Testberichte

Suunto Core Multifunktionsuhr im Test

02.06.2014

Suunto Core Multifunktionsuhr im Test

In unzähligen Kletter- und Outdoorvideos sieht man sie an den Handgelenken der Protagonisten – zwar jeweils in anderer Ausführung, aber das Grundmodell ist oft das Gleiche. Die Rede ist von der Suunto Core Multifunktionsuhr. Die Idee, mir eine solche hochwertige “Outdooruhr” anzuschaffen, hatte ich schon lange – sie scheiterte bisher jedoch am hohen Preis. Nun gab es aber vor einiger Zeit ein fast unschlagbares Angebot bei Bergzeit: Ich konnte nicht widerstehen und habe mir die Suunto Core Multifunktionsuhr kurzentschlossen zugelegt.

Ob sich die Investition gelohnt hat und was die Stärken und Schwächen der Uhr sind, habe ich im folgenden Testbericht zusammengefasst. Wer sich die Uhr bereits zugelegt hat und auf der Suche nach einer detaillierten Anleitung ist, der sei auf das Benutzerhandbuch von Suunto verwiesen. In diesem Beitrag sollen lediglich die wichtigsten Funktionen der Outdooruhr geschildert werden.

Die Funktionen der Suunto Core im Überblick

Im Folgenden findet ihr eine Übersicht mit allen wichtigen Funktionen, die die Suunto Core Uhren zu bieten haben. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich sämtliche Versionen der Suunto Core nicht in der Funktion, sondern lediglich in den verwendeten Materialien und im Design unterscheiden.

Übersicht aller Funktionen:

  • Höhenmesser
  • Barometer
  • Kompass
  • Temperaturanzeige
  • Unwetterwarnung
  • Anzeige Sonnenaufgang/-untergang
  • Tiefenmesser beim Tauchen
  • Verschiedene Zeit-/Datums-/Alarm-/Countdown-/Weckerfunktionen
  • selbst austauschbare Batterie/selbst austauschbares Armband
  • Wasserdicht bis 30 Meter/100 Feet
  • Gewicht 64 Gramm
  • Betriebstemperatur -30°C bis +60°C
  • Tastensperre
  • Alarm für niedrige Batteriereserve
  • 4-sprachiges Menü (Deutsch/Englisch/Spanisch/Französisch)

Details Funktion “Uhr”:

  • 12-Stunden-/24-Stunden-Anzeige möglich
  • Countdown-Funktion
  • Stoppuhr
  • Anzeige Datum
  • mehrere Zeitzonen möglich
  • Alarmfunktion

Details Funktion “Höhenmesser”:

  • Kumulative Höhenmeter können angezeigt werden
  • Anzeige gesamter Aufstieg/gesamter Abstieg
  • automatischer Wechsel Barometer/Höhenmesser möglich
  • Anzeigebereich: -500 Meter bis 9.000 Meter
  • Auflösung 1 Meter/3 Fuß
  • Aufzeichnungsintervall 1 Sekunde/5 Sekunden/30 Sekunden/60 Sekunden

Details Funktion “Barometer/Wetter”:

  • Wettertrendanzeige
  • Temperaturanzeige
  • Meeresspiegeldruckanzeige
  • Differenzmessung
  • Barometer-Auflösung 1 mbar
  • Wetteralarm
  • Wetterspeicher 7 Tage
  • Temperatur-Auflösung 1°C (Anzeigebereich -20°C bis +60°C)

Details Funktion “Kompass”:

  • Kalibrierungsanweisung auf Display
  • Peilung in Grad möglich
  • Nord-Indikator

Design, Verarbeitung und Passform

Armband und Batterie der Suunto Core können einfach gewechselt werden.

Armband und Batterie der Suunto Core können einfach gewechselt werden.

Ich hatte in den letzten Monaten auf vielen Skitouren, an normalen Skitagen, bei Wanderungen und beim Sport genug Zeit, die Suunto Core auf “Herz und Nieren” zu testen. Von Anfang an sehr gut gefallen hat mir das Design. Natürlich ist das Geschmacksache, aber die Multifunktionsuhr wirkt aus meiner Sicht gleichzeitig sehr hochwertig, sportlich und trotzdem in gewisser Weise “edel”. Sie lässt sich damit nicht nur beim Sport oder in den Bergen tragen, sondern durchaus auch in der Freizeit oder bei der Arbeit.
Ebenfalls überzeugt hat mich die Verarbeitung der Suunto Uhr: durch die Verwendung verschiedener hochwertiger Materialien macht die Suunto Core einen absolut robusten Eindruck. Diesen kann ich bisher auch bestätigen: Egal, ob beim Klettern, auf Skitouren, beim Laufen, Bergsteigen oder im Alltag, egal, wo man mit der Uhr dagegen schrammt, sie übersteht es ohne nennenswerte Schäden. Für mich persönlich war dies das Hauptargument für den Kauf: Ich wollte eine Uhr, auf die in jeder Situation Verlass ist. Ob dichtes Schneegestöber und minus zehn Grad oder pralle Sonne – bisher war jederzeit Verlass auf die Suunto Core. Sehr positiv finde ich, dass sich sowohl die Batterie als auch das Armband sehr einfach und selbstständig wechseln lassen. Gerade Armbänder sind oftmals Schwachstellen und reißen schnell ein. In diesem Fall muss nicht die ganze Uhr getauscht werden, sondern nur das Band. Bisher konnte ich jedoch nicht den Hauch einer Schwäche am Armband feststellen. Gleiches gilt für die Batterie, die nun schon seit einigen Monaten ohne Schwäche durchhält, und für den Fall, dass sie doch mal nachlässt, ohne Besuch beim Uhrmacher günstig und unkompliziert gewechselt werden kann.
Die Suunto Core ist eine recht große Uhr und die Passform hängt von der individuellen Größe des Handgelenks ab. Die Uhr lässt sich jedoch in mehreren Stufen einstellen und durch das flexible Band liegt sie trotz der Größe sehr angenehm um das Handgelenk.

