Outdoor

Der Rennsteig per Mountainbike

18.03.2014

Der Rennsteig per Mountainbike

Der Rennsteig ist vor allem als Fernwanderweg bekannt. Doch auch für Mountainbiker bietet der Kammweg im südlichen Thüringen eine technisch und konditionell anspruchsvolle Strecke. Blogger Alex hat ihn befahren und liefert Tipps zur Tour.

Der Rennsteig gilt als der frequentierteste Fernwanderweg Deutschlands. Die sehr gut beschilderte Strecke führt auf dem Kamm entlang der Grenzen von Thüringer Wald, Frankenwald und dem Thüringer Schiefergebirge. Mit Ausnahme eines kurzen Abschnitts im Südosten, der in Bayern liegt, geht es einmal quer durch das südliche Thüringen. Größere Städte in der Nähe des Rennsteigs sind Eisenach im Norden und Suhl etwa in der Mitte des Streckenverlaufs.
Man bewegt sich fast ausschließlich auf mehr oder weniger befestigten Waldwegen und mineralischem Untergrund, meist im Wald, ohne größere Ortschaften zu durchqueren. Da das genau nach einem perfekten Terrain zum Mountainbiken klingt, haben wir uns den Rennsteig Anfang September zu viert mit dem Bike erarbeitet.

Geschichte und Hintergründiges zum Rennsteig

Der Rennsteig ist ein Kammweg entlang der Grenzen von Thüringer Wald, Frankenwald und dem Thüringer Schiefergebirge.

Der Rennsteig ist ein Kammweg entlang der Grenzen von Thüringer Wald, Frankenwald und dem Thüringer Schiefergebirge.

Der Rennsteig ist ein Handels- und Grenzweg, dessen Ursprünge sich bis ins 14. Jahrhundert hinein nachverfolgen lassen. Unter Etymologen wird heiß diskutiert, ob das Wort „Renn“ die altdeutsche Bedeutung „Grenze“ oder eher ein Synonym für „Laufen“ widerspiegelt. Fakt ist jedenfalls, dass es mehrere Rennsteige im Mittelalter gab und daher wohl beide Bedeutungen, der Rennsteig als Grenz- und Handelsweg sowie als Lauf- und Reitstrecke, zutreffend sind.
Heutige Wegbeschreibungen des Fernwanderwegs richten sich meist nach der traditionellen „Runst“, der seit Ende des 19. Jahrhunderts traditionell durchgeführten Rennsteigbegehung um Pfingsten. Diese wurde von Blankenstein im Südosten nach Hörschel im Nordwesten in sechs Tagesetappen durchgeführt.

Auch die deutsche Teilung hat auf dem Rennsteig ihre Marken hinterlassen. Der Weg trifft insgesamt sechs Mal auf das Grüne Band - ein Naturschutzprojekt entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze – und war daher vor der deutschen Wiedervereinigung nicht vollständig begehbar. So erklären sich die höhere Dichte an Schutzhütten und Schildern im westlichen Teil und die etwas weniger gute Infrastruktur sowie der kurze Streckenabschnitt an einer Hauptverkehrsstraße (bei Steinbach am Wald) im östlichen, meist fränkischen, Teil: Ab Neustadt am Rennsteig, das etwa die Mitte der Strecke markiert, war der östliche Teil weitestgehend unbegehbares Sperrzonengebiet.

Nicht nur zu Fuß oder im Laufschritt kann man den Rennsteig begehen, sondern auch mit dem Mountainbike.

Nicht nur zu Fuß oder im Laufschritt kann man den Rennsteig begehen, sondern auch mit dem Mountainbike.

Seit 1999 gilt der gesamte Rennsteig als offizielles Kulturdenkmal des Freistaats Thüringen. Besonders aufgrund seiner zahlreichen erhaltenen Grenzsteine, der allgemeinen Funktion als historischem Grenz- und Passweg und einiger sehr alter Schriftafeln und Wegweiser kommt ihm diese Ehre zu. Heute ist der Fernwanderweg auch wegen des jährlich stattfindenden Guths-Muths-Rennsteiglaufes (als Etappenlauf in Staffeln oder Einzel-Ultramarathon) bekannt. Außerdem gibt es einen Rennsteig-Radweg, der einige steilere Anstiege meidet und vor allem auf befestigten Waldwegen entlang führt. Er ist gut 30 Kilometer länger als der Wanderweg und weist deutlich weniger Höhenmeter auf. Im Winter kann der Rennsteig bestens als Terrain zum Skilanglaufen oder Schneeschuhwandern genutzt werden. Nicht ohne Grund liegt auch der Biathlon-Stützpunkt Oberhof direkt an der Strecke.

