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Trekkingnahrung im Test: Adventure Food sticht Travellunch?

20.06.2013

Trekkingnahrung im Test: Adventure Food sticht Travellunch?

Neben einer ausreichenden Versorgung mit Wasser ist das Zuführen von Nährstoffen einer der wichtigsten Punkte bei sämtlichen Outdooraktivitäten. So steigt bei anspruchsvollen Trekkingtouren der Kalorienverbrauch auf etwa 4.000 Kilokalorien pro Tag an. Wer sich gut ernähren will und gleichzeitig keinen Handkarren voller Lebensmittel hinter sich herziehen möchte, der wird früher oder später zu dehydrierter Trekkingnahrung greifen. Der eine oder andere wird dieser mit Skepsis entgegen treten. Hier soll untersucht werden, ob zu Recht: Inhaltstoffe, Geschmack und Nährwerte werden von mir unter die Lupe genommen. Das Testfeld besteht aus je zwei  Produkten der Marken Farmers Outdoor, Trek’n Eat, Travellunch und Adventure Food, wobei je ein Reis- und ein Nudelgericht vertreten sind.

Zu den Trekkingnahrungs-Produkten

Jedes der acht getesteten Hauptgerichte ist in einem Plastikbeutel mit Lasche an der Oberseite verpackt. Die Böden lassen sich auffalten oder ausziehen, so kann man jedes Produkt problemos hinstellen. Außerdem sind bis auf diejenigen der Marke Travellunch alle Beutel mit einem wieder verschließbaren Druckverschluss ausgestattet, der bei der Zubereitung durchaus hilfreich ist. Auf der Rückseite befinden sich Nährwertangaben, Zubereitungsanweisungen und die Angabe der Inhaltsstoffe. Die Zubereitung ist bei allen Gerichten gleich: Man öffnet den Beutel, füllt die angegebene Menge heißes Wasser in den Beutel, rührt kurz um oder knetet den Beutel, verschließt ihn wieder und wartet nun die vorgegebene Zeit ab, bis das Gericht fertig zum Verzehr ist.

Farmers Outdoor Risotto al Funghi und Hühnertopf mit Nudeln

Farmers Outdoor Risotto al Funghi

Farmers Outdoor Risotto al Funghi

Zuerst probiere ich das vegetarische Reisgericht: Risotto mit Pilzen. Ich fülle die vorgegebenen 270 Milliliter Wasser in den Beutel und warte ungelduldig acht Minuten, bis ich den Druckverschluss wieder öffne. Der Inhalt sieht sehr appetitlich aus und riecht intensiv nach verschiedenen Kräutern. Voller Vorfreude probiere ich den ersten Löffel und bin überrascht – aber leider nicht positiv. Das Risotto schmeckt sehr bitter, die Pilze haben wenig Eigengeschmack, die Kräuter sind für meinen Geschmack viel zu dominant. Der Kaloriengehalt ist vergleichsweise niedrig, in dieser Kategorie ist das Produkt am Ende des Testfeldes wiederzufinden. Hinsichtlich der Nährwerte liegt das Produkt im Durchschnitt, lediglich der Fettgehalt liegt darunter.

Der Hühnertopf schmeckt schon besser: Zwar ist auch hier ein leicht bitterer Nachgeschmack vorhanden, aber alles in allem schmeckt es akzeptabel. Den Geruch kann ich nicht einordnen, ich würde ihn als neutral bezeichnen. Das Gericht hat den niedrigsten Kaloriengehalt aller getesten Produkte, was vermutlich auf den niedrigen Fettgehalt zurückzuführen ist. Der Hühnertopf hat dafür mit 20,2 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm den höchsten Proteingehalt des Testfeldes.

Die Produkte von Farmers Outdoor können mich vor allem geschmacklich nicht überzeugen. Bei beiden Gerichten wird Hefeextrakt als Geschmacksverstärker verwendet. Die beiden Produkte haben den niedrigsten Energiegehalt der acht Testkandidaten, was ich für ein Trekkingessen ebenfalls als negativ bewerte.

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Trek’n Eat Huhn in Curryreis und Pasta Primavera

Trek’n Eat Pasta Primavera

Trek’n Eat Pasta Primavera

Zuerst ist wieder das Reisgericht an der Reihe. Nach der Zubereitung öffne ich den Beutel und mir strömt ein süßlicher Geruch entgegen. Ein Blick auf die Zutatenliste liefert mir den Grund: Ananas. Das Risotto ist optisch nicht sehr ansprechend, fast mit einer breiartigen Masse zu vergleichen. Der Reis scheint, zerkleinert worden zu sein. Das Huhn im Curryreis schmeckt süß-säuerlich, den Geschmack des Huhns vermisse ich aber. Das Gericht überzeugt mich geschmacklich leider nicht. Der Energiegehalt pro 100 Gramm liegt mit 392 Kilokalorien etwas über dem Durchschnitt.