Die Multifunktionsuhr im Praxistest

Anfangs als Uhr für die Berge und den Sport gedacht, benutze ich die Suunto Core mittlerweile auch beinahe täglich im Alltag, da sie mir optisch prima gefällt. Alle gängigen Funktionen (Uhrzeit, Datum, Wecker, Countdown, Stopuhr, …) sind einfach zu bedienen und machen die Multifunktionsuhr kombiniert mit dem robusten Gehäuse zu einem guten Begleiter für alle Aktivitäten.

Suunto Core - Höhenmessermodus

Suunto Core – Höhenmessermodus

An zusätzlichen Funktionen benutze ich persönlich vor allem die Höhenmesserfunktion der Suunto Core. Diese ist sehr leicht zu bedienen, zeigt die insgesamt zurückgelegten Höhenmeter für Auf- und Abstieg an, die aktuelle Höhenlage und die Differenz zum Ausgangspunkt. Das sind für mich die wesentlichen Funktionen. Zusätzlich ist es nach der Tour möglich im Speicher nachzusehen, zu welchem Zeitpunkt man auf welcher Höhe war. Die Genauigkeit ist dabei meines Erachtens nach ausreichend. Da die Suunto Core barometrisch die Höhe berechnet, muss man beim Ausgangspunkt zwar in der Regel den aktuellen Höhenwert angeben, da sich die Uhr sonst verstellt hat. Hat man dies jedoch gemacht und ändert sich das Wetter nicht sprunghaft, dann ist mit keinen wesentlichen Differenzen zu rechnen (in der Regel Abweichung um wenige Meter). Bei mir waren es bisher unterschiedliche Abweichungen, die sich – wenn sie stärker waren – stets mit stark wechselnden Wetterverhältnissen erklären ließen. Da ich nicht zum Tauchen gehe, kann ich über den – ähnlich wie der Höhenmesser funktionierenden - Tiefenmesser nichts berichten.

Die Barometer-/Wetterfunktion nutze ich bisher nicht wirklich intensiv. Gerade bei längeren Touren ist sie jedoch sicherlich sinnvoll. Es werden zurückliegende Luftdruckwerte gespeichert und eventuelle Veränderungen als Trend in einer kleinen Grafik angezeigt. Sollten sich sprunghafte Wetterveränderungen ankündigen, warnt die Suunto Core automatisch via Sturmwarnung (akustisch und visuell). Ist man auf Tour unterwegs und möchte sowohl die Wetter- als auch die Höhenmesserfunktion benutzen, so ist eine automatische Funktion möglich, die zwischen den einzelnen Funktionen hin- und herspringt.

Suunto Core - Kompassmodus

Suunto Core – Kompassmodus

Die Kompassfunktion ist meiner Meinung nach ebenfalls sehr geschickt. Gerade in unwegsamem Gelände kann es manchmal günstig sein, wenn man sich via Kompass orientieren kann. Wer diesen dann in der Uhr integriert hat, hat den Vorteil, nicht an einen Kompass im Rucksack denken zu müssen. Der Kompass zeigt jeweils die Richtung nach Norden an und die Abweichung in Grad. Wichtig hierbei ist, dass man die Uhr stets waagerecht hält und von anderen elektrischen Geräten fern hält, um eine möglichst genaue Messung zu bekommen.

Die Temperaturanzeige halte ich persönlich für quasi unbrauchbar. Dies ist der einzige wirkliche Kritikpunkt der Uhr. Da sich die Suunto Core in der Regel am Handgelenk befindet, zeigt sie stets viel zu hohe Werte an. Man muss die Multifunktionsuhr für eine korrekte Temperatur abnehmen und sie am Rucksack befestigen oder eine Weile neben sich legen. Dann mag die Temperatur korrekt angezeigt werden, wirklich einsatztauglich ist dies jedoch nicht. Man kann Suunto aber keinen wirklichen Vorwurf machen: Dadurch, dass eine Uhr naturgemäß am Handgelenk getragen wird und der Sensor zwangsläufig in Körpernähe ist, geht es eben nicht anders. Immerhin kann man während der Pausen nachsehen, wie die aktuelle Temperatur ist – nach relativ kurzer Zeit hat sich die Anzeige auf den korrekten Wert eingestellt, wenn man die Uhr abgenommen hat.

