Testberichte

Lundhags Traverse Pants: Trekkinghose im Test

15.01.2014

Lundhags Traverse Pants: Trekkinghose im Test

Die richtige Wanderhose zu finden, ist nicht so einfach, denn die Auswahl und die vielen verschiedenen Hersteller machen es einem nicht leicht. Doch zum Glück gibt es Klassiker, die sich aufgrund ihres Schnitts, Materials und ihrer Extras bewährt haben. Dazu gehört auch die beliebte Lundhags Traverse Pants Trekkinghose.

Material, Verarbeitung und Passform

Die Rückseite der Lundhags Traverse W's mit Stretch im Gesäßbereich. Lundhags verwendet Stretch für eine bessere Passform und robustere Materialien an Stellen, wo die Trekkinghose stärker strapaziert wird.

Die Rückseite der Lundhags Traverse W’s mit Stretch im Gesäßbereich. Lundhags verwendet Stretch für eine bessere Passform und robustere Materialien an Stellen, wo die Trekkinghose stärker strapaziert wird.

Wenn man vier Monate durch Neuseeland reisen und dort wandern will, braucht man eine gute Trekkinghose. Die Entscheidung fiel auf die Lundhags Traverse Pants, da ich in den Foren viel Gutes über sie gelesen hatte und mir meine eigene Meinung zu der Wanderhose bilden wollte. Der Stoff fühlte sich robust an, aber ich kannte bisher nur Jeans und zweifelte etwas daran, dass die Hose schroffe Berührungen mit Felsen oder Dornenbüschen aushalten würde. Das galt noch mehr den Stretcheinsätzen.

Jeder Teil einer Wanderhose hat unterschiedliche Aufgaben und wird verschiedenen Belastungen ausgesetzt. Die Lundhags Traverse wird dieser Herausforderung durch die Verwendung von mehreren Materialien gerecht. Das Wichtige hierbei ist, dass die Nähte gut verarbeitet sind, damit sich die Stoffe nicht beim Einsatz voneinander trennen, wenn man es am wenigsten benötigt.

Das Hauptmaterial der Wanderhose ist LPC Eco, eine Mischung aus Polyester (67 Prozent) und Öko-Baumwolle (33 Prozent). An der Innenseite des Beinabschlusses hat Lundhags eine Cordura-Verstärkung eingearbeitet, da hier mit größerer Belastung zu rechnen ist, zum Beispiel durch Steigeisen und ständige Berührung der eigenen Schuhe. An der Knieinnen- und -außenseite, dem Gesäß und Teilen der Beintaschen wurde Stretch-Material verwendet.

Nach eingehender Begutachtung war ich mir sicher, dass ich mir bei der Lundhags Traverse um die Haltbarkeit keine Sorgen zu machen brauchte. Alle Nähte waren sauber verarbeitet und auch sonst konnte ich keine Schwachstellen feststellen. Der Schnitt ist locker, aber nicht schlabberig. In schwarzer Ausführung ist sie meiner Meinung auch für den Alltag geeignet, obwohl die Stretchteile sie sehr nach einer Wanderhose aussehen lassen.

Extras

Die seitliche Belüftung mit Reißverschluss und Mesh-Einsatz sorgt auch bei warmen Temperaturen für ein angenehmes Beinklima.

Die seitliche Belüftung mit Reißverschluss und Mesh-Einsatz sorgt auch bei warmen Temperaturen für ein angenehmes Beinklima.

In der Outdoorhose ist genug Platz für das Portemonnaie, das GPS und das Survival-Messer. Die beiderseitigen normalen Hosentaschen werden durch eine Beintasche auf jeder Seite ergänzt, beim Frauenmodell jedoch nur auf der rechten Seite. Die rechte Beintasche beinhaltet noch eine kleine extra Tasche, die von mir zur seperaten Unterbringung meines Messers verwendet wurde, um nicht in der großen Tasche ständig herumkramen zu müssen.
Die seitliche Belüftung kann mittels leichtgängigem Reißverschluss einhändig bedient werden. Damit bei offenem Reißverschluss nicht die nackte Haut oder die Unterhose zu sehen ist, wurde vom Gesäß bis zu den Knien Mesh (Maschennetz) eingearbeitet. Auffällig ist das Boot-Loc-System, das Lundhags bei seinen Trekkinghosen verwendet und welches es möglich macht, die Hose mit den Schuhen zu verbinden. Ein kleiner Haken, der an einer dehnbaren Schnur befestigt ist und bei Nichtgebrauch in einer kleinen Tasche verschwindet, kann an die Schnürsenkel gehängt werden und verhindert so ein Hochrutschen der Hose. Das Zusammenspiel aus Boot-Loc und dem kleinen Haken soll Gamaschen überflüssig machen.

