Testberichte

Rucksack Spectro AC 32 SL von Deuter im Test

20.06.2013

Rucksack Spectro AC 32 SL von Deuter im Test

Viel Platz für minimalistische Wanderinnen, die komfortabel tragen, aber nicht schwer schleppen möchten: Damit lässt sich der grüne Wanderrucksack von Deuter grob umreißen. Zum ersten Mal hat er mich auf mehreren Hikes durch die kanadische Provinz Ontario begleitet. Und dabei nicht nur sofort seine Vorzüge offenbart, sondern auch die Blicke auf sich gezogen. Die von Bären Gott sei Dank ausgeschlossen.

Die gelbe Blume - Deuters Markenzeichen für Damenrucksäcke.

Spectro AC 32 SL: Deuters Damenrucksack leuchtet in Kiwigrün.

Leuchtende Optik: Grün dominiert

Der Rucksack Spectro AC 32 SL von Deuter ist im Grunde minimalistisch und clean. Normalerweise erwartet man bei technischen Leichtgewichten wie diesem Wanderrucksack eine langweilige Farbe, klassisches Schwarz mit roten Akzenten etwa. Um den Fokus auf die ausgeklügelten Features zu lenken. Nicht so mein kiwigrüner Spectro. Der will – lateinisch “spectare”, nomen est omen – betrachtet werden. Neben der dominierenden Farbe Kiwigrün leuchet der Rucksack mit limonengrünen Netzmaterialien und sonnengelben, dynamischen Streifen und Gurtbändern. Bodenpartie, Innenleben, Rücken und Tragesystem sind hell- und dunkelgrau. Die Farbe hat mich beim Auspacken erst einmal überwältigt, superschnell habe ich mich aber nicht nur dran gewöhnt, sondern sie ins Herz geschlossen. An trüben Tagen ist das strahlende Grün nämlich ein echter Gute-Laune-Booster.

Komfortables Leichtgewicht

Der Deuter Spectro AC 32 SL wiegt schlanke 1220 Gramm und fasst wie der Name schon verrät 32 Liter. Das SL steht wie bei allen Deuter-Rucksäcken für die Anpassung auf die weibliche Anatomie, optisch zu erkennen an der preisgekrönten gelben Haargummi-Lilie. Wo Blume dranhängt, ist auch Blume drin: Mit unglaublicher Liebe zum Detail wurde jeder Riemen, jede Schnalle und natürlich auch die Gesamtform des Rucksacks weiblich gestaltet. Mehr zu den SL-Features in Kürze. Zunächst zu seinem ersten „Ausritt“ auf meinem Rücken auf einer Wanderung im kanadischen Killarney-Nationalpark.

Nicht nur dass der Rucksack optisch wunderbar mit den roten Felsen harmoniert, er trägt sich auch sehr bequem. So bequem, dass er, wenn er nicht gerade mit 15 Kilo bepackt ist, kaum zu spüren ist. Das Rückensystem – mit dem schönen Namen Aircomfort Flexlite – ist sehr luftig und sorgt für Abstand zwischen Rucksack und Rücken. Eine Getränkeflasche ist in einem der beiden Seitenfächer aus undurchsichtigem, elastischem Mesh in Lemongrün untergebracht und mit dem Spectro am Rücken mit einem schnellen Griff zu erreichen und ebenso schnell wieder zu verstauen. Der Bauchgurt ist für optimale Belüftung durchlöchert und trotzdem gut gepolstert.

In Kiwigrün ist der Rucksack ein echter Blickfang

Keine Bären in Sicht! Der Spectro AC 32 SL auf Tour in Ontario/Kanada.

Den Deuter Spectro packen

Ein Bauchgurt-Täschchen wie bei anderen Wanderrucksäcken von Deuter fehlt. Allgemein gilt: Wer viele einzelne Staufächer liebt, mag den Spectro nicht. Wer sich bei seinem Rucksack sowieso nie merken kann, hinter welchem Reißverschluss sich die Sonnencreme verbirgt und lieber Gewicht spart, wird ihn lieben. Ein großes Hauptfach – für manche Wanderer beziehungsweise Gelegenheiten ist das zu wenig. Für mich, die ich eher intuitiv packe und auf der nächsten Hütte nicht mehr genau weiß, was wo platziert ist und normalerweise “Graben” angesagt ist, eigentlich eher schlecht. Doch dank des Reißverschlusses, mit dessen Hilfe man den Spectro von vorne öffnen kann, lässt sich das Packgut komplett überblicken. Wühlen ist damit nicht nötig.

Im Deckel ist nur außen ein Reißverschlussfach, ein extra Bodenfach fehlt. Eine Regenhülle ist nicht integriert. Vorne ist ein großes lemongrünes Meshfach für den Helm, die Regenjacke oder andere Utensilien, die man schnell erreichen möchte. Innen hinten liegt ein flaches Gummizugfach, das bis zum Boden reicht. Außen finden sich Gummizugschlaufen, um Wanderstöcke zu befestigen oder das Handtuch zum Trocknen “aufzuhängen”. Das wars. Für Minimalisten genug.

Rucksack im Kanadier: Deuters Spectro AC 32 SL auf dem "Runden See".

Auch im Kanu macht er eine gute Figur: Der Spectro AC 32 SL im Algonquin Park.

Frauen auf den Leib geschneidert

SL stand ursprünglich für “Slim Line” und “Short Length”. Der Tatsache Rechnung getragen, dass viele Frauen schmaler gebaut sind, ist der Namenszusatz für die Frauenrucksäcke übernommen worden. Das heißt aber nicht, dass die Rucksäcke kurze oder schmale Kopien der Männerversionen sind. Die Details machen SL aus: Etwa dass der Brustgurt weit verschiebbar ist, oder dass der Hüftgurt beim Rucksack konisch ist und sich somit der Form des weiblichen Beckens besser anpasst. Am ausgeklügeltsten sind die Schulterträger: Sie sind nicht nur schmaler und kürzer, sondern sitzen auch in einem anderen Ansatzwinkel am Rucksack. Außerdem sind sie weicher und laufen oben schmaler aus, so dass sie einerseits nicht an den Achseln scheuern und andererseits nicht von den schmalen Schultern rutschen.

Mein Fazit zum Spectro AC 32 SL von Deuter?  Prima Tragekomfort, Fliegengewicht, Gute-Laune-Farben.

Ein Rucksack in Kiwigrün doch zu knallig? Kein Problem. Für Wanderinnen, die gern weniger auffallen, gibt es auch eine Version in Schwarz-Magenta. Der Preis: 124,95 Euro.

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