Outdoor

Canyoning im Allgäu - Ein wilder Ausflug in die Starzlachklamm

27.06.2014

Canyoning im Allgäu – Ein wilder Ausflug in die Starzlachklamm

Canyoning (engl. für “schluchteln”) bedarf zu Anfang einer Erklärung. Denn unglücklich übersetzt, wird es oft mit dem Bootfahren, dem Canoeing verwechselt. Ist dieses Missverständnis jedoch einmal ausgeräumt, wird schnell klar: Das Abwärtsbewegen im Bach mit Rutschen, Springen und Abseilen birgt auch für erfahrene Bergfexe Suchtgefahr.

Wo kommt Canyoning her?

Canyoning ist das Begehen von Schluchten und bewegt sich sportlich zwischen Wildwasser-Rafting, Klettern und Wandern. Foto: Chris Lemke

Canyoning ist das Begehen von Schluchten und bewegt sich sportlich zwischen Wildwasser-Rafting, Klettern und Wandern. Foto: Chris Lemke

Es gab wohl schon immer die Neugier der Bergbewohner, den Ursprung und Weg der zahlreichen Bäche kennenzulernen. So wird behauptet, dass in den französischen Alpen in den 1980er Jahren die ersten Schluchten mit Haken und Ständen eingerichtet worden sind, um Canyons sicher begehen zu können. Der kommerzielle Erfolg des Canyoning ist noch recht jung und der Sport muss sich langsam zwischen Wildwasser Rafting, Klettern und Wandern etablieren. So wird man nicht selten von ungläubigen Touristen angeschaut, wenn sich eine Truppe in Neopren gekleideter Canyonauten ihren Weg durch die Schlucht bahnt.

Aber was ist Canyoning überhaupt?

Canyoning kann als Mehrkampf des Outdoorsports bezeichnet werden. Denn beim Wandern durch den Bach kommen einige Elemente verwandter Bergsportarten zum Einsatz. Beim Abseilen bedienten sich die ersten Canyonauten naheliegenderweise Klettertechniken. Nach einigen Feinschliffen und Anpassungen des Materials sind diese nun auf die Bedürfnisse des Canyoning angepasst. Wenn es die Stelle erlaubt, wird beim Canyoning auch gerne gerutscht und gesprungen. Hier ist es natürlich für den Guide jeweils Pflicht, die Wassertiefe des Pools vorher zu überprüfen und freizugeben. Die Rutschen sind teilweise so unglaublich geformt, dass man meinen könnte, diese seien in Fernost gefertigt und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in unseren Schluchten installiert worden. Dem ist jedoch nicht so, denn unsere Natur hat es schon perfekt gemacht.

Canyoning im Allgäu in der Starzlachklamm

Wunderbar zu sehen ist das an der Starzlachklamm bei Sonthofen im Allgäu. Hier hat sich der Bach (die Starzlach) in jahrtausendelanger Arbeit seinen Weg durch den Grünten gebahnt und uns eine wahre Perle des “Schluchtens” überlassen. Es reihen sich sportliche Kletterstellen im Bach an kleine Sprünge. Die Tour endet in einer furiosen 18 Meter langen Rutsche.

Beim Canyoning im Allgäu in der Starzlachklamm beträgt der höchste Abseiler 12 Meter. Foto: Chris Lemke

Beim Canyoning im Allgäu in der Starzlachklamm beträgt der höchste Abseiler 12 Meter. Foto: Chris Lemke

Beginn der Canyoning-Tour ist der Parkplatz an der Starzlachklamm in Winkel, rund fünf Fahrminuten von Sonthofen entfernt. Der Aufstieg vom Parkplatz dauert dann etwa 20 Minuten, und dies ist die perfekte Gelegenheit für die angehenden Canyonauten, die Schlucht bereits vor dem Einstieg ins Wasser zu begutachten. Denn dort ist ein Steig eingebaut, der Besuchern auch ein “trockenes” Erkunden der Schlucht ermöglicht.

Vor dem ersten Abseiler läutet der Gurtcheck den Beginn der Tour ein. Und dieser Einstieg ist in der “Starze” ein Highlight. Der zwölf Meter lange Abseiler führt durch eine enge Rinne, danach wird jeder vom Wasserfall geduscht und landet direkt im ersten Pool. Hier werden alle Spuren der letzten Nacht weggewaschen. Es folgen viele Hüpfer sowie Abkletterstellen, die gemeistert werden wollen. Nach dem ersten Teil der Tour wird die Starzlachklamm merklich enger, hier besteht auch die letzte Möglichkeit, das Canyoning vorzeitig abzubrechen. Nach einigen Kletterstellen und kleineren Abseilern macht die Schlucht wieder etwas auf und es bietet sich die Möglichkeit, einige Sprünge von verschieden hohen Felsen zu versuchen.

Der letzte Teil der Starzlachklamm besteht aus einem längeren Gehteil, welcher an der Abschlussrutsche markant endet. Denn hier, eingeleitet durch einige kleinere “Hüpfer”, endet die Tour mit einer furiosen 18 Meter langen Abschlussrutsche, auch genannt der “Endgegner”. Obwohl diese Rutsche sehr rasant anmutet, besteht hier kaum Verletzungsgefahr. Eine grandiose Erfahrung!

Fazit zur Canyoning-Tour in der Starzlachklamm

Die Starzlachklamm im Allgäu ist perfekt für erfahrene Canyonauten genauso wie sportliche Einsteiger. Gut ausgebaut und mit allen Elementen des Canyoning ausgestattet ist sie das Highlight jeden Allgäubesuchs.

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