Alpin

Skitouren in Liechtenstein: Hahnenspiel, Schönberg, Alpspitz

29.04.2014

Skitouren in Liechtenstein: Hahnenspiel, Schönberg, Alpspitz

Ich hatte den Winter über das große Vergnügen, in der Ostschweiz leben und arbeiten zu dürfen – und meine freie Zeit in einer traumhaften Skitourenregion genießen zu können. Neben anspruchsvollen und sehr bekannten Gipfeln wie dem Clariden oder dem Tödi bietet die Region um die Churfirsten, Walenstadt und um Liechtenstein aber auch viele kleinere, unbekanntere, doch dabei nicht weniger schöne Gipfelziele. Im folgenden Bericht möchte ich euch drei Gipfel im Gebiet von Liechtenstein vorstellen, die in der Regel in einer Halbtagestour gut machbar sind, sich durch wenig Lawinengefahr auszeichnen und trotzdem tollen Skitourengenuss bieten. Zu den Skitouren auf Schweizer Gebiet gibt es einen separaten Bericht. Die Tourentipps sind bewusst kurz gehalten und sollen hauptsächlich als Anregung dienen – für Details und eine ausführliche Tourenplanung verweise ich auf folgende Literatur:

  • Viele der hier aufgeführten Touren sind auch im Skitourenführer Ostschweiz vom Rother Verlag ausführlich erläutert.
  • Als Kartenmaterial empfehle ich entweder die Wanderkarte “Sarganserland/Liechtenstein” vom Verlag Kümmerly + Frey (1:60 000) oder die Kompasskarte “Feldkirch/Vaduz” (1:50 000).

Skitour Liechtenstein #1: Vom Liechtensteiner Malbun aufs Hahnenspiel (1.976 Meter)

  • Höhenmeter: circa 450
  • Hang-Ausrichtung: West
  • Ausgangspunkt: Parkplätze im Skigebiet Malbun (Liechtenstein)
  • sehr gut für Anfänger geeignet
Skitouren in der Ostschweiz und Liechtenstein: Gipfelpanorama am Hahnenspiel

Gipfelpanorama am Hahnenspiel

Zugegeben, die erste Skitour, die ich euch vorstelle, ist sehr kurz – aber dafür umso schöner. Ausgangspunkt ist Malbun in Liechtenstein. Von den Parkplätzen am Skilift (auf rund 1.550 Metern) folgt man anfangs kurz der Piste unter dem Hochegg-Lift. Nach einer kurzen, aber recht steilen Anfangsrampe biegt nach rechts ein flacher Winterwanderweg ab, der meist auch von vielen Skifahrern vorgespurt ist. Diesem folgt man ohne wesentlichen Höhengewinn, bis sich vor einem ein kleines Hochtal öffnet, in dem die Alp Pradamee liegt. Rechts an der Alpe vorbei führt die Spur nun wieder steiler durch den Wald und zieht dabei auf einem Rücken nach oben. Ohne wesentliche Schwierigkeiten durchquert man den Wald, bevor sich dieser lichtet und einem Latschenkieferngebiet Platz macht. Auch hier steigt man ohne Probleme auf und gelangt zügig auf den flachen Rücken des Hahnenspiels (1.976 Meter). Vor einem öffnet sich nun auch die Umgebung und man kann einen traumhaften Tiefblick aufs Rheintal und die gegenüberliegende Alviergruppe genießen.

Die Abfahrt führt vom Gipfel (Richtung Malbun blickend) etwas rechts herum, erst durch die Latschenkiefern und dann in offenem Gelände. Nach einer kurzen Durchquerung der Baumzone gelangt man dann bereits in das Hochtal der Pradamee-Alp und folgt ab hier den Aufstiegsspuren.
Die Tour verspricht zwar keine lange Abfahrt, kann aber nahezu bei jeder Witterung und ohne größere Lawinengefahr unternommen werden und bietet sich vor allem dann an, wenn man nur wenig Zeit hat. Wer nach der Abfahrt noch einige Höhenmeter sammeln möchte, kann am Gegenhang ab Malbun zur Bergstation Sareis aufsteigen (ebenfalls 400 bis 450 Höhenmeter). Der Aufstieg erfolgt entlang einer Rodelpiste – abfahren kann man bei wenig Schnee ebenfalls auf der Rodelpiste oder in den großzügigen Hängen parallel dazu.

