Reise

Hollyford Track: Ablegene Wege in Neuseeland

06.03.2015

Hollyford Track: Ablegene Wege in Neuseeland

Kia ora! Das heißt “Hallo” bei den Maori, den Ureinwohnern Neuseelands.

Ich möchte Euch hier einen abgelegenen und noch unbekannten Track in Neuseeland vorstellen – den Hollyford Track. Der Track liegt auf der Südinsel Neuseelands im Fjordland. Das Fjordland ist bekannt durch den Milford Track und durch viel Regen. Der Ausgangspunkt des Hollyford Tracks liegt in Te Anau, 100 Kilometer entfernt. Er hat eine Gesamtlänge von 58 Kilometern und der höchste Punkt befindet sich auf 150 Metern. Auf dem Track gibt es 17 Hängebücken, die man überqueren muss. Bei passendem Wetter ist der Hollyford Track als mittelschwere Wanderung einzuschätzen. Da ich den Track selbst schon gewandert bin, werde ich dessen Etappen nun kurz beschreiben. Außerdem findet Ihr weiter unten noch Tipps und weiterführende Links.

Hollyford Track – die Etappen

1. Tag: Hollyford Road nach Hidden Falls Hut, 9 Kilometer, zwei bis drei Stunden

Kommt man zum Hidden Falls Creek, ist die erste Etappe fast geschafft und die Hütte Hidden Falls Hut nicht mehr weit.

Kommt man zum Hidden Falls Creek, ist die erste Etappe fast geschafft und die Hütte Hidden Falls Hut nicht mehr weit.

Der Start liegt am Ende der Hollyford Road, wo als erstes der Humbolt Creek über eine neue und breite Hängebrücke überquert wird. Der Track geht die meiste Zeit am Hollyford River entlang. Teilweise kann man schon die Berge durch die Bäume durchschimmern sehen. Der Streckenabschnitt wie der meiste Teil des Weges geht am Fluss entlang und durch Wälder. Kurz vor der ersten Hütte liegt der Hidden Waterfalls, wo das Wasser mich nur so angespritzt hat, als ich näher kam. Von der Hütte, die auf einer großen Wiese liegt, hat man einen super Ausblick auf die Berge. Dort ist die Kulisse wirklich einzigartig, weil rechts und links die Berge steil hochragen.

2. Tag: Hiddenfalls Hut nach Lake Alabaster Hut, 10,5 Kilometer, drei bis vier Stunden

Von der Hütte geht es wieder durch lange Waldabschnitte am Fluss entlang. An einem guten Aussichtspunkt vom Hollyford Track sieht man den Mt. Tutoko, 2.723 Meter, und den Mt. Madeline, 2.536 Meter, die beide ihre eigenen Gletscher haben. Weiter geht es über den kleinen Little Homer Sattel, 150 Höhenmeter. Auf diesem Stück ist der Track sehr ausgebaut und breit genug. Hin und wieder muss man kleine oder größere Flüsse überqueren. Die zweite Hütte liegt genau am Lake Alabaster, wo sich bei klarem Wetter die Berge im See spiegeln. Von dort kann man auch auf den Pyke Big Bay Track abzweigen. Oft muss man aber dabei durch kniehohen Matsch laufen und Flüsse durchqueren.

3. Tag: Lake Alabaster Hut nach Mc Kerrow, 10,5 Kilometer, drei bis vier Stunden – oder gleich weiter bis Demon Trail Hut, 4.2 Kilometer, eineinhalb Stunden

Der nächste Wasserfall wartet schon an Tag 2 am Little Homer Creek.

Der nächste Wasserfall wartet schon an Tag 2 am Little Homer Creek.

Der gut ausgebaute Weg wird jetzt durch ein wenig up and down und ein paar Steine, die auf dem Track liegen, zur holprigen Angelegenheit! Ab jetzt kommt man einfach nicht mehr so schnell voran wie an den ersten beiden Tagen. Das Wetter spielt auf dem Hollyford Track eine entscheidende Rolle, weil die Flüsse sehr schnell anschwellen können und der Weg dann sehr matschig sein kann. Stellenweise wurde der Track neu verlegt, weil der Fluss den alten Track weggerissen hat. Ab der Mc Kerrow Hut geht der Weg am wunderschönen klaren Lake Mc Kerrow entlang. Die Gesamtlänge des Sees beträgt 22 Kilometer. Man muss ab jetzt bis zur Martins Bay viele kleine Hängebrücken überwinden. Die Hängebrücken sind nur mit einem Stahlseil als Tritt und zwei Stahlseilen als Griff miteinander verbunden. Die Demon Trail Hut liegt genau am Wasser auf einer kleinen Anhöhe.

