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Gasteiner Skiteufel: Award für gutes Skifahren im Gasteinertal

01.04.2014

Gasteiner Skiteufel: Award für gutes Skifahren im Gasteinertal

Mein Herz rast. Meine Oberschenkel brennen. Ich befinde mich irgendwo zwischen der „Hohen Scharte“ und der Talstation der Gasteiner Schlossalmbahn, im Skigebiet Bad Hofgastein mitten auf der „H1“, der Skiabfahrt mit dem angeblich größten Höhenunterschied im gesamten Ostalpengebiet. Von ganz oben bis ganz unten legt man auf einer Länge von acht Kilometern rund 1.460 Höhenmeter im Schnee zurück. Für das wunderbare Panorama der Hohen Tauern habe ich allerdings keinen Blick. Für mich zählt die Zeit. Seit gestern ist mein Ehrgeiz proportional zu meinem Muskelkater gestiegen. Dabei hatte alles recht harmlos angefangen.

Proben für den Gasteiner Skiteufel

Gasteiner Skiteufel, Bad Hofgastein

Aufwärmen vor dem Skifahren, da kennt Sportmediziner Dr. Thomas Sinnißbichler (l.) kein Erbarmen.

Die ersten Sonnenstrahlen mühen sich durch die graue Nebeldecke, als auf der „Kleinen Scharte“ im Skigebiet von Bad Hofgastein im Gasteinertal ein Dutzend Skifahrer Arme und Rumpf kreisen lassen. Dr. Thomas Sinnißbichler macht’s vor. Ohne Aufwärmen kein Skifahren, sagt der Sportmediziner. Mit geschmeidigen Muskeln wird anschließend vorgefahren. Vor den gestrengen Augen von Christian Zehentner, einem ehemaligen Synchron- und Tiefschneeweltmeister, seinem Cousin, dem österreichischen Ex-Skiprofi Hans Grugger und dem Sportmediziner Sinnißbichler.

Leichte Nervosität liegt in der Luft und zwei Tage intensives Skitraining vor uns. Wer beim Skiteufel-Test im Gasteinertal mitmacht, sollte gut auf den Brettern stehen. Die erste Herausforderung kommt prompt: die Buckelpiste. Nicht unbedingt meine Stärke. Die von unserem Coach Christian Zehentner schon. Spielerisch leicht schluckt er jeden Buckel. „Wichtig ist die zentrale Mittellage überm Ski. Ihr müsst nachfedern wie ein Off-Road-Jeep im Gelände“.

Im Walzertakt durch die Buckel

Ich fühle mich eher wie ein alter Fiat mit rostigen Stoßdämpfern. Trotzdem macht es irgendwie Spaß. Hin und wieder sitzt sogar ein Schwung richtig gut. Es fühlt sich zumindest so an. Und Gefühl ist ganz wichtig, sagt Christian. „Skifahren ist wie Walzertanzen, immer schön im Dreivierteltakt“. Und so schaukle ich mich nach der Buckelpiste gleich weiter durchs freie Gelände. Hier kommt eine komplett andere Technik zum Einsatz als auf der platten Piste. „Man muss beide Ski gleich belasten. Kommt der Druck nur auf einen Ski, bricht der durch, während der andere oben bleibt und seinen eigenen Weg fährt“, erklärt Christian. Mit dem Gasteiner Skiteufel hat er einen alten Klassiker aufleben lassen.

Der Teufel fährt Ski

Gasteiner Skiteufel, Bad Hofgastein

Christian Zehenters Vater hatte in den 1950er Jahren den Gasteiner Skiteufel kreiert, sein Sohn hat ihn wiederbelebt.

Es war die Zeit des Toni Seilers als Christians Vater Heinrich Mitte der 1950er Jahre in Bad Hofgastein den Skiteufel kreierte. Damals fuhr der Skilehrer voraus, eine lange und schnelle Abfahrt vom Stubnerkogel ins Angertal. Der Gast sauste hinterher und je nachdem wie schnell er war, gab’s eine Auszeichnung in Gold, Silber oder Bronze.

Nachdem an unserem ersten Tag Stilistik, Buckelpiste und Tiefschneefahren bewertet wurden, stehen am zweiten Tag Riesenslalom und eine kontrollierte, lange Abfahrt auf dem Programm. Heute geht es um Tempo. Christian und seine Kollegen geben sich Mühe uns einzubremsen  - zu spät, uns hat’s gepackt. Hochmotiviert stürzen wir uns durch die Tore. Und bekommen von Ex-Rennfahrer Hans Tipps: „Nicht zu direkt anfahren, immer schön rund“. Nach zwei Probedurchgängen wird es ernst. Ich stehe am Start. Mir ist schlecht. So aufgeregt war ich das letzte Mal bei meiner mündlichen Abiturprüfung. Also vor langer Zeit. Aber den anderen geht’s auch nicht besser. Spaß hin oder her. Mein Rennen fühlt sich so lala an. Natürlich fahre ich nicht schön rund, sondern viel zu direkt. Dadurch bin ich an ein paar Toren zu spät dran. Aber wenigstens merke ich’s.

Silberner Teufel im Gasteinertal

Gasteiner Skiteufel, Bad Hofgastein

Beim Rennen zählt nur eins: die Zeit!

„Das war gar nicht schlecht“, lobt mich Thomas trotzdem. „Gib die Arme noch weiter nach vorne und mach dich beim Tor schön klein.“ Der 56-Jährige hat den Skiteufel mit Christian Zehentner zusammen weiterentwickelt. Für ihn ist klar: Skifahren ist gesund – wenn man es richtig macht. „Und je besser man fährt, desto weniger passiert“, weiß der Mediziner.

Von Verletzungen will ich grad nichts hören. Der letzte Test steht an: die Abfahrt. Mein Ziel ist klar: mit einem bronzenen Skiteufel-Anstecker reise ich nicht nach Hause. Also runter in die Hocke, Zähne zusammenbeißen und los. Die Piste ist zum Glück fast menschenleer. Dafür ist die Bodensicht trotz Skibrille schlecht. Nach sechs Minuten und 20 Sekunden habe ich es geschafft, ich bin im Ziel. Und ich habe das silberne Abzeichen sicher. Das Skifahren hat mir lange nicht mehr so viel Spaß gemacht. Und beim nächsten Mal wird’s Gold.

Alle Infos zum Gasteiner Skiteufel gibt’s bei: Christian Zehentner

  • Mobil: +43 (0) 664 / 400 18 87
  • Tel./Fax: +43 (0) 6432 / 3298
  • Mail: office@schischule-schlossalm.at
  • Schlossgasse 1, A – 5630 Bad Hofgastein

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