Sage und Aberglaube:

  • Der Verlauf wird meist von Nordwesten nach Südosten mit Start in Hörschel und Zielpunkt Blankenstein angeben (entgegen der Erstbegehung).
  • Dementsprechend heißt es auch, man solle aus der Werra einen Stein entnehmen, in der Tasche mit sich tragen und ihn am Ende der Wanderung in die Saale werfen.
  • Der Rennsteiggruß unter Wanderern lautet „Gut Runst!“
  • In geraden Jahren soll der Rennsteig von Hörschel nach Blankenstein (NW-SO), in ungeraden Jahren in umgekehrter Richtung begangen werden (SO-NW).

Tipps für Fernwanderweg und Radweg: Etappen und Höhenmeter

Der Rennsteig kann in drei Jahreszeiten begangen werden. Im Winter bei geschlossener Schneedecke sollte man eine Begehung aufgrund der vielen Wurzelpfade jedoch eher vermeiden. Der Rennsteig-Wanderweg bemisst eine Länge von 169 Kilometern. Die traditionellen sechs Etappen gliedern sich folgendermaßen:

  • Hörschel – Großer Inselsberg (33 Kilometer)
  • Großer Inselsberg – Oberhof (31 Kilometer)
  • Oberhof – Kahlert (27 Kilometer)
  • Kahlert – Limbach (20 Kilometer)
  • Limbach – Steinbach am Wald (30 Kilometer)
  • Steinbach am Wald – Blankenstein (28 Kilometer)
Wer sich auf dem Rennsteig verfährt, ist zu schnell: Wegweiser gibt es unterwegs genug.

Wer sich auf dem Rennsteig verfährt, ist zu schnell: Wegweiser gibt es unterwegs genug.

Die Ausschilderung ist in beide Richtungen sehr gut. Das Wegkennzeichen ist das weiße R auf braunem Grund (das sogenannte Mareile). Nicht verwechseln darf man es mit dem Kennzeichen des Rennsteig-Radwegs, dem grünen R auf weißem Grund mit Radlermotiv. Gerade auf breiten Waldwegen kreuzen sich die beiden Strecken häufiger.

Der Rennsteig-Radweg umfasst rund 195 Kilometer mit 3.300 Höhenmetern. Hörschel an der Werra liegt auf 196 Metern über dem Meeresspiegel, Blankenstein an der Saale auf 414 Metern. Dementsprechend hat man von Hörschel nach Blankenstein etwa 3.500 Höhenmeter, von Blankenstein nach Hörschel etwa 3.300 Höhenmeter zu überwinden. Der höchste Punkt des Radwegs ist der Große Beerberg mit 983 Metern. Nicht einmal zehn Prozent der Strecke verlaufen auf asphaltierten Wegen, meist bewegt man sich auf breiten Waldwegen mit losem Schotter und Geröll oder auf schmalen Naturpfaden mit sehr vielen herausstehenden Wurzeln. Die Gesamtsteigung summiert sich durch viele kürzere, meist steile, Anstiege, häufig auf losem Untergrund.

Anreise und Übernachtung am Rennsteig

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es viele, gerade im Herbst und Frühjahr ist es empfehlenswert, vorher zu buchen. Die Übernachtungen in Gasthäusern und Pensionen (mit Frühstück) sind häufig recht preiswert (rund 20 bis 25 Euro pro Person). Die Anreise kann man gut mit der Bahn durchführen, schließlich ist es kein Rundwanderweg. Hörschel hat einen kleinen Bahnhof, der meistens über Fulda angefahren wird. Ab Blankenstein hat man ebenfalls gute Verbindungen, kann sich als Bayer aber auch überlegen, den zusätzlichen Weg nach Bad Steben (etwa sieben Kilometer und 150 Höhenmeter) auf sich zu nehmen und ab dort mit dem Bayernticket zu fahren.

Versorgung auf der Strecke

Eine der vielen Sitzgelegenheiten am Wegesrand, wo man bei Ausblick seine Brotzeit genießen kann.

