Testberichte

Das Wechsel Outpost 2 Travel Line im Test

14.05.2013

Das Wechsel Outpost 2 Travel Line im Test

Was muss ein gutes Zelt können? Es soll genügend Platz zum Schlafen bieten, die Insassen trocken halten, Stürme überstehen, nicht zu teuer und nicht zu schwer sein… Das alles zu vereinen ist nicht einfach, wer beim Gewicht mit minimalen Abstrichen leben kann, ist bei dem Wechsel Outpost 2 Travel Line genau richtig.

Aufbau und Abbau des Wechsel Outpost 2 Travel Line

Gespannt: Das Wechsel Outpost 2 Travel Line in voller Pracht:

Gespannt: Das Wechsel Outpost 2 Travel Line in voller Pracht:

Wenn man sich mit dem Outpost 2 Travel Line von Wechsel näher vertraut gemacht hat, sind sieben bis zehn  Minuten ausreichend, um das Zelt auch eine ohne helfende Hand aufzubauen. Nach Anleitung von Wechsel: Zelt ausbreiten, Gestänge einstecken, den hinteren und den vorderen Teil mit Zeltnägeln befestigen (dabei richtet sich das Zelt auf), den Rest abspannen und fertig! Das Innenzelt ist bereits am Außenzelt befestigt und muss somit nicht extra beachtet werden. Tunnelzelte perfekt abzuspannen erfordert immer etwas Übung, so auch beim Outpost 2. Nach mehrmaligem Benutzen steht das Zelt jedoch besser und besser. Wer trotzdem nach einer halben Stunde nochmal nachspannen möchte, kann ganz einfach die Schnellspanner nutzen. Durch das Spannen der Gurte am Ende der Gestängekanäle lässt sich das Außenzelt näher zum Boden ziehen, um dem Eindringen von seitlichem Wind vorzubeugen.

Innenzelt

Mit den Schnellspanngurten kann das Außenzelt des Outpost 2 Travel Line rasch nachgespannt werden.

Mit den Schnellspanngurten kann das Außenzelt des Outpost 2 Travel Line rasch nachgespannt werden.

Das Innenzelt des Outpost 2 Travel Line hat eine Breite von 135 Zentimeter, das bietet ausreichend Platz für zwei erwachsene Personen und noch etwas Krims-Krams im Zelt. Die Höhe von 110 Zentimeter (höchste Stelle am Gestänge) reicht völlig aus, um auch mal eine Runde Karten zu spielen, ohne das Gefühl zu haben, dass einem die Decke auf dem Kopf fällt. Optimal liegt es sich, wenn zwei unterschiedlich große Personen im Zelt schlafen, da der Zeltboden asymmetrisch aufgebaut ist. Auf der langen Seite stehen 285 Zentimeter und auf der kurzen Seite 210 Zentimeter zur Verfügung. Ich (1,90 Meter) habe das Zelt mehrere Nächte mit einem Bekannten (1,80 Meter) geteilt und wir hatten genügend Platz zum Schlafen. Warum das Ganze? Es spart Gewicht und bietet mehr Platz in der Apsis. Wer den verlängerten Teil nicht braucht, kann ihn übrigens auch wieder zurückstellen, so dass der Boden ein Rechteck bildet. Das Innenzelt bietet nicht nur genügend Platz zum Schlafen, sondern durch die vielen beiderseitig angebrachten Taschen auch genügend Stauraum für die Lesebrille, Kartenmaterial oder Bücher.

Praktisch: die Zeltinnentaschen schlucken eine Menge Material.

Praktisch: die Zeltinnentaschen schlucken eine Menge Material.

Der Zeltboden tut das, was er soll: Er lässt keine Nässe durch. Ein Seitenrand des Bodens mit einer Höhe von etwa zehn Zentimeter verhindert bei Pfützenbildung ein seitliches Eindringen von Wasser. Wenn man das Zelt als Outdoor-Neuling zum ersten Mal aufbaut, wirkt der Boden recht dünn. Das ist normal, da bei Kenntnis des Einsatzortes ein Footprint/Groundsheet weggelassen und somit Gewicht gespart werden kann. Meiner Erfahrung nach: Erst den Boden kontrollieren, dann das Zelt aufbauen! Das genügt um Schäden am Zelt zu verhindern.

