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Deutscher Jugend Kletter Cup Scheidegg

13.05.2011

Deutscher Jugend Kletter Cup Scheidegg

Von Winterpause, löchrigen Schuhen, dem Problem, Kletterschuhe zu bekommen und wie man dann doch noch einen super Platz erklettert

Deutscher Jugend Kletter Cup Scheidegg 10.04.2011

Nach langer Winterpause und vielen, vielen Fahrten ins Training in die Münchner oder Tölzer Kletterhalle, begann am letzen Sonntag die neue Runde der deutschen Jugend Kletterwettkämpfe in Scheidegg Allgäu. Wir waren wohl alle gespannt wie es nach der Pause wieder anläuft, das letzte Jahr lief ja bei mir sehr durchwachsen, mal total gut und dann auch mal wieder ziemlich daneben, aber so ist das halt bei meiner Köperlänge von noch nicht mal 1,50 m. Nun denn.

Am Freitag Nachmittag, schon auf der Fahrt nach München konnte ich noch meine neuen Schuhe Red Chili Matador im Lager in Otterfing bei Bergzeit abholen, die mir der Wasti von Bergzeit noch freundlicherweise auf den letzten Drücker organisieren konnte und zur Verfügung stellte. Es ist unheimlich schwierig hier in Deutschland so genannte „high end“ Kletterschuhe in meiner Größe zu bekommen, eigentlich stellen die nur Red Chili und la Sportiva her. Die anderen Hersteller bieten in diesen Größen nur „Kletter -„Lauflernschuhe“ an. Also ,- es hat noch geklappt, sonst hätte ich mit meinen schon einmal geflickten und schon wieder gelöcherten alten antreten müssen. Bergzeit sei Dank.

 

Scheidegg - Austragungsort des Kletter Cups

Scheidegg - Austragungsort des Kletter Cups

Wir haben noch in München bei Sophia übernachtet und sind dann am Samstag erstmal an den Bodensee nach Friedrichshafen gefahren, wo wir die ideale physische und psychische Wettkampfvorbereitung in Form von „Chillen am See“ bei mediterranen 24 Grad und Speicher auffüllen mit Pizza und Eiscreme an der Seepromenade absolvierten. Das war schon mal ein guter Einstieg. Sonntags war es dann nur ein Katzensprung hinauf nach Scheidegg, wo schon ein strahlendes Panorama einen schönen Tag versprach.

Panorama hin oder her, der Wettkampf war wieder wie immer in einer Halle. Die Halle von Scheidegg ist etwas skuril, da eine ehemalige Tennishalle zur Kletterhalle umgebaut wurde. Tennishallen haben nun mal nicht so die gewaltige Höhe, also macht man aus der Not eine Tugend und baut einfach ein riesen Dach und schraubt die Routen eher horizontal als vertikal. Da ich im Winter mal auf der Durchreise die Halle angeschaut hatte, wusste ich was da auf mich zukommt, und Dächer liegen mir ja eigentlich ganz gut.

Das Dach in der Kletterhalle in Scheidegg

Das Dach in der Kletterhalle in Scheidegg

Die Wettkämpfe laufen in der Regel immer nach dem selben Muster. Es müssen 2 Quali- Routen geklettert werden, jeder Griff ein Punkt. Und dann gibt es noch Plus und Minus Wertungen. Die Summe der gekletterten Punkte ergibt dann die Final-Qualifikation. In meiner Klasse Jugend B waren 32 Mädchen aus allen Ecken und Winkeln Deutschlands am Start. Ins Finale kamen die ersten 10. Bei der ersten Quali-Route bin ich mit Start Nr.21 relativ spät dran gewesen und konnte also gut mit ansehen wie alle anderen vor mir erstaunlich früh den Abflug gemacht haben, viele sind an der selben Stelle geflogen. Ein Sprung von einer senkrechten Wand schräg nach links, oben, außen, – knifflig. Ja und ich hab mir gedacht, eher unwahrscheinlich, dass ich das schaff, wenn das all die anderen die viel größer sind schon nicht schaffen. Aber siehe da, ich konnte den Griff mit meiner linken Hand noch erreichen und den darauf folgenden wilden Pendler halten.

 

Das Finale des Kletter Cups in Scheidegg

Das Finale des Kletter Cups in Scheidegg

Ja und dann gings noch ein gutes Stück weiter. Außer mir hat nur noch Lilli Kiesgen den Griff berührt und natürlich Hannah Bähr. Sie hat als einzige die Tour getoppt.

So. — 1. Quali also schon mal mit einem 2.Platz gut in der Tasche.

Die 2. Quali war dann gar nicht soooo schwer aber extrem pumpig.

Ich hatte auch relativ wenig Zeit zwischen der 1. und der 2. Quali- Route, so dass ich dann ungefähr in der Mitte abtropfte, immer hin noch als 9e. Somit war das Finale schon mal klar. Juhu. Also Warten in der Iso, und dann zum Finale. Beim Finale darf man den anderen nicht zuschauen während sie klettern und weiß auch nicht genau wie weit sie gekommen sind. Ich startete als Sechste. Alle vor mir sind schon entweder vor dem ersten Überhang aus der Route geflogen oder an dem ultimativen Sprung mit dem man dann raus und nach oben springen musste um über die Walze zu kommen. Die Route war irgendwie verzwickt aber nicht sonderlich schwer, der Sprung, – ich kann den Griff noch berühren aber dann doch nicht mehr halten, und darf nach dem Ablassen zu meiner Überraschung aufs Leader-Bänkchen. Joachim Tensing aus Coburg hat da inzwischen auch Platz genommen und so warten wir beide da nun auf unsere nachfolgenden, immer im Begriff das Bänkchen zu räumen, aber nein. Erst Hannah als letzte und sowieso die absolute Favoritin kommt noch 2 Griffe weiter bevor auch sie den Abflug macht. Ich hab also den 2. Platz und freu mich gewaltig – und alle meine Freunde mit mir.

Die Sigerehrung des Kletter Cups

Die Siegerehrung des Kletter Cups

Also dann noch die kurze Siegerehrung, eine Medaille und ein wunderbares chickes Top von Edelrid, das wieder 5 Größen zu groß ist als Preis, und dann nichts wie raus aus der Halle und noch schnell auf eine nur noch kurz sonnige Terrasse in einer uralten allgäuer Wirtschaft auf eine schnelle Brotzeit. Dann fahren wir gemütlich in unserem langsamen aber chilligen Gas-Auto in den Schlafsack eingewickelt und mit Kissen versorgt nach Hause.

Ein schönes Wochenende ist vorbei.

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