Testberichte

Gore Bike Wear Oxygen Arm Warmers im Test

21.06.2013

Gore Bike Wear Oxygen Arm Warmers im Test

Die Oygen Arm Warmers von Gore Bike Wear sind partiell mit einer Windstopper Membrane ausgestattet und schützen so bei kalten Abfahrten und kühlem Wetter effektiv vor Zugluft. Ob das allerdings den für ein paar Armlinge nicht ganz günstigen Preis von 39,90 rechtfertigt erfahrt ihr im Test.

Erster Eindruck, Firmenporträt und Optik

Wie die meisten Artikel von Gore Bike Wear bestechen die Oxygen Arm Warmers beim ersten Anblick durch ein schlichtes, funktionelles und sportlich-schlankes Design. Gore Bike Wear ist neben Gore Running Wear ein Tochterunternehmen von W.L. Gore & Associates, dem weltgrößten Unternehmen im Bereich PTFE-Verarbeitung. Wo mittlerweile Gore-Tex oder Windstopper bekannte Begriffe und in aller (Sportler) Munde sind, haben sich Gore Bike Wear und Gore Running Wear wohl eher nur in den Breiten ambitionierter (Wettkampf)-Sportler etabliert. Nicht zuletzt liegt das vielleicht an den nicht ganz günstigen und sehr speziell für die jeweilige Sportart entwickelten Produkten. Während man sich mit vielen sportlich aussehenden Teilen auch im Alltag dekorieren kann, greift man zu einem Produkt von Gore Bike oder Running Wear wohl eher, wenn man auch tatsächlich regelmäßig trainiert. Dann ist die Performance allerdings um so erfreulicher und das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt! Als “echter” Sportler lassen sich außerdem die dezenten und hochfunktionellen Klamotten von Gore Bike Wear bestens auch in der Stadt tragen.

Die Philosophie des Unternehmens, das seit nurmehr über 20 Jahren hochwertige Radbekleidung produziert und – wie sollte man es anders erwarten – dabei intensiv mit den bewährten Membranen des großen Bruders Gore arbeitet, ist „Leistung dank Design“ zu ermöglichen. Erst einmal sich selbst kennenlernen und sich dann dementsprechend schmücken, heißt es auf der Homepage des Herstellers. Diese Orientierung spiegelt sich dann auch im Design der Produkte von Gore Bike Wear wider: Geradlinig, schnörkellos, sehr durchdacht und mit innovativer Passform. Es kommen nur Produkte in die Palette, die sich durch Praxistauglichkeit in Tests bewährt haben und eine sehr radspezifische Funktion erfüllen. Reflektoren an den richtigen Stellen, eine technische Taschenanordnung, geringes Gewicht und beste Materialien sind nur einige der Merkmale der High-End-Bekleidung aus dem Hause Gore. Kleinigkeiten, die den Spaß beim Sport einfach immens erhöhen können. Vor allem durch die Kombination der Membranstoffe (Gore-Tex und Gore Windstopper) mit eigens entwickelten (meist elastischen) Funktionsgeweben besticht die Bekleidung. Wetterschutz da, wo man es braucht und ansonsten kompromisslose Atmungsaktivität!

Innenleben der Oxygen Arm Warmers (Made in Romania!)

Innenleben der Oxygen Arm Warmers (Made in Romania!)

Das Äußere der schwarzen Gore Bike Wear Oxygen Arm Warmers ist dezent und doch durch die Reflektoren und den athletischen Schnitt sehr sportlich.

Verarbeitung

Natürlich ist bei einem Hersteller wie Gore Bike Wear eine Verarbeitung höchster Güte zu erwarten. Wieso sollte sich die Tochter eines Unternehmens das seit Jahrzehnten (fast) alle Top-Produkte der großen Outdoor-Ausrüster mit bewährten Membranen ausstattet hier lumpen lassen? Flachnähte, robuste Stoffe, getapte Nähte, Kleinteile von Markenherstellern wie YKK – alles selbstverständlich bei Gore Bike Wear! Die Windstopper Armlinge sind sehr wertig verarbeitet und geben keinen Grund zur Beanstandung.

