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Die Vaude Trans Schwarzwald 2013

10.10.2013

Die Vaude Trans Schwarzwald 2013

Die Vaude Trans Schwarzwald ist mit 432 Kilometern und 9.140 Höhenmetern so etwas wie die kleine Schwester der Craft Transalp, welche als die Tour de France des Mountainbikens gilt. Kurz vor Meldeschluss gelang es mir noch einen Startplatz für dieses 5-Tägige Mountainbike-Spektakel zu sichern. Fünf Etappen waren also zu bewältigen, welche unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Warten auf den Startschuss der Vaude Trans Schwarzwald 2013.

Warten auf den Startschuss der Vaude Trans Schwarzwald 2013.

Angefangen in Bad Wildbad ging es mit 93,2 Kilometern und 1.170 Höhenmetern relativ flach nach Wolfach. Von dort startete die härteste Etappe mit 2.300 Höhenmetern und 63 Kilometern nach Schonach, auf knapp 1.100 Meter über den Meeresspiegel. Die nächste Etappe ging es dann fast nur bergab über 100 Kilometer und 1.070 Höhenmeter nach Engen, welches Startpunkt für die längste Etappe war. 115 Kilometer und 2.000 Höhenmeter waren, über ein paar Abstecher in die Schweiz, bis nach Murg zu bewältigen. Die letzte und fünfte. Etappe führte dann von Murg zum Feldberg mit 63 Kilometern und wiederum 2.000 Höhenmeter, jedoch fast nur bergauf.

Jede Etappe war mit drei Verpflegungszonen ausgestattet an welchen isotonische Getränke, Radflaschen, Bananen und Kuchen gereicht wurden. Des Weiteren servierte jeder Etappenort am Abend ein reichhaltiges Nudel- und Salatbuffet, um die leeren Kohlehydratspeicher der Fahrer wieder aufzufüllen. Übernachtet wurde entweder im Massenlager, im Wohnmobil/Camper auf den ausgewiesenen Stellflächen oder in eigens gebuchten Hotels und Pensionen. Im Starterpaket waren zusätzlich noch zehn Energiegels, fünf Riegel und eine große Sporttasche enthalten, welche auf Wunsch von Etappenort zu Etappenort transportiert wurde. Am 14. August trafen dann 550 Mountainbiker und etliche Betreuer in Bad Wildbad ein. Vom Vollprofi bis zum Hobbyfahrer, der diese Tortur einfach nur Überstehen wollte, war alles vertreten.

Startschuss für die Vaude Trans Schwarzwald 2013

Um 11 Uhr fiel der Startschuss und die Mountainbikes wurden in hohem Tempo in Richtung Schonach getrieben. Die Profis zogen an, die Amateure keuchten hinterher und die Hobbyfahrer ließen sich auf keine Spielchen ein und fuhren ihre Geschwindigkeit. Ich hechelte irgendwo zwischen Profis und Amateuren hin und her, bis mein Hinterreifen merklich an Luft verloren hatte. Zu meinem Glück standen immer wieder Betreuer mit Standpumpen an der Strecke, die mich mit Luft versorgen konnten. Dann hielt der Reifen die Luft und auf einem 25. Platz beendete ich meine erste Etappe. So konnten die Ziele für die folgenden Tage forciert werden und die Top 25 in der Gesamtwertung schienen möglich.

Fünf Tage lang radeln die Teilnehmer der Vaude Trans Schwarzwald quer durch den Schwarzwald.

Fünf Tage lang radeln die Teilnehmer der Vaude Trans Schwarzwald quer durch den Schwarzwald.

Startschuss der Königsetappe erfolgte Tags darauf um 9:50 Uhr. Einmal um Wolfach ging es über Teile des Bikepark Wolfach und schöne Trails in Richtung Schonach. Gespickt war diese Etappe mit zwei etwas zwölft Kilometer langen und 800 Meter hohen Anstiegen, denen ebenso lange verblockten Downhills folgten. Auf einem 16. Platz konnte ich  diese Etappe vor einigen Profis beenden und begab mich erschöpft aber sichtlich zufrieden an die Zielverpflegung, bei der es Schinken-Käse-Croissants, Frischkäse-Brötchen, Bananen und  Kuchen gab. Da meine Kurbel bei jeder Umdrehung ein heftiges Knarzen von sich gab wechselte ich noch schnell die Lager, damit mein Mountainbike am nächsten Tag wieder voll einsatzfähig war. Abends gab es dann reichlich Nudeln und Salat, und nach dem Auffüllen der Speicher eine Massage.

