Testberichte

Die Suunto Ambit2 S HR GPS-Uhr im Test

03.06.2014

Die Suunto Ambit2 S HR GPS-Uhr im Test

Heute ist es schon fast eine Zumutung für den Endverbraucher, wenn er sich einfach eine neue Trainingsuhr kaufen möchte. Entweder man bleibt beim klassischen Pulsmesser oder der Stoppuhr oder man bekommt es ziemlich schnell mit alleskönnenden Technikmonstern zu tun.

Outboxing: Die Suunto Ambit2 S gefällt auf den ersten Blick.

Outboxing: Die Suunto Ambit2 S gefällt auf den ersten Blick.

Mir geht es als Ausdauersportler darum, eine verlässliche Trainingsuhr zu haben, die Puls und auch Distanz zuverlässig misst und außerdem über eine solide Akkuleistung verfügt. Jahrelang bin ich daher als Läufer mit dem guten alten Garmin Forerunner 305 sehr gut gefahren. Beim Laufen und mit dem Mountainbike hat mich die Leistung des Armbandtrainers stets überzeugt. Solide gebaut, kein Schnickschnack und verlässliche Daten. Zudem einfach zu handhaben – besonders in der Praxis. Da die Akkuleistung nach fast drei Jahren leider schwer nachgelassen hat und die GPS-Uhr irgendwann einfach nicht mehr zu verwenden war, habe ich mich nun nach wüsten Recherchen für eine Suunto Ambit2 S (lime) als Testartikel entschieden. Die GPS-Uhren aus dem finnischen Hause Suunto, das besonders für Kompasse und Tauchcomputer bekannt ist, sind enorm hochwertig verarbeitet und sollen mit guten Akkus und langer Haltbarkeit punkten. Viel mehr brauche ich nicht – ich will mich ja schließlich hauptsächlich bewegen und wissen, was ich getan habe. Wenn ich auf meinen Körper höre, reichen Grunddaten aus, um zu wissen, wie ich im Training stehe. Tabellen sind nett, können aber verunsichern, und solange man kein Leistungssportler ist braucht man nicht zwingend aus dem Hobby eine Wissenschaft zu machen. Erfahrungswert vor Theorie. Daher einige Einblicke und Erlebnisse aus meinem ersten halben Jahr mit der Suunto Ambit2 S, die erst 2013 auf den Markt kam. Dies ist kein en-detail-Bericht, sondern eine Erfahrung.

Erste Eindrücke von der Suunto Ambit2 S

Die Suunto Ambit2 S erhielt ich in einem schicken Schwarz mit dunkelgelbem Ring (Tendenz zu Gold, aber auch zu Limette – sehr einzigartig) und bereits auf den ersten Blick sind mir neben dem tollen Design die herausragende Verarbeitung und die angenehme Haptik aufgefallen. Keine Frage: Die Finnen wissen, was sie tun. Diese Uhr ist bis 50 Meter wasserdicht, hat ein bruchsicheres Mineralglas, ein Display mit Pixeln und verfügt über ein sehr stabiles und angenehm sitzendes Band. Das Design ist sportlich, aber durchaus elegant. Für eine Uhr mit integriertem GPS kommt die Suunto Ambit2 S in einem kompakten und auch für schmale Handgelenke geeigneten Format. Für mich war die Alltagstauglichkeit bei einer GPS-Uhr dieser Preisklasse ein durchaus schlagendes Argument.

Einstellungen und Grundfunktionen der GPS-Uhr

Vergleich mit klassischem Victorinox-Taschenmesser: Die Uhr ist durchaus kompakt für einen GPS-Computer.

Vergleich mit klassischem Victorinox-Taschenmesser: Die Uhr ist durchaus kompakt für einen GPS-Computer.

Einmal geladen ist die Suunto Ambit2 S sehr schnell auf die individuellen Grundeinstellungen angepasst. Da wären Gewicht, maximale Herzfrequenz und die bekannten Display- und Alarmfunktionen. Den im Lieferumfang der HR-Variante enthaltenen Herzfrequenzgurt kalibiert man einmal, dann wird er bei jedem Einsatz in Sekundenschnelle vom Gerät erkannt. Auch der Kompass wird durch Drehen und Wippen kalibriert. Diese Grundoptionen sind in der enthaltenen Anleitung erklärt, eine detaillierte Anleitung findet man auf der Herstellerwebsite.