Eine der vielen Sitzgelegenheiten am Wegesrand, wo man bei Ausblick seine Brotzeit genießen kann.

Auf der Strecke kommt man nur im östlichen Teil, zwischen Neustadt und Blankenstein, ab und an durch größere Ortschaften mit Einkaufsmöglichkeiten. Neustadt am Rennsteig, Masserberg, Neuhaus am Rennweg und Steinbach am Wald sind die wenigen größeren Orte im Osten mit Einkaufsmöglichkeit. Gerade im weiteren Verlauf zwischen Neustadt und Hörschel sollte man ausreichend Proviant mit sich führen oder in den wenigen Gasthäusern an Wegkreuzungen Rast machen. Ab Neustadt ist man wieder mehr im Freien unterwegs, während die östliche Hälfte meist durch einsame Waldlandschaften führt. Hier gibt es auch immer wieder Gaststätten, dafür findet man im westlichen Teil massig Schutzhütten zur Selbstversorgung. An Bächen kommt man eher selten vorbei, da es sich um einen Kammweg handelt.

Schöne Aussichtspunkte und Flecken zum Rast machen gibt es massig. Derzeit werden zahlreiche Bänke und Aussichtstürme sowie Schutzhütten neu errichtet. Den Rennsteig als Selbstversorger mit Schlafsack und Kocher zu erkunden, bietet sich an und ist sicher ein Erlebnis. Aufgrund der zahlreichen Schutzhütten kann man sogar auf’s Zelt verzichten.

Schön zu Fuß, schöner mit dem Rad: Der Rennsteig per Mountainbike

Man sollte den Rennsteig weder zu Fuß noch mit dem Rad unterschätzen. Abgesehen von den Distanzen und Höhenmetern sind es eher der Untergrund und die Wegbeschaffenheit, die den Weg anspruchsvoll machen und die man nicht aus Karten lesen kann.

Der Rennsteig per Bike auf einen Blick:

  • Konditioneller Anspruch: mittel bis schwer (je nach Einteilung)
  • Fahrtechnischer Anspruch: mittel bis schwer
  • Beschilderung: sehr gut
  • Landschaft: abwechslungsreich (viel Wald)
  • Untergrund: fast ausschließlich Waldwege, meist unbefestigt und mit Wurzeln
  • Versorgung: dürftig im Westteil, gut im Ostteil
  • Unterkünfte: gut und günstig; viele Schutzhütten (Tipp für Mountainbiker: Gasthaus Waldfrieden in Frauenwald)
  • An- und Abreise: gut per Zug
  • Jahreszeit: März bis Oktober

Wegbeschaffenheit und Fahrzeit

Typischer Wurzelpfad am Wartburgblick.

Typischer Wurzelpfad am Wartburgblick.

Eine gute Zeit für eine Erkundung des Rennsteigs mit dem Rad ist der Hochsommer. Man ist meist im Wald, es ist trocken, man braucht weniger Gepäck und weniger Wanderer kreuzen den Weg. Bei nassen Verhältnissen würde ich von einer Befahrung eher abraten. Gerade im östlichen Teil Richtung Blankenstein hat man es häufig mit Wurzelwegen zu tun, die bei Nässe schlichtweg schwer zu befahren und gefährlich rutschig sind. Auch im Westen sind die steilen Anstiege mit losem Geröll schon bei trockenem Boden anstrengend. Wegen der Sturzgefahr sollte man den Rennsteig außerdem nicht allein befahren.

Wie man sich die Strecke einteilt, hängt ganz vom eigenen Ermessen ab. Wir haben uns zwei Tage Zeit genommen. Ich würde unser Viererteam als relativ homogene Gruppe trainierter Amateure mit guter Ausrüstung und Kondition und einigen technischen Kenntnissen beschreiben. Wir fahren regelmäßig und mehrmals die Woche Rad und schrecken auch vor Wurzelpassagen und steilen Abfahrten nicht zurück. Die zwei Tage waren für uns eine sportliche Herausforderung, die nicht unterfordert, aber auch nicht überlastet hat.
Aber auch drei Tage haben definitv noch einen sportlichen Reiz. Man hat ausreichend Zeit für Pausen und kann die Landschaft an Aussichtspunkten ergiebiger entdecken. (Sehr) Ambitionierte Radler können die Strecke natürlich auch in einem Tag fahren, wobei man neben den Distanz- und Höhenmetern auch den Belag nicht unterschätzen und mindestens zehn Stunden reine Fahrzeit (!) einplanen sollte. Wer sich gerne Zeit für kulinarische und kulturelle Leckerbissen nimmt und mehr Gaststätten und Museen entlang des Weges erkunden möchte, der sollte vier Tage einplanen.