Da die dritte Etappe nur 1.070 Höhenmeter aufwies und somit die flachste Tagestour war, schien klar, dass man von Anfang an in eine gute Gruppe fahren musste und das Tempo schon zu Beginn recht hoch sein würde. Motiviert vom Ergebnis des Vortages gelang es mir die Spitzengruppe mit allen Profis zu halten und ich flog mit der gesamten Meute auf Furtwangen zu. Fliegen trifft das ganze wirklich gut, denn mit knapp über 40km/h, schoss der erste Tross Mountainbiker durch die Innenstatt von Furtwangen weiter in Richtung Donaueschingen. An den folgenden kleineren Anstiegen verlor ich leider eine Kettenblattschraube und verbog mir mein kleines Kettenblatt so sehr, dass es vorerst unbrauchbar wurde. Der Rest der Etappe wurde dann auf dem großen Kettenblatt bewältigt . Nach der Zielankunft, in Murg, wurde das in Mitleidenschaft gezogene Material notdürftig mit Hammer und anderem Werkzeug gerichtet. Abends hieß es dann wieder Nudeln schaufeln, neue Reifen montieren und bei Zeiten schlafen gehen um am nächsten Tag wieder die volle Leistung bringen zu können.

Unverhofft kommt oft – leider!

Reperatur mit Hammer und sonstigen Utensilien. Das kleine Kettenrad übernimmt danach wieder seien Dienst.

Reparatur mit Hammer und sonstigen Utensilien. Das kleine Kettenrad übernimmt danach wieder seien Dienst.

Auch am vierten Tag waren die Beine noch nicht wirklich müde. Nach dem Einmassieren des Aufwärmöls und Warmrollen der Beine erfolgte der Start. Das Gefühl war gut, die Beine liefen und nach 100 Kilometern der 115 lag ich immerhin erneut auf Platz 16. In der letzten Abfahrt kam dann leider wieder Unvorhersehbares, zerschnitt mir den neu montierten Reifen und somit auch die Top-Platzierung. So rollte ich nach dem Aufpumpen des Ersatzschlauchs mit einer Minipumpe etwas demotiviert auf Platz 39 über die Ziellinie.

Die letzte und 5. Etappe verlief über 63 Kilometer und erneut 2.000 Höhenmeter von Murg hinauf zum Feldberg. Das Streckenprofil zeigte nur wenige Abfahrten und viele lange Anstiege zur Spitze des höchsten Bergs Baden-Württembergs. Nach vier Tagen im Renntempo schlug dann auch bei mir die Erschöpfung deutlich zu Buche und so konnten auch die Energiegels bis hin zur ersten Verpflegung nicht viel an meiner Form verändern. Nachdem die ersten 30 Kilometer und ca. 1.000 Höhenmeter gefahren waren ging auch endlich meine Leistungskurve wieder bergauf und so konnten die restlichen Kilometer bis ins Ziel mit etwas mehr Druck in den Beinen bewältigt werden.  Im Ziel gab es dann für alle Fahrer das wohlverdiente Siegerbier und haufenweiße erschöpfte, aber glückliche Gesichter.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Vaude Trans Schwarzwald trotz der Strapazen, Defekte und sonstigen Erschwernissen unheimlich viel Spaß gemacht hat. Das Rennen ist in jedem Fall zu empfehlen. Neben Kondition, sollte man auch Sitzfleisch und genug Ersatzmaterial und Werkzeug mitnehmen. So blieben bei mir zwei Reifen, ein kleines Kettenblatt und ein Tretlager auf der Strecke. Daneben sind auch Speichen, Bremsbeläge und Ketten zu empfehlen.

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