Testberichte

Velotraum-Bike im Test: So weit die Pedale tragen

12.04.2013

Velotraum-Bike im Test: So weit die Pedale tragen

Ein Geistesblitz! Es kam ganz plötzlich über mich. Eine Reise mit dem Rad nach Irland. Und wenn schon mit dem Rad, dann mit einem “richtigen”, sprich individuell ausgestattetem und vor allem mit einem perfekt zu mir passendem Bike. Auf der Suche nach einer solchen Maschine wurde ich schnell fündig. Schon oft fiel mir auf der Spezi (Spezialradmesse in Germersheim) der kleine, aber sehr, sehr feine Stand von Velotraum auf. Also ran an den Mann, sprich an Stefan Stiener, Chef vom Hause Velotraum. Wir kommen ins Plaudern, wir kommen ins Schwärmen und was folgte war klar: eine Reise nach Weil der Stadt, weil “mein Velotraum” sollte ein besonderes werden.

Gleich geht's auf große Reise. Start in Dublin.

Gleich geht’s auf große Reise. Start in Dublin.

Die Ausstattung

Wir hatten uns lange unterhalten, ausgesucht, getüpfelt und diskutiert und letztlich noch lang an der Farbgebung aufgehalten – die kann man bei Velotraum nämlich individuell in Auftrag geben. Es wurde eine klassische Reisemaschine: 26 Zoll Bereifung (Schwalbe Marathon, of course), Rohloff (man gönnt sich ja sonst nix), Ritchey Anbauteile, Tubus Gepäckträger vorne wie hinten, drei Flaschenhalter (Reisen macht durstig) und ein Brooks Ledersattel (wenn schon denn schon). Die Farbe würde ich als relativ ruhigen Sandton oder eine Art Bahama-Beige bezeichnen, der Schriftzeug in edlem Dunkelrot. Die Zubehörteile, wie der fantastische SON Nabendynamo, der Steuersatz, Sattelklemme und Lagerschale vom Innenlager sind rot eloxiert, damit eine Portion Pfiff dabei ist. Stabile Laufräder: fertig ist das Traumrad, mit dem es auf die lange Reise (in diesem Fall die komplette Irland Umrundung) gehen soll.

Da kommt Freude auf: unterwegs in Irland mit dem Velotraum.

Da kommt Freude auf: unterwegs in Irland mit dem Velotraum.

Das Velotraum in der Praxis: wachsende Liebe mit jedem Kilometer

Um es vorweg zu nehmen: heute, im April 2013, 11 Monate nach der ersten Kurbelumdrehung und 4600 Kilometer später, habe ich immer noch kein Haar auf dem Zahnkranz gefunden, keinen Tadel anbringen können und rätsele nach wie vor, was ich denn noch optimieren könnte: nix. Das Rad ist perfekt, für die Reise sowieso und auch im Alltag (täglich 12 Kilometer zur Arbeit, ganzjährig!).

Die Geometrie ist ausgewogen, ein guter Mix zwischen Komfort und sportlicher Sitzposition, der Brooks macht meinen zwei Buchstaben nur Freude, ich spür ihn nicht. Die Ergon-Lenkergriffe sorgen für sicheren Griff und die Präszision der Rohloff-Speedhub hat auch nach dem salzigen Winter nichts an Perfektion eingebüßt. Allerdings: etwas Pflege ist hier vonnöten. Schaltkasten und auch das Innenlager sollte man von Zeit zu Zeit, gerade nach salzigen Matschfahrten liebevoll hegen und pflegen. Die Diagnose im Falle des vorderen Kettenblattes lautet: gut eingefahren, demnächst sollte man über einen Tausch nachdenken. Keine große Investition.

Legendär: Der Portrush Strand

Legendär: Der Portrush Strand

Bei meinem Irlandtrip (2200km rund im die Insel gegen den Uhrzeigersinn) hatte ich vier Packtaschen, eine weitere RacPac und eine Lenkertasche von Ortlieb mit an Bord. Gesamt-Systemgewicht laut Airportwaage: 40 Kilo. Und 40 Kilo wollen erst mal in Schwung gebracht werden. Mit dem Velotraum kein Problem. Das Bike fährt wie ein Panzer, ist stoisch und unbeeindruckt, folgt jedem Lenkerbefehl und jeder Kurbelumdrehung willig. Kein Tänzeln und Schwänzeln, keine Unruhe, auch Offroad stabil und überzeugende Spurtreue. Hat man das Gepäck abends abgelegt, wird aus dem Lastentier eine schnelle wendige Stute, die willig nach vorne zieht und Spaß vermittelt. Nix klappert, nix scheppert … so muss es sein. Die Jungs von Velotraum haben mit Liebe und Sorgfalt montiert und kontrolliert.

Leichtes Reisen auf Irlands Straßen.

Leichtes Reisen auf Irlands Straßen.

Auch schnelle und längere Überlandfahrten nach dem Trip sind eine reine Freude. Aufgrund der umfangreichen Ausstattung ist man flexibel hinsichtlich Zuladung oder sportlichem Einsatz, auch wenn es mal länger dauert. Die Lichtanlage sorgt für Sicherheit und die hochwertigen SKS-Schutzbleche für Wetterschutz von unten, wenn mal der Regen kommt.

Ready for take off: Das Ende einer langen Reise nach 2200 Kilometern.

Ready for take off: Das Ende einer langen Reise nach 2200 Kilometern.

Fazit: Mein Velotraum!

Ein Traumbike mit hohem Individualfaktor, ein Reiserad, ein Arbeitstier, ein guter Freund, Sportskumpel und Lastenesel, ein Panzer, eine Bank und eine Quell der Freude: das ist mein Velotraum.

 

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