Reise

La Loire à Vélo: Mit dem Rad von Orléans bis zum Atlantik

10.09.2013

La Loire à Vélo: Mit dem Rad von Orléans bis zum Atlantik

Loireradweg - Orientierung

Loireradweg – Orientierung

“La Loire à Vélo“ ist ein französischer Fernradweg von Nevers bis Saint Nazaire am Atlantik. Rund 700 Kilometer Radweg sind entlang der Loire ausgeschildert und geben dem Reisenden die Möglichkeit einen der vielleicht schönsten Landstriche Frankreichs mit dem Fahrrad erkunden zu können. Alle Ausflüge zu den wichtigsten Loireschlössern ergeben 400 Kilometer zusätzliche Radstrecke. Dabei durchquert der Loireradweg zwei französische Regionen und sechs Départements. Seit November 2000 gehört das Loiretal zwischen Sully-sur-Loire und Chalonnes-sur-Loire auf Grund der einzigartigen Landschaft und zahlreichen Schlösser zum UNESCO Weltkulturerbe.

 

Die Idee

Was gibt es wohl Besseres als durch das sommerliche Frankreich zu radeln, Land und Leute kennen zu lernen und ganz nebenbei noch etwas Kultur mitzunehmen. Für die Reise am “La Loire à Vélo” steht fest, wir wollen möglichst viele Loireschlösser besichtigen und mit dem Fahrrad an den Atlantik fahren. Generell zwei Vorhaben, die sich gut verbinden lassen. Das Problem: Wir haben nur zwei Wochen für diesen Trip zur Verfügung. In dieser Zeit sind die 700 Kilometer des Radwegs und die Ausflüge zu den Schlössern nicht zu meistern. Mehr als 50-60 Kilometer möchten wir pro Tagesetappe, zu Gunsten der Besichtigungen, nicht einplanen. Also muss gekürzt werden und wir beschließen in Orléans zu beginnen.

Unterwegs mit dem Rad

Garten von Villandry

Garten von Villandry

Nach sechs Stunden Autofahrt kommen wir in Orléans an und beginnen gleich die erste Etappe. Wir kommen schnell voran. “La Loire à Vélo” ist gut ausgeschildert, die Orientierung dank Karte und GPS-Gerät ein Kinderspiel. Auf einem Übersichtplan, den wir bei der Touristinfo bekommen haben, markieren wir die Schlösser, die wir besuchen wollen. Chambord, das erste und gleichzeitig größte Schloss auf unserer Liste steht mitten auf dem Feld, umsäumt von alten Alleebäumen. Das Schloss ist wirklich schön und geradezu riesig. Besichtigt man es früh morgens hat man die Chance nahezu alleine zu sein. Für das Wasserschloss Chenonceau, im Tal des Flusses Cher gelegen, gibt es sogar eine ausgeschilderte Variante des Radwegs. Der Anblick des Schlosses ist atemberaubend, die brückenartige Architektur beeindruckt. Auch zahlreiche Paddler sind hier unterwegs, sie nutzen die seltene Gelegenheit unter einem Schloss hindurchfahren zu können. Weitere markante Schlösser sind Amboise, Villandry, Langeais und Ussé.

Die Tourentage

Am Ufer der Loire

Am Ufer der Loire

Pause...

Pause…

Bald verlaufen die Tourentage in nahezu gleicher Form. Wir beginnen die Etappe so früh wie möglich am Tag und nutzen die kühlen Morgenstunden aus. Unser Weg führt uns immer wieder an Schlössern vorbei. Auch wenn wir nicht jedes Schloss betreten, lohnt es sich in den schönen Gärten eine kleine Pause einzulegen. Oft sind wir zu dieser Zeit schon 20 oder 30 Kilometer gefahren. In den Mittagsstunden versuchen wir der sommerlichen Hitze ein wenig zu entgehen. Zahlreiche Rast- und Picknickplätze laden immer wieder zur Pause ein. Auch Unterkünfte zu finden ist nie ein Problem. Auf ein Zelt haben wir bewusst verzichtet und sind somit auf die örtliche Hotellerie angewiesen. Trotz der Hochsaison ist die Zimmersuche aber nie schwierig. Die Strecke fliegt nach einigen Tagen nur so an uns vorbei. Schnell haben wir uns eingefahren und unseren Rhythmus gefunden. Die übergeordneten Tourenziele des Fernradweges  ”La Loire à Vélo”,  Tours, Angers und Nantes, haben wir jeweils innerhalb unseres Zeitplans hinter uns gelassen. Ab Nantes sind es noch etwa drei Tage bis zum Meer. Die Landschaft verändert sich merklich, das Tal und der Fluss werden wesentlich breiter und die Schlösser deutlich weniger. Dann endlich, der Atlantik. Nur noch die Brücke von Saint Nazaire trennt uns vom Ziel. Das Bauwerk ist gewaltig, bei der Tour de France 2011 hat es hier sogar eine Bergwertung gegeben. Dann haben wir es geschafft, wir sind nach 11 Tagen Radtour angekommen, genießen noch ein paar Tage das Meer und treten danach die Heimreise an.

La Loire à Vélo: Was bleibt

591,39 gefahrene Kilometer, eine Menge Spaß, Kultur und Begegnungen mit netten Leuten. Kein Sturz, kein platter Reifen oder sonstige Zwischenfälle. Eine wunderbare Radreise, die wir sofort wiederholen würden.

Die Brücke von Saint Nazaire

Die Brücke von Saint Nazaire

Ein Kommentar

  1. Hallo Lisa,

    toller Bericht und eine wunderbare Empfehlung.
    Etwas in der Art plane ich kommendes Jahr auch, ob es Frankreich wird ist noch nicht klar, aber nach diesem Bericht kommt es unter die Top 3 ;)!

    Danke nochmals und beachtenswerte Leistung ;)!

    Beste Grüße

    Andreas

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