Testberichte

Kletterschuh Evolv Shaman

17.06.2011

Kletterschuh Evolv Shaman

Beim amerikanischen Kletterschuhhersteller Evolv ist der Name Programm – die Weiterentwicklung von neuen, besseren Kletterschuhen. Spätestens seit dem Chris Sharma als wohl führender Kletterstar unserer Zeit im Evolv Stall ist, gibt es echte Leckerbissen dieser relativ jungen Marke auch in Deutschland zu kaufen.

Shaman ist ein eine Waffe – soviel steht fest

Die Evolv Kletterschuhe erinnerten mich von der Leistenmatrix schon immer sehr stark an klassische Five Ten Modelle. Sinnvoller Weise wurden zahlreiche Verbesserungen in der Passform und den Performance optimierenden Details vorgenommen. Dabei bekam Evolv Input vom Chris Sharma selbst, so dass die Modelle seit Pontas immer funktioneller wurden. Mit dem Shaman bringt Evolv einen Performance Kletterschuh auf den Markt, den es so bei Five Ten nicht gibt. Durch Bilder, Videos und Ankündigungen neugierig gemacht, wartete ich sehnsüchtig darauf bis Shaman in Deutschland verfügbar sein wird. An diesem Schuh muss ja was dran sein, wenn der Meister selbst ihn als “seinen besten” Kletterschuh bezeichnet und angibt die Erstbegehung von “First Round First Minute” diesem Fußwerkzeug zu verdanken.

Optik, Verarbeitung

Mein erster Eindruck vom neuen Königsmodell ist sehr positiv. Macht man den Schuhkarton mit dem Chris Sharma auf dem “Cover” auf, so springt Evolv Shaman einen förmlich an und weckt sofort das Verlangen diesen Kletterschuh auszuprobieren. Das helle Orange ist sehr auffällig und sicherlich Geschmacksache. Der Wiedererkennungswert ist jedoch enorm hoch und das ist bei einem solchen Produkt die Hauptsache. Neben dominierendem Orange und Schwarz ist noch Blau und Grau an der Zunge zu finden. Ich persönlich finde, dass Blau nicht ganz zu der gesamten Optik des Shamans passt und man die Zunge eher einfarbig hätte gestalten können.

Wenn es einen Preis für extremes Aussehen geben würde, wäre Shaman der Gewinner

Ansonsten ist das Aussehen so, wie ich es mir bei einem Performance Kletterschuh wünsche: Downturn, Vorspannung, Asymmetrie und ordentlich viel Gummi an den richtigen Stellen. Shaman sieht mindestens so schneidig und waffenscheinpflichtig aus wie der Solution von La Sportiva. Gut gemacht Evolv!

Bis auf ein Paar nicht sauber abgeschlossene Fäden ist alles bestens

Evolv Shaman ist alles in einem ein sehr gut verarbeiteter Kletterschuh in dem sich nun doch reichhaltige Erfahrung der Amerikaner widerspiegelt. Die verwendeten Materialien (Gummi, Klettverschlüße, Obermaterial, Innenfutter) sind sehr hochwertig. Die Fertigungsdetails sind ebenfalls überwiegend überzeugend. Besonders gut gefallen mir die Verklebungen der einzelnen Gummipartien und der Schliff der Sohlenkante. Auch die Klettverschlüße sind in ihrer Verarbeitung und Funktionalität wirklich vorbildlich. Einzig die Nähte sind an manchen Stellen (Innenschuh und Zunge) nicht ganz so perfekt abgeschlossen, so dass hier und da einige lose Fädchen zu sehen sind. Von einer baldigen Auflösung dieser kann ich keinesfalls sprechen – der Schuh ist fest vernäht und wirkt ziemlich robust. Im Vergleich zum Predator G2 ist die Verarbeitung perfekt und bewegt sich in etwa auf dem Level von Evolv Pontas. Da der Kletterschuh der ersten “Auflage” entstamm, kann es natürlich sein, dass solche Details in Zukunft besser verarbeitet werden, damit Shaman nicht nur optisch mit dem Solution konkurrieren kann.

