Testberichte

Hardshell-Jacke im Test: Berghaus Vapour Storm

24.06.2013

Hardshell-Jacke im Test: Berghaus Vapour Storm

In den vergangenen Wochen hatte ich die tolle Gelegenheit eine regendichte Jacke der Spitzenklasse von Berghaus, einem britischen Hersteller zu testen. In diesem Jahr erst auf den Markt gekommen, hat die Vapour Storm auf der OutDoor 2012 in Friedrichshafen den Industry Award eingeheimst – ein Preis, der besonders innovative Produkte auszeichnet. Was es mit dem neu angemeldeten Patent zur Belüftung auf sich hat und wie sich die Jacke sonst so bewährt, versuche ich in den nächsten Zeilen zu vermitteln.

Eine Regenjacke für sportlich Ambitionierte

In der Zielgruppe dieser Regenjacke befinden sich ganz klar Läufer, die sich auch von härtesten Wetterbedingungen nicht abhalten lassen. Ich persönlich laufe im Sommer auch bei Regen im T-Shirt und kurzer Hose. In der Regel ist das Wetter ziemlich berechenbar, so dass man – zumindest beim Laufen – kaum mit bösen Überraschungen rechnen muss. So laufe ich ohne weitere Ausrüstung gerne auch mal weitere Strecken. selbst im Regen. Solange man nicht stehen bleibt, ist es einfach angenehmer, weil es keinen Hitzestau unter der Jacke gibt. Ich wiege also ab: Atmungsaktivität gegen Wetterschutz.

Genau hier setzt das von Berghaus angemeldete Patent der Belüftungsschlitze an: Mit 18 Öffnungen, die so wie Dachziegel konstruiert sind und kein Wasser durchlassen, wird sehr wohl eine spürbare Wärmeabgabe erreicht. Die Jacke ist mit 325 Gramm wirklich extrem leicht, daher sorgt sie gewichtsmässig für keine große zusätzliche Belastung. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Körperhaltung mit Jacke etwas anders ist. Wie sehr das aber ins Gewicht fällt ist jedoch fraglich und wohl eher eine persönliche Geschmacksache. Haupteinsatzgebiet für die Vapour Storm sind somit Gebirgsläufe und längere Touren, z.B. an der Küste, bei denen es durchaus mal nass werden kann.

Der hohe Reißverschluss lässt eine kleine Öffnung

Der hohe Reißverschluss der Berghaus Vapour Storm  lässt eine kleine Öffnung

Test beim Joggen

Der erste Einsatz lässt nicht lange auf sich warten, schon sehr bald steht Laufen auf dem Programm und es nieselt leicht. Mit knapp 20°C ist es auch ziemlich warm, also kann die Jacke gleich zeigen was sie kann. Los gelaufen mit kurzer Hose (zur Einschätzung: bei über 10°C laufe ich mit kurzer Hose) und T-Shirt, sowie der Vapour Storm ist die Temperatur die ersten zwei bis drei Kilometern sehr angenehm und auch danach nie zu warm. An den Ärmeln bildet sich etwas Kondenswasser.

Die Jacke ist sehr körpernah geschnitten und vom Rumpf her relativ kurz. Wer sich die offiziellen Größenangaben anschaut, dem fallen vielleicht die sehr langen Ärmel auf. Aus diesem Grund habe ich mich für die Größe M entschieden, normal habe ich eher L – und das wäre auch hier wahrscheinlich eine sehr gute Wahl gewesen. Auch bei Größe M sind die Ärmel aber ausreichend lang, aber da an den Bündchen anstatt Klett-Abschlüssen ein Gummizug samt Daumenschlaufen eingearbeitet ist, schadet auch hier die größere Größe nicht. Bei Bedarf oder zu großer Hitze kann man die Ärmel immer noch problemlos hochkrempeln. Beim Laufen ist mir aufgefallen, dass bei übergezogener Kapuze von dieser relativ laute Geräusche im Takt der Schritte auftreten. Positiv ist jedoch das feste Schild, so lässt sich die Kapuze gut am Kopf fixieren und auch beim Schulterblick hat man freie Sicht.

Verbesserungen wären bei der Einstellung der Kapuze möglich: Die Federn der Gummizüge sind bei meinem Modell so schwach, dass sie nicht richtig fest fixiert werden können. Optisch gefällt deren Unterbringung allerdings sehr gut: Die Arretierungen sind zwischen die Schichten der Jacke eingearbeitet und so nicht sichtbar. Die Lage im inneren der Jacke ist Vor- und Nachteil: Beim Radfahren fliegen sie zwar nicht im Gesicht herum, aber wenn es schon regnet muss man den Reißverschluss öffnen und bekommt etwas Feuchtigkeit in die Jacke.

Im Regen mit Rucksack und warmen Sachen unter der Jacke

Im Regen mit Rucksack und warmen Sachen unter der Jacke

Test im Outdoor-Alltag

Auch die Robustheit des Materials möchte ich testen und so wird eine Wanderung auf den großen Arber unternommen. Mit einem Rucksack von über 15 Kilo sind wir zwei Tage lang bei allen Wetterlagen unterwegs. Da die Jacke selbst wenig isoliert ziehe ich einen dicken Pullover als Wärmeschicht unter. Das klappt einwandfrei und ich bin erstaunt wie warm man bleibt. Durch die Belüftungsöffnungen kommt absolut kein Wasser ins Inntere der Jacke und auch der teils heftige Wind stört nicht. Das Material wiedersteht der Belastung hervorragend. Der lotusartige Perleffekt ist nach einigen Stunden im Regen zwar vergangen, kann aber mit einem Impregniermittel, z.B. Toko textil proof eco, aufgefrischt werden. Der Stoff selbst ist wie neu und Schmutz lässt sich einfach entfernen. Im Vergleich zu anderen vergleichbaren Hardshells ist das Material etwas “plastikartiger”, auch im Rucksack bleibt die Jacke ziemlich knitterfrei.

Die beiden Reißverschlüsse

Die beiden Reißverschlüsse

Mein Fazit zur Vapour Storm von Berghaus

Die Jacke ist sehr hochwertig, was man für den Preis auch erwarten kann. Besondere Merkmale sind das geringe Gewicht, die Temperaturregulierung, die auffällige Farbe und Detaillösungen wie weicher Fließ als Schutz zwischen Reißverschluss und Mund. Auch im Alltag kann man die Jacke tragen, jedoch ist mit nur einer Brusttasche für Handy etc. wenig Stauraum gegeben. Somit spielt die Berghaus Vapour Storm ihre wahren Stärken bei lauwarmen Temperaturen und sportlicher Aktivität aus.

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