Testberichte

Trekkingrucksack im Test: Deuter Aircontact 65+10

22.03.2013

Trekkingrucksack im Test: Deuter Aircontact 65+10

Im Vorfeld meiner Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran entschied ich mich, meinen über 10 Jahre alten – von meinem Vater “geerbten” Trekkingrucksack gegen eine moderne Alternative auszutauschen. Keine einfache Aufgabe, angesichts der riesigen Auswahl an verschiedenen Modellen und Größen! Warum ich mich für den Deuter Aircontact 65+10 entschied und wie er sich auf den 172 Wanderkilometern gemacht hat, lest ihr in folgendem Testbericht.

Die Qual der Rucksack-Wahl

Bei der Auswahl eines neuen Rucksacks geht es erstmal darum, den Einsatzbereich und die daraus folgende Größe zu definieren. Ich legte mich auf ein Rucksackvolumen von 60 bis 70 Litern fest, da ich auch noch längere Trekkingtouren bestreiten will. Nach langer Recherche, vielen Besuchen in Fachgeschäften und zahlreichen anprobierten Modellen fiel meine Wahl schließlich auf den Aircontact 65+10 von Deuter – nicht zuletzt wegen einiger netter Zusatzfunktionen.

Allgemeine Informationen

Der Deuter Aricontact 65+10 wiegt 2710 Gramm, misst 84 Zentimeter in der Höhe, 40 Zentimeter in der Breite und 28 Zentimeter in der Tiefe. Das Packvolumen beträgt 65+10 Liter, kann also bei Bedarf auf 75 Liter erweitert werden.

Das Tragesystem

Foto: Deuter Editiert von mir

Foto: Deuter | Bearbeitung: Sauer

Der Trekkingrucksack ist an Kontaktstellen mit dem Körper mit einem Hohlraumfunktionsschaum ausgestattet, was laut Hersteller das Schwitzen um bis zu 15% reduzieren soll. Ich habe keinen großen Unterschied zu herkömmlichen Modellen feststellen können, jedoch trägt sich der Rucksack sehr angenehm. Durch das Vari Quick System kann man den Rucksack schnell entweder zum Körper ziehen oder lockern. Auf meiner Tour habe ich von diesem System oft Gebrauch gemacht: wenn das Gelände schwieriger wird und es auf Kontrolle ankommt ziehe ich den Rucksack nah zum Körper; habe ich jedoch eine flache und leichte Passage vor mir, lockere ich die Riemen und der Rucksack lässt sich auf Kosten der Kontrolle angenehmer tragen. Die Verstellmöglichkeiten sind beim Aircontact zahlreich; so lässt sich der Rucksack auf jeden Körpertyp anpassen.

Foto: Deuter Von mir editiert

Foto: Deuter | Bearbeitung: Sauer

Der Deuter Aircontact 65+10 im Einsatz

Das Highlight des Deuter Aircontact 65+10 ist die Frontöffnung: Musste man früher den ganzen Rucksack durchwühlen, bis man die Sonnebrille vom Boden gefischt hatte, öffnet man jetzt nur eine Frontklappe und spart sich eine Menge Zeit und Nerven. Einen kleinen Dämpfer muss ich dieser Innovation jedoch verpassen: Ist der Rucksack voll bepackt, stellt es sich als schwierig heraus etwas zu entnehmen ohne den halben Inhalt mit herauszuziehen. Der Inhalt wird schließlich immer noch durch den Rucksackdeckel komprimiert.

Foto: Deuter

Foto: Deuter

Was ich sehr praktisch fand, ist das Wertsachenfach, welches sich im Deckel des Rucksack befindet und genügend Platz für Geldbörse, Handy und weiteren Krimskrams bietet. An der Innenseite des Deckels ist ein SOS-Label mit allen wichtigen Informationen für den Notfall angebracht. Der Deckel des Aircontact ist zudem höhenverstellbar, was einem bei Bedarf zehn Liter mehr Volumen einbringt. Das Kartenfach ist zwar eine gute Idee, bei voll bepacktem Rucksack muss man jedoch viel Kraft aufwenden um den Wanderführer in das relativ enge Fach hinein zu quetschen. Ist man alleine unterwegs ist das Fach ohne Abnehmen des Rucksacks kaum zu erreichen. An der Rückenseite des Hauptfachs ist eine elastische Tasche für ein Trinksystem angebracht und darüber ein Klettverschluss zum Befestigen von eben diesem. Ich habe ein Drei-Liter-Trinksystem von Deuter benutzt und war sehr zufrieden.

Foto: Deuter

Foto: Deuter

Einziger Minuspunkt ist das erschwerte Packen mit gefüllter Drei-Liter-Trinkblase: die dadurch entstehende Beule macht ein systematisches Bepacken des Rucksacks zu einer anspruchsvollen Aufgabe, besonders wenn man in der morgendlichen Hüttenhektik schnell noch die Blase auffüllt. Besonders loben möchte ich noch das Fach im Hüftgurt: Auf der Tour fotografierte ich viel, da kam es mir sehr gelegen, dass ich mit nur einem Handgriff die Digitalkamera in dem kleinen Fach sicher verstauen konnte.

Fazit

Auf meiner Tour leistete mir der Deuter Aircontact 65+10 sehr gute Dienste. Er trug sich sehr angenehm und ließ sich leicht verstellen. Der Hüftgurt beengte mich nicht, obwohl ich diesen immer sehr fest ziehe. Die Nähte sind sauber verarbeitet, das Material robust und stabil. Der Rucksack hebt sich von der Masse vor allem wegen der vielen durchdachten Verstaumöglicheiten ab. Sollte es mal regnen ist ein Regenschutz mit von der Partie.

Testgelände E5: Auf den 172 Wanderkilometern von Oberstdorf nach Meran konnte ich den Aircontact 65+10 ausgiebig testen.

Testgelände E5: Auf den 172 Wanderkilometern von Oberstdorf nach Meran konnte ich den Aircontact 65+10 ausgiebig testen.

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