Konstruktion

Sowohl die Vorspannung als auch der Downturn sind recht angenehm

Soweit ich weiß, ist Shaman der erste Kletterschuh bei Evolv der mit einer klar erkennbaren zweigeteilten Sohlenkonstruktion auftrumpft. Von diesem Aspekt her gesehen, gliedert sich dieses Modell in eine Reihe mit den Kletterschuhen wie Scarpa Booster, ClimbX Rock It und dem bereits genannten Solution ein. Diese Konstruktionsart erlaubt mehr Flexibilität im Fußgewölbe, so dass ein Greifen mit dem ganzen Fuß begünstigt wird.

Der große Zeh hat es gut, der Rest muss leiden

Die Vorspannung in diesem Bereich ist relativ stark, sie verleiht dem ganzen Kletterschuh eine Bogenspannung, die der Performance in jedem Fall zu Gute kommt. Als extrem oder unnatürlich würde ich sie jedoch nicht bezeichnen.

Ein weiteres wesentliches Detail ist der Downturn. Er basiert auf einer konkaven Wölbung im Zehenbereich der Halbsohle und bildet im inneren des Schuhs einen Hügel der die Zehenkraft unterstützt. Auch hier liegt der Vergleich mit dem Solution nahe, da sowohl die Ausprägung als auch die Optik quasi die selben sind. Ich hoffe dass der durch Wärmebahandlung der Zwischensohle erzeugter “Love-Bump” genau so beständig wie das P2 System ist.

Die Zehenbox ist für aufgestellte Zehen vorgeformt. Dies ist jedoch nur für den großen Zeh der Fall. Die Kammer (knuckel box), die diesen wichtigen Kraft Entfalter des menschlichen Fußes beherbergen soll, bildet den höchsten Punkt der Zehenbox.

Der Patch ist super – nicht zu dick, nicht zu dünn

Der Rest der Zehen muss sich sein Platz im Obermaterial selbst verschaffen. Die Zehenbox ist mit einem sehr klebrigen Gummistück versehen, das wirklich intelligent angebracht und befestigt ist. Dieses scheint aus dem gleichen Traxx Rubber zu sein wie die tragenden Sohlenteile. Die Halbsohle an sich ist ca. 4mm dick und ist auf den ersten Blick nicht die weichste. Obwohl das Gummi sehr weich ist und sich leicht verformen lässt, weist die Sohle eine erstaunliche Steifigkeit auf. Diese würde ich am ehesten mit dem Scarpa Booster vergleichen, der als Allrounder gilt und sich sowohl im Überhang als auch in der Platte wohl fühlt. Solch eine Steifigkeit ist sicher der 1,5 mm dicken Zwischensohle zu verdanken und ist aus meiner Sicht ein Segen. Erfahrungsgemäß werden die Sohlen mit der Zeit weicher, so dass die Gefahr des “labbrig Werdens” besteht.

Die Ferse besteht aus mehreren Gummiteilen, die insgesamt das Bild einer voll gummierten Ferse ergeben. Die Ferse ist an jeder Stelle sehr klebrig, was wirklich toll ist und im Vergleich zum Predator G2 eine Verbesserung um Lichtjahre darstellt.

Die Ferse ist perfekt gummiert, dafür aber etwas breit geraten

Das Obermaterial ist aus einem synthetischen Material, der zu besseren Belüftung kleine Löcher im 1cm Raster aufweist. Der dreifache Klettverschluss, lässt sich gut bedienen und verschliesst den Kletterschuh sicher, schnell und einfach. Die zweigeteilte Zunge, wie sie bereits beim Pontas zu finden ist, besteht aus mehreren Schichten/Materialien und macht ein schnelles und unkompliziertes Ein/- Aussteigen möglich. Interessant ist der Innenschuh. Dieser besteht im hinteren Teil aus Synthetik, um eine Dehnung zu minimieren, für den Komfort sorgt das Leder im restlichen Teil des Schuhs. Die aus Veloursleder hergestellte Innensohle ist angenehm weich und ermöglicht bessere Adaption des Schuh´s an den Fuss.

Insgesamt ist Evolv Shaman ein stark strukturierter Kletterschuh, der mit einigen “Innovationen” auftrumpft, die in Europa schon seit ein Paar Jahren auf dem Markt Einzug erhalten haben. Sowohl die Leistenform als auch die Umsetzung von Gummierungen und Zehenunterstützungssysteme spricht mir zu und markiert den Standart für einen modernen Performance Kletterschuh.

