Testberichte

Rucksack Evoc Freeride Pro 20l

31.05.2011

Rucksack Evoc Freeride Pro 20l

Der Freeride Pro 20l ist ein Rucksack für Freerider und Tourengeher, der mit seinem integrierten Protektor gleichzeitig oder auch separat als Rückenprotektor verwendet werden kann. Mit modischen Farbakzente stechen die Rucksäcke von Evoc von der grauen Masse hervor. „Designed und Engeneered in Germany“ schreibt sich die Münchner Rucksackschmiede auf die Firmenfahnen. Qualitätsarbeit, die man beim Evoc Freeride Pro 20l als Nutzer im Einsatz direkt spüren kann.

Aufbau und Features
Das große Rucksack Hauptfach des Freeride Pro ist mit einem stabilen Reißverschluss über die ganze Länge zu öffnen. Wer hier etwas aus dem unteren Bereich des Rucksacks holen will, kann dies daher in sekundenschnelle erledigen. Lästiges Suchen in einem schwarzen Loch wie es bei einem Toploader Rucksack sonst üblich wäre, entfällt. Will man aber nur beispielsweise ein Teil aus dem oberen Bereich des Rucksacks rausholen, wie z.B. aus der kleinen eingenähten Wertsachen-Tasche, dann dienen die seitlichen oberen Skibefestigungen als Halterungen für den Reißverschluss, so dass dieser sich nicht ungewollt weiter öffnet.
Für den schnellen Einsatz des Lawinenequipments können Schaufel und Sonde im vorderen Fach in speziellen Halterungen sauber und platzsparend verstaut werden.
Der integrierte Rückenprotektor erfüllt eine Doppelfunktion als stabilisierendes Rückenteil und trägt damit zum geringen Rucksack Gesamtgewicht bei. Der Protektor lässt sich leicht entnehmen, reinigen und nach einem Sturz auch günstig ersetzen. Im per stabilen Reißverschluss getrennten Protektorfach befindet sich auch eine Halterung für ein Trinksystem (wie z.B. Camelbak). Über eine Öffnung und Halterungen an den Schulterriemen führt der Trinkschlauch bequem über die Schulter und ist so stets in guter Greifnähe.
Die Skibefestigung kann sowohl diagonal als auch seitlich (A-Tragesystem) am Rucksack erfolgen. Ich nutze fast ausschließlich die seitlichen Halterungen, denn auch bei recht leerem Rucksack stellt sich immer das gewünschte A ein, sodass die Skienden weit auseinanderliegen und die Füße stets den nötigen Freiraum haben. In den Halterungen finden selbst extrem breite Freerideski bis 140mm Mittelbreite Platz. Die seitlichen Skibefestigungen am Rucksack dienen gleichzeitig als Kompressionsriemen, wenn der Rucksack mal weniger gefüllt sein sollte.
Für einen Eispickel ist ebenso eine Halterung vorhanden. Wer einen zweiten Pickel befestigen will, kann auch eine der Ski- oder Boardhalterungen zweckentfremden.
Die Boardbefestigung ist direkt am Vorderteil und einfach zu bedienen. Wer kein Snowboard transportiert kann hier beispielsweise seinen Helm oder Wechselkleidung beim Aufsteigen am Rucksack anclippen. Ansonsten dient die Snowboardhalterung zum Verzurren, sollte der Rucksack nur gering gefüllt sein.
Für die Ersatzbrille ist am oberen Deckel ein Brillenfach angebracht, das mit samtweichem Stoff das Brillenglas schont und mit einem wasserdichten Reißverschluss die Feuchtigkeit draußen hält.
Passform
Der wohl größte Vorteil der Evoc-Rucksäcke ist die hervorragende Passform. Durch den flexiblen Rückenprotektor passt er sich perfekt dem Rücken an und der dehnbare Bauchgurt hält ihn dort wo er hingehört. Die langgeschnittene Form der Rucksäcke, die eher an einen Kletterrucksack erinnert, sorgt für Bewegungsfreiheit des Schultergürtels und der Hüfte. Die Schulterträger sind bequem und lassen sich einfach verstellen. Im Brustgurt ist eine Notfallpfeife integriert. Besonderes Lob verdient der Hüftgurt: Er ist angenehm breit und dehnbar und sorgt damit für perfekten Sitz in allen Situationen. Auch bei Cliffdrops und Sprüngen bleibt der Rucksack daher genau dort wo er soll, und wandert am Rücken nicht ruckartig auf und ab.

Auf der Suche nach Neuschnee (Fahrer: Jochen Mesle)

Einsatzspektrum und Tipps aus der Praxis
Ich empfehle den Einsatz des Freeride Pro für Tagesausflüge. Ob Stadt-Alltag mit Einkauf beim Discounter, Bike-Ausflug, Wanderungen, Skitouren- oder Freeridetag, hier findet alles das im Rucksack Platz, was man an einem Tag benötigt. Für Gletschertouren, Kletteraktionen (mit Kletterset und Steigeisen), Mehrtagestouren oder wenn ich eine große Kamera mit mehreren Objektiven dabei habe, nehme ich die 30l Variante Freeride Guide.
Meine übliche Befüllung an einem Freeritag im pistennahen Gelände: Jausen, Thermoskanne, Skitourenfelle, Wechselhandschuhe, Wechselbrille, Sonnencreme, LVS-Set, Sonnenbrille, Mütze, Wechselshirt. Trage ich meinen Helm nicht auf dem Kopf, clippe ich ihn an eine der Außenbefestigungen.
Wer auf das Trinkfach verzichten kann, der schneidet die hintere Trennwand des Aufsatzes heraus und erhält so noch besseren und schnelleren Zugriff auf den Inhalt. Besonders für Fotografen beim Skifahren ist dies eine interessante Option, da so der Rucksack einfach mit der Front auch im tiefen Schnee problemlos abgelegt werden kann.
Für Bike- und Outdooreinsatz an Regentagen empfehle ich das optionale Regencover der Bike-Linie, bei Schneefall ist dies meiner Erfahrung nach nicht nötig.
Wer sich zwischen Bike- und Skirucksack entscheiden muss oder will, der sollte zur 20l-Wintervariante greifen. Ein Bikehelm und Protektoren finden leicht an der Ski- oder Boardbefestigung Platz, umgekehrt wäre aber keine Halterung für Ski oder Snowboard vorhanden.

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