Leidenschaft

Ischgl Ironbike 2014: Mountainbike-Marathon extrem

20.08.2014

Ischgl Ironbike 2014: Mountainbike-Marathon extrem

Am Samstag, den 02.08.2014 fand im Paznauntal der Ischgl Ironbike 2014 statt. Der höchstdotierte Mountainbike-Marathon Europas wartete mit insgesamt drei Strecken auf die Radsportler.

Der Ischgl Ironbike in den Tiroler Alpen ist eines der härtesten Mountainbike-Rennen der Alpen.

Der Ischgl Ironbike in Tirol ist eines der härtesten Mountainbike-Rennen der Alpen.

Race-Einsteiger wählten die kurze Strecke über 27 Kilometer und 755 Höhenmeter. Die mittlere Runde über 48 Kilometer und 2.050 Höhenmeter verlangte den Bikern durch den steilen Anstieg zur Idalp und die weitere Auffahrt bis zur Vellilscharte schon eine gute Kondition ab. Die Abfahrt durch das Velliltal ließ jedoch alle Aufstiegsmühen vergessen: Über 1.200 Höhenmeter purer Abfahrtsspaß auf dem legendären Velliltrail bis hinunter ins Ziel nach Ischgl zauberte den Berg-Sportlern des Ischgl Ironbike ein breites Grinsen ins Gesicht. Die lange Strecke des Mountainbike-Marathons führte von Ischgl über die Greitspitze in 2.872 Metern Höhe auf traumhaften Single-Trails bis hinab ins schweizerische Samnaun und wieder hoch auf den Palinkopf. 79 Kilometer und 3.820 Höhenmeter mussten dabei bewältigt werden. Für ihre Qualen entschädigt wurden die Ironbike-Fahrer auch hier durch traumhafte Trails und grandiose Ausblicke.

Der Auftakt zur Veranstaltung wurde bereits am Freitag mit einem Eliminator-Sprint durch den Ortskern von Ischgl gegeben. Die Sieger des Mountainbike Sprints waren: Elia Silvestri und Nadine Rieder.

Der Ischgl Ironbike: Nichts für naive Radler

Das Hauptevent fand am Samstag statt: Der Ischgl Ironbike 2014. Nach der Akkreditierung hieß es umziehen, Rad ausladen, ein bisschen Warmfahren, nach Bekannten Ausschau halten und sich dann im Startblock einfinden. Um 8:30 Uhr fiel der Startschuss und die Marathonisti setzten sich in Richtung Ortsausgang in Bewegung. Darunter die Profis sowie etliche Wochenend-Wettkämpfer und ich mittendrin.

79 Kilometer sind ja für den allgemeinen Radsportler nicht so viel und 3.820 Meter sind ja auch nicht weit, wenn sie horizontal zurückgelegt werden. Ein kurzer Ausflug nach Ischgl, mal eben den Ironbike mitfahren und wieder zurück – ein wenig naiv, aber so oder so ähnlich hatte ich mir das vorgestellt.

Das Starterfeld des Ischgl Ironbike auf dem Weg nach oben.

Das Starterfeld des Ischgl Ironbike auf dem Weg nach oben.

Dass die 3,82 Kilometer senkrecht nach oben gingen, wurde mir erst im ersten Anstieg so richtig klar. Ich hatte aber zuvor schon mit ein paar Bekannten aus der Rennszene Smalltalk gehalten und mir vorgenommen, das Ganze nicht zu schnell anzugehen. So riss ich mich zusammen und kurbelte in langsamem Tempo den Anstieg über die Lareinalpe Richtung Friedrichshafner Hütte hoch. Die vorbeiziehenden Mittelstreckler machten die Sache nicht ganz einfach. Dank stoischem Blick auf die Pulsuhr gelang es mir aber dennoch, mich bis zum 1.500 Höhenmeter-Anstieg hinauf zur Greitspizt (2.853 Meter) im Zaum zu halten. Dieser wurde dann zum Großteil auf Asphalt und Schotterstraßen unter die Räder genommen, bevor man das letzte Stück zu Fuß bewältigen musste. Wanderschuhe wären hier wohl angebrachter gewesen als High-End Mountainbike-Schuhe mit Carbon-Sohle, welche das Laufen nicht unbedingt erleichterte.

Halbzeit beim Mountainbike-Marathon

Ischgl Ironbike 2014

Auch die Profis hatten mit dem Aufstieg zur Greitspitz zu kämpfen.

Knapp die Hälfte der Strecke des Ischgl Ironbike war nun also geschafft und nach der Verpflegungsstelle auf 2.500 Metern, die gleichzeitig auch die Weiche zur Mitteldistanz darstellte, gab es kein Zurück mehr. Nachdem ich dort meinen Vorrat an Gels, Riegeln und Getränken wieder aufgestockt hatte, ging es die vorerst letzten 300 Höhenmeter bergauf, um dann auf dem malerischen Höhenzug und daraufhin auf feinsten Trails in Richtung Schweiz zu donnern. In Samnaun angekommen, wartete der letzte große Anstieg auf mich: knapp 1.000 Höhenmeter am Stück hinauf zum Palinkopf. Die letzen Höhenmeter mussten von mir im Laufschritt erklommen werden, was die ohnehin schon zu Krämpfen neigende Muskulatur immer wieder an ihre Grenzen brachte. Nachdem auch dieses Unterfangen gemeistert war, schoss ich, dem Delirium nahe, Ischgl und damit dem Ziel entgegen. 53 Minuten nach dem Sieger Urs Huber überquerte ich dann endlich den Zielstrich und ergötzte mich an der reichhaltigen Zielverpflegung.

Grandios und anspruchsvoll

Ischgl Ironbike 2014

Huber auf dem Weg zum Sieg.

Für alle Bergliebhaber und Mountainbiker kann ich den Ischgl Ironbike nur empfehlen. Die konditionell anspruchsvolle Strecke besticht durch grandiose Ausblicke und technische sowie flowige Trails, welche das Bikerherz höher schlagen lassen. Bevor diese erreicht sind, müssen aber erst über 1.000 Höhenmeter am Stück auf Teer und Schotterstraßen bewältigt werden. Eine Tatsache, die man bei der Renneinteilung unbedingt beachten sollte.

Ischgl ich freue mich auf nächstes Jahr!

Ischgl Ironbike 2014

Das Streckenprofil des Mountainbike-Marathons in Ischgl hat es in sich.

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