Passform und Größe

Die Vorspannung der Ferse ist gesehen an Performance ehe moderat

Wenn man bedenkt, dass dieser Kletterschuh genau auf den Fuß von Chris Sharma zugeschnitten worden ist, kann man schnell für sich selbst rausfinden, ob der eigene Fuss dem des Meisters entspricht. Bei mir ist es fast der Fall und so kann ich mich beim Shaman über einen mittel breiten Leisten, natürliche Asymmetrie und anatomische Vorspannung freuen. Der große Zeh ist aufgestellt und vorne dran. Die restlichen Zehen sind ebenfalls aufgestellt, müssen jedoch schmerzlich erfahren, dass die nicht vorgeformte äußere Zehenbox nicht so leicht nachgibt. Das ist auch der einzige Kritikpunkt an der Passform dieses Modells. Hätte man im Bereich der kleinen Zehen auch etwas mehr Platz nach oben vorgesehen (wie es Boreal und La Sportiva beispielsweise machen) wäre die Zehenbox nahezu perfekt. Vielleicht geht es nur mir so und Menschen mit ägyptischer Zehenform bekommen keine Probleme mit der Form der Zehenbox. Der Leisten des Shaman´s eignet sich meiner Meinung nach auch für Kletterer mit dem längerem zweiten Zeh.

ein mittelbreiter Leisten und ein geräumiger Einstieg machen den ersten Einstieg kinderleicht

Die Größe weicht etwas von den anderen Modellen der Sharma Serie ab. Shaman fällt 0,5 UK kleiner aus. So habe ich vorsorglich die 8,5 UK bestellt und habe in dieser Größe den selben engen Sitz wie im Pontas 8 UK. Im Gegensatz zum Pontas finde ich die Passform des Shamans im Mittelfußbereich deutlich besser. Er hat noch weniger leere Räume und saugt sich förmlich an das Fußgewölbe.

Die Ferse von Chris Sharma scheint breiter und kräftiger zu sein, als meine eine. Deshalb passt sie mir nicht komplett gänzlich “perfekt”, die Passform ist dennoch sehr gut. Die Vorspannung der Ferse ist zwar größer als beim Pontas, aber deutlich kleiner als beim Dragon oder Blackwing von Five Ten. Aus diesem Grund verursacht Shaman bei mir keine großen Probleme an der Achillessehne.

Das Innenfutter aus Leder lässt sich schnell durch die drückenden Zehenknöchel verformen. Auf diese Weise entstehen

Das Innenfutter bietet ein Mix aus Leder-Komfort und Formbeständigkeit

schnell Mulden im Inneren der Zehenbox, die zu 100% auf den eigenen Fuß Zugeschnitten sind. Das Obermaterial gab bei mir erst nach 2 Tagen etwas nach, so dass ich nach dem ersten Boulderabend fast mit Blasen an den Knöcheln der Zehengelenke nach Hause ging. Eine Dehnung kann ich beim Shaman nicht ausmachen. Ist der Schuh warm geklettert, dann hat man das Gefühl er wäre größer, nach einer Nacht fühlt sich der trockene Schuh so an, als wäre er gerade aus dem Karton gekommen. Nach und nach wird die Passform immer angenehmer ohne sich übermäßig zu weiten. Das Fußklima ist Dank des Lederfutters sehr angenehm und deutlich geruchsarmer als bei Evolv und Five Ten üblich.

Insgesamt bin ich bis auf den HotSpot an den kleinen Zehen (der sich nach dem Eintragen erst nach einer längeren Periode bemerkbar macht) , sehr glücklich über Passform des Shaman´s. Beim Komfort out of the Box könnte Evolv zwar noch etwas nachlegen, aber im Übrigen ist die Vorstellung sehr gelungen.

 

Performance – wie klettert sich der Evolv Shaman

Der Downturn sieht krass aus und sorgt im Überhang für Dampf unter dem Zeh

Von all den Kletterschuhen von Evolv, die ich bis dato am Fuß hatte und testen konnte, ist Shaman mit Abstand der beste. Diesen Urteil zu fällen ist für jeden ein leichtes, denn die Präzision, die Kraftübertragung und Unterstützung des Fußes sind auf einem extrem hohem Level. Besonders gut gefällt mir die Unterstützung durch den Love Bump, dank der man sich im flacherem Gelände ohne übermäßigen Kraftaufwand auch auf kleinen Dellen balancieren kann.

