Reise

Per Fahrrad von Gießen nach Istanbul – den Balkan erkunden

25.04.2011

Per Fahrrad von Gießen nach Istanbul – den Balkan erkunden

Es waren die letzen warmen Tage im September des vergangenen Jahres, als die Idee für die Tour mit dem Fahrrad aufkam, über die wir hier in den nächsten 3 Monaten berichten werden. Inspiriert durch Ewan Mcgregor und seiner Motoradtour „long way round“ schwebte Benni schon länger der Gedanke an etwas ähnliches auf dem Fahrrad durch den Kopf. Da der Balkan für uns beide bisher noch unbekanntes Terrain ist und man die Tour von Gießen nach Istanbul quasi als Fahrt vom Okzident in den Orient bezeichnen könnte, stand die grobe Route bald fest und die Idee war geboren.
Doch zuerst musste noch das Studium erfolgreich beendet werden, wir lernten zu dieser Zeit beide täglich fleißig für das Examen. Bis dahin lagen 5 Jahre Lehramtsstudium mit den Fächern Sport und Erdkunde hinter uns. Und da keiner so richtig Bock hatte direkt danach in das Referendariat einzusteigen, entschlossen wir uns das Ganze auch in die Tat um zusetzen und begannen nach erfolgreich absolvierten Prüfungen mit der Planung.

Ist das ganze so überhaupt möglich und wie lange würde man brauchen? Verschiedene Routenmöglichkeiten wurden diskutiert. Letztlich entschieden wir uns dazu, mit dem Fahrrad um die Alpen herum entlang der Donau zu fahren und dann die verschiedenen Länder des Balkans zu bereisen, wobei die jeweilige Hauptstädte die einzelnen Wegpunkte darstellen würden. Gegen eine Alpenüberquerung mit dem Fahrrad sprachen vor allem die möglicherweise noch sehr kühlen Temperaturen im April und Schneefall in der Höhe, was es mit unseren Fahrrädern unmöglich gemacht hätte über Pässe zu fahren und uns so nur die weniger reizvollen Routen entlang der Hauptverkehrswege übriggeblieben wären.

Los geht es also von Gießen, meiner Heimat- und unserer gemeinsamen Unistadt per Fahrrad. Zum lockeren einrollen dann zunächst entlang am Main über Frankfurt, Aschaffenburg, Würzburg, Nürnberg, Regensburg bis Passau. Entlang der Donau über Linz nach Wien und Bratislava. Spätestens ab hier werden die Fahrrad-Etappen dann etwas anspruchsvoller werden. Über die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro, Mazedonien bis nach Griechenland. Von dort dann mit der Fähre in die Türkei und dann weiter bis nach Istanbul.
Für die knapp 4000 Fahrrad-Kilometer haben wir 3 Monate eingeplant. Wobei der letzte Teil der Fahrrad Route noch nicht 100% fest steht und wir je nach Zeit vielleicht auch nur den nördlichen Teil Griechenlands mitnehmen und über den Bosporus nach Istanbul fahren.

Unterwegs erwarten uns verschiedene Einreisebestimmungen sowie kyrillische Schrift. Bären, Wölfe, wilde Hunde und Pferde, zahllose im Boden verbliebene Tretminen aus dem letzten Krieg im ehemaligen Jugoslawien, UN-Friedenstruppen im Kosovo… und natürlich jede Menge Spaß!!! Bestreiten werden wir die Fahrrad-Tour mit 2 extra dafür hergerichteten Drahteseln.

Während Benni sich ein nagelneues Tourenfahrrad zugelegt hat, werde ich mein altes Mountainbike umrüsten. Gemein haben aber beide Fahrräder die Gepäckträger vorne und hinten. Diese werden mit Ortlieb Back- und Frontroller Fahrradtaschen in der Klassikvariante und einem Rack-Pack, welches quer über die beiden Hinterradtaschen montiert wird, ausgestattet. So ergeben sich insgesamt 96 Liter Packvolumen, das wir hoffentlich nicht ausreizen werden. Es ermöglicht uns aber „locker“ zu packen, um so einfacher an verschiedene Ausrüstungsgegenstände zu gelangen. Durch die Packmöglichkeiten am Vorder- und Hinterrad ist außerdem ein ausbalancierteres Beladen möglich.

Darüber hinaus werden wir noch ein 3 Mann Zelt, sowie Isomatte und Schlafsack mitnehmen um, sobald es die Witterung erlaubt, zelten zu können. Für das 3 Mann Zelt haben wir uns entschieden, damit noch genug Platz darin ist, um die vielen Fahrradtaschen nachts sicher unterbringen zu können. Damit wir nicht jeden Tag essen gehen müssen, was vielleicht auch nicht immer möglich ist, nehmen mir einen Primus Mulitfuel-Kocher und ein Kochset der selben Marke mit. Die Kleidung trennen wir auf in den Bereich den wir zum Fahren tragen und den für danach. So wollen wir möglichst platz- und vor allem gewichtssparend packen. Generell haben wir bei allen Ausrüstungsgegenständen darauf geachtet, das sie möglichst leicht sind und ob wir sie wirklich benötigen. Denn schnell kommt eine Menge zusammen und spätestens auf dem Balkan muss jedes Kilo die Berge hochgeschleppt werden.

Doch bis es soweit ist rollen wir mit unseren Fahrrädern erst einmal entspannt den Main und die Donau entlang und spätestens dann werdet ihr wieder von uns hören.

Bis dann, Benni und Martin!

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