Die Trekkinghose in der Praxis

Die mit Stretchmaterial vorgeformten Knie der Lundhags Traverse Wanderhose gewährleisten mehr Bewegungsfreiheit und eine längere Haltbarkeit auch bei größerer Belastung.

Die mit Stretchmaterial vorgeformten Knie der Lundhags Traverse Wanderhose gewährleisten mehr Bewegungsfreiheit und eine längere Haltbarkeit auch bei größerer Belastung.

Meine Verlobte und ich haben die Lundhags Traverse Pants vier Monate am Stück beim Reisen, Klettern und Wandern in Neuseeland getragen und sind vollauf begeistert. Die verschiedenen Materialien haben unterschiedliche Eigenschaften und wurden dementsprechend an den jeweiligen Stellen in der Hose verarbeitet. Sie ist die bequemste Hose, die wir besitzen. Das Stretchmaterial meistert seine Aufgaben wirklich gut: Beim Klettern, Laufen oder Bücken dehnt es sich angenehm der Körperbewegung folgend. Meine oben genannte Befürchtung, dass das Stretchmaterial nicht wirklich robust ist, hat sich als unbegründet erwiesen. Dornen, Äste und Steine waren kein Problem. Selbst als ein Abschnitt so steil war, dass wir auf dem Po über den schroffen Untergrund hinunterrutschen mussten, ging nichts kaputt. Viele Gürtelschlaufen haben zudem verhindert, dass der Gürtel über die Hose rutscht.

Das Boot-Loc-System der Lundhags Traverse Pants verhindert ein Hochrutschen der Hose. Für eine längere Haltbarkeit an stark strapazierten Stellen wie dem unteren Beinabschluss sorgt eine Cordura-Verstärkung an der Innenseite.

Das Boot-Loc-System der Lundhags Traverse Pants verhindert ein Hochrutschen der Hose. Für eine längere Haltbarkeit an stark strapazierten Stellen wie dem unteren Beinabschluss sorgt eine Cordura-Verstärkung an der Innenseite.

Das Boot-Loc-System ist nicht schlecht und das Cordura-Material hat nicht einen Kratzer abbekommen, jedoch ersetzt es keineswegs eine wasserdichte Gamasche. Falls es mal nass wird, braucht man sich trotzdem nicht zu sehr zu sorgen, denn die Hose trocknet sehr schnell wieder. Wer es noch wasserdicht am Gesäß und an den Knien haben möchte, kann sich die Pro-Version der Lundhags Traverse holen. Das macht das Ganze zwar nicht mehr so atmungsaktiv, aber meines Erachtens sollte das kein Problem darstellen, da der Rest der Trekkinghose das sehr gut wieder ausgleicht. Auch nach zwei bis drei Wochen des Dauertragens konnten wir keine unangenehme Geruchsbildung feststellen.

Die Traverse ist sehr winddurchlässig und eignet sich deshalb vor allem als Outdoorhose für Frühling bis Herbst. Auch bei starker Hitze haben wir uns in der Hose sehr wohl gefühlt. Wenn es richtig heiß wird, würde ich natürlich eine kurze Hose empfehlen und für den Winter eine, die nicht so viel Wind durchlässt. Ein User schrieb auf Bergzeit.de, dass er die Lundhags Traverse auch als Tourenhose im Winter verwendet. Dementsprechend fällt es schwer, eine klare Jahreszeitenempfehlung abzugeben. Das hängt vom Träger und der genauen Wettersituation ab.

Mein Fazit zur Lundhags Traverse Pants

Der Preis ist sicherlich nicht gering, aber hier gilt: Einmal richtig investieren und lange Zeit zufrieden sein. Denn die Lundhags Traverse wird allen Anforderungen an eine Outdoorhose gerecht, ohne dabei zu schnell zu verschleißen. Sie ist ein perfekter Begleiter und ich würde sie jederzeit wieder kaufen. Nicht umsonst war sie im Outdoor-Magazin Testsieger unter den Trekkinghosen.

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