Tipps zur Ausrüstung

Wir, das waren zwei Marathon-Hardtailfahrer, ein Marathonfully- und einen Tourenfully-Fahrer, der wohl am meisten Spaß hatte!

Wir, das waren zwei Marathon-Hardtailfahrer, ein Marathonfully- und einen Tourenfully-Fahrer, der wohl am meisten Spaß hatte!

Viele Auffahrten sind nicht nur steil, sondern auch vom Untergrund her anspruchsvoll und bedürfen einiger Konzentration und Kletterfähigkeit. Wenn es trocken ist, kann man mit gleichmäßigem Tritt sauber über die Wurzeln rollen. Bei den Abfahrten sollte man den Weg im Auge behalten und nichts gegen gelegentlich größere Steinbrocken, hohe Wurzeln oder Sprünge haben. Außerdem gibt es einige wenige Schiebe-/ Tragepassagen.
Ich würde daher für den Rennsteig ein Tourenfully mit 120er Federweg empfehlen. So kann man agil klettern, hat mehr Spaß bei den Abfahrten und weniger Stress mit den Wurzeln. Die Anzahl der Wurzelpassagen geht einem als Hardtailfahrer irgendwann nämlich ziemlich auf die Nerven. Wir hatten zwei Marathon-Hardtailfahrer dabei, ein Marathonfully- und einen Tourenfully-Fahrer, der wohl am meisten Spaß hatte! Es macht Sinn, den Rennsteig mit breiten Reifen und etwas weniger Druck zu fahren (2,25 Zoll und je nach Gewicht circa 2,0-2,5 Bar), dann hat man mehr Traktion.

Wer in Bewegung bleibt, sollte definitiv ausreichend Bananen und Riegel sowie zwei Trinkflaschen mitführen. Weiterhin kann ich eine Digicam und Stativ sowie ein Fernglas für Weitseher sehr empfehlen. Eine Karte braucht man nur als Interessierter – wer sich auf dem Rennsteig verfährt, ist zu schnell, wer sich verläuft, blind. Unnötiges Gepäck in Form von Schutzblechen und Schlössern kann man sich ebenfalls sparen. Die meisten Gasthäuser haben eine Terrasse und die Unterkünfte eine Garage, wo man das Rad gut unterstellen kann.

Unsere Mountainbike-Tour auf dem Rennsteig

Bereits 2011 bin ich den Rennsteig in zwei Tagen mit dem Mountainbike gefahren. Damals wählten wir Hörschel als Startpunkt. Diesmal haben wir uns wieder für die zeitlich ökonomischere Variante entschieden. Zudem locken mehr Höhenmeter in dieser Richtung. Von Hörschel aus fährt es sich anfangs sehr angenehm steigend im Wald bergauf, dagegen rollt man am Ende in Blankenstein auf Asphalt und Freiflächen steil bergab. Der Rest der Strecke ist in beide Richtungen facettenreich und gut zu fahren.

Tag 1: Von Hörschel nach Neustadt

Das Höhenprofil der Radweg-Strecke.

Das Höhenprofil der Radweg-Strecke.

Vorbei an der Rennsteiggrotte geht es von Hörschel bergauf zum Großen Inselsberg bis auf über 900 Metern. Der Weg verläuft meist im Wald auf Schotterwegen oder Wurzelpfaden. Der Anstieg zum Inselsberg ist hart, aber wird mit einem schönen Ausblick und leckeren Thüringer Rostbratwürsten belohnt. Sehr lohnend an diesem Abschnitt sind ein flowiger Trail neben einer Straße zu Beginn der Strecke und der Wartburgblick kurz vor dem Inselsberg. Wir haben bis hierhin erst rund 30 Kilometer und damit nicht einmal die Hälfte der Tagesetappe zurückgelegt. Allerdings zeigt das Barometer schon über 1.200 von rund 2.200 Tages-Höhenmetern an – na immerhin!

