Testberichte

Arcteryx Rivet AR Glove: Fleecehandschuhe im Test

22.01.2014

Arcteryx Rivet AR Glove: Fleecehandschuhe im Test

Der Arcteryx Rivet AR Glove ist ein leichter, elastischer Fingerhandschuh aus Fleece, der sowohl unter einem anderen Handschuh getragen als auch solo verwendet werden kann. Mit vierzig Euro schlägt er allerdings ganz schön zu Buche! Für denselben Preis bekommt man bereits winddichte und wetterfeste Softshellhandschuhe. Warum der Preis dennoch gerechtfertigt ist, zeigt dieser Test.

Erster Eindruck: Der Arcteryx Rivet AR Glove

Der Arcteryx Rivet AR Handschuh hat einen weichen Materialgriff und ist sehr leicht. Mir fällt sofort auf, dass alle Nähte innen verlegt sind – das macht einen langlebigeren und komfortableren Eindruck. Das Design ist schlicht und die Konstruktion flach, so dass man sich tatsächlich vorstellen kann, den Handschuh unter einem gefütterten Modell als Liner zu verwenden.

Material

Weiches und warmes Fleece-Innenfutter, das Feuchtigkeit aufsaugt und schnell trocknet.

Weiches und warmes Fleece-Innenfutter, das Feuchtigkeit aufsaugt und schnell trocknet.

Der Rivet AR besteht aus Polartec® Power Stretch® mit Hardface-Technologie. Das bewährte Power Stretch-Material aus Polyamid, Polyester und Elasthan, das Arcteryx hier einsetzt, wurde so verarbeitet, dass die Außenseite besonders robust und windfest ist. Das Gewebe weist eine leichte Karostruktur auf. Innen kommt das klassische, weiche Fleece zum Einsatz. Es hat eine gute Dampfdurchlässigkeit, saugt Schweiß auf und trocknet rasant wieder.
Der elastische Bund ist aus einem weichen Strickgewebe, das innen und außen dieselbe Oberfläche aufweist und sehr formbeständig wirkt. Am Puls befindet sich ein Ledereinsatz, an dem eine Lasche befestigt ist. So kann man den Handschuh besser an- und ausziehen und bei Bedarf an einen Karabiner hängen. Das Lezanova-Leder ist ebenfalls sehr weich im Griff.

Passform

Der Fleecehandschuh sitzt wie angegossen.

Der Fleecehandschuh sitzt wie angegossen.

Der Fleecehandschuh ist so aufgebaut, dass er sowohl alleine getragen wie auch als Unterzieh-Handschuh optimal sitzt. Ich habe empfindliche Hände, die schnell kalt werden, und habe schon das ein oder andere Handschuhmodell anprobiert. Nachdem ich die Größentabelle des Herstellers für Handschuhe studiert und meine Hand vermessen habe, bin ich für einen First Layer-Handschuh bei Größe S gelandet. Sofort beim ersten Reinschlüpfen war klar: besser kann ein Handschuh nicht sitzen! Er hat vorgeformte Finger mit innen verlegten Nähten und einen flachen Bund mit Lederbesatz, den man unter dem Jackensaum trägt und der gut am Handgelenk anliegt und den Puls warmhält.
Ich finde die Passform des Arcteryx Rivet AR perfekt, da er nicht zu eng und nicht zu weit ist: Alle Finger des Handschuhs enden genau an meinen eigenen Fingerkuppen. Gerade der Daumen, keine leichte Konstruktion bei einem Fingerhandschuh, wurde genial gelöst. So bildet sich keine unangenehme Wulst zwischen dem Finger und der Handinnenfläche.

Tragegefühl und Fingerfertigkeit

Den Arcteryx Rivet AR zu tragen ist ein Traum! Er schmiegt sich an die Finger an wie eine zweite, extra warme und weiche Haut und bietet ein unglaubliches Griffgefühl. Trägt man den Rivet AR Glove, hat man kaum weniger Fingerfertigkeit als ohne Handschuh – aber die Hände sind deutlich wärmer!
Das Besondere bei diesem Arcteryx Handschuh ist, dass die Anzahl der Nähte auf ein Minimum reduziert ist und diese optimal verlegt wurden. Alle Finger sind so genäht, dass die Nähte außen, sozusagen an den Kanten, verlaufen, die langen Seiten und besonders die Fingerkuppe aber sind nahtfrei. Durch diese spezielle Bauweise sind die Nähte kaum spürbar. Dadurch bieten die Finger des Rivet AR eine für einen mitteldicken Liner unvergleichliche Sensibilität und sehr viel Fingerspitzengefühl. An den Knöpfen der Uhr rumspielen, Schuhe binden, Reißverschlüsse bedienen – alles kein Problem mit dem Arcteryx Rivet AR.

