Leidenschaft

Wintertriathlon in Oberstaufen: Der etwas andere Dreikampf

12.04.2013

Wintertriathlon in Oberstaufen: Der etwas andere Dreikampf

Die Faszination Triathlon hat fast jeder schon erlebt – im Sommer. Egal ob beim Alpen-Triathlon am Schliersee, in einem Rennen der Bundesliga in Hamburg oder beim Frankfurter Ironman. Aber was vielen noch neu – der gar unbekannt – ist, sind Wintertriathlons. Genau solch ein Rennen findet jedes Jahr in hervorragender Veranstaltungsqualität im schönen Oberstaufen im Allgäu statt. Zu absolvieren gilt es dann: Laufen, Mountainbike und Skilanglauf. Dieses Jahr war es am 10. März soweit: Die Deutsche Meisterschaft im Wintertriathlon lockte nach Oberstaufen. Warum nicht, dachte ich mir.

Faszination (Winter-)Triathlon

Im Winter steigt sowieso (fast) jeder Triathlet – gerade in Alpennähe oder den Mittelgebirgen – gerne auf die Langlaufski um. Da liegt es nahe, bei einem solchen Event an den Start zu gehen und sich einem kleinen Formtest vor der neuen Saison zu unterziehen. Oder, um einfach beim Staffel- oder Jedermannrennen eine schnelle Trainingseinheit zu absolvieren und einen guten Tag zu verbringen.

Bei 10°C hielten sich die Wintergefühle in Grenzen.

Bei 10°C hielten sich die Wintergefühle in Grenzen.

Ich hatte mich direkt für die deutschen Meisterschaften angemeldet, immerhin hatte ich über fünf Stunden Anreise zu bewältigen. Das Jedermannrennen, drei Kilometer Laufen, sieben Kilometer MTB und vier Kilometer Skilanglauf, erschien mir kaum lohnenswert für diese lange Reise. Die doppelte Distanz schon eher. Also entschied ich mich für das volle Programm – vielleicht war das völlige Selbstüberschätzung, vielleicht aber auch die richtige Entscheidung. Ich wusste es nicht. Immerhin war es mein erstes derartiges Rennen. Bei frühlingshaften Temperaturen von weit über  10°C fiel schließlich um kurz nach 14 Uhr der Startschuss. Ok, “Winter”-Feeling kam bei den Temperaturen eher weniger auf …

Fertig für die Premiere im Wintertriathlon.

Fertig für die Premiere im Wintertriathlon.

Bereits beim anfänglichen Lauf über sechs Kilometer wurde klar, dass das Rennen kein Zuckerschlecken werden würde. Das Damenfeld war hochkarätig besetzt und die zwei Laufrunden, jeweils mit zwei kurzen Anstiegen, verlangten uns einiges ab. Der anschließende Wechsel in die Radschuhe war sehr abenteuerlich: Die Wechselzone befand sich h im Schnee, der sich dank der Sonne und den vorherigen Startern zu etwa knöcheltiefem Sulz verwandelt hatte.

Die 14 Bike-Kilometer führten uns über vier landschaftlich schöne Runden durch das Umland von Oberstaufen. Jede Radrunde war gespickt mit etwa 80 Höhenmetern, die auch den Radteil nicht gerade einfach machten.

 

Mal was anderes: Wechselzone im knöcheltiefen Sulz.

Mal was anderes: Wechselzone im knöcheltiefen Sulz.

Wieder zurück in der Wechselzone ging es auf die abschließenden acht Kilometer Skilanglauf in der Skatingtechnik. Hier konnte jeder noch einmal zeigen, wie viel Körner er sich aufgespart hatte. Auch die Langlaufstrecke war recht wellig und hatte einige kleinere aber herausfordernde Anstiege zu bieten. Außerdem war die Loipe durch die vielen Starter vorher ziemlich weich und somit schwer zu laufen. Für mich als eher mäßige Langläuferin war es ein toller Rennabschnitt, da das Oberstaufener Publikum wirklich ganze Arbeit beim Anfeuern leistete.

Auch auf der Loipe hinterließen die Temperaturen ihre Spuren.

Auch auf der Loipe hinterließen die Temperaturen ihre Spuren.

Nach 1:32 Stunden war ich schließlich (endlich) im Ziel und hatte mein persönliches Ziel erreicht: Nicht letzte werden ;-). Auch wenn das Rennen in der Eliteklasse wirklich hart war, die Entscheidung über die lange Distanz an den Start zu gehen war in jedem Fall richtig. Der Wintertriathlon war ein unfassbar tolles Rennen und eine ganz andere Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann – egal ob über die lange oder kurze Distanz.

Das hochkarätige Elitefeld der Männer konnte sich ebenfalls sehen lassen: Nicht nur waren die drei Erstplatzierten der letzten Weltmeisterschaft am Start, sondern auch noch viele andere (internationale) Wintertriathleten aus Italien, Russland, Norwegen und Deutschland. Aber auch Triathlongrößen, wie Michael Göhner, stellten sich der Herausforderung. Wer also im Winter nicht auf den Dreikampf verzichten möchte, hat in Oberstaufen die Möglichkeit ein tolles Rennwochenende zu verbringen.

Neuer Kommentar

Deine Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht!

*


*