Testberichte

Testbericht Kletterschuhe Scarpa Vapor V

19.05.2011

Testbericht Kletterschuhe Scarpa Vapor V

Vapor V(elcro) von Scarpa ist ein unscheinbarer Kletterschuh, den ich seit seinem Release gänzlich außer Acht gelassen hatte. Allein die Tatsache, dass ich seit Stix und Booster sehr viel von den Scarpa Kletterschuhen halte bewegte mich dazu dieses Modell genauer zu betrachten. Zu meiner Überraschung entpuppte sich der unscheinbare Velcro im Test als eine mächtige Waffe im Kampf gegen die schlechten und rutschigen Tritte. Die Begeisterung über diesen Kletterschuh macht es mir nach dem testen etwas schwer objektiv zu bleiben. Dennoch versuche ich diesen Schuh mit allen Vor und Nachteilen umfassend zu beleuchten, um allen Interessenten nützliche Informationen über die Passform, Performance und andere Eigenschaften zu geben.

 

Optik, Verarbeitung

Ein Kletterschuh mit viel Biss

Wie die gesamten Kletterschuhe der Vapor und Instinct Reihen, halte ich persönlich den Scarpa Vapor V für optisch nicht besonders ansprechend. Wenn es die schicken, Stix, Feroce und Mago nicht gebe, würde ich Scarpa mangelnde Kompetenz beim Design unterstellen. Aber unter gegebenen Umständen kann es sich bei Scarpa nur um die Absicht gehandelt haben, einen bodenständigen und neutral aussehenden Kletterschuh zu kreieren. Orange und Grau sind die beiden Farben, die dieses Modell dominieren. Im Gegensatz zu den offiziellen Fotos von Scarpa, die in den meisten Online-Shops und selbst auf Scarpa´s Homepage zu sehen sind, ist Vapor V nicht gänzlich orange, sondern grau im Zehnbereich. Diese Farbe ist meiner Meinung nach der Grund dafür, dass dieser von mir beschriebener optischer Eindruck entsteht. Insgesamt ist dieser Kletterschuh “weich gezeichnet” es gibt keine steile Linien, futuristische Formen oder abgefahrene Gummi Kreationen. Auf den ersten Blick sieht Vapor V wie ein Anfängerschuh aus. Ich bin der Meinung, dass ein Paar wenige Details die Optik deutlich aufwerten würden und so auch den emotionalen Wert dieses Modells steigern könnten. Nichts desto Trotz trägt das Aussehen wesentlich zum Aha-Erleben (“Wolf im Schafspelz”), wenn man dieses Gerät zum ersten Mal verwendet und bleibt letzten Endes Geschmacksache.

Vapor V ist wie jeder Scarpa – super verarbeitet

Für mich persönlich gibt es drei große Qualitätsgaranten auf dem Kletterschuh-Markt und Scarpa ist drauf und dran immer weiter nach oben unter diesen Drei zu kommen. Egal wie intensiv ich gesucht hatte, egal wie hoch ich meine Messlatte angelegt hatte, ich konnte beim testen NICHTS finden. Alle tragenden Materialien, Verklebungen und Nähte an diesem Kletterschuh sind absolut tadellos. Keine Kleberreste, keine verschliffene Sohle, keine ausgefransten Klettverschlüße – alles vom Feinsten. Die mit der Verarbeitung zusammenhängende Haptik ist dennoch nicht so hervorragend, wie es beim Booster der Fall war, was aus meiner Sicht ein Hinweis auf Schwächen in der Gesamtkomposition darstellt. Das hat aber wie gesagt nichts mit der technischen Umsetzung des Schuhs zu tun. Scarpa zu kaufen bedeutet für mich, sich auf die Qualität zu verlassen und bis jetzt wurde ich kein einziges mal enttäuscht. Weiter so Scarpa!