Bedienung der Suunto Core

Die Bedienbarkeit der Suunto Core mit all ihren Funktionen ist sehr übersichtlich. Die meisten Knöpfe haben jeweils Doppelfunktionen – einmal via kurzem Drücken und einmal bei längerem Drücken. Mit einem Knopf (Menü, rechts mittig) steuert man die Hauptmenüs und kann zwischen normaler Uhr, Höhenmesser/Barometer und Kompass einfach hin- und herwechseln. Bei langem Drücken kommt man ins Hauptmenü und kann verschiedene Einstellungen vornehmen.

Suunto Core - Funktionstasten

Suunto Core – Funktionstasten

Ähnlich gestaltet es sich mit den anderen Knöpfen, die je nach gewählter Funktion andere Zwecke einnehmen. Auf dem Display wird dabei jeweils angezeigt, ob ein bestimmter Knopf im aktuellen Menü eine Funktion besitzt. Der “Start-Stop” Knopf (links oben) ermöglich dann zum Beispiel das Schließen des Menüs (durch kleines x angezeigt) oder das Starten und Stoppen der Uhr. Die Taste links unten (“View”) ermöglicht es, in einem Menü verschiedene Optionen anzuzeigen – beispielsweise bei gewähltem Höhenmesser die Höhenmeter insgesamt, die Differenz zum Startpunkt usw. Die Taste rechts oben (+) kann entweder den Timer auf Null zurücksetzen oder in einem Menü nach oben scrollen. Die Taste rechts unten (-) setzt bei langem Druck die Tastensperre ein, wählt in manchen Menüs nach unten oder schaltet das Licht ein.
Die Bedienung mag anfangs vielleicht etwas konfus klingen, doch trotz der Vielfalt an gegebenen Möglichkeiten gewöhnt man sich sehr schnell daran und kann dann intuitiv durch die Menüs der Multifunktionsuhr scrollen.

In einigen Testberichten wurde bemängelt, dass das Display schlecht ablesbar sei. Ich habe die Suunto Core-Version “Regular black”. Bei dieser Version der Multifunktionsuhr ist das Disyplay hell und die Schrift dunkel und ich hatte bisher nie Probleme beim Ablesen. Möglicherweise ist dies bei anderen Modellvarianten anders – hier ist sind die Displayfarben invers (dunkler Hintergrund, helle Schrift).

Die Vor- und Nachteile der Outdooruhr in der Übersicht:

Pro’s

  • super Design, gleichzeitig outdoor- und alltagstauglich
  • hochwertige Verarbeitung und Materialien – dadurch sehr robust
  • alle wichtigen Funktionen einer normalen Uhr + die wichtigsten “Outdoorfunktionen” vorhanden
  • Höhenmesser bei stabiler Wetterlage sehr genau
  • Sturmwarnung/Wettertrend sehr geschickt
  • einfache und logische Bedienbarkeit trotz vieler Funktionen
  • Batterie/Armband einfach und selbstständig zu wechseln
  • Display sehr gut ablesbar

Con’s

  • für sehr schmale Handgelenke vermutlich zu groß
  • Temperaturanzeige wegen Nähe zum Handgelenk quasi unbrauchbar (außer man hängt die Uhr an den Rucksack)
  • Höhenmesser bei starkem Wetterumschwung nicht mehr verlässlich (dies ist jedoch bei jedem barometrischen Höhenmesser ohne Nachjustieren der Fall)
  • hoher Preis (durch die gute Qualität jedoch gerechtfertigt)

Mein Fazit zur Suunto Core Multifunktionsuhr

Wer eine absolut hochwertige Outdooruhr sucht, die er dank des tollen Designs auch im Alltag problemlos tragen kann, der ist mit der Suunto Core bestens bedient. Je nach Modellvariante liegt sie preislich zwischen 270 und 470 Euro. Das ist sicherlich nicht ganz billig, jedoch kann die Uhr bei manchen Sonderangeboten deutlich günstiger erworben werden. Dafür bekommt man zudem eine wirklich robuste Outdooruhr, die sämtliche wichtigen Funktionen für Alltag und harten Einsatz im Gelände kombiniert. Ich persönlich bin bisher sehr glücklich und würde mir die Uhr jederzeit wieder besorgen.

Wem die Funktionen der Suunto Core nicht ausreichen, der kann sich beispielsweise den Suunto Ambit GPS-Armbandtrainer ansehen, der neben GPS auch einen Herzfrequenzmesser integriert hat – dieser liegt dann jedoch preislich nochmals eine Stufe höher.

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