Was mich zu Anfang ein wenig genervt hat, war die Tatsache, dass die Suunto Ambit2 S mit einem Ladekabel (USB) kommt, auf dessen Buchsenseite sich ein Aufkleber mit Pfeil befindet. Nimmt man diesen ab, ist der ganze Stöpsel mit Resten verklebt, die man erst einmal fein säuberlich mit Spiritus entfernen darf, damit man nicht dauerhaft das Kabel im PC oder Steckdosenadapter kleben hat. Ich bin mir sicher, jeder Mensch, der eine solche Uhr erwirbt, weiß, in welche Richtung man ein USB-Kabel einstöpselt.

Sehr angenehm finde ich, dass die Akkustandanzeige in einstufigen Prozentwerten erfolgt. Die angegebene Akkuleistung von bis zu 12 Stunden im Trainingsmodus kann ich absolut bestätigen, auch die 50 Stunden im Standby (ohne GPS) würde ich schätzungsweise unterstreichen. Generell ist im Trainingsmodus das GPS an, ansonsten kommt die Uhr im Standby locker einige Tage durch den Alltag. Die Uhr ist sehr schnell geladen, innerhalb von maximal drei Stunden komplett.

So schick wie praktisch: Invertierbares Display bei der Suunto Ambit2 S.

So schick wie praktisch: Invertierbares Display bei der Suunto Ambit2 S.

Neben Wochentag und Sekundenanzeige kann man sich auch eine zweite Zeit durch Tippen der “View”-Taste im Grunddisplay anzeigen lassen. Sehr praktisch für Reisende oder notorische Zuspätkommer. Die Displayhelligkeit lässt sich gut regulieren, auch Alarm und Licht sind praxistauglich.

Die Grundsprache der GPS-Uhr ist Englisch, die Menüs sind selbsterklärend und die Navigation fällt leicht. GPS-Koordinaten findet der Computer sehr gut. Eilige Sportler können die Suunto Ambit2 S bereits beim Schnüren der Schuhe oder auf dem Weg in den Radkeller vor die Türe legen. Optional lässt sich die Uhr auch mit einem Wattzahlen- oder Trittfrequenzmesser ausstatten. Eine gute Wahl für leistungsorientierte Radfahrer und Triathleten.

Praxistauglichkeit und Trainingsfunktionen der Suunto Ambit2 S HR

Wenn man mit hohem Puls unterwegs ist und gegebenenfalls Handschuhe trägt, muss ein Gerät wie eine GPS-Uhr bei allen optischen Argumenten auch schlichtweg pragmatisch überzeugen. Das tut die Suunto Ambit2 S HR definitiv. Das robuste Gehäuse des Suunto-Armbandtrainers macht einiges mit, weder bei Minusgraden noch in der Hitze gibt es Probleme mit Akkuleistung oder sonstigen Funktionen. Der GPS-Empfang ist sehr gut. Mit dem Zubehör der Suunto Ambit2 S oder einem individuellen Gummipuffer kann man die Uhr leicht am Lenker befestigen und spart sich den Tacho. Mit dem wirklich sehr stabil und angenehm geformten Silikon-Armband hält die Uhr bestens.

Im Hallenmodus lässt sich die Bahnlänge am Armbandtrainer einfach einstellen.

Im Hallenmodus lässt sich die Bahnlänge am Armbandtrainer einfach einstellen.

Ich habe die Suunto Ambit2 S besonders für den Triathlonsport ausgesucht. Im Gegensatz zu vielen GPS-Laufuhren kommt sie mit einem praktischen Schwimmmodus für die Halle. Dieser erlaubt zuverlässig das Bahnenzählen. Die Distanz kann variabel eingestellt werden. Zudem werden die Züge pro Bahn gemessen. Im Outdoor Schwimmmodus ist das GPS aktiviert.