Konstruktion

Die Sohle ist leicht asymmetrisch und hat eine ausgewogene Härte

Wie auch die Optik sieht die Konstruktion auf den ersten Blick relativ unscheinbar aus. Vapor V ist ein Velcro Kletterschuh, der eine durchgehende 3,5-4mm dicke Sohle aus Vibram XS Grip 2 aufweist. Die Zwischensohle, wenn sie überhaupt vorhanden ist (leider gibt die Produktbeschreibung diesbezüglich keine Informationen Preis) kann im vorderen Bereich getastet/vermutet werden. Die Zehen werden wie auch bei anderen Scarpa Modellen durch eine Wölbung in der Sohle unterstützt, die auch einen ganz kleinen Downturn bildet. Der Leisten ähnelt in etwa dem von Miura VS, ist jedoch weniger asymmetrisch und bietet im Zehenbereich etwas mehr Platz in die Breite. Die Zehenbox sieht zwar Platz für aufgestellte Zehen vor, ist jedoch nicht so hoch wie beim Instinct und drängt die Zehen (zu ihrer Freunde) weniger stark nach hinten. Die Ferse ist auf die klassischer Art und Weise konstruiert und ist etwas weniger starr als beim Miura VS (denn ich zu Veranschaulichungszwecken immer wieder anführen werde). Die Form und Volumen des Hinterteils sind sehr viel besser geworden und reichen fast an die Hookwaffe von La Sportiva (Miura VS) heran. In Anlehnung an Miura VS ist auch die Mesh Zunge gestaltet. Sie besteht aus zwei Teilen, der Zunge an sich, die vorne angenäht ist und dem elastischen “Cover” der dem Schuh beim Anziehen einwenig Slipper Feeling verleiht. Dank den vielen Lüftungslöchern kann die entstandene Hitze aus dem Kletterschuh entweichen und so für ein angenehmes Fußklima sorgen… (in der Realität bringen diese Features nicht ganz so viel).

Der bequeme Leisten wird von den beiden Velcros perfekt am Fuß fixiert

Die beiden Klettverschlüße haben ordentlich Biss und deren Anordnung bringt eine hohe Funktionalität mit sich. Die treuen Katana Fans wissen wovon ich rede. Vapor V lässt sich auf alle Fälle schnell und fest verschlissen ohne beim Klettern aufzugehen – und das auf Dauer!

Das einzige Highlite des Schuhs stellt das “Slingshoot-Power” System von Scarpa dar. Hinter dieser Bezeichnung steckt eine Verbindung (der sehr steilen, vorgespannten) Ferse mit der Spitze des Kletterschuhs. Sehen tut man davon gar nichts. Das System funktioniert jedoch einwandfrei. Die Sohle ist gerade im Bereich der Spitze sowie unter dem Zeh am härtesten. Andere Bereiche etwas weicher, wobei weich in diesem Zusammenhang relativ ist.

Die Zehbox aus Lorica ist geräumig und kuschelig-flexibel

Vapor V besteht im Zehenbereich aus Lorica (grauer Teil) und ist im hinteren Teil aus Leder. Diese Kombination bringt den Vorteil der Formbeständigkeit der Zehenbox und größere Anpassungsmöglichkeiten im restlich Schuh. Das Lorica scheint mir auf der Innenseite etwas kuschliger zu sein, als ich dass von Mago und co. gewohnt war. Auf alle Fälle ein Plus beim Komfort! Bei diesem Modell hat Scarpa auf ein Toe-Hook Patch verzichtet und hat lediglich den Bereich über dem großen Zeh mit dem hochgezogenem Randgummi bedeckt. An dieser Stelle sind auch drei “Entlastungseinschnitte” zu finden, die den Druck auf das Zehengelenk vermindern sollen. Auch in dieser Kategorie schafft es Vapor V seine Fähigkeiten bedeckt zu b und sich weiterhin als ein “Schaf” zu tarnen…

Passform und Größe

Bei der Vapor Linie habe ich die Größe 41 EU als die Minimalgröße für mich bestimmt. Bei dieser Größe kam ich ohne Probleme rein. Der Kletterschuh saß satt am Fuß und übte einen gleichmäßigen Druck auf diesen aus. Die kleinen Zehen wurden zwar deutlich aufgestellt taten aber nicht weh, da die Zehenbox aus Lorica ihnen Platz nach oben bot. Die Ferse saß sehr gut und hatte keine störenden Lufträume. Sie erinnerte mich von ihrer Passform her an Miura VS Ferse, saß im Vergleich jedoch weniger perfekt als diese. Das einzige was sofort auffiel, war der Druck des Fersenrandes an die Achillessehne. Bis zum heutigen Tag (2 Monate) später hat dieser Druck nicht merklich nachgelassen. Der Schmerz kommt jedoch erst nach 10 min, so dass man nur in längeren Routen etwas Probleme mit der Stelle bekommen könnte.