Praxiswert und Haltbarkeit

Der Arcteryx Rivet AR ist wärmer als man denkt. Trotz seines dünnen Charakters und meiner Neigung zu kalten Händen kann ich ihn super auf dem Fahrrad bei Temperaturen von null bis fünf Grad verwenden. Zum Laufen ist er mir selbst bei Minusgraden zu warm (da bevorzuge ich den Arcteryx Phase SL Glove). Solange es nicht richtig stark pfeift, merkt man die windabweisenden Eigenschaften des Materials. Polartec Power Stretch ist deutlich windresistenter als herkömmliches Fleece und zudem abriebfester.

Das Polartech Power Strech-Material sorgt für ein robustes, abriebfestes Äußeres und ein weiches und atmungsaktives Inneres des Handschuhs.

Das Polartech Power Strech-Material sorgt für ein robustes, abriebfestes Äußeres und ein weiches, atmungsaktives Inneres des Handschuhs.

Apropos Abrieb: der Handschuh auf den Bildern ist mittlerweile ein Jahr im Einsatz (meist auf dem Rad) und zeigt trotz Kontakten mit Klettverschlüssen, Zippern und anderen weniger sensiblen Gegenständen kaum Abnutzungsspuren. Wenn man an einem Klett hängen bleibt, ziehen sich sofort leicht sichtbar Fäden. Das ist bei einem Fleece ganz normal. Bemerkenswert jedoch ist, dass diese kaum weiter fusseln. Das wirkt fast schon wie eine Art Pilling-RipStop: Fäden ziehen sich leicht, hören dann aber auf, weiter zu verknoten. Ich halte den Fleecehandschuh trotz des Materials, dem man es zunächst gar nicht zutraut, für außerordentlich langlebig und abriebfest. Ich wasche ihn stets mit der Hand und bin auch über die rasanten Trocknungszeiten immer wieder erstaunt. Am besten legt man ihn kurz bei mittlerer Wärme auf die Heizung – dann ist er ruckzuck trocken und schön warm noch dazu, wenn man gleich reinschlüpfen möchte!

Wenn es schneit, geht beim Rivet AR durch die robuste Außenseite nicht so schnell was durch. Bei Regen sollte man freilich nicht lange draußen bleiben, obwohl die Tropfen anfänglich sogar leicht abperlen und Mühen haben, sich ins Material zu saugen. Aber selbst wenn es sich um Power Stretch handelt, ist es eben doch auch ein Fleece.

Einsatzgebiete für die Fleecehandschuhe

Der Arcteryx Rivet AR ist wie geschaffen für Fahrradfahren bei kühlerem Wetter. Aber auch beim Laufen, Langlaufen oder als Liner unter einem wärmeren Handschuh für's Skifahren und Wintertouren ist er geeignet.

Der Arcteryx Rivet AR ist wie geschaffen für Fahrradfahren bei kühlerem Wetter. Aber auch beim Laufen, Langlaufen oder als Liner unter einem wärmeren Handschuh für’s Skifahren und Wintertouren ist er geeignet.

Ich persönlich verwende den Arcteryx Rivet AR Glove hauptsächlich als mittelwarmen Handschuh bis etwa null Grad beim Radeln. Doch auch im Alltag und beim Laufen oder Langlaufen leistet er gute Dienste. Er ist perfekt für bewegungsintensive Unternehmungen und mildes Wetter. Da besticht er durch sein flexibles Einsatzspektrum, das kleine Packmaß, die schnelle Trocknungszeit, eine hohe Atmungsaktivität und besonders die erstaunliche Fingerfertigkeit.
Als Liner verwende ich den Fleecehandschuh unter einem Arcteryx Zenta LT Glove in Größe M. Unter den gefütterten, wasserdichten Windstopper-Handschuh rutscht er super drunter und maximiert die Wärmeleistung des ohnehin warmen Außenhandschuhs. Das Griffgefühl ist dann immer noch gut. Diese Kombination ist perfekt zum Skifahren, Radfahren bei eisigem Wetter und bei winterlichen Bergtouren.

Mein Fazit zum Arcteryx Rivet AR Glove

Ich würde den Arcteryx Rivet AR sofort wieder kaufen und will ihn nicht missen! Der Rivet AR ist der Immer-Dabei-Handschuh, der schnell für mollig warme Hände sorgt. Ob am Stand im Herbst, beim Radeln im Winter, zum Langlaufen oder als robuster und kompakter Allrounder: Er trägt sich einfach klasse und garantiert stets bestes Fingergefühl.
Der Fleecehandschuh ist in meinen Augen die perfekt gelungene Kombination aus Wärmeleistung, Leichtigkeit, Robustheit, Wetterschutz und Atmungsaktivität und daher mein absoluter Lieblingshandschuh.
Auch wenn vierzig Euro für einen Fleecehandschuh ohne Membran zunächst viel klingen, so würde ich den Arcteryx Rivet AR uneingeschränkt empfehlen. Zum einen rechtfertigen die gute Haltbarkeit, zum anderen die außerordentliche Performanz und vielseitige Einsatzfähigkeit den Preis. Den Handschuh gibt’s übrigens auch in Schwarz!

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