Testberichte

Bergans Imigen: Eine Wanderhose im Test

20.08.2013

Bergans Imigen: Eine Wanderhose im Test

Keine Frage: Stretchmaterial liegt bei Beinbekleidung (vor allem bei Trekking-Hosen) im Trend. Seit gut einem Jahr hat ein Kollege ein Stretch-Hose und immer wieder geisterte bei mir im Kopf herum, mir auch eine anzuschaffen. Der Kollege schwärmt vom angenehmen Tragegefühl. Er trägt die Hosen immer – tagein, tagaus, bei der Arbeit und in der Freizeit. Letztlich durchringen zu einer Anschaffung konnte ich mich aber bislang nicht, da ich schon einige Wanderhosen im Schrank habe, die “man” so braucht – eine Thermohose für den Winter, eine Zip-off-Hose, eine sehr leichte und eine aus einem etwas dickeren Material.

Sitzt gut, trägt sich super angenehm: Die Bergans Imingen.

Sitzt gut, trägt sich super angenehm: Die Bergans Imingen.

Wie gerufen kam in einer solchen Situation das Angebot von Bergzeit, eine Bergans-Trekkinghose auf Herz und Nieren zu prüfen. Gut sechs Wochen habe ich das gute Stück – eine Bergans Imingen – nun getestet. Das Modell gibt es in einer Damen- und einer Herren-Variante. Das Urteil aus Sicht eines Wanderers: Die Wanderhose hat sich die Note “gut” redlich verdient, wobei ich mich frage, was mich eigentlich von der Note “sehr gut” abhält. Vielleicht, dass Stretchhosen nichts Ungewöhnliches mehr sind? Oder, dass der reguläre Preis mit knapp 100 Euro ebenfalls nichts Besonderes ist? Oder, dass die Hose alle Erwartungen voll erfüllt, sie aber nicht übertrifft? Letzlich bietet die Hose alles das, was zu erwarten ist, wenn ich in einem Fachgeschäft wie Bergzeit eine qualitativ hochwertige und super angenehm zu tragende Marken-Outdoor-Hose erwerben möchte.

Bergans Imigen: Eine voll-ausgestattete Wanderhose

Wenige Handgriffe, und schon ...

Wenige Handgriffe, und schon …

An der Wanderhose selbst ist auf den ersten Blick nicht viel Ungewöhnliches: Es gibt – wie an fast allen Hosen – oben links und rechts je eine Eingrifftasche, zudem eine Gesäßtasche mit Reißverschluss. Ergänzend hat die Imingen am linken und rechten Bein nochmals jeweils eine Tasche mit einem Reißverschluss, etwa um Schlüssel, Handy oder Papierkarte zu verstauen. Auch nichts ungewöhnliches für Outdoor-Beinbekleidung.

Auf der linken Seite (vom Träger aus gesehen) ist knapp unter der seitlichen Tasche das Bergans-Logo dezent aufgestickt. Mein Modell ist dunkelgrau. Man sieht den Schriftzug in einem minimal helleren Grau kaum und nur aus der Nähe. Das mag ich persönlich sehr.

Das große Rätsel: Vier Nieten – für was bitte?

... hat man eine Drei-Viertel-Hose oder eine kurze Hose bis ans Knie.

… hat man eine Drei-Viertel-Hose oder eine kurze Hose bis ans Knie.

Schaut man den Beinen etwas tiefer, verblüffen an jedem Bein vier Nietenknöpfe. So recht weiß ich im ersten Moment nicht, was das sein soll. Ist das eine Besonderheit von Bergans? Eine Verzierung? Nach einigem Nachdenken, komme ich auf die Idee, mir die Knöpfe mal von Hoseninneren anzufühlen. Ich bemerke jeweils im linken und rechten Bein eine Schlaufe und bekomme eine Spontan-Erleuchtung: Klar, logisch! Die Hosenbeine lassen sich hochkrempeln und mit den Laschen an den Nieten befestigen.

Schnell wird auch deutlich, warum es vier Nieten auf jeder Seite sind: Die Hose kann so bequem in eine 3/4-Hose (meines Erachtens vor allem prima für Wanderer) und eine “kurze” Hose umwandeln. Das Hochkrempeln und Fixieren mit der Schlaufe ist in einer Minute geschehen und völlig bequem zu erledigen.

Krempeln statt zippen

Der Stoff der Bergans Immingen ist dünn, elastisch und fühlt sich gut an.

Der Stoff der Bergans Immingen ist dünn, elastisch und fühlt sich gut an.

Ich kannte dieses Konzept noch nicht an einer Hose, wohl aber an Hemdenärmeln. Nach einigen Wochen habe ich mich daran gewöhnt und finde es deutlich angenehmer als unterwegs Beine mit einem Reißverschluss abzunehmen oder – wenn es kälter wird – wieder anzuzippen. Ein weiterer Vorteil: Es gibt nichts zu verstauen. Es muss also kein Rucksack abgesetzt werden. Einfach bücken oder die Beine auf ein Mäuerchen abstellen und hochkrempeln – fertig! Vor allem für wechselnde Wetterlagen – etwa in den Bergen oder auch auf Flachland-Touren in Frühling oder Herbst – finde ich das genial.

Natürlich stellt sich die Frage, ob die Schlaufen den Tragekomfort beeinträchtigen und wie sich die Trekkinghose mit hochgekrempelten Beine

Das Logo ist dezent aufgestickt, am linken Bein knapp unter der Seiten-Tasche.

Das Logo ist dezent aufgestickt, am linken Bein knapp unter der Seiten-Tasche.

n trägt: In beiden Fällen kann ich sagen – man merkt es nur, wenn man darauf achtet. Wie robust die Hose ist, kann ich nicht wirklich sagen: Ich bin eher in Mittelgebirgen als in höheren Lagen unterwegs, wo dann vielleicht doch der eine oder andere Stein-Kontakt zusetzen könnte.

Alles in allem wäre ein Kauf für mich eine wirklich lohnende Investition in eine Ganzjahres-Wanderhose. Die norwegische Traditionsmarke Bergans überzeugt rundum: Angenehmes Tragegefühl, ein pfiffiges Konzept, um die Beinlänge zu variieren – da kann ein Käufer nicht viel falsch machen.

Auf eines sei noch hingewiesen: Ich selbst hatte Größe M bei einer Körpergröße von 1,78 m und eine Gewicht von 81 kg. Bei mir waren die Beine etwas lang, aber die Hose hat ansonsten perfekt gesessen. Meinem Sohn (1,84 m/76 kg) passt die Hose absolut perfekt. Er gibt sie nicht wieder her.

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