Außenzelt/Apsis

Platz in der Apsis für zwei große Trekkingrucksäcke und zum Kochen

Platz in der Apsis für zwei große Trekkingrucksäcke und zum Kochen

Das Außenzelt besteht aus Polyester Tafetta 75D 185T, PU 5000mm und hat Regen auch nach mehrwöchigem Benutzen nicht durchgelassen. Alle Nähte sind sauber verklebt und verarbeitet, man muss keine Angst davor haben, auch mal etwas fester an einem Gurt zu ziehen. Polyester mit PU ist nicht so UV-beständig, verglichen mit SilNylon. Trotzdem wird man bei sachgemäßer Behandlung an dem Zelt über Jahre seine Freude haben. Das Zelt hat zwei Eingänge, einen Fronteingang (ohne Netz), der sich sehr gut zum Herausnehmen von Materialien aus der Apsis eignet, ohne vorher ins Zelt kriechen zu müssen und einen seitlichen Eingang (mit Netz) in D-Form, um Mücken beim Kochen in der Apsis draußen zu lassen. Der Reißverschluss beim Seiteneingang ruckelt ein wenig, alle anderen laufen wie geschmiert. Die Apsis bietet genügend Stauraum für zwei Trekkingrucksäcke, ohne einem die Kochmöglichkeit zu nehmen.

Belüftung

Dachbelüftung als Panoramaöffnung: Sterne schauen ist kein Problem.

Dachbelüftung als Panoramaöffnung: Sterne schauen ist kein Problem.

Eine gute Belüftung ist das A und O bei einem Zelt, denn sonst bildet sich beim Schlafen leicht Kondenswasser, was wiederum zum Beispiel einem Daunenschlafsack schaden könnte. Hier hat sich Wechsel etwas Tolles einfallen lassen: Eine Dachbelüftung, die gleichzeitig als Panoramaöffnung dient. Wer abends vor dem Einschlafen noch die Sterne beobachten möchte, hat damit die Möglichkeit, das auch aus dem Zeltinneren zu tun. Bei Regen wird sie mittels “Haube” und zwei seitlich angebrachten Clips verschlossen und festgezogen. Damit die Belüftung weiterhin funktioniert, wurde an mit Moskitonetzen versehenen Öffnungen im Außenzelt gedacht (zwei vorne, zwei hinten, Bild in Fotostrecke). Leider sind diese nur von außen zu öffnen. Im Innenzelt befindet sich die Belüftung am hinteren Ende und kann aufgerollt befestigt werden. Wenn man die Öffnungen stets benutzt, wird man kein Wasser im Zelt finden.

Fazit/meine Erfahrungen

Belüftungsöffnung mit Klett und Netz.

Belüftungsöffnung mit Klett und Netz.

In Neuseeland wurden wir nachts von einem heftigen Sturm überrascht, also nochmal raus in die Dunkelheit, Zeltnägel richtig setzen und eine zweite Leine am Mittelgestänge (Öse bereits vorhanden) angebracht. Das Zelt hielt stand aber das Gestänge wurde leider minimal verbogen. Enttäuscht? Keineswegs, ich war überrascht und fasziniert, welche Kräfte ein gutes Zelt aushalten kann. Ich würde dieses Zelt stets wieder kaufen, weil man sehr viel Platz zum Schlafen, Kochen und Unterbringen von Sachen hat. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt einfach. Sicher gibt es noch leichtere Modelle anderer Hersteller, die dann aber auch mal locker das Doppelte kosten. Die Grammjäger unter euch können auch getrost zur Zero-G-Line vom Outpost 2 greifen. Dort wurden andere Zeltnägel und leichteres Material für das Außenzelt verwendet.

Lieferumfang Wechsel Outpost 2 Travel Line

Zeltnägel (Aluminium), Stoff zum Flicken für Außen- und Innenzelt, Gestänge (Aluminium), Aufbauanleitung, Transporttaschen, Spannleinen (bereits am Zelt befestigt), Reparaturhülse. Die Zeltnägel sind normaler Standard und können bei Belieben auch gegen Leichtere ausgetauscht werden. Ein oder zwei extra Spannleinen als Reserve hätten das Set noch verschönert, aber zur Not gehen ja auch Schnürsenkel :-).

Allgemeine Daten

  • Kaufdatum: 2011
  • Kategorie: Tunnelzelt
  • Personen: Zwei
  • Größe Innenzelt (LxBxH): 285 x 135 x 110 ccm
  • Apsiden: Eins
  • Eingänge: Zwei
  • Gewicht: 3,76 Kilo
  • Packmaß: 55  x 19 Zentimeter
  • Erfahrungen mit Zelt: stürmische, regnerische Nächte während 1,5 Monaten Wanderurlaub in Neuseeland, Malerweg Deutschland

3 Kommentare

  1. Cooler Testbericht. Sehr ausführlich und sehr hilfreich. Überlege mir dieses Zelt zuzulegen, da ich selber immer gerne neue Outdoorzelte teste.

    Bleibe auf jeden Fall auf deiner Seite und schaue immer mal wieder vorbei, um neue Tests zu sehen.

  2. Passend zu unserem anstehenden Campingausflug mit der Familie habe ich diesen Artikel zufällig über das Internet gefunden. Nachdem ich diesen ausführlich gelesen habe, fühle ich mich optimal auf den Ausflug vorbereitet. Werde gleich mal lostigern und ein passendes Zelt für die Familie kaufen.

    Danke für diesen tollen Bericht, hilft mir sehr weiter!

    Lg Nico

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