Die Größe 40,5 EU ist für mich zu klein, da die kleinen Zehen zu stärkt zusammengedrückt werden. Die 41,5 EU sitzt nicht mehr so satt, könnte aber für längere MSL Routen durchaus eine Option sein.

Vapor V in 41 EU und Miura VS 40 EU – beide Minimalgröße

Die Form des Leisten, richtet sich an das breite Publikum. Obwohl Vapor V meiner Erfahrung nach schon deutlich schmaler als Booster und Instinct geschnitten ist, könnten Leute mit ganz schmalen Füßen beim Männermodell Probleme bekommen. Da schafft die Frauen Variante in Blau eine Abhilfe. Sie ist nicht nur etwas schmäler sondern hat auch einen flachere Spann und somit weniger Volumen. Dank des weichen Materials und des anatomisch freundlichen Schnitts finden in der Zehenbox des Vapor V alle Zehenformen (selbst die Griechen) Platz und guten Sitz. Das Volumen des Schuhs und die Länge der Klettverschlüße des Männermodells sind ganz gut abgestimmt, wie ich finde. Obwohl ich einen hohen Rist habe, sitzt alles ohne zu drücken und die Velcros sind von der Länge her noch nicht ausgereizt. Auf diese Weise brauchen die Menschen mit flacherem Spann diese nicht kürzen und noch voluminösere Fußformen brauchen sich ebenfalls  keine Gedanken um die ausreichende Länge der Klettverschlüße zu machen.

Das Slingshoot Power System fängt mit dem Gummizug an der Ferse an und läuft unter der Sohle Richtung Zehen

Nach “drei mal Anziehen” wird der ohne hin schon bequeme Scarpa Vapor V noch gemütlicher ohne jedoch an Biss und Spannung zu verlieren. Insgesamt bedarf es so gut wie keiner Eintragezeit. Ich habe ihn gleich beim ersten Tragen am Fels in längeren Routen geklettert und musste lediglich am Top oder beim längeren Bouldern an den Schlüßelstellen meine Füße aus der “Umklammerung” des Vapor´s V befreien. Interessanterweise, blieb der mir bekannte Lorica-Dauer-Schmerz aus und so konnte ich den Kletterschuh nach einer kurzen Pause wieder für einen längeren Zeitraum tragen. Über die Zeit erwarte ich noch etwas Dehnung im Mittelfußbereich und die Lösung des Achillessehnen-Druck-Problems, dem ich gerade mit Socken zur Druckreduktion begegne.

Ein weiteres nerviges Faktum stellt der Einstieg und das “Querstellen” der Zunge dar. Wenn man den Fuß reindrückt, verkantet sich die Zunge an den Ausläufern mit der Schuhbordüre und muss mit 2-3 Handgriffen wieder geordnet werden, damit an dieser Stelle nach dem Verschliessen keine unnötige Druckstelle entstehen kann. An sich nichts was man nicht lösen kann, aber dennoch eine nervige und aus meiner Sicht unnötige Macke, die man vermeiden hätte können, wenn man die Zunge entweder anders geschnitten oder anders befestigt hätte.

Insgesamt ist Passform und der prompte Anpassung an den Fuß, die erste positive Überraschung des Vapor V. Die Versprechen des Herstellers im Bezug auf den Komfort treffen bis auf den Hotspot des Fersenrandes voll und ganz zu und zeugen von der Ehrlichkeit und realitätsnahen Wahrnehmung von Scarpa´s R&D Team.

 

Performance – wie klettert sich der Vapor V

Auf ganz kleinen Tritten beißt sich Vapor V mit XS Grip2 richtig rein

In diesem Bereich begegnet man unfreiwillig der zweiten und größten Überraschung des “Wolfes im Schafspelz”. Ich hatte schon viele verschiedenste Kletterschuhe gehabt und bei KEINEM war das Treffen, Stehen, Saugen, Drücken mit der Spitze so gut wie bei diesem unscheinbarem Scarpa Velcro. Selbst die Präzisionwaffe Anasazi stellt Vapor mit dem was ich so erlebt habe teilweise ihn den Schatten. Und wenn man bedenkt, wie bequem und zehenschonend dieser Kletterschuh ist, dann ist es umso erstaunlicher wie präzise und sicher das frontale Antreten sich anfühlt. Das Gefühl das mein Zeh mit der Spitze des Kletterschuhs übereinstimmt und absolut natürlich und perfekt die Tritte zu treffen scheint beherrscht seit dem ersten Antreten auf einem kleinen Spax mein Gedanken. Wie geht das nur??? Das Geheimnis ist das oben beschriebene Slingshoot Power System. Die Kraft des gesamten Fußes scheint dadurch von hinten nach vorne aufgebaut und pointiert auf die Spitze des Kletterschuhs übertragen zu werden. Wie es genau geht kann ich nur vermuten, da ich den Schuh noch nicht auseinander genommen habe…

