Camping, Testberichte

Primus Eta Express Kocher im Test

31.03.2015

Primus Eta Express Kocher im Test

Der Markt der Outdoorkocher ist groß. Welche Gründe sprechen für das Primus Eta Express Kochsystem? Ein ausführlicher Testbericht.

Das Solo-Kochsystem Primus Eta Express

Zunächst hat ein Kochsystem wie der Primus Eta Express einen großen Vorteil: Alle Teile sind aufeinander abgestimmt und kompatibel und müssen nicht mühsam separat gekauft und zusammengestellt werden. Allerdings ergeben sich bei vielen Solokochern auch Nachteile:

  • Durch sehr schmale Töpfe wird richtiges Kochen erschwert.
  • Oft lassen sich besagte Systeme zusätzlich schlecht regulieren, also ist Kochen auf halber Flamme kaum möglich.

Mit dem Primus Eta Express soll nun die Gewichtsersparnis und Effizienz eines Solo-Kochsystems mit den Annehmlichkeiten eines großen Kochers (Regulierbarkeit und Power!) verbunden werden. Ob das klappt, habe ich ausgiebig getestet.

Der Brenner des Eta Express Gaskochers im Praxistest

Beim Primus Eta Express wird der Windschutz aufgeschoben.

Beim Primus Eta Express wird der Windschutz aufgeschoben.

Primus hat beim aktuellen Modell des Eta Express Kochers vieles verbessert, was beim Vorgänger noch bemängelt wurde. So umfasst der Windschutz zwar immer noch nur eine Hälfte des Kochers. Dafür sitzt er wesentlich stabiler. Er wird auf den Kocher aufgeschoben und mit zwei Magneten fixiert, dadurch bleibt er an Ort und Stelle. Die Topfauflagen am Kopf des Brenners werden ausgeklappt und rasten in ihrer Endstellung ein. Leider kratzt eine Topfauflage beim Arretieren über den Kocher. Die Funktion wird dadurch aber nicht beeinträchtigt.

Die Regulierbarkeit des Primus Kochers hat mich wirklich überrascht: Es ist möglich, selbst auf kleinster Flamme zu kochen, ohne ständig nachzuregulieren. Enttäuscht hat mich dagegen die Piezo-Zündung. Die ist leider weniger robust als erhofft und hat nach der dritten Benutzung ihren Dienst eingestellt. Natürlich kann der Kocher nach wie vor mit einer externen Feuerquelle gezündet werden. Also passt gut auf, dass der Piezo-Zünder auf der Seite ist, wo der Windschutz nicht ist, sonst wird es für den Piezo schnell mal zu heiß!

Der Topf des Eta Express

Der Topf selbst ist niedriger als beim Vorgängermodell und setzt sich dadurch auch von der Masse der Solokochsysteme ab. Neben einem richtigen Kocherlebnis garantiert der neue Topf auch einen niedrigeren Schwerpunkt  - und damit mehr Stabilität. Unten am Topf sind die Wärmetauscher-Lamellen angebracht, die die Effizienz des Systems steigern. Die Beschichtung des Topfes funktioniert einwandfrei und hat bei meinen Koch-Tests zuverlässig vor dem Anbrennen des Essens geschützt.

Das angegebene Volumen von einem Liter ist für eine Person völlig ausreichend. Zu beachten ist, dass der Topf beim Kochen nur bis zur 0,9 Liter-Markierung gefüllt werden sollte, um ein Überlaufen zu vermeiden. Im Topf selber ist eine dreiteilige Skalierung (300, 600 und 900 Milliliter) angebracht, die das genaue Einfüllen von Flüssigkeit erleichtert.

Die einklappbaren, mit hitzefestem Silikon ummantelten Topfgriffe sind stabil und wackeln nicht. Sie erleichtern die Bedienung, wenn der Topf heiß ist.

Der Deckel des Solo-Kochers

Der Deckel des Topfes besteht aus Plastik mit einem Silikonring. Der wird allerdings auch sehr schnell heiß. Doch selbst dann dient er immer noch als gute Griffstelle. Die Löcher im Deckel können als Abguss für heißes Wasser genutzt werden und verhindern zusätzlich das Überkochen – natürlich nur bis zu einem bestimmten Grad. Das einzig Negative an dem Topfdeckel ist die Tatsache, dass das verwendete Plastik sehr leicht verkratzt.

Der Gasverbrauch des Gaskochers

Die Topfauflagen des Express Stove können eingeklappt werden.

Die Topfauflagen des Express Stove können eingeklappt werden.

Der Gasverbrauch des Primus Eta Express hat mich zwar nicht begeistert, dennoch liegt er absolut im Rahmen. Der Kocher erreichte im Test bei 23 Grad Celsius und Windstille annähernd dieselben Verbrauchswerte und Kochzeiten wie bei leichtem Wind und zwei Grad Celsius. Für ein Fertignudelgericht aus dem Supermarkt verbraucht man mit diesem Kocher etwa zwölf Gramm Gas.

Im Lieferumfang ist sowohl eine einfache, aber praktische Plastikschüssel, als auch ein Packbeutel für den Brenner und ein Netzbeutel für die gesamte Kocheinheit enthalten. In dem Kocher kann zudem eine kleine 110 Gramm-Gaskartusche verstaut werden.

Mein Test-Fazit zum Primus Eta Express Gaskocher

Primus hat bei der neuen Version des Eta Express Kochers an einigen Stellen nachgebessert und einen soliden Kocher produziert. Zwar gibt es nach wie vor Verbesserungsbedarf bei der Piezo-Zündung und das Gewicht könnte auch niedriger sein, dafür erhält man aber eben auch etwas mehr als nur einen Wasserkocher.

Daten & Fakten zum Kocher

Gewicht: 449 Gramm (Herstellerangabe); 530 Gramm (eigene Messung)
Maße: 115 x 140 Millimeter
Leistung: 2.600 Watt
Verbrauch: ca. 6 Gramm / 0,5 Liter (eigene Messung)
Kochzeit: 1:35 / 0,5 Liter (1023,6 hpA; 23° Celsius) (eigene Messung)

2 Kommentare

  1. Ich finde mit einer vernünftigen kulinarischen Versorgung macht jede Tour gleich mehr Spass. Ein vernünftiger Kocher macht da nur Sinn. Ich habe jahrelang mit einem alten DDR Benzinkocher gekämpft – war aber auch unverwüstlich :)

    Gruß

    Sebastian

  2. Schöner und ausführlicher Bericht. Der Campingkocher wäre mir durchaus eine Anschaffung wert. Allerdings schreckt mich das Gewicht ab.

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