Leidenschaft, Reise

Atacama Crossing 2015 - ein Erfahrungsbericht vom Wüstenlauf

04.11.2015

Atacama Crossing 2015 – ein Erfahrungsbericht vom Wüstenlauf

Am 30. September 2015 steige ich ins Flugzeug in Richtung Wüste. Ich hatte mir fest vorgenommen, an dem diesjährigen Abenteuer in Chile teilzunehmen. Unter uns Läufern auch besser bekannt als „Atacama Crossing“ von 4Deserts. Es handelt sich dabei um einen 250-Kilometer-Lauf, aufgeteilt auf sechs Tage, durch die trockenste Wüste der Welt, die Atacama. Dabei sind wir verpflichtet, alles, was wir in diesen sechs Tagen brauchen, im Rucksack mitzuführen – mit dabei ist auch die leichtgewichtige Trekkingnahrung von Trek’n'Eat.

Das Atacama Crossing ist ein 250 Kilometer langer Lauf durch die trockenste Wüste der Welt - auch wenn es wie hier mal durch Wasser geht. | Foto: 4Deserts

Das Atacama Crossing ist ein 250 Kilometer langer Lauf durch die trockenste Wüste der Welt – auch wenn es wie hier mal durch Wasser geht. | Foto: 4Deserts

Nach 35 Stunden Flug und einer Stunde Autofahrt bin ich mittendrin im Abenteuer. Das Hotelzimmer ist schnell bezogen und es geht direkt zum ersten Läufchen nach so langer Reise.

03. Oktober: Das erste wichtige Briefing steht an. Danach geht es mit Bussen raus in das erste Camp.

Atacama Crossing: Start zum Wüstenlauf

4. Oktober: Morgens 8 Uhr fällt der Startschuss zur ersten von sechs Etappen. 36,1 Kilometer stehen am Schluss auf meinem Tacho und mit 4:43 Stunden überquere ich an diesem Tag die Ziellinie als 13. in der Gesamtwertung. Mit dieser guten Ausgangsposition stecke ich mir neue Ziele. Immerhin fühle ich mich stark genug. Mein Ziel ist eine Top 10 Platzierung, und mit nur sieben Minuten Rückstand scheint das auch sehr realistisch in meinen Augen.

5. Oktober: So geht es zur zweiten Etappe des Atacama Crossing. Mit 44 Kilometern ist diese ein wenig länger als die gestrige. Ich finde schnell meinen Rhythmus und bin somit bis zum ersten Checkpoint unter den Top 10. Alles fühlt sich gut an. Dann zwingt mich eine Toilettenpause kurz aufzuhören – und wird schnell genutzt, um eine Lücke zu mir herzustellen. Da meine Stärke beim Berglaufen liegt, nutze ich wiederum den Anstieg bei Kilometer 17 und versuche dort, die entstandene Lücke so gut es geht zu schließen, bevor es in die Sanddüne geht. Es gelingt mir auch, bis auf ca. 200 Meter heranzukommen. Doch mit dem Blick nur auf die Gruppe gerichtet, übersehe ich ein paar lose Steine. Ich knicke mehrere Male kurz hintereinander auf solchen Steinen um.

Erfolg und Rückschläge liegen nah beisammen

Es läuft nicht immer nach Plan, aber trotz Fußverletzung verbringe ich die letzten Tage des Laufs in der Wüste. | Foto: 4Deserts

Es läuft nicht immer nach Plan, aber trotz Fußverletzung verbringe ich die letzten Tage des Laufs in der Wüste. | Foto: 4Deserts

Schnell merke ich, dass diese Verletzung nicht wegzulaufen ist und entscheide mich bei Checkpoint 3, am zweiten Tag mit einem geschwollenen Fuß das Rennen aufzugeben. Die Enttäuschung ist natürlich riesengroß. All die harte Arbeit mit der Vorbereitung quasi umsonst. Jede Woche bis zu 170 Laufkilometer und 8.500 Höhenmeter, Radfahren in der Sauna, Höhensimulationstraining zu Hause auf dem Rad und natürlich die schweißtreibenden Stunden im Fitnessstudio.

Trotzdem bleibe ich bis zum Schluss in der Wüste und mache mir meine Gedanken. Gedanken an zu Hause und natürlich über mein Ausscheiden beim Atacama Crossing. Das funktioniert in der Wüste gut, da man hier nicht abgelenkt wird. Ich versuche außerdem Sportsmann zu sein und helfe an den Checkpoints bzw. feuere die anderen Läufer an.

Mein Fazit zum Atacama Crossing

Ein wunderschönes Abenteuer durch eine wunderschöne Landschaft. Der Organisator 4Deserts/RacingthePlanet ist sehr professionell und hat viel Erfahrung. Für mich heißt es jetzt gesund werden und mein neues Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

 


Stefan Jung, 35 Jahre alt, ist leidenschaftlicher Langstreckenläufer. 2005 fing er mit dem Laufen an, Marathonlaufen wurde ihm nach kurzer Zeit zu langweilig. Mittlerweile ist der gebürtige Saarländer in Bayern zu Hause und läuft am liebsten durch Wüsten, Dschungel und Berge. Zum Ausgleich unternimmt der Extremsportler Radtouren durch die Berge und verbringt viel Zeit mit seiner Familie. Sein Kredo: “Nur wo du zu Fuß warst, bist du wirklich gewesen.” Und: “Grenzen gibt es nur im Kopf”.

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