Passform

Die Produkte von Gore Bike Wear bestechen stets durch eine für die Körperhaltung beim Radfahren speziell entwickelte Passform. Jacken sind hinten länger, Hosen schlank geschnitten. Auch die Oxygen Arm Warmers fallen sehr körpernah aus, um beste Funktionalität (verbesserte Atmungsaktivität und Wärmeleistung) zu gewährleisten. In Größe S passen sie mir bei ca. 1,70 Meter Körpergröße und ca. 64 Kilo sehr gut. Für meine athletische Figur und verhältnismäßig kurzen Ärmchen sind sie wie gemacht, wenn ich sie bis unter die Achseln ziehe. Meine Armlänge (Achsel – Handwurzel) beträgt ziemlich exakt 50 Zentimeter und die Armlinge passen dann perfekt und werfen keine Falten. Für Leute mir langen Armen ist die Länge dann wohl optimal und man kann die Armlinge gemütlich bis zum Bizeps ziehen. Bei wem dieser übrigens recht muskulös ausfällt, der sollte die Armwärmer definitiv eine Nummer größer probieren!

Ein flacher, elastischer Bund sorgt vorne am Handgelenk für besten Sitz und kann aufgrund der stofflichen Verarbeitung auch gerne mal als Schweißband oder zum Naseputzen auf Tour herhalten. Hinten am Oberarm-Bund ist die Innenseite der Armlinge mit Gumminoppen ausgestattet, die ein Verrutschen effektiv vermeiden. Allerdings ist das Material dort nicht so elastisch wie weiter vorne und man sollte die Armlinge tatsächlich nicht zu eng kaufen, um Druckstellen zu vermeiden!

Konstruktion und Material

Elastischer Saum am Handgelenk

Elastischer Saum am Handgelenk

Im Prinzip bestehen die Armlinge aus drei unterschiedlichen, elastischen Materialien. Ganz vorne kommt das sehr elastische und weiche Material der Bündchen zum Einsatz, das aus 92% Polyester mit etwas Elasthan besteht. Dahinter folgt ein Muster aus demselben Stoff, allerdings in etwas robusterer und windabweisender Webart. Um den Ellbogen kommt dann die Gore-Windstopper-Membrane zum Einsatz, die hier ein Auskühlen des Gelenks durch Zugluft (Windchill-Effekt) vermeidet. Das Außengewebe besteht aus abriebsfestem Nylon (85%) mit Elasthanbeimischung für leichte Dehnbarkeit. Es handelt sich außerdem dabei um DWR-behandeltes Windstopper-Softshell mit lang wasserabweisender Wirkung. Auch auf der beim Radfahren schräg nach oben exponierten Innenseite des Armes (sehr durchdacht!) befindet sich ein langer Windstopper-Einsatz. Das sorgt vor allem bei Regen für effektiven Witterungsschutz. Dahinter folgt wieder eine Lage des Hauptmaterials und der Noppenbund bildet dann den oberen Abschluss der Armlinge.

Elastischer Bund mit Silikonnoppen für besten Halt

Elastischer Bund mit Silikonnoppen für besten Halt

Eine Vorformung der Ellbogen sorgt dafür, dass man einfach so in die Armlinge reinschlüpfen kann – sie passen sofort wie angegossen. Das ist kein Gag, sondern tatsächlich extrem praktisch und angenehm. Legt man die Armlinge flach auf den Boden, sieht man deutlich den “Knick” am Ellbogen. Leider fehlt eine Links/Recht-Markierung der Armlinge. Aber wenn man einfach schaut, dass jeweils die Logos links bzw. rechts außen sind, kann man schnell und einfach in die Wärmer reinschlupfen! So ist es auch laut Herstelleraussage gedacht, allerdings finde ich, eine farblich abgesetzte Codierung wie bei manchen anderen Modellen des Herstellers (rotes L bzw. R) erleichtert schnelles Anziehen.

Austattung

Was erwartet man sich von Accessoires wie Armwärmern? Jedenfalls haben die Oxygen Arm Warmers wohl alles, was man sich wünschen kann (bis auf die Links/Rechts-Markierung): Refkeltierende Logos, die sich durch Waschen und Abrieb nicht lösen, ein weiches, elastisches Ärmelbündchen, Flachnähte, die nicht kratzen, einen verstärkten Abschluss mit den bewährten Haltenöppelchen und eine geniale, dreidimensionale Vorformung der Arme!

Tragekomfort

Die Oxygen Arm Warmers tragen sich ohne lange Vorrede einfach herrlich! Durch das elastische Material und den körpernahen Schnitt liegen sie bestens an, verrutschen nie, egal ob auf dem Rennrad, beim Mountainbiken, Laufen oder gar beim Klettern.