Kommen wir nun zu einem meiner Favoriten, der Pasta Primavera. Das Nudelgericht riecht nach Käse und verschiedenstem Gemüse. Die Käsesoße ist ein wenig zu flüssig, die einzelnen Zutaten kann ich deutlich voneinander unterscheiden. Geschmacklich überzeugt mich das Produkt auf ganzer Linie: Die Soße schmeckt intensiv nach Käse, die Nudeln sind durch, jedes Stück Gemüse hat seinen natürlichen Eigengeschmack. Das Gericht hat einen der höchsten Energiegehalte und ist zudem vegetarisch.

Somit überzeugt mich das eine Produkt von Trek’n Eat vollends, das andere nicht. Der Energiegehalt beider Produkte ist überdurschnittlich, die Nährwerte sind ausgewogen. Auch diese Produkte enthalten den Geschmackverstärker Hefeextrakt.

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Adventure Food Nasi Sateh und Pasta Bolognese

Adventure Food Pasta Bolognese

Adventure Food Pasta Bolognese

Vor mir steht ein silberner Beutel mit der Aufschrift “Nasi Sateh” – ich bin gespannt. Nach der vorgeschriebenen Zubereitungszeit von acht Minuten öffne ich den Beutel, um zuerst den Geruch unter die Lupe zu nehmen. Das Reisgericht riecht stark nach Erdnuss, aber auch leicht nach Reis und Gemüse. Der Geschmack wird ebenfalls von der Erdnuss dominiert, was mich aber nicht stört. Das Nasi Sateh besitzt eine leichte Schärfe, man schmeckt außerdem verschiedenes Gemüse. Das Gericht hat den höchsten Kaloriengehalt des Testfeldes, gleichzeitig aber einen Fettgethalt, der nur knapp über dem Durchschnitt liegt. In den Tüten der Gerichte von Adventure Food befindet sich ein “Sauerstoffabsorber”, den man vor der Zubereitung entfernen muss.

Da das erste Produkt von Adventure Food bereits zu überzeugen weiß, bereite ich voller Optimismus das zweite zu: Pasta Bolognese. Das Nudelgericht riecht nach Rindfleisch und nach Tomatensauce – keine große Überraschung. Die Soße ist ein wenig zu flüssig, was aber von dem Geschmack wieder wett gemacht wird. Das Rindfleisch hat einen natürlichen intensiven Eigengeschmack, die Soße schmeckt leicht süßlich. Der Kaloriengehalt ist vergleichsweise hoch.

Adventure Food ist mein klarer Favorit: Handliche schlichte Beutel, guter Geruch und Geschmack und top Energiegehalt. Hier spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus. Lediglich der Sauerstoffabsorber, der vor der Zubereitung aus dem Beutel gefischt werden muss, fällt negativ auf. Aber vermutlich hat auch der seinen Sinn…

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Travellunch Hühnerrisotto mit Gemüse und Nudeln mit Bolognese

Travellunch Hühnerrisotto mit Gemüse

Travellunch Hühnerrisotto mit Gemüse

Travellunch ist der einzige Hersteller im Testfeld, der seine Beutel ohne Druckverschluss liefert. Damit das Garen trotzdem gut funktioniert, muss der Beutel eingerollt werden, was sich aber als schwierig herausstell. Da auch die Angabe von fünf bis zehn Minuten nicht sehr genau ist, lasse ich das Hühnerrisotto vorsichtshalber volle zehn Minuten stehen, bevor ich es probiere. Den schwach wahrnehmbaren Geruch kann ich nicht richtig einordnen, ich nehme lediglich einen Hauch von Pilzen wahr. Das Risotto schmeckt sehr natürlich und vermittelt ein gutes Mundgefühl. Der Reis schmeckt sehr intensiv, auch den Geschmack des Huhns kann ich eindeutig ausmachen. Der Kaloriengehalt und die Nährwerte sind durchschnittlich.

Auf die Nudeln mit Bolognese bin ich sehr gespannt, da ich einen direkten Vergleich mit denen von Adventure Food anstellen kann. Das Nudelgericht riecht süßlich und nach Tomatensauce. Der Geschmack ist fad, das Rindfleisch kann ich kaum herausschmecken. Leider sind die Nudeln teilweise selbst nach zehn Minuten immer noch nicht durch. Auch hier liegen Energie- und Nährwerte im Durchschnitt.

Travellunch liefert zwei Gerichte, von denen mir eines gut schmeckt und das andere zwar nicht schlecht, aber recht fad. Als einen großen Minuspunkt sehe ich den fehlenden Druckverschluss an, da besteht auf jeden Fall Verbesserungspotenzial. Meiner Meinung nach macht man mit Travellunch aber nicht viel falsch.

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Der Test förderte für mich unerwartete Ergebnisse zu Tage. Zum einen nahm ich nicht an, dass einige Gerichte für mich fast ungenießbar waren, zum anderen gab es auch Ausreisser nach oben. Am meisten überzeugten mich die Produkte von Adventure Food.
Ich hoffe, dass mein Testbericht unschlüssigen Trekkern eine Orientierungshilfe bietet, wenn es um den Nahrungseinkauf für die nächste Tour geht. Hier eine große Vergleichstabelle, die ich um den Punkt Geschmack (nach meiner – natürlich subjektiven – Beurteilung) ergänzt habe. In der Fotostrecke sind außerdem Bilder der verschiedenen Produkte zu sehen, um auch einen optischen Eindruck zu bekommen.

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