Testberichte

Garmin Edge 800: GPS-Tacho im Praxistest

22.04.2013

Garmin Edge 800: GPS-Tacho im Praxistest

Männer brauchen Spielzeuge. Geht gar nicht anders. Vor allem bikende – und erst recht bikende und navigierende Männer. Genau genommen aber auch Frauen. Wer also schon ein Bike hat und seinen Lieblingssport klar und eindeutig identifiziert hat, der darf sich nun –  zum Saisonauftakt – um das Zubehör kümmern, in jugendlichen Kreisen gerne auch “Gimmik” genannt. Wir empfehlen anstelle des herkömmlichen “normalen” Tachos gleich ein richtiges Werkzeug, einen Alleskönner unter den Radcomputern: den Garmin Edge 800 (das Nachfolgemodell hört auf den Namen Edge 810). Warum dann nicht gleich den 810er? Ganz einfach: ich benötige weder eine “online” Tracking-Funktion, also ein Feature, dass meiner Umwelt online (in Echtzeit) die Rechte einräumt, jede meiner Kurbelumdrehungen life auf dem Bildschirm des PC’s oder des iPhone mitzuverfolgen – noch muss ich alle sozialen Netzwerke über mein aktuelles Tun und das aktuelle Wetter informieren.

Der Garmin Egde 800 - alles im Blick

Der Garmin Egde 800 – alles im Blick

Rechteckig – praktisch – gut

Ergo: der 800er ist perfekt für mich. Der Edge 800 besticht nicht nur durch eine äußerst kompakte Bauweise, sondern vor allem durch sein geringes Gewicht: 98 Gramm. Eine Tafel Schokolade wiegt mehr, kostet weniger, macht aber dicker. Sein Leistungsumfang liest sich wie die Spezifikation der legendären eierlegende Wollmichsau: er kann navigieren, er misst zuverlässig meinen Puls, er beherrscht die Routingfunktion ebenso wie er alle relevanten Daten gut lesbar auf das Display (wahlweise 2, 3, 4 oder gerne auch 6 Felder) zaubert. Die Felder sind natürlich individuell belegbar, logo. Trittfrequenz, Temperatur, GPS-Signalstärke, Batteriezustand und und und. Was immer der Sportler auf einem seiner drei Radprofile ablesen mag: er bekommt die gewünschten Informationen und zwar zuverlässig.

Navigation und Garmin Connect

Garmin, als einer der führenden Anbieter, hat dem Edge 800 natürlich auch die umfassende Navigationssoftware spendiert. Ein stabiler Empfang, auch im heimischen Blätterwald, sorgt für exakte Positionsbestimmung. Die Route lässt sich aufzeichnen und später natürlich auch archivieren und jederzeit wieder abrufen. Touren lassen sich auf das Gerät laden und wer in einem sportlich geprägten Netzwerk nach erfolgreicher Tour seine Daten veröffentlichen möchte, der macht dies am besten über die Garmin-Connect-Schnittstelle: nach einer kurzen Registrierung und mit einem Mausklick ist man in der “Upload”-Funktion. Damit werden die gesammelten Daten in den persönlichen Account geladen und können bei Bedarf auch gerne veröffentlicht (und verglichen) werden. Der Ordnung halber sei erwähnt, dass natürlich die erradelten (oder erwanderten) Höhenprofile und ähnliches umgehend zu Verfügung stehen. Trainingssteuerung leicht gemacht. Wer ein iPad sein eigen nennt, der hat eine Option mehr. Die von Brice Rosenzweig zu Verfügung gestellt Gratis-App ConnectStats perfektioniert die Nachbetrachtung und Wochen/Monats/Jahresrückschau nochmals.

Handhabung und Funktion

Die Bedienung des Garmin Egde 800 ist denkbar einfach. Viele Tasten gibt es nicht. Drei, um genau zu sein. Ein/Aus sowie eine Start/Stop- und eine Lap/Reset-Taste. Fertig. Mit dem seitlich angebrachten Ein/Aus-Schalter kann man ebenso die Display-Leuchtstärke und ein Schnellmenü aufrufen. Start/Stop ist selbsterklärend und markiert jeweils Anfang und Stop einer Aufzeichnung (wenn man Autostop deaktiviert hat) und die Lap/Reset-Funktion ermöglicht Rundenzeiten-Aufzeichnung. Der Rest wird über den Touchscreen gesteuert, dessen Symbole ebenso einfach wie selbsterklärend sind. Die Menüführung ist klar strukturiert und die individuellen Möglichkeiten sinnvoll.

In der Praxis erweist sich der Garmin Edge 800 als zuverlässiger Partner. Eine Akku-Laufzeit von gut 15 Stunden sorgt für problemlose Ganztagesausflüge und das Display lässt sich auch bei Tageslicht gut ablesen. Über einen Mikrokartenslot kann man sich Kartenmaterial auf das Display zaubern lassen und ist somit jederzeit auch optisch “on Track”. Die Trainingssteuerung lässt sich auf die persönlichen Ansprüche und Bedürfnisse abstimmen, Maximal- und Minimalwerte sind einstellbar, Zonen definierbar und auch Intervalltrainingsläufe lassen sich abbilden, ebenso stellt Garmin die Möglichkeit zu Verfügung individuell Trainingspläne einzustellen und somit die Motivation hoch zu halten.

Alles in allem: Der Radcomputer Garmin Edge 800 ein Top-Produkt, ein perfekter Begleiter  für alle Radsportler, Wanderer, Jogger und sonstig sportlich Ambitionierte, die auf Navigation ebenso wenig verzichten wollen, wie auf eine ausgeklügelte Trainingssteuerung und die Statistikfunktionen eines modernen Gerätes. Kurzum: ein echtes – und sehr gutes – Spielzeug. Nicht nur für Männer.

4 Kommentare

  1. Zur Info:

    Verbesserung/ Ändereung Edge 810 vs. Edge 800.
    - Schnellere GPS locking
    - neue feature LiveTrack
    - automatische upload zum Garmin Connect via Smartphone
    - aufgeräumte Interface
    - Betriebs dauer 17 St. (800 hat 15 St)
    - USB und Bluetooth data Transfer (Bluetooth ist neu).

  2. Hallo Udo,

    besten Dank für den Bericht! Eine Frage noch: Ist es möglich, aufgezeichnete Tracks in Standardformaten (*.gpx, etc.) einzuspielen und nach zu fahren??

    Besten Dank und viele Grüße,

    Bastian

    • Hallo Bastian, ja, das ist möglich. Im Basecamp kann man die aufgezeichneten Tracks ganz normal importieren und natürlich auch wieder an (andere) Geräte als Track weitergeben.
      Viel Spass dabei, Grüße Udo

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