Mountain Equipment – Alpincamp

Bergfieber - dieses unbeschreibliche Gefühl

14.04.2011

Bergfieber – dieses unbeschreibliche Gefühl

Begonnen hat alles damals…2004: Jaaaaa!!! Wir machen die erste Mehrtagestagestour im heimischen Sauerland, genauer gesagt wir wagen uns auf den Rothaarsteig, bezwingen als Highlight den Kahlen Asten (841,9m) und schauen mal wie weit uns unsere Füße mit ca. 25kg auf dem Rücken tragen. Ausgestattet mit ausgeliehen nicht sitzenden Rucksäcken, einem klein verpackten Zelt (verpackt ungefähr so groß wie ein 80L Tourenrucksack), unseren alten Hallensportschuhen die als Wanderschuhe dienten, unseren bequemen Jeanshosen und jeder Menge Raviolidosen, ging es endlich los. Wir haben es tatsächlich geschafft mit diesem Hightech Equipment am ersten Tag 30km durch Wald und Wiesen zurück zulegen, dann hieß es nur noch schnell das Zelt aufbauen (hat ca. 1 Stunde gedauert), eine Dose Ravioli auf den Campingkocher und gute Nacht….so gut und fest geschlafen haben wir noch nie :-)
Am nächsten Morgen in aller Frühe schnürten wir dann wieder unsere Turnschuhe und wanderten mit tierischem Muskelkater weiter. Dann dauerte es nicht lange und der erste dicke Regenschauer kam über uns nieder, rein in unsere 20€ Plastikregenjacke, einen großen Müllsack über den Rucksack und weiter ging es. Es hat ungefähr eine halbe Stunde geregnet, unsere Socke und Hosen waren aber auch am Abend noch Klatschnass (Wechselsocken?..Ne die brauchen wir doch für den nächsten Tag :-) ) Doch auch an diesem Tag, schafften wir es alle wieder weitere 30km mit unserem viel zu schweren Gepäck (immerhin 4 Dosen Ravioli leichter) zurück zulegen und uns am Abend mit einer neuen Dose Raviolo zu belohnen. Alle waren tierisch aufgeregt, denn am nächsten Tag stand das Highlight der Tour an, die Bezwingung des 841,9 Meter Hohen Kahlen Asten, unser erster “großer” Berg. In aller Frühe brachen wir dann auf. Das Wetter spielte mit, die Laune stieg und gegen Mittag erreichten wir endlich den lang ersehnten Gipfel. Wir haben ihn bezwungen, DEN Berg schlechthin in NRW, was für ein unbeschreibliches Gefühlt. Ein paar Minuten standen wir einfach da, sagten nix und genossen den Ausblick. Dann noch ein paar Schnappschüsse und weiter ging es. Trotz der „gewahltigen“ Höhenmeter an diesem Tage, liefern wir wieder ca. 30km. Doch am Abend dann das dramatische Aus. Die Füße voller Blasen, der Rücken und Nacken vollkommen verspannt. „Komm ein Tag machen wir noch“. „Nein es geht nicht mehr, wir sind am Ende.“ – Ende, Aus, das war’s, die Tour war hier vorbei, zwei Stunden nach diesen Sätzen saßen wir auch schon wieder im Auto und freuten uns auf eine warme Dusche und unser heimisches Bett. Wir haben die Tour gemeinsam begonnen und wir wollten sie definitiv auch wieder gemeinsam beenden, das haben wir getan. Doch diese Tour war erst der Anfang, mich hatte das “Berg”- und Abenteuerfieber gepackt. Der Rothaarsteig war für uns ein wahres Abenteuer, so schlecht Ausgerüstet , nur von Raviolidosen ernährt und trotzdem haben wir unsere Ziel erreicht, den höchsten Berg im Sauerland.
Nachdem ich ein paar weitere Ein-Tagestouren hinter mich gebracht hatte und inzwischen sogar im Besitz von eigenen Wanderschuhen war, brauchte ich neue Ziele, Ziele auf die ich hinarbeiten konnte, Ziele die erst einmal in weiter Ferne waren, Ziele auf die man stolz sein konnte, Ziele von denen man in Zukunft auch noch erzählen wird.
2007…es war soweit. Nach vielen Trainingswochen und Vorbereitungsläufen, habe ich mein Ziel erreicht und meinen ersten Marathon erfolgreich beendet. Das Gefühl beim Zieleinlauf war ähnlich wie damals auf dem Kahlen Asten, man war Stolz und trotz der Schmerzen rundum zufrieden.
Doch wie sollte es nun weitergehen? In den nächsten Jahren war es ehr das Joggen als das Wandern, dass mich bei Laune hielt.
Doch dann 2010…Urlaub auf Mallorca. Wir haben die Insel umrundet und die schönsten Ecken/Berge kennen gelernt. Was gibt’s schöneres als bekleidet mit Flip-Flops und Shorts zwei Stunden abseits aller Wege durch die Berge zu laufen?! Genau und da war es wieder, das Bergfieber, diese wunderschöne Natur, die Freiheit, all das wofür es sich lohnt, Schmerzen in Flip-Flops und Hallenturnschuhen zu ertragen. Abseits vom Alltags- und Bürostress die Natur zu genießen, die frische Luft zu atmen und am Ende des Tages zu wissen, wie wundervoll es ist auf dieser traumhaftschönen Erde leben zu dürfen.
Doch nun möchte ich mich endlich einen weiteren Traum erfüllen und die wahren Berge und die wahre Bekleidung entdecken, um auch dann am Ende eines Tages wieder dieses eigentlich unbeschreibliche Gefühlt erleben zu dürfen.

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