4. Tag: Demon Trail Hut nach Hokuri Hut, 9,6 Kilometer, fünf bis sechs Stunden

Auf diesem Teilstück des Hollyford Tracks geht es den ganzen Tag nur runter und wieder hoch. Es sind maximal nicht mehr als 150 Höhenmeter, die ich überwinden muss. Der Streckenabschnitt ist dafür bekannt, dass er bei viel Regen sehr matschig sein kann, gerade weil dort auch viele Steine liegen, die dann nass sind. Immer wieder hat der Track einen kurzen Zugang zum See, wo man echt weit schauen kann. Die Bergkulisse ist sehr beeindruckend, da der Weg im Tal der Bergkette entlangläuft. Bei gutem Wetter spiegeln sich die Berge im Lake. Die Hokuri Hut ist ziemlich neu und hat einen super Blick auf den See. Von der Hut sind es zwei Minuten zum Ufer.

5. Tag: Hokuri Hut nach Martins Bay Hut, 13 Kilometer, vier bis fünf Stunden

Das alte Maori-Kanu am Rande der alten Siedlung Jamestown.

Das alte Maori-Kanu am Rande der alten Siedlung Jamestown.

30 Minuten nach der Hut muss man den Hokuri River überqueren. Bei wenig Wasser kann man den kürzeren Weg durch den Fluss nehmen (besser Schuhe ausziehen). Eine zweite Möglichkeit ist der 20 Minuten längere Weg über eine Brücke. Kurz vor dem Ende des Lakes kommt man durch Jamestown. Das ist eine alte Siedlung, wo früher Menschen gelebt haben. Bevor der Hollyford Track wieder in den Wald geht, befindet sich ein altes Kanu von den Maori (Ureinwohner Neuseelands). Bevor man zur Martins Bay Hut kommt, führt der Track nicht weit vom Strand entlang. Dort in der Nähe ist auch das kleine Rollfeld, wo die Flugzeuge die Wanderer ein- bzw. ausfliegen. Der Martins Bay Beach ist für mich der schönste und einsamste Strand in Neuseeland überhaupt. Der Hauptstrand liegt auf der anderen Seite der Flussmündung und man kommt nur mit einem Boot hin. Die Wellen peitschen nur so gegen den Strand und auf die vielen Steine auf der anderen Seite. Von der Martins Bay Hut sind es noch einmal 15 Minuten bis zum Long Reef. Das ist eine vorgelagerte Bucht, wo sich unzählige Robben mit ihren Kindern tummeln. Man kann an diesem Platz aber auch viele Pinguine sehen. Am Abend erlebe ich meinen besten Sonnenuntergang in Neuseeland. Da ich genau an der Westküste bin, schimmern die Berge im Osten mit einem hellen Rot, Lila und in vielen anderen Farben. Es ist einfach unglaublich, mitten in der Natur und kein Mensch weit und breit! Diesen Moment habe ich sehr genossen und zehre immer noch davon.

6. Tag: Von der Martins Bay mit dem Jetboot zur Lake Alabaster Hut

Immer wieder wartet beeindruckende Landschaft auf dem Hollyford Track.

Immer wieder wartet beeindruckende Landschaft auf dem Hollyford Track.

Am nächsten Tag geht es mit dem Jetboot zurück über den Lake McKerrow. Da der Hollyford River wenig Wasser hat und viel Treibholz im Fluss treibt, ist die Fahrt sehr adrenalinreich. Die Fahrt endet zwei Kilometer vor der Lake Alabaster Hut. Da es erst neun Uhr ist, laufe ich am selben Tag zum Ausgangspunkt zurück. Es gibt aber auch die Möglichkeit, noch eine Nacht auf der Lake Alabaster Hut oder in der Hiddenfalls Hut zu bleiben.

Allgemeine Infos über Hütten und Transport im Hollyford Track

Hütten:

Die Hütten am Hollyford Track haben zwischen 12 und 26 Betten und können nicht gebucht werden. Hier heißt es: first come, first serve. Die Hüttentickets kosten je Übernachtung 15 Dollar und man muss sie vor dem Start in Te Anau kaufen. Wer viele Tracks macht, hat die Möglichkeit, sich einen Backcountrypass für sechs Monate für 92 Dollar oder für zwölf Monate für 122 Dollar zu kaufen! Die Hütten haben fast alle fließend Wasser (Regenwasser), aber man braucht sein eigenes Gas und Kochgeschirr. Unweit von der Hütte befindet sich eine Trockentoilette. Es gibt keinen Strom, dafür aber einen Holzofen.

