Testberichte

Petzl Snowalker Eispickel im Test

14.01.2015

Petzl Snowalker Eispickel im Test

Der Winter ist da – die Hochtourensaison ist beendet. Doch kein Grund, die Hochtourenausrüstung im Keller zu verstauen. Auch auf der ein oder anderen Skitour kann es hilfreich sein, einen Eispickel oder Steigeisen dabei zu haben.

Petzl Snowalker Eispickel - geschmiedete Stahlhaue

Petzl Snowalker Eispickel – geschmiedete Stahlhaue

Im folgenden Testbericht stelle ich euch einen “Standard”-Eispickel vor: den Petzl Snowalker. Er überzeugt neben seiner klassischen Form mit geringem Gewicht, breitem Einsatzspektrum und einem tollen Preis-Leistungsverhältnis.

Technische Daten im Überblick

Der Petzl Snowwalker ist ein Standard-Eispickel – klassische Form, wenig Biegung, etwas länger als normal. Sprich ein Eispickel für normale Hochtouren, für Skitouren oder auch für Firntouren, nicht jedoch für Eiskletterpassagen. Mit rund 450 Gramm bei 68 Zentimetern ist der Pickel sehr leicht, dennoch ist die Verarbeitung sehr robust und die Materialien wirken hochwertig. Die Längen 60-68-75cm sind erhältlich (zur Längenwahl siehe unten). Wichtig für mich war, dass die Haue aus festem Stahl gefertigt ist. Die Verbindungen sind vernietet und so sehr stabil – jedoch bringt dies den Nachteil mit sich, dass beispielsweise die Haue nicht austauschbar ist. Wie bei den meisten Eispickeln ist die Haue zweigeteilt – einmal vorne mit der Pickelspitze und einmal auf der Rückseite mit einer kleinen Schaufel. Mit dieser lassen sich beispielsweise Stufen schlagen. Um Gewicht zu sparen wurden in der Stahlhaue kleine Aussparungen eingearbeitet – der Stabilität tut dies jedoch keinen Abbruch.

An der Unterseite des Eispickels ist wie immer eine Spitze angebracht um mit dem auch in der Gehfunktion guten Halt auf Schnee und Eis zu finden. Ein nettes Extra bietet die bereits enthaltene Handschlaufe – so hat man den Griff noch besser in der Hand und das Risiko ihn zu verlieren minimiert sich.

Der Petzl Snowalker im Praxistest

Petzl Snowalker Eispickel mit ausreichend Biss

Petzl Snowalker Eispickel mit ausreichend Biss

Ich hatte letzten Sommer und Winter bei unterschiedlichsten Bedingungen die Möglichkeit, den Petzl Snowalker Eispickel zu testen.

Dabei sind mir mehrere Dinge aufgefallen:

  • Einsatzgebiet: Für einfache Gletschertouren als Gehpickel genauso geeignet wie als Haltepickel in steilerem Gelände. Wird es wirklich steil und eisig, ist der Snowalker Eispickel nicht mehr bissig genug.
  • Haue: In weicherem Firn, härterem Schnee und auch in “leichtem” Eis war der Pickel jeweils sehr griffig – die Haue ließ sich gut einschlagen und brachte guten Halt. Mit der Schaufelhaue auf der Rückseite kann man gut kleine Stufen hauen – alles was ich mir für einen Pickel dieser Kategorie wünsche.
  • Gewicht: Mit nur knapp 450g (je nach Länge) ist der Eispickel wirklich leicht und lässt sich somit ohne Probleme auf der Außenseite des Rucksacks transportieren – auch wenn man ihn dann vielleicht nicht braucht und nur vorsichtshalber mitnimmt.
  • Verarbeitung: Wie von Petzl gewohnt erstklassig – alle Übergange sind perfekt verarbeitet. Die Haue ist aus massivem Stahl, der Stiel aus Aluminium – beides wirkt stabil.
  • Petzl Snowalker Eispickel - mit Handschlaufe

    Petzl Snowalker Eispickel – mit Handschlaufe

    Griffigkeit: Das Halteband, das mit dem Eispickel ausgeliefert wird, ist sehr positiv. So hat man den Pickel immer gut in der Hand, kann ihn auch mal Baumeln lassen, ohne ihn zu verlieren. Gewünscht hätte ich mir einen etwas griffigeren Stiel – z.B. durch kleine Konturen oder ein anderes Material an den Griffzonen. Gerade wenn dieser leicht vereist bringt er nicht immer 100 Prozent Griffigkeit

  • Längenwahl: In der Regel wird empfohlen, die Pickellänge an das Einsatzgebiet anzupassen. Je steiler das Gelände, desto kürzer der Eispickel. Ich habe bei einer Körpergröße von 180 Zentimetern eine Pickellänge von 60 Zentimetern gewählt. Zum Vergleich – die 60 Zentimeter bedeuten, dass der Pickel wenn ich ihn in der Hand halte gerade mit der Spitze bis zum Außenknöchel reicht. Sprich, wenn ich in der Ebene gehe, geht der Eispickel im Schnee gerade so bis zum Boden. Man könnte für gemütliche Gletschertouren durchaus auch eine größere Länge wählen, fürs steilere Gelände bin ich jedoch etwas flexibler. Die Längenwahl ist jedoch ein sehr heikles Thema und sollte immer in Hinblick auf Körpergröße und bevorzugtem Terrain durchgeführt werden.
  • Haltbarkeit: Bisher konnte ich keine wirklichen Abnutzungerscheinungen erkennen – alle Nieten halten, die Haue ist nicht wesentlich abgestumpft – so wie man das erwartet.
  • Sonstiges: Für mich mit ausschlaggebend war das gute Preis-Leistungsverhältnis, welches den Pickel gerade für Einsteiger sehr interessant macht. Für gerade einmal 75€ bekommt man einen hochwertigen Pickel, der das Einsatzspektrum von normalen Hochtouren voll abdeckt.

Fazit des Eispickel-Tests

Wer einen Eispickel für einfache Gletscher- und Hochtouren, Firntouren oder das letzte Stück bei Skitouren sucht – der ist mit dem Petzl Snowalker bestens beraten. Super stabil, ohne unnötiges Schnickschnack, eine Haue die greift und einen guten Griff, dazu niedriges Gewicht und einen günstigen Preis kombiniert mit der gewohnten Petzl Qualität – was will man mehr?

Wer sich bei seinen Touren auch gerne in steileres Gelände begibt, sollte sich vermutlich einen anderen Eispickel zulegen, der mehr an der Grenze zum Eisgerät liegt und eine gebogene Form aufweist. Beispielsweise den Petzl Sumtec.

Der Petzl Snowalker im Überblick

  • Petzl Snowalker Eispickel in 60cm

    Petzl Snowalker Eispickel in 60cm

    Kategorie: einfacher Standard-Eispickel

  • Form: gerader Hochtouren-Eispickel
  • Gewicht: 438g (bei 68cm)
  • Größen: 60cm / 68cm / 75cm
  • Material: Stahlhaue
  • mit Handschlaufe

Vorteile:

  • leichtes Gewicht
  • gute Verarbeitung
  • breites Einsatzspektrum (guter Einsteigerpickel)
  • gutes Preisleistungsverhältnis

Nachteile:

  • für sehr steiles Gelände zu wenig “aggressiv”
  • Haue nicht austauschbar
  • Griff leider nicht konturiert

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