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Wandern im Ruhrgebiet: Eine Tour, wo andere malochen

02.04.2014

Wandern im Ruhrgebiet: Eine Tour, wo andere malochen

“Mutta sperr ma die Küchentür zu. Ich kann nicht sehen wie du schuftest.” So oder ähnlich sagt man hier. Diejenigen, die diese Skrupel nicht haben, lade ich ein, mit mir an der Nahtstelle zwischen Niederrhein und Ruhrgebiet, in Duisburg, an Rhein und Ruhr zu wandern.
Nun ist Wandern im Ruhrgebiet nicht jedermanns Sache. Doch ist die Landschaft voller Reize. Sie polarisiert. Wunderbare Natur wird unterbrochen von Industrie, teils marode, teils imposant. Güterverkehr bestimmt die Wege im Ruhrgebiet. Sei es zu Wasser, Luft oder Land. Dass dies nicht immer mit vollkommenem Genussverlust verbunden ist, kann man auf dieser elf Kilometer langen Runde hautnah erleben. Kommen Sie mit.

Wandern zwischen Rhein und Ruhr: Von Homberg zum Rheinorange

Wandern im Ruhrgebiet

Der Hebeturm des früheren Trajekts in Duisburg-Homberg ist Startpunkt dieser Wanderung.

Die Wanderung beginnt im Duisburger Stadtteil Homberg am alten Hebeturm. Dieser hob früher Eisenbahnwaggons, welche per Fähre den Rhein überquerten. Heute kann man hier essen gehen und den Abend locker verbringen. Vorbei am Turm und hinter einem Brückenaufgang ein paar Stufen hinunter geht es nach rechts. Man erreicht den Rhein und folgt diesem flussaufwärts. Während der Weg immer ufernah weiterführt, kann man den regen Schiffsverkehr genießen. Entlang der alten Mauer fallen immer mal wieder Pegelmarken oder merkwürdig anmutende nautische Verkehrszeichen auf. Vorbei geht es am Hafen von Sachtleben. Tipp: Wandern sie in der Woche. Dann kann man mit etwas Glück beim Löschen der Schiffe zuschauen. Immer wieder sieht man Hinweisschilder, die auf die ständigen Gefahren durch Starkstrom oder Schwefelsäure hinweisen.

Schließlich erreicht man die Autobahnbrücke der A40. Sie ahnen es schon. Ja, über die Wendeltreppe geht es hinauf. Auf der Brücke überquert man nun den Rhein. Für den tosenden Lärm der vorbeirauschenden Autos wird man mit einem einmaligen Blick rheinabwärts belohnt. Im Folgenden führt der Weg wieder hinunter zum Rhein. Nun nach links unter der Brücke herwandern. Dann geht es an der nächsten Möglichkeit hinunter in die Rheinwiesen und wieder nach rechts.

In der Ferne sieht man schon das nächste Etappenziel. Das Rheinorange. Während ich hier wandere, grast eine Herde Schafe in den Rheinwiesen. Am Rheinkilometer 780 erreicht man die schließlich die orangefarbene Stahlskulptur von 25 Meter Höhe und einem Gewicht von 83 Tonnen. Sie markiert die Mündung der Ruhr in den Rhein.

Entlang der Ruhr, über drei Brücken und zurück zum Rhein

Wandern im Ruhrgebiet: Das Rheinorange

Das Rheinorange. 25 Meter hoch. 83 Tonnen schwer. Es markiert am Rheinkilometer 780 die Mündung der Ruhr in den Rhein.

Hier geht es nun nach rechts und somit an der Ruhr weiter. Der Weg ist nicht schwer zu finden. Neben einer Slip-Anlage wählt man den befestigten Weg, und soweit die Ruhr zur Linken liegt, ist alles gut. Nun durchquert man das Areal eines Total Fina Treibstofflagers. Es geht buchstäblich über Superbenzin hinweg. Am Kreisverkehr in Kaßlerfeld angekommen hält man sich links. Nun führt der Weg über drei Brücken. Zuerst über die Ruhr, dann über den Hafenkanal und zu guter Letzt über den Vinckekanal. Vor der Wasserschutzpolizei muss man sich rechts halten. Erst öffnet sich der Blick auf einen, dem Zauberwürfel ähnlichen, Containerhafen. Bunt zusammengestellt stapeln sich hier Container aus aller Herren Länder. Dann geht es nach links und auf der anderen Uferseite ahnt man zwischen den Bäumen hindurch eine Kulisse, die in jeden Schimanski-Tatort passen würden.

Wenig später wendet man sich abermals nach links. Es geht über die “Hafenstraße” hinweg. Linker Hand liegt das Haus Ruhrort oder Tausendfensterhaus. Wer mag, kann nachzählen. An diesem vorbei geht es geradeaus auf einem Trampelpfad entlang. Am Ende führt der Weg nach links. Vor dem Vinckekanal dann rechts halten. Nun wandert man oberhalb des Kanals in Richtung des Duisburger Stadtteils Ruhrort. Auf der Promenade herrscht bei gutem Wetter ein ordentlicher Trubel.

Die Brücke der A40 über den Rhein bei Duisburg.

Die Brücke der A40 über den Rhein bei Duisburg.

Hinter dem Pegel Ruhrort geht es unter der Friedrich-Ebert-Brücke hindurch und gleich darauf rechts über Treppen nach oben. Nun wieder rechts herum ein weiteres Mal unter der Brücke hindurch. Gleich hinter dem Brückenpfeiler links hinauf steigen. Es geht gegen den Uhrzeigersinn um einen der Brückentürme auf die Friedrich-Ebert-Brücke. Ein weiteres Mal überquert man den Rhein. Von hier aus hat man fast die gesamte Wegstrecke im Blick. Später, wenn die Grünanlage zwischen Vincke- und Hafenkanal fertig ist, kann man hier auch über Treppen hinabsteigen. Jetzt jedoch biegt man erst am Ende der Brücke nach links. Auf einer Brücke passiert man den ehemaligen Eisenbahnhafen. An der ersten Möglichkeit geht es nach rechts zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.

Wandern im Ruhrgebiet: Tourentipp zwischen Rhein und Ruhr in Duisburg

Elf Kilometer lang ist die Wanderung zwischen Rhein und Ruhr.

Elf Kilometer lang ist die Wanderung an Rhein und Ruhr bei Duisburg.

3 Kommentare

  1. Für alle Camper die mit einem Wohnmobil in das Ruhrgebiet reisen wollen, kann man die Stellplätze in Gelsenkirchen am Nienhauser Park und an der Marina in Oberhausen empfehlen. In Bochum Dahlhausen bietet sich der dortige Wassersportverein an. Leider hat die Stadt Essen bei der Schaffung ihres Stellplatzes total versagt. Gut gemeint, aber schlecht umgesetzt.

  2. Was auch noch ziemlich beeindruckend zu Fuß ist ist die Mendener Brücke. Allerdings bitte von unten =)

    An der Ruhr entlang von Mülheim nach Essen Kettwig ist eine schöne kleine Wanderung wert!

    Wer noch Spaß an anderen Aktivitäten im Ruhrgebiet hat, dem kann ich folgende Seite empfehlen, da ist zusammengefasst was man im Ruhrgebiet so unternehmen kann! Gruß und viel Spaß :-)

    Ausflüge im Ruhrgebiet

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