Skitour Liechtenstein #2: Schönberg (2.104 Meter)

  • Höhenmeter: rund 600
  • Hang-Ausrichtung: Süd/Südost
  • Ausgangspunkt: Parkplätze im Skigebiet Malbun (Liechtenstein)
  • schöner Aufstieg mit kurzem Gegenanstieg, Abfahrt eher unspektakulär
Skitouren in der Ostschweiz und Liechtenstein: Schönberg Gipfelpanorama

Schönberg Gipfelpanorama

Der Schönberg macht seinem Namen alle Ehre, denn vom flachen Gipfel hat man einen schönen, freien Rundumblick und auch der Anstieg ist sehr schön! Los geht es wieder ab Malbun (Liechtenstein, rund 1.560 Meter) am oberen Parkplatz der Liftstation. Man folgt zunächst dem Winterwanderweg in Richtung Sassförkle (1.786 Meter, bis hierhin braucht man etwa 30 bis 45 Minuten). Dort endet der Winterwanderweg und man quert nach links. Nach einiger Zeit muss man in einen kleinen Kessel etwas abfahren – abfellen lohnt sich aber nur bedingt, auch wenn es einige Meter Höhenverlust sind. Ist man dort angekommen, sieht man bereits den Schönberg und die logische Aufstiegsspur vor sich: erst geradeaus in der Mulde, dann leicht nach rechts durch Latschenfelder auf den weithin sichtbaren Gipfel des Schönberg (2.104 Meter). Die Abfahrt führt entlang der Aufstiegsroute und ist nicht übermäßig spektakulär. Auch hier muss man sich wieder entscheiden, ob man für den kurzen Gegenanstieg anfellt oder die Ski einfach trägt.

Skitour Liechtenstein #3: Alpspitz

  • Höhenmeter: circa 500
  • Hang-Ausrichtung: Süd/Südwest
  • Ausgangspunkt: Parkplatz am Ende der Straße in Richtung Gaflei oberhalb von Triesenberg (Liechtenstein)
  • gefahrloser Aufstieg, offenen Skihänge, toller Tiefblick vom Gipfel
Skitouren in der Ostschweiz und Liechtenstein: Abfahrtsgenuss bei Neuschnee an der Alpspitze (1.970 Meter)

Abfahrtsgenuss bei Neuschnee an der Alpspitz (1.970 Meter)

Eine weitere genussvolle und weder besonders schwere, noch lawinengefährdete Tour hat mich erneut nach Liechtenstein geführt. Oberhalb von Triesenberg gelegen hält man sich der Straße entlang Richtung Gaflei, bis die Straße endet und man auf einen recht großzügigen Parkplatz gelangt. Hier wird angefellt und man folgt zunächst einem Winterwanderweg/Fahrtweg in Richtung Bargellasattel, bis man recht schnell oberhalb einer Ferienhaussiedlung auf offene Flächen gelangt. Zwischen einzelnen kleinen Wäldern zieht man in angenehm steigenden Gelände empor. Gelangt man auf den Bargellasattel, so öffnet sich das Gelände vor einem und man genießt zum ersten Mal einen Weitblick in die Liechtensteiner Berge. Hier biegt man nach links ab und steigt auf dem Kamm in Richtung Alpspitz auf (Wegweiser in Richtung “drei Schwestern”). Ein gutes Stück weiter oben gelangt man auf ein flacheres Geländestück und vor einem verschließen dichte Latschenkiefern den Weg – hier quert man nach rechts und steigt nach einem guten Stück der Querung durch ein erneut offenes Gelände etwas steiler zum Gipfel empor. Von hier genießt man einen tollen Tiefblick aufs Rheintal, auf die gegenüberliegende Alviergruppe und den Säntis, hinter einem liegen das Montafon und die Liechtensteiner Berge. Die Abfahrt folgt der Aufstiegsspur und verspricht einige sehr schöne offene Passagen, die bei ausreichend Schnee wahren Skigenuss bieten.

Ein Kommentar

Neuer Kommentar

Deine Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!

*


*