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Tegelberg 24h Skitouren-Challenge

18.04.2013

Tegelberg 24h Skitouren-Challenge

Vom 16. auf den 17. März 2013 fand erstmalig ein 24-Stunden-Skitouren-Rennen am Tegelberg statt. Ziel war es, als Einzelkämpfer, 2er-, 4er- oder 8er-Team möglichst viele Höhenmeter in 24 Stunden zu absolvieren. Die Strecke führte von der Talstation über 3,2 Kilometer und 870 Höhenmeter steil zum Tegelberghaus nach oben. Im Fokus der circa 140 Teilnehmer stand nicht nur die sportlich Leistung, sondern vor allem der Charity-Gedanke: Pro gelaufenem Aufstieg wurde ein gewisser Betrag von den Sponsoren an die Nepalhilfe Allgäu und Orizont, einem Hilfsprojekt für rumänische Waisenkinder, gezahlt. Insgesamt wurden so rund 1.500 Euro erlaufen.

Bereits im Januar wurde ich auf die Tegelberg 24-Stunden-Challenge im Internet aufmerksam und sofort war klar: Da muss ich mitmachen! Mich reizte vor allen Dingen die sportliche Herausforderung, aber da man gleichzeitig noch etwas für einen guten Zweck tut, war ich wirklich begeistert. Ich aktivierte einen Freund und wir meldeten uns als Zweierteam an.

24 Stunden auf Tourenski

Am 16. März starteten wir von München aus in Richtung Tegelberg und überlegten uns während der Anfahrt, wie wir die ganze Sache angehen sollten. Und welche konditionellen „Tiere“ würden wir dort wohl antreffen? An der Talstation der Tegelbergbahn angekommen, sahen wir einige Teilnehmer in Rennanzügen –  aber mindestens genauso viele Skitourengeher mit einer Otto-Normalausrüstung. Angemeldet waren wir bereits und so holten wir unsere Startnummer ab und bekamen noch vier Trinkflaschen geschenkt. Bei einer Startgebühr von 69 Euro für ein Zweierteam, inklusive Vollverpflegung, ist das wirklich in Ordnung.

Um 12:30 Uhr sollte der Startschuss fallen und ich war als Startläufer an der Reihe. Leicht nervös ging ich einige Minuten vor dem Start in Position und wartete darauf, dass es losging. Unser Plan war, nicht sofort Vollgas zu geben sondern erst einmal die Strecke kennenzulernen. Schließlich lagen noch 24 Stunden vor uns.

Nach dem Start

Nach dem Start

Nach dem Startschuss zog sich das Feld relativ schnell auseinander und man sah, wie ein paar Profis davon zogen. Nach ein paar hundert Metern wurde die Strecke steiler, was mir wirklich zu Gute kam. Ich konnte mein eigenes Tempo finden und merkte, dass ich gar nicht schlecht vorwärts kam. In knapp einer Stunde war ich bereits als einer der ersten zehn Läufer oben angekommen. Sofort hieß es abfellen und die Ski den Berg runterdrücken. Gut fünf Minuten später stand ich unten in der Wechselzone und übergab meinem Partner den Rucksack mit unserer Startnummer. Die Erholungspausen in einem Zweierteam sind nicht besonders groß und so ging mit der Sonne auch langsam meine Motivation unter. Zwischen den Anstiegen wurden wir prima mit warmen Getränken, verschiedenen Nudeln, Suppe und Süßkram versorgt. Leider gab es kein Zelt oder eine Hütte, in der man hätte schlafen und sich richtig aufwärmen können und so musste ich nachts bei eisigen Temperaturen in unserem Auto vor mich hin frieren. Kälte und Ermüdung bescherten mir mitten in der Nacht ein besonders großes Motivationstief: Ich quälte mich nur noch den Berg hinauf. Die Strecke war mittlerweile extrem vereist und an einigen Stellen fast nur noch mit Harscheisen zu begehen. Aber als die Sonne wieder aufging, stieg auch die Motivation. Ich wurde wieder schneller. Bereits die ersten Sonnenstrahlen reichten aus, um die Strecke auch ohne Harscheisen wieder gut begehbar zu machen. Am Ende meines finalen Anstiegs freute ich mich, dass es fast vorbei war und ich genoss die letzte Abfahrt hinunter ins Tal.

Fazit

Mit knapp 15.500 Höhenmetern belegten wir unter den Zweierteams den zweiten Platz. In jeden Fall war es ein tolles Ereignis mit vielen positiven Aspekten und nur kleinem Optimierungsbedarf. Ich kann lediglich jeden dazu auffordern, nächstes Jahr an diesem Event teilzunehmen. Es war wirklich eine Quälerei – die uns aber auch viel Spaß gemacht hat!

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