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Chariot-Tours: Der etwas andere Trainingspartner

13.06.2013

Chariot-Tours: Der etwas andere Trainingspartner

Für alles gibt es unterschiedliche Geschäftsmodelle, die mehr oder weniger zum gleichen Ziel führen. Doch bedeutet die Geburt des ersten Nachwuchses für die meisten Eltern einen nicht unerheblichen Einschnitt in ihr bisheriges Leben. Insbesondere für freizeitorientierte Eltern, die gewohnt sind, jede freie Minute im geliebten Kletter-Bike-Ski-Modus zu verbringen. Damit die gemeinsame freie Zeit nicht nur darin endet, sich Kinderwagen schiebend durch den verstopften Münchner Isar-Highway zu kämpfen, muss ein Plan B her. Dieser heißt für uns: Chariot Cougar.

Gardasee

Droht nun ein absoluter Image-Verlust in der Radszene? Beim durchstöbern diverser Radl-Foren stößt man unweigerlich auf amüsante Beiträge, die genau darauf abzielen. Am MTB, geschweige am Carbonrenner, hätte ein Anhänger überhaupt nichts zu suchen! Aber, da ich mich als zukünftiges Zugpferd eher in die Kategorie “Alpinist” einordne, kann ich damit leben.

Einstieg | Gr. Ahornboden

Mit den ersten schönen Frühlingstagen ist der Nachwuchs mit seinen drei Monaten per Definition von Chariot groß genug für die ersten Radtouren in dem dafür vorgesehenen Babysitz. Nach den ersten Testtouren durch das Oberland wagen wir uns ins Gebirge. Neben dem üblichen Service-Set wie Wickelutensilien, Verpflegung und Wechselklamotten ist die größte Bereicherung eine Picknickdecke! So können wir jederzeit und überall eine Pause einlegen. Diese Pausen allerdings bestimmen selten die Eltern, sondern unser neuer Mitradler. Im Idealfall befindet sich unser kleiner Passagier irgendwo im Traumland und wir können entspannt unsere Kilo- und Höhenmeter abstrampeln.

Gardasee | Estergebirge

Doch so ein Schlaf hält nicht ewig an. Oft genug schauen einfach zwei ganz große Augen aus dem Anhänger und saugen alles Neue in sich auf. Dazwischen liegen immer wieder Protestphasen. Schließlich bekommt man bei so viel frischer Luft auch einen riesigen Hunger, der sofort gestillt werden will. Selten in Kombination mit geeigneten Pausenplätzen. Mit einem nun immer lauter schreienden Mitradler suchen die Eltern hektisch ein geeignetes Plätzchen aus, um endlich die ersehnte Verpflegungs- und Krabbelpause einzulegen. Erst mal durchschnaufen!

Der nächste Idealfall: man befindet sich bereits am Ziel und lässt es nur noch bergab laufen, sobald der kleine Mitradler satt und müde ist, um schließlich zufrieden im Anhänger einzuschlafen. Andernfalls kann es zu größeren Meinungsverschiedenheiten kommen, da die Eltern gerne die Radltour fortsetzen wollen und der kleine Mitradler definitiv anderer Meinung ist.

Mt. Altissimo | Soĉa-Tal

So ist das erste Jahr mit dem Hänger geprägt von vielen Radtouren und auch unser kleiner Mitradler hat seinen Spaß dabei. Nach der langen Winterpause erwarten wir mit Spannung die erste Radtour. Während nun die Skier verdient ihre Sommerpause antreten, sitzen wir im Sattel und unser kleiner Mitradler – inzwischen dem Babysitz entwachsen – mit Begeisterung im Hänger.

Und falls man wieder solo mit dem MTB unterwegs ist, lassen sich allein mit diesem “beiläufigen” Training wunderbar Touren mit 3.000 Höhenmeter durchführen. Wenn das mal keine Motivation ist!

Trauchbergrunde

Als Anregung einige MTB-Touren, die gut mit einem Chariot durchführbar sind:

  • Der Karwendelklassiker: Von Scharnitz auf’s Karwendelhaus.
  • Trauchbergrunde: Von Unternogg zur Madersteig-Dienst-Htt., kurz das Gespann über die Brück tragen und weiter nach Halblech / Trauchgau.Über das Kleinbicheleck zurück zum Parkplatz.
  • Staffelalm: Aus der Jachenau durch das Laine-Tal zur Staffelalm. Gemeinsam kann noch der Rabenkopf bestiegen werden.
  • Blomberg und Zwiesel: Aus dem Nirwana über die steile aber gut fahrbare Forststraße hoch zum Blomberg und weiter zum Zwiesel / Schneiteralm. Nun der Forststraße weiter folgend zur Lehenbauernalm und über Wackersberg zurück zum Parkplatz.
  • Riesenhütte: Von Frasdorf über die teils steile Forststraße hoch zur gemütlichen Riesenhütte. Wer will, kann nach einem leckeren Kaiserschmarrn noch ohne Hänger zur Hochries raufradeln / tragen.
  • Kistenalm: Leistungscheck mit Hänger. Der Klassiker von Eschenlohe über die teils steile Forststraße zur Kistenalm. Ein Traum im Herbst. Es lohnt natürlich der Abstecher zu Fuß auf die Hohe Kiste.

Während die meisten Forststraßen in Bayern, Tirol, Salzburger Land gut mit dem Hänger fahrbar sind, waren uns die Forstwege um den Gardasee oder dem Soĉa-Tal zu holprig, um diese unserem kleinen Mitradler zuzumuten.

2 Kommentare

  1. Frage: Wie siehts aus beim bergabfahren? Fahre zum Glück wenn ich anhänger fahre nicht mit Kindern, denn wenn man fester bremst schiebt der Anhänger sich gerne unters Hinterrad bzw hebt es an. Grundsätzlich fährt man mit Kind ja vorsichtig, aber wenn mal wirklich ne brenzlige Situation da is, wollte ich wissen ob ich mich auf so n Anhänger verlassen kann.

    • Hallo Rauschi! Ich denke, es ist eine grundsätzlich Frage, wie man selber der Thematik gegenüber eingestellt ist und ob etwas für einen selbstverständlich ist oder nicht. Hinzu kommt noch, wie sicher man sich selber auf dem Rad fühlt.
      Bislang kann ich deine Erfahrung mit einem Hänger am Rad nicht teilen.
      Inzwischen bin ich einige recht steile Forst- und Teerstraßen mit dem Hänger rauf, als auch runter gefahren. Dass der Hänger beim runterfahren schiebt und die Bremsen entsprechend ausgelegt sein müssen, dürfte selbstverständlich sein. Genauso selbstverständlich sollte es sein, die Geschwindigkeit anzupassen. Wenn dies berücksichtigt wird, hatte ich bislang nie eine unkontrollierte Situation und dass mich der Hänger seitlich überholt bzw. sich das Hinterrad hebt habe ich mit dem Chariot Cougar nie erlebt!

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