Fakt bleibt: sobald man die Spitze auf den Tritt gebracht hat (was wie gesagt kinderleicht funktioniert) spannt man den Fuß etwas an und merkt förmlich wie die Verbindung zwischen dem Tritt und dem Schuh stärker wird und der Tritt wie beim Aufstellen der Finger am Griff zugeschraubt wird. Phänomenal – mehr kann ich nicht sagen.

Am Felsen hatte ich mit Vapor V Out of the Box selbst im abgesteckten Einstieg von Rocky Teil 1 ein sehr gutes und sicheres Gefühl, dass nicht zuletzt dem sehr klebrigen und verformungsfreudigen XSGrip2 zugeschrieben werden kann. Vapor V ist zwar leider nicht ganz so sensibel wie die Anasazi Modelle, aber mit dem Miura VS oder dem Feroce kann er jedoch ohne weiteres mithalten und bietet dem Fuß genügend Rückmeldung, um ohne die Angst den Druck auf das Speck bringen zu können. Sehr fein.

Klasse – mit vollem Gewicht auf leisten zu balancieren ist kP!

Die Sohle ist anfangs recht steif und bietet ordentlich Unterstützung für den Fuß. Sie wird jedoch bereits nach Wochen Stück für Stück weicher und erfordert etwas mehr Zehenkraft und Fußspannung, als es langfristig bei Miura VS der Fall ist. Der Unterschied ist jedoch geringfügig und im Alltag kaum merklich.

Im Überhang macht Vapor V trotz des geringen Downturns eine sehr gute Figur und man kann Vollgas an kleinen, positiven oder großen, flachen Strukturen “saugen”. Die stabile Sohle schafft dabei die Möglichkeit sehr viel Gewicht auf die Füße zu bringen, was IMMER den Armen zu gute kommt.

In Granit Platten und Wänden Zillertals stellte ich fest, dass XSGrip 2 sich sehr leicht verformt und ziemlich schnell kleine Schuppen bildet. Die Elastizität ist jedoch höher als beim alten XSGrip, so dass die Schuppengröße entsprechend kleiner ausfällt. Die Reibung ist sehr gut, wirklich sehr gut! Selbst in abgesteckten Mikros des Moonwalks rutschte ich nicht ab.

Hooken funktioniert vorzüglich

Was mir beim Klettern in Zillertal auffiel war die mangelnde Kantenstabilität im Bereich der Außen- und Innenkante der Sohle. Je weiter weg von der Schuhspitze man antritt desto weniger stark ist dieses sichere, kraftvolle (oben beschriebene) Gefühl ausgeprägt. Natürlich kann man auch mit diesen Bereich problemlos antreten und rutscht auch nicht ab, aber wenn es um brenzliche Situationen mit Sturzpotenzial geht, wünscht man sich das Gefühl der Spitze im gesamten Vorderen “Arbeitsbereich” der Sohle. Dies scheint eine kleine Schwäche des Slingshoot Power Systems zu sein. Ansonsten hält meine Begeisterung über die Trittqualitäten weiter an, denn ich habe zum ersten mal ein solch gutes Gefühl beim frontalem Antreten!

Toe Hooken ist auch einfach und gut, etwas Gummi auf der Zehenbox wäre noch besser

Beim Hooken kann Vapor V bei mir ebenfalls punkten. Dank der sehr gut passenden Ferse und Miura ähnlichen Konstruktion scheu ich es nicht den Begriff der Hookwaffe zu benutzen. Meine Erfahrung zeigt, dass die Ferse sich sehr gut platzieren, belasten und halten lässt. Sie verformt sich nur ganz leicht, wenn man mit vollem Gewicht drin hängt und gibt ein gutes Feedback über die “Verbindung” Schuh-Fels.