Wie man sieht rollt sich die Kante von den kleinen Tritten

Im Überhang entfaltet Shaman seinen wahren Zauber und beschert eine dermassen feste Verbindung auf strukturierten Tritten, dass man durchaus das Gefühl hat, den Fuß mit Gewalt vom Tritt lösen zu müssen. Dieser unglaublicher Effekt kommt durch die wirklich sehr reibungsstarke Sohle zustande. Trax Rubber ist so klebrig, dass selbst Verpackungspapier beim Auspacken an ihm kleben blieb. Seine weiche Beschaffenheit stellt jedoch aus meiner Sicht ein Problem dar. Die Kantenstabilität leidet dadurch merklich, so dass man auf sehr kleinen Tritten das Gefühl bekommt, die Kante würde wegrollen. Auch auf speckigen flacheren Tritten mit wenig Fläche werde ich das Gefühl des “Schwimmens” nicht los.

Dank der extremen Reibung kann man super “saugen”

menDie Problematik der sich schnell und intensiv verschmutzenden Sohle kommt erschwerend dazu. Dies merkt man bereits, wenn man den frischen Shaman aus der Box packt und über den Boden zur Wand läuft. Am Einstieg ist Reibung etwas geringer als im sauberen Zustand. Trax Rubber erinnert mich von der Konsistenz heran FS-Quattro von Boreal mit allen den Fans der Marken bekanntenVor und Nachteilen.

Trotz der präzisen und kraftvollen Spitze rutschte ich deshalb anfangs gelegentlich von diversen Tritten ab, wobei richtig schlechte Spax mir am meisten Kopfzerbrechen bereiteten.

Wird das Gelände flacher steigt auch der Druck auf die Zehen. Die von Beginn an etwas leidende Kleinzehgelenke merken das am deutlichsten. Deshalb würde ich den Shaman out of the box nicht für “Big Walls” benutzen, sondern ein Paar Tage einklettern.

Shaman schafft unmöglichste Hooks

Die Sensibilität ist rudimentär ausgeprägt. Man bekommt zwar eine Rückmeldung über den Tritt, diese ist aber ehe stumpf und äußert sich ab und an im etwas unsicheren Gefühl auf bereits erwähnten problematischen Tritten. Mit der Zeit wird die Sohle im Bereich der Spitze weicher und übermittelt mehr Informationen über den Zustand unterhalb des großen Onkels an die “Steuerzentrale”, was immer positiv ist!

Das Hooken mit allen Fußteilen und in alle Richtungen ist der absolute Knüller bei diesem Schuh, was ich an dieser Stelle etwas hervorheben möchte. Aus meiner Sicht gibt es drei Modelle (Solution, Speedster und Apache VCS), die trotz aufgestellten Zehen eine bombastische Toe Hook Performance liefern. Nun gibt es vier Modelle, die ich der Kletterwelt ruhigen Gewissens weiter empfehlen kann, denn Shaman löste alle Toe-Hook Herausforderungen mit Bravour. Die Gummierung ist sehr gut platziert und ermöglicht super stabile Toe-Hooks. Die ersten Drei Zehen lassen sich gut anheben und schaffen es in Verbindung mit dem Gummi sehr viel Kraft und Sicherheit auf die Hookfläche zu transportieren. Selbst bei kleineren Toe-Hooks überzeugte mich Shaman zu 100%.

Nicht nur großflächige Hook gelingen problemlos

Die Ferse ist zwar etwas bullig aber nahezu perfekt gummiert. Die gute, funktionelle Passform und robuste, schützende Gummierung sind zwei Komponenten die ein ermüdungsfreies und schmerzloses Hooken auf noch so aggressiven Fels Oberflächen gewährleisten. Das Gefühl beim Hooken entspricht in etwa dem beim Steigen, was mir persönlich völlig ausreicht. Beim Legen und Belasten hatte ich jedenfalls immer ein sicheres Gefühl und musste nicht gegen die Angst kämpfen den Hook gleich zu verlieren. Die Klettverschlüße halten den Kletterschuh so fest am Fuß, dass man sich voll und ganz auf das Klettern konzentrieren kann ohne Gedanken an eine rausrutschende Ferse zu vergeuden. Auch hier kann ich dem Shaman volle Punktzahl geben und gleichzeitig in den Kreis meiner persönlichen Hookfavoriten aufnehmen.