Etwas nachteilig beim Laufen empfinde ich, dass der Pace in 5-Sekunden, nicht in 1-Sekunden Schritten angegeben wird. Ansonsten komme ich im Wald und auf der Bahn mit den grundlegenden Funktionen (Stoppuhr, Distanz, Pace, Puls, Durchschnittswerte, Zeit, Intervalle, Runden) sehr gut zurecht. Auch beim Radfahren reichen die Grunddaten aus. Statt in Minuten wird hier die Geschwindigkeit in km/h angegeben und es kommt ein Höhenmesser (GPS) hinzu. Im Multisportmodus kann man einfach von einer auf die andere Sportart wechseln. Was meine alte Garmin-Uhr meiner Meinung nach besser konnte, ist, bei Nichtbewegung (kurzen Standpausen) einen automatischen Stopp einzurichten. Hier drückt man bei Suunto Knöpfe oder versaut sich den Durchschnitt.

Ansonsten habe ich die Möglichkeiten, die das von Suunto betriebene Portal movescount bietet (Apps und deutlich bessere individuelle Konfiguration) leider noch nicht nutzen können, da Suunto bislang keinen Linux-Support bereitstellt. Dennoch bin ich auch so mit den Funktionen der leichten Uhr (73 Gramm) zufrieden und freue mich vor allem an der soliden Verarbeitung und dem schlichten Design. Man trägt keine externen Sensoren mit sich herum (vgl. Polar) und macht auch nach dem Training eine bessere Figur mit dem guten Stück (Garmin ist da derber im Design…).

Mein Fazit zur Suunto Ambit2 S HR

Die Uhr lässt sich mit einem Adapter gut am Lenker befestigen (hier: Adapter von Garmin)

Die Uhr lässt sich mit einem Adapter gut am Lenker befestigen (hier: Adapter von Garmin)

Ich liebe die Suunto Ambit2 S HR für ihre in jeder Hinsicht soliden Eigenschaften. Sie ist in der Praxis ein treuer Begleiter mit guten Trainingsfunktionen, hochwertigem GPS-Chip und codiertem Herzfrequenz-Gurt, der auch mal einen Sturz mitmacht, beim Schwimmen gut lesbar bleibt und nicht nach einer fünfstündigen Radausfahrt schon den Akkugeist aufgibt. Für Verarbeitungs- und Empfangsqualität, Belastbarkeit in der Praxis und Akkuleistung, Design und Funktionen – von denen ich zwar bislang nur einen Bruchteil genutzt, diese aber als genügend empfunden habe – kann ich die Ambit2 S uneingeschränkt empfehlen.

Freilich kann man mit der Nutzung des Portals movescount.com noch deutlich mehr aus dem GPS-Armbandtrainer herauskitzeln. Daher ist die Suunto Ambit2 S für ambitionierte Triathleten wie auch Hobbysportler zu empfehlen. Sie macht darüber hinaus auch im Alltag eine gute Figur (man kann das Display invertieren, was ziemlich schick aussieht…) und abgesehen von Kleinigkeiten, die mich bisher gestört haben, bin ich mit der Uhr hochzufrieden. Ich habe die Suunto Ambit2 S deshalb gewählt, weil ich einen Trainingscomputer brauche, der mir Zeit, Geschwindigkeit und Distanz übermittelt und lange hält. Man kommt mit reinen Laufuhren, etwa von Garmin oder mit der neuen Suunto Ambit2 R, deutlich günstiger weg. Allerdings fehlt es da an Akkuleistung für lange Radtouren. Außerdem empfinde ich persönlich den Bahnen- und Zugzähler der Ambit2 S zum Beckenschwimmen sehr praktisch. Die direkte Alternative von Garmin wäre wohl aktuell der Triathlon-Computer Forerunner 910 XT. Dieser ist allerdings deutlich klobiger und ein reines Trainingsgerät. Die UVP wird bei Suunto durch Optik und Güte gerechtfertigt, die Suunto Ambit2 S ist aber wie andere Trainingscomputer dieses Leistungsumfangs sicher kein Schnäppchen.

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