 10:00 Uhr als endlich einmal die Sonne durch die Wolken brach. Dies machte die letzten Runden wieder erträglich und unser Vorsprung auf das folgende Team wuchs nochmals ein wenig. Gegen 12:50 Uhr ging dann unser letzter Fahrer auf die Strecke sicherte den 3. Platz ud alle waren sichtlich zufrieden und erschöpft. Zum Abschluss hieß es Zelt abbauen, Auto einladen und zur Siegerehrung tingeln.

Schluss endlich fand ich das 24h Mountainbike Rennen der Stadtwerke Duisburg ein tolles Erlebnis und eine interessante Erfahrung. Das Ganze hat trotz aller Strapazen und Widrigkeiten super viel Spaß gemacht und ich kann jedem Mountainbiker nur empfehlen einmal in seiner Laufbahn ein 24h Rennen zu fahren. Als Warnung vorneweg: Es wird stressig und aufwändig aber mit einem guten Betreuer/Team und genug Riegeln, Gels und Getränken, sowie guter Radbekleidung ist man auf der sicheren Seite.

Abschließend möchte ich mich nochmals bei unserem Team und den Sponsoren Wüster und Nutrixxion für die Unterstützung bedanken.
Die Fahrer waren: André Reitz, Mark Steinweger, Alexander Gläser, Rüdiger Ernst, Tim Smuda, Tobias Rotermund, Marcus Müller und Jago Fechtmann
Ergebnisse gibt es unter: www.24h-Duisburg.de

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