 

Haltbarkeit

gute Qualität bis ins Detail versprechen ordentliche Haltbarkeit

Performance Kletterschuh zeichnet oft eine gewisse Agilität aus, um das Maximum an Trittgefühl zu gewährleisten. Diese positive Eigenschaft wird jedoch oft durch ein Verlust an Haltbarkeit erreicht. Beim Evolv Shaman habe ich dieses Gefühl nicht. Der Kletterschuh ist stark strukturiert und besteht aus robust verarbeiteten erstklassigen Materialien. Ablösungen von Gummierungen oder eingerissene Anziehschlaufen konnte ich bei meinem Modell nach Wochen des Gebrauchs nicht feststellen. Der erste Eindruck von der guten Verarbeitung scheint nicht getäuscht zu haben, denn bis jetzt gibt es wirklich nichts zu mekern. Alles ist da wo es hingehört, ohne Risse, Löcher und “Wackelkontakte”.

Einzig das Trax Rubber könnte den starken Shaman am ewigen Leben hindern. Sollte die weiche Sohle dem einem oder anderem Shaman am Plastik doch zu schnell zum Verhängnis werden, kann man ihn mit einer Wiederbesohlung das eine oder andere Mal von den Toten auferstehen lassen, denn der Schaft und andere Details sind definitiv für mehrere Leben vorgesehen.

Mit einem abriebfesterem Gummi wäre Evolv noch besser in Sachen Haltbarkeit. Bis die Weiterentwicklung keine verbesserte Gummimischung auf den Markt bringt bleibt uns allen nur das saubere Treten oder das Hangeln, wie es der Meister selbst oft vorführt.

 

Empfehlung/Einsatzbereich/Klettergebiet

Trotz der aggressiven Form geht die Reibung ohne Probleme

Beim Klettern und Bouldern am Plastik, war ich gänzlich zufrieden, so dass ich den Shaman in dieser Sparte ohne weiteres Empfehlen kann. In Kochel rutschte ich schon mal von ein Paar miesen Speck Tritten ab, was mir ein mulmiges Gefühl gab. Drückt man aber konzentriert auf den Tritt, dann funktioniert der neue Sharma Kletterschuh auch da ohne Probleme. In der Fränkischen freut man sich förmlich, wenn man den Evolv im Überhang in ein Loch packen kann, um kräftig an diesem zu ziehen. Die Einstiegsplatten sind bei der Einhaltung der o.g. Regel (Druck) auch leicht sturzfrei zu überwinden, so dass ich in fränkischen Touren sehr solide Erfahrungen mit dem Evolv Shaman gemacht habe.

Als ein sehr moderner und aggressiver Kletterschuh eignet sich Shaman super zum Bouldern, er ist jedoch kein Spezialist, sonder stellt sich breit auf und befriedigt die Bedürfnisse von Kletterern gleichermaßen, wie die der Bloc-Fraktion.

Den Titel Allrounder kann ich schweren Herzens nicht vergeben, da ich mir einen Einsatz in Mehrseillängen Routen(zumindest in meiner Größe) nicht vorstellen kann.

Dennoch ein sehr moderner Kletterschuh für viele Bereiche unseren Sports.

 

Fazit

Evolv hat hier gute Arbeit geleistet

Evolv Shaman ist mehr als der neue Patschen von Chris Sharma, der sich hinter seinen Namen versteckt. Dieser Kletterschuh beinhaltet modernste Technologie- und Fertigungsverfahren in sich und bringt Evolv in Sachen Innovation in Amerika einen weiten Schritt nach vorn. Wer pure Performance erwartet wird nicht enttäuscht. Dies ist jedoch nicht alles, denn Shaman ist komfortabler als man denkt und berücksichtigt die Anatomie des Fußes besser als jeder andere Evolv Kletterschuh. Die Form des Leistens wird den schmalfüßigen Kletterern wahrscheinlich weniger optimal passen, als den Zeitgenossen mit “robusteren” Fußformen. Die recht ausgewogene Sohlensteifigkeit, macht Shaman zur einer vielseitigen Performance Bestie die einen breiten Einsatzspektrum abdecken kann. Mein persönliches Fazit lautet: hütet Euch Italiener die Amerikaner holen mächtig auf!

 

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