Da die recht flache Zehenbox ohne Gummierung auskommen muss, hält sich die Performance in der Kategorie Toe-Hooken im guten Bereich. Mit etwas Gummi würde ich (und da bin ich mir sicher) da von sehr gut sprechen können. Die Zehen lassen sich gut anheben und klammern die Hookfläche aktiv um. Das einzige begrenzende Faktor ist daher die geringe Haftung des Obermaterials (Lorica). Dennoch kann man mit dem Vapor V deutlich besser Toe-Hooken als mit dem Miura VS, da der untere gummibedeckte Velcro, nicht im weg und nicht rutschig ist.

Alles in einem ist Vapor V ein echter Allrounder – ohne wenn und aber.

 

Haltbarkeit

Die Reibung von XSGrip2 ist gigantisch, der Verschleiß hält sich in Grenzen

Nach 2 Monaten am Fels (hauptsächlich Kochel) kann ich die Robustheit bis jetzt mit gut bewerten. Die Abenteuer im Speck und Staub sind am Schuh nahezu spurlos vorüber gegangen. Einzig die Sohle hat ein Paar Schuppen und hat an der Kante der Spitze etwas Abrieb erfahren. Die Lebensdauer am Fels schätze ich als lang (mind. 1 Jahr) ein. Definitiv länger als bei Katana, der bei mir damals (noch in der XSGrip Ausführung) nach 6 Monaten einen Riss an der Spitze hatte. Die Klettverschlüße – ein altes Manko beim Booster, scheinen auch eine bessere Qualität zu haben und halten immer noch den Schuh zuverlässig am Fuß. Ich hoffe das bleibt auch so. Meine Sorgestelle an der Hookgummierung Ferse hat sich untypischer Weise auch noch nicht abgelöst. Ob das an der guten Verarbeitung liegt, oder ob der Vapor V dem Hook des Todes bis jetzt entkommen konnte bleibt die Frage, die nur weiteren Einsätze beantworten können.

Insgesamt bin ich von der Haltbarkeit nach derzeitigen Stand mindestens genau so begeistert, wie von der Performance und dem Komfort des Vapor V.

 

Empfehlung/Einsatzbereich/Klettergebiet

Die Konstruktion ist von außen ebenso unspektakulär wie die Optik

Das von mir bereits verwendete Wort Allrounder sagt eigentlich schon alles. Seit dem ich diesen Schuh habe, nehme ich ihn pauschal für alles. Egal ob Bouldern in Zillertal oder Frankenjura, Routen in Kochel oder am Plastik -Vapor V hat sich zum Lieblingsschuh gemausert. Das ist praktisch, denn so brauch ich nur einen Kletterschuh mitzuschleppen und so bleibt genügend Platz für Schockoriegel im Rucksack.

Meine Erfahrungen mit XSGrip2 bescheinigen dem Vapor V Tauglichkeit für die meisten gängigen Felstypen und Trittformen. In der Größe 41 EU ist der Einsatz im Alpinem Gelände eine recht schmerzhafte Angelegenheit, so dass ich für diesen Zweck eher die 41,5 bevorzugen würde. Dank der Klettverschlüße ist ein schnelles An- und Ausziehen überhaupt kein Problem, so dass man am Stand die Füße ohne Probleme lüften kann.

Man sollte nicht vergessen, dass Vapor V in der Kategorie Anasazi Velcro oder Katana anzusiedeln ist – auf diese Weise kann man sich Vorstellen was er kann, könnte und wie er mit der Zeit von der Sohle her wird. Zum Trainieren in der Halle ist er auch optimal und preislich auch zu verschmerzen. Meine Empfehlung für alle die einen Kletterschuh für alle “Lebenslagen” benötigen.

 

Fazit

Die Optik ist entspannt und unauffällig – sie täuscht gewaltig anlässlich der Leistung

Scarpa Vapor V ist eine wahrlich positive Überraschung. Ohne viele Einwände kann ich alle Angaben des Herstellers bestätigen: eine Eierlegendewollmilchsau. Super komfortabel, anpassungsfähig und dennoch formstabil, wahnsinnig performativ und vielseitig einsetzbar. Für deutlich weniger Geld bekommt man mit Vapor V einen Allrounder der den Vergleich mit teuereren Performance Modellen nicht zu scheuen braucht. Seit ich den Vapor V besitze, hat sich die Anzahl der Kletterschuhe in meinem Rucksack auf 1 Paar reduziert. Ein Gefühl für eine Situation nicht gewappnet zu sein habe ich dabei nicht. Viel Performance, Komfort und Spaß für einen fairen Preis – Scarpa Vapor V ein “Wolf im Schafspelz”

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