Das Windstopper-Material schützt vor Abrieb und Kälte am Ellbogen und das restliche Gewebe bietet besten Feuchtigkeitstransport und sorgt für angenehme Wärme. Da innen kein Fleecebesatz ist, überhitzt man nicht und auch bei Auffahrten geht der Dampf gut raus. Die Materialkombination ist durchdacht und bewährt sich! Man muss bei wechselhaftem Wetter die Armlinge nicht ständig Abstreifen und hat ein optimales Körperklima. Gerade beim schnellen und/oder häufigen Wechsel von Bergauf- und Bergab und in unwegsamem Gelände mit kühler oder nasskalter Witterung (wie häufig auf dem Mountainbike oder Rennrad in Frühjahr/Herbst/Alpen) muss man nicht nachdenken, sondern lässt die Teile einfach an – da ist Verlass!

Einsatzbereiche

Genau dafür scheinen die Oxygen Arm Warmers auch gemacht: Radtouren (und wie gesagt auch Laufen oder gar Klettern) in Herbst und Frühjahr, bei kühlem Wetter, wenn nicht zwingend eine Jacke nötig ist. Und auch für den frischen Sommermorgen oder Abend oder bei Mehrtagestouren (vor allem in den Alpen) sollte man immer Armlinge dabei haben. Sie tragen nicht auf und sorgen schnell für angenehme Wärme. Dafür sind die Gore Bike Wear Armlinge perfekt! Auch bei kaltem Wetter vermeiden sie außerdem, dass das Gelenk auskühlt durch 100% winddichte Ellbogen!

Raue, windige Abfahrt? - Nur mit meinen Gore Oxygen Arm Warmers natürlich!

Raue, windige Abfahrt? – Nur mit meinen Gore Oxygen Arm Warmers natürlich!

Freilich kommt jedes Material bei langen Auffahrten an seine Grenzen. Aber die Atmungsaktivität der Oxygen Arm Warmers ist beeindruckend und kommt man richtig ins Schwitzen sind sie auch während der Fahrt einfach runterzustülpen oder auszuziehen. Anziehen gelingt dagegen beim Tragen von Handschuhen und wegen der engen Passform nur auf ebenem Gelände bei freihändiger Fahrt.

Mein Fazit zu den Oxygen Arm Warmers von Gore Bike Wear

Perfekte Allrounder! Die Gore Bike Wear Oxygen Arm Warmers haben mich nun schon einige Jahre beim Laufen und Radfahren begleitet und nie enttäuscht! Sie finden in jeder Trikottasche oder der Seitentasche eines Rucksacks Platz und sind beeindruckend angenehm zu tragen. Das leichte, elastische und dennoch robuste Material sorgt für die perfekte Kombination von Wetterschutz und Atmungsaktivität. So kann man sie einfach tragen und muss sich um das Körperklima keine Sorgen machen. Volle Konzentration auf die Tour wird ermöglicht!

Größendimensionen der Windstopper Armlinge

Größendimensionen der Windstopper Armlinge

 

Die innovative Passform, der geniale Materialmix, die wertige Verarbeitung und natürlich die durchdachte Ausstattung mit Reflektoren (gerade auf dem Rennrad!) und Anti-Rutsch-Bund rechtfertigen den Preis allemal! Hier findet man ein sehr vielseitig einsetzbares Produkt, dass man nicht mehr missen will. Die Gore Bike Wear Oxygen Arm Warmers mit partiellem Windstopper machen dem Namen der Herstellers alle Ehre und sind die beste Wahl für alle, die gerne mit sinnvoller Ausrüstung Radfahren und Laufen – egal ob Ironman oder Gelegenheitsjogger!

Vorteile:

Elastisch, leicht, warm, perfektes Klima, ausreichender Wetterschutz, sehr gute Verarbeitung, durchdachte Konstruktion, innovative Passform, zweckmäßige Ausstattung, dezentes Design, Preis-Leistung

Nachteile:

Passform u.U. zu eng für muskulöse Oberarme, Preis schreckt häufig irrtümlicherweise ab, auffällige Seitenmarkierung fehlt

Einsatzgebiete: Rennrad, Mountainbike, Tourenrad, Stadt (Pendler mit Rad), Laufen, Walking, Trailrunning, Klettern, Bouldern, Allround

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