Mountain Equipment – Alpincamp

Perfect Winter Ending - lets start the Summer season :-)

01.07.2011

Perfect Winter Ending – lets start the Summer season :-)

Mein abenteuerlichstes, spannendstes und zugleich ehrgeizigstes Bergerlebnis fand diesen Winter Ende April mit Tourenski statt. Nachdem ich 1 Woche mit dem AV Kitzbühel auf der Martin-Busch-Hütte verbringen würde musste ich davor unbedingt den hohen Ötztaler Bergen einen Besuch abstatten…

Meine Route:
Tag 1:
Vent – Breslauer Hütte – Mitterkarjoch – Wildspitze – Brochkogeljoch – Vernagtferner – Vernagthütte
[2500hm, höchster Punkt 3774m, 18km Distanz]

Aufstieg um ca. 10:30 vom Beginn des Doppellifts in Vent mit vollem Marschgepäck für 9 Tage. Die ersten ca. 300hm Ski schultern, danach liegt auf der Piste genug Schnee um dort aufzusteigen. Ab der „Mittelstation“ geht es am Pistenrande neben dem Schlepplift weiter bergauf und kurz vor der Bergstation heißt es links abzweigen um zur Breslauer Hütte zu gelangen. Wetterverhältnisse bewölkt, aber ok; sehr warm (kurze Hose) und wenige Tourengeher unterwegs.

Bei der Breslauer Hütte kurze Rast und mit den „Gästen“ des äußerst luxuriösen, neuen Winterraums kurz über die Verhältnisse getratscht. Weiter Richtung Wildspitze, Aufstieg über das Mitterkarjoch (Südwesten) durch eine Scharte mit kurzem, leichtem „Klettersteig“. Nach insgesamt 6,5 Std. Gipfelkreuz Wildspitze erreicht – keine Menschenseele weit und breit, Weitsicht = null, „Nahsicht“ wird ebenfalls zunehmend schlechter. Also schnell an die Abfahrt zum Brochkogeljoch und über den Vernagtferner zur Vernagthütte. Schneeverhältnisse miserabel. Ankunft bei der Hütte um ca. 20:00 nachdem ich aufgrund der Verhältnisse bis zur Materialseilbahn abfahre und von dort wieder aufsteigen muss. Nach einer schmackhaften Jause mit Tiroler Speck und Bergkäse geht es in den wohl verdienten Schlaf… :-)

Tag 2:
Vernagthütte – Fluchtkogel – Brandenburger Haus – Hochvernaglwand – Weisskugel Gletscherzunge – Egg – Im hintern Eis – Schöne Aussicht / Ref. Bella Vista
[1960hm, höchster Punkt 3497m, 19km Distanz]

Die Nacht war gut, das Frühstücksbuffet überwältigend und guter Dinge geht es Richtung Fluchtkogel, den ich über die Südostseite besteige. Die letzten 50hm Ski auf den Rucksack und mit Pickel über den Gipfelgrat zum verschneiten Kreuz. Während der Jause stößt eine DAV-Tourengruppe dazu, die den Tag mit dieser Tour für beendet erklärt. Für mich geht es als nächstes allerdings zum Brandenburger Haus, wo ich auf zwei Bayern treffe, die den dortigen Winterraum unsicher machen. Dieser ist urig-gemütlich und bietet in einzigartiger Lage (über 3000m Seehöhe direkt über dem riesigen Ferner) mehr oder weniger alles, was man dort oben braucht.

Über den Ferner folge ich den Spuren bis zur Hochvernaglwand, dann hinunter zur Gletscherzunge der Weisskugel, wobei die letzten 150hm durchs Geröll zu steigen sind. Nach ca. 30 min am Ferner Abzweigung nach links (Süden), Aufstieg zum Egg, weiter bis aufs „Im hintern Eis“ und Abfahrt zur Schönen Aussicht / Ref. Bella Vista. Eine Hammer-Hütte inkl. Outdoor-Sauna und Whirlpool, Sonnenliegen, Warmwasserduschen mit großen Fenstern mit Bergpanorama, fulminantem Essen (HP: TOP 5-Gänge-Dinner, TOP Frühstücksbuffet mit allem was man sich wünscht), geräumigem Lager, etc. Ich bin begeistert und habe den erholsamesten schlaf, den ich jemals auf einer Hütte hatte!

Tag 3:
Schöne Aussicht / Ref. Bella Vista – Egg – Teufelsegg – Weisskugel – Teufelsegg – Egg – Schöne Aussicht / Ref. Bella Vista – Hauslabjoch – Martin Busch Hütte
[2610hm, höchster Punkt ca.3700m, 27km Distanz]

Endlich wird das Wetter schön und bietet einen wolkenlosen Himmel plus 10cm Neuschnee – also optimale Bedingungen für einen langen Tourentag! Der ursprüngliche Plan wird kurzerhand verworfen und ich peile die größte Erhebung der Gegend an: die Weisskugel. Ich lasse den Großteil meiner Ausrüstung im Refugio und spure hinauf zum Egg. Von dort mit den Ski am Rücken über Grate mit kurzen Klettereien zum Teufelsegg. Dauert eine gefühlte Ewigkeit, ist aber eine spannende Sache, die sich absolut auszahlt! Beim Teufelsegg Querung zur Aufstiegspur auf die Weisskugel. In Summe ca. 15 Tourengeher unterwegs, warme Temperaturen (kurze Hose) und schneller Aufstieg zur Weisskugel bis ca. 15m unterhalb des Gipfelkreuzes, wo ich in Ruhe das herrliche 360° Panorama genießen kann.

Abfahrt durch Pulver und Retourweg zum Refugio über die Aufstiegsstrecke. Nach einem warmen Apfelstrudel mit Schlagobers auf der Sonnenterrasse und dem Einsammeln der zurückgelassenen Ausrüstung Abfahrt und Aufstieg zum Hauslabjoch. Nach kurzer Rast und dem Anlegen warmer Kleidung Abfahrt durch über den Nordhang zur Martin Busch Hütte, wo ich 1 Std später auf meine Freunde vom AV Kitzbühel treffe und von der freundlichen Hüttenwirtin zu später Stunde noch ein Menü serviert bekomme. Ein langer, aber perfekter Tag :-)

Insgesamt war das ein fulminanter Beginn der Hochtourenwoche mit dem AV und eine geniale Erfahrung, die mir allerdings auch gut meine Limits gezeigt hat. Insbesondere da ich nach dem zweiten Tag ohne Einlagen in den Schuhen unterwegs war, da diese schmerzhafte Wundstellen am Innenfuß hinterließen, die bis zum Ende der Woche nicht verheilt waren. Zusammenfassung: 3 Tage, 64km Distanz, gut 7000hm, x-mal über 3000m und auf 2 Top Gipfeln gestanden. Dazwischen tolle Abfahrten, hartes Spuren, Sonne, Schneefall, eisige Kälte und traumhafte Sonnenuntergänge.

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