Transport:

Es gibt vier Möglichkeiten, den Hollyford Track zu beenden:
1. Den gleichen Weg zurücklaufen
2. Über den Pyke Big Bay River Track zurück
3. Ein- oder ausfliegen lassen
4. Mit dem Jetboot zurück

Das Long Reef erreicht man am fünften Tag auf dem Hollyford Track.

Das Long Reef erreicht man am fünften Tag auf dem Hollyford Track.

Wer kein eigenes Auto hat, kann die Möglichkeit nutzen, mit dem Bus zu fahren oder sich einfliegen zu lassen. Der Bus fährt in der Regel nur am Montag, Mittwoch und Freitag von Te Anau am Vormittag los. Die Fahrt dauert zwei Stunden bis zum Ausgangspunkt Hollyford Road. Wer den Bus zurück nach Te Anau nehmen will, er fährt am Nachmittag wieder zurück. Die Busverbindungen gibt es hier.

Ein echtes Highlight ist es, sich ein- oder ausfliegen zu lassen. Der Flug startet in Te Anau und man fliegt über das ganze Fjordland bis zur Martins Bay. Die Bergkulisse ist einfach gigantisch, ebenso wie die vielen Fjorde, die man sieht. Der Flug kostet 280 Dollar und es wird ab zwei Personen geflogen. Weitere Infos zum Flugtransport.

Wer den Hollyford Track nicht auf demselben Weg zurücklaufen will, kann sich einen großen Teil mit dem Jetboot fahren lassen. Diese Fahrt geht von der Martins Bay um acht Uhr los und dauert eine Stunde. Der Kostenpunkt dafür ist 110 Dollar. Weitere Infos zum Jetboot-Transport.

Alles Preise oder Fahrpläne sind vom Sommer 2014.

Karten zum Hollyford Track:

  • Topo 50 – CA 09 Alabaster 1 : 50000
  • Topo 50 – CB 09 Hollyford 1 : 50000
  • Topo 50 – CA 08 Milford Sound / Piopiotahi
  • Karten zum Download

Was ist sonst noch wichtig?

Die Hütten auf dem Hollyford Track können nicht vorreserviert werden. Früh da sein, heißt daher die Devise. Hier die Alabaster Hut.

Die Hütten auf dem Hollyford Track können nicht vorreserviert werden. Früh da sein, heißt daher die Devise. Hier die Alabaster Hut.

  • Da es keinen Handyempfang gibt, sollte man sich in Te Anau einen Locator Beacon ausleihen (kostet für sieben Tage ca. 40 Dollar). Wenn der Locator Beacon aktiviert ist, wird ein Signal gesendet. Man sollte es nur im Notfall gebrauchen. Sonst wird es richtig teuer.
  • Man kann den Hollyford Track selbst machen oder als geführte Tour, was aber sehr teuer wird.
  • Infos dazu findet man unter folgendem Link: http://www.hollyfordtrack.com/
  • Bevor man zum Hollyford Track kommt, führt die Straße durch das Gunn’s Camp.
  • Allgemeine Infos zum Hollyford Track gibt es unter diesem Link.

Mein Fazit: Der Hollyford Track

Insgesamt kann ich über den Hollyford Track sagen, dass er einer meiner besten Tracks in Neuseeland war, den ich jedem empfehlen kann. Wenn es nicht so matschig ist, ist er für Jedermann machbar. Eigentlich kann man den Track das ganze Jahr laufen, weil er ja nur auf 150 Höhenmetern liegt. Ich war im April unterwegs und habe kaum jemanden getroffen! Leider gibt es im Sommer sehr viele kleine Sandflies, die einen sehr belästigen können.

Der Hollyford Track war für mich auch eine kleine Ablenkung vom vielen Radeln. Ich mache gerade eine längere Radreise und bin schon über ein Jahr unterwegs. Ein ganzes Jahr habe ich dabei in Neuseeland verbracht und bin danach weiter nach Tasmanien/Australien gereist. Meine Idee dabei ist nicht nur das Reisen, sondern ich möchte dabei vor allem Spendengelder für Kinder in Bangladesch sammeln. Ich unterstütze ein Projekt, welches ich Anfang 2015 in Bangladesch besuchen möchte. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann auf meinen Blog schauen. Ich würde mich auch sehr über Spenden für mein Projekt freuen.

2 Kommentare

  1. Hallöchen und guten Tag, ich bin gerade auf den Beitrag gestoßen und ich muss sagen ich habe ihn mit sehr viel Interesse gelesen. Weiter so, sehr toller Blog wie ich finde. Ich werde jetzt regelmäßig vorbeikommen :)

    Grüße

  2. Schöner Beitrag! Vermisse in letzter Zeit eure Beiträge aus den anderen Rubriken! Aber ich hoffe demnächst werden es auch wieder mehr!

    Viele Grüße,

    euer Klausiii

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