Reise

Radtour von Giessen nach Istanbul - Teil 4

04.07.2011

Radtour von Giessen nach Istanbul – Teil 4

Auf der Insel Brac sind wir einmal von Norden nach Süden über eine Schotterpiste geradelt und zum ersten mal war die Abfahrt keine Belohnung für die Quälereien bergauf. Die Belohnung lies noch einen Tag auf sich warten- der Strand Ylatni rat. Im dazugehörigen Ort Bol campten wir zwei Tage und haben noch einige verlassene Strände erkundet.

Mit dem Fahrrad nach Bosnien und Herzegovina

Am Festland ging es mit den Fahrrädern weiter in den Süden um dann bei Ploce die kroatische Küste endgültig zu verlassen- dass es mit kroatiens Küste bald ein Wiedersehen geben wird, da sind wir uns sicher!

Per Fahrrad von Giessen nach Istanbul - Teil 4

Per Fahrrad von Giessen nach Istanbul - Teil 4

Wir waren sehr gespannt was uns nach dem Grenzübertritt nach Bosnien und Herzegowina erwartet – viele deutsche Adiletten tragende Camper und andere Unwissende haben uns eine Reise ins Mittelalter versprochen (obwohl viele selbst noch nicht da waren). Kurz gesagt sind wir von Bosnien unglaublich beeindruckt! Entlang des Flusses Neretva radeln wir durch riesige Weinfälder, vorbei an historischen Festungen, durch zahlreiche Tunnels in abenteuerlichem Zustand und hören zu den Gebetszeiten die ersten Rufe des Muezzins durch die Berge schallen! Mostar, der erste Stopp in Herzegowina für zwei Tage ist unglaublich schön und hat eine spannende Geschichte. Unser Hostel wird von einer bosnischen Fanmilie betrieben- wir erhalten vom Sohn der selbst den Krieg miterlebt hat eine super interesante Stadtfühurng, gehen gut Essen und schlendern mehrmals durch die Gassen. Wir erfahren von der spannenden Geschichte der Mostaris, der Brückenspringer und können dem Spektakel auch live beiwohnen. Kriegsruinen stehend total zerbombt auch heute noch mitten inder Stadt- daneben renovierte gebaude oder im Hintergund der von der UNESCO wieder aufgebaute geschützte historische Stadtkern. Die Erlebnisse werden greifbar, vor allem wenn man mit gleichaltrigen spricht die von Krieg erzählen.

Zwei-Tages-Etappe nach Sarajevo

Wir lassen Mostar hinter uns und radeln weiter entlang der Neretva in Richtung Sarajevo. Auf der Zwei-Tagestour kommen wir in Konjic bei einer Familie unter, die ein Teil ihres Grundstücks an ein Raftingunternehmen vermietet hat.

Mit dem Fahrrad durch Sarajevo

Mit dem Fahrrad durch Sarajevo

Es schüttet wie aus Eimern und so bekommen wir anstatt des Zeltes das alte Wohnzimmer im Erdgeschoss angeboten. Mal wieder ein Moment in dem einem die entgegengebrachte Gastfreundschaft bewusst wird. In Sarajevo buchen wir euns drei Tage im Residence Hostel ein- ebenfalls ein Familienbetrieb im Herzen der Altstadt. Die Mutter in Pension, ehem. Prof. für Philosophie an der Uni, einer ihrer beiden Söhne, Dozent für Geschichte an der Uni gibt uns eine exklusive Stadtführung mit den Autos der Familie- beste Infos aus erster Hand, den wer könnte besser Erklären als ein Geschichtsdozent der dazu auch noch slebst während des gesamten Kriegs mit seiner Familie in Sarajevo war.
Auf der Suche nach zwei neuen Mänteln und einem neuen Lenkkopflager lernen wird Amin kennen. Er hat unser Alter und betreibt einen kleinen Radladen um die Ecke. 3 Stunden verbringen wir im Laden, wechseln unsere Teile auf der Strasse neben dem Mechaniker des Ladens, der auf einer Treppe eines benachbarten Cafes schraubt. Vor dem Laden erfahren wir von nem anderen Kunden von www.warmshowers.com, einer art Couchsurfing nur für Radfahrer.

Die Räder sind wieder in Schuss – auf nach Belgrad

Weiter gehts nach Belgrad. Die Bikes laufen super, die Beine und der Hintern sind fit, das Radfahren ist fast schon Nenebsache geworden! Durch die super schone Gebirgslandschaft in Ostbosnien gehts in Richtung serbischer Grenze. Die Landschaft wechselt von Voralpen ähnlichem Charakter zu Hügeln wie man sie an der Bergstrasse findet. Kühe und Schafe überall, wenig Verkehr – die Stimmung ist super und das Privileg mit dem Rad solche Länder zu bereisen erscheinen als unglaubliches Glück!

Stari Most, Bruecke in Mostar

Stari Most, Bruecke in Mostar

In Belgrad, der ehemalige Haupstadt Jugoslaviens, bleiben wir einge Tage und finden auch das ein oder andere interessante oder sehenswerte Eckchen, aber so wirklich warm werden wir nicht.
Richtung Kosovo verändert sich die Landschaft langsam wieder und es tauchen steile Berge vor uns auf. Während der bisherige Teil Serbiens klar orthodox geprägt war, sehen wir bei unserer Ankunft in Novi Pazar das erste mal wieder Moscheen. Morgens beim Einkauf bildet sich eine Menschentraube aus Schaulustigen um uns, als ein Einheimischer uns als Deutsche erkannt hat und uns anspricht – auf Deutsch. So ergeht es uns des öffteren, seit dem wir uns kleine Deutschlandfahnen gebastelt haben. Man hat das Gefühl der halbe Balkan hat mal in Deutschland gelebt.
Der Grenzübertritt zum Kosovo verläuft unproblematisch, auch wenn der serbische Polizist die Pässe ausergewöhnlich lange prüft. Auf der anderen Seite erwarten uns schwerbewaffnete Soldaten und Panzerwagen der KFOR. Die Situation wirkt auf uns jedoch nicht bedrohlich.
Pristina ist ein chaotische Stadt, die im Umbruch steht und sich gerade erst entwickelt. Es gibt Restaurants, die so auch bei uns stehen könnten, die Fussgängerzone ist schön gestalltet, an anderen Stellen fehlen aber noch Gehwege oder Strassen sind in schlechtem Zustand. Die Haupthalle des teils verfallenen Sportzentrums wird als Parkhaus genutzt, während in der Nebenhalle ein Handballspiel läuft. überall sieht man UN- und Europol-Fahrzeuge.

Kosovo und Albanien

Hisorische Festung an der Neretva in Bosnien

Hisorische Festung an der Neretva in Bosnien

Wir verlassen den Kosovo und radeln nach Skopje. Hier sieht man auch heute noch deutlich die Einflüsse der Zeit des Osmanischen Reichs. Es gibt türkische Bäder und alte Stadtviertel im typischen Stil. Da wir gut in der Zeit liegen entscheiden wir uns für einen kleinen Umweg zu dem an der Grenze zu Albanien liegenden See Ohrid. Die umliegenden Berge und das kleine Städtchen am Ufer geben eine wunderschöne Kulisse. In der Altstadt findet man ein antikes römisches Theater und viele kleine orthodoxe Kirchen, stehts den See im Blick.
Unsere weitere Fahrt wird uns nach Nordgriechenland bringen, um schliesslich über den Landweg zu unserem Reiseziel Istanbul zu gelangen.
Bis dann, Benni und Martin!

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