Den Inselsberg kann man, wenn man möchte, direkt vorne über die Treppen abfahren. Kurz danach kommt ein steiler Anstieg, den man unter keinen Umständen hochfahren sollte. Eine Treppe führt rechts daran vorbei. Anschließend kommt eine kurze, heftige Abfahrtspassage, die immer verblockter und schließlich richtig stufig wird. Hier tragen wir das erste Mal unsere Mountainbikes, das wäre nur was für professionelle Downhiller. Das Stück kann auch links auf der Straße umfahren werden.

Weiter geht’s durch den Wald bis zur Arena bei Oberhof. Dort hat man einen super Ausblick, Gaststätten und (mit etwas Glück) Einblicke ins Olympiatraining. Nächster Anlaufpunkt ist der höchste Punkt am gesamten Rennsteig, der Große Beerberg. Da man auf dem Kamm unterwegs ist, verliert man nie maßgeblich an Höhe. Der Berg bietet eine offene Kuppe mit Weitblick und einen neuen Aussichtsturm mit Sitzbänken. Dort lassen uns ein wenig Sonne auf die salzverkrustete Stirn scheinen.

Mittlerweile haben wir alle schon den Geruch thüringischer Köstlichkeiten und den Geschmack isotonischer Getränke in sanduhrförmigen Gläsern im Mund. Im weiteren Verlauf der Strecke kommen wir an eine spaßige Wurzelabfahrt und wenig später an ordentlich flowige Trails, die kilometerlang durch den Wald führen. Ein gelungener Tagesabschluss, bevor wir nach Neustadt einfahren. Tagesbilanz: Rund sechseinhalb Stunden im Sattel und gut 90 Kilometer mit rund 2.200 Höhenmetern.

Tag 2: Von Neustadt nach Blankenstein

Schutzhütten gibt es immer wieder am Weg.

Schutzhütten gibt es immer wieder am Weg.

Auf Wiesenwegen entlang der Straße grüßt uns die Sonne am nächsten Tag bei milden 20 Grad. Nicht lange dauert es, bis wir eine Passage erreichen, die ich noch gut in Erinnerung habe. Kurz vor Masserberg (einem Ort mir Einkaufsmöglichkeit) geht es im Wald einen stufigen Wurzeltrail nach oben, der irgendwann in Geröll übergeht und für uns streckenweise nicht fahrbar ist. Bei nassem Wetter ist das gefährlich, bei trockenem Wetter anspruchsvoll. Hier kann man seine Uphill-Fähigkeiten testen und kommt ordentlich ins Schwitzen. Den Teil kann man jedoch über eine Straße umfahren.

Kurz nach Masserberg geht es im Wald steil bergauf und wir kommen zur Rennsteigwarte, einem Turm aus den 1970er Jahren, den man gegen einen kleinen Opus begehen darf. Dort hat man eine super Aussicht in alle vier Richtungen mit praktischen Hinweiskarten zu den Namen der jeweiligen, in der Ferne liegenden Ortschaften. Man schaut bis Zella-Mehlis oder sieht gar die unscharfe Silhouette der Veste Coburg im südlich liegenden Bayern.

Wir kämpfen uns einen ausgewaschenen Schierferplattenweg nach oben und kommen zum bekannten Dreiherrenstein. Danach ist es nicht mehr weit in die wohl größte Stadt direkt am Rennsteig, Neuhaus am Rennweg, die gleichzeitig auch das am schlechtesten beschilderte Stück Strecke markiert. Nach einigen Orientierungsschwierigkeiten fahren wir weiter über das Örtlein Spechtsbrunn und das für uns akzeptable, für Wanderer wohl grauenhafte, Stück Radweg direkt neben der Hauptstraße nach Steinbach am Wald. Nach einem kurzen Halt am Edeka geht’s dann zum Endspurt nach Blankenstein. Unterwegs überqueren wir mehrmals markante Trassen des Grünen Bandes. An der Schutzhütte am Pferdeweg machen wir ein Foto der Glücklichen, die sich auf die kommende Abfahrt freuen. Vorher kommt jedoch noch ein kurzer, knackiger Anstieg, und dann endlich geht es auf Wiesenwegen und Aphalt schnell und steil hinunter nach Blankenstein, wo der Tacho uns 80 Kilometer und 1.300 Höhenmeter in gut fünf Stunden bestätigt.

 

Neuer Kommentar

Deine Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!

*


*