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Premiere in Reit im Winkl: Erster TÜV-zertifizierter Klettersteig

19.06.2013

Premiere in Reit im Winkl: Erster TÜV-zertifizierter Klettersteig

Kurz und für manche auch ein bisschen knackig, so präsentiert sich der neue  Klettersteig am Hausbachfall in Reit im Winkl. Dieser ist nicht nur der erste Klettersteig im Chiemgau, sondern auch der erste Klettersteig in Deutschland, der vom TÜV abgenommen wurde. Warum? Weil der Betreiber, die Gemeinde Reit im Winkl, insbesondere der Bürgermeister, auf Nummer sicher gehen wollte.

Am Anfang geht es mehr quer statt hoch am Fels entlang.

Am Anfang geht es mehr quer statt hoch am Fels entlang.

Seit hundert Jahren existiert in der Schlucht des Hausbachfalls ein steiler Wanderweg. Von ihm aus hat man einen ausgezeichneten Blick auf die Felswände gegenüber. Schon lange hatte der Rathauschef, selbst erfahrener Bergsteiger und Kletterer, die Vision, dort einen Klettersteig zu installieren. Seit dem Frühjahr ist diese Vision nun Wirklichkeit und der “Klettersteig am Hausbachfall” (B/C, für kleine Personen C/D) TÜV geprüft und zertifiziert begehbar.

400 Meter ist der Klettersteig lang, der Höhenunterschied beträgt zwar “nur” 170 Meter, aber trotzdem bietet der Steig auf der etwa einstündigen Strecke tolle Aussichten und immer wieder Überraschungen. Los geht es im Ortskern von Reit im Winkl (Parken am besten am Festsaal,Tiroler Str. 37). Von hier aus erreicht man den Klettersteig in etwa 15 Minuten.

Der Klettersteig befindet sich hinter der Kirche am Grünbühel (Kriegerkapelle), die weithin zu sehen ist, beim Natur-Barfußpark (gut ausgeschildert, Wegweiser Hausbachfall/Barfußpark). Hinter der Kirche geht es rechts wenige Meter zu einer Brücke über den Hausbachfall, gleich nach der Brücke links ist der Einstieg deutlich zu sehen. Die Ausrüstung  wie Gurt,  Klettersteigset und Helm kann man direkt an der Brücke anlegen, und schon geht es über steile Grashügel zu einer Metallleiter, die die ersten Höhenmeter erleichtert.

Die 3er Seilbrücke als Highlight im kurzen Klettersteig.

Die 3er Seilbrücke als Highlight im kurzen Klettersteig.

Nach der Leiter geht es traversal in den Felsen (Schwierigkeit B/C), Höhenmeter werden bei dieser Querung fast keine gesammelt.  Dafür gelangt man auf Eisenbügel, die mit drei Holzbalken verbunden sind. Fast wie auf einem Gerüst geht es hier, immer hoch über dem Wasserfall, am Felsen entlang. An manchen stellen ist das Seil teilweise sehr niedrig angebracht, an anderen wieder sehr hoch, was den Weg für Kinder oder kleine Personen etwas erschwert. Nach den Balken beginnt eine etwas steilere, bröseligere Passage (C).

Seilbrücke überm alpinen Biotop

Die Mühen werden mit einer 3er-Seilbrücke belohnt, die sich über einen kleinen Bachlauf spannt. Hier hat man einen guten Blick auf Teile der Biotopfläche, die der Klettersteig durchquert. Sie ist durch den Bewuchs mit Schneeheide-Kiefern-Wald, alpinem Rasen und hochwertiger Felsvegetation gekennzeichnet. In den Felsbereichen findet sich der artenreiche Blaugrasrasen, Felsbaldrian und Silberwurz. Beim Bau des Klettersteiges wurde deshalb sehr viel Wert auf Naturschutz gelegt: Der Klettersteig wurde so angelegt, dass diese Bereiche vom Begeher bewundert, aber nicht betreten werden können. Das Verlassen des Klettersteiges ist so nicht nur aus Sicherheitsgründen strengstens verboten. Nach der Seilbrücke und den “biotipischen” Aussichten führt die “Via Ferrata” in eine platte Querung, die nun beste Ausblicke auf den Wasserfall bietet, der den ganzen Klettersteig mit seinem Rauschen und Tösen begleitet.

Klettersteig am Hausbachfall: Da rauscht das Wasser!

Klettersteig am Hausbachfall: Da rauscht das Wasser!

Ausgesetzt am Felsen “schwebt” man nun fast über dem Wasser und kann von hier auch einen wunderbaren Blick auf den Reit im Winker “Hausberg”, die Winklmoosalm und die höhere, österreichische Steinplatte, genießen. Ein letztes, steiles Stück (C) mit einem kleinen “Minikamin” führt danach zu einer Holzstammbrücke. Diese führt über den Wasserfall zu einem alpinen Steig führt, der für den Rückweg zum Ausgangspunkt ideal ist.

Wer sich noch ein besonderes Gipfelerlebnis gönnen möchte, hält sich am Wanderweg weiter bergauf, dann links und folgt dem Wegweiser zum Wetterkreuz. Innerhalb von etwa 30 Minuten ist dieser Aussichtspunkt erreicht, der beste Blicke ins umliegende Bergland bietet.

Wer im Anschluss noch Lust auf eine längere Tour hat, kann von hier zum Taubensee wandern oder über die Hutzenalm eine Runde zurück in den Ort drehen.

Beste Aussichten vom Klettersteig am Hausbachfall

Der Klettersteig am Hausbachfall bietet sich übrigens auch besonders für Familien an. Denn wer sich nicht in den Klettersteig traut, kann vom gegenüberliegenden Wanderweg jederzeit die Kletterer im Steig beobachten und trifft oben wieder auf den Rest der Gruppe. Von dort kann eine gemeinsame Wanderung weiterführen. Für Anfänger gibt es auch geführte Touren: Regelmäßig vom 2. Juli bis 5. September 2013 und vom 10. Oktober bis 24.Oktober 2013 jeden Donnerstag, Treffpunkt um 16.30 Uhr an der Skihütte, Infos und Anmeldung bei Parker Outdoor,

Tel. +49 8642 5955650

Mehr Infos und die Topo gibt es hier.

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