Testberichte

Vergleich Five Ten Canyoneer und Canyoneer SAR Schuhe

13.04.2011

Vergleich Five Ten Canyoneer und Canyoneer SAR Schuhe

Als einer der wenigen Hersteller verfügt Five Ten gleich über zwei Canyoning-taugliche Schuhe: der Canyoneer und der Canyoneer SAR im Vergleichstest.

Five Ten Canyoning Schuhe im Vergleich

Der amerikanische Schuhhersteller Five Ten ist bekannt für sein umfangreiches Schuhsortiment und darunter vor allem für seine lässigen Freeride Pantoffeln und Kletterschuhe. Als einer der wenigen Hersteller bietet Five Ten aber auch spezielle Wassersport Schuhe im Besonderen für den Einsatz beim Canyoning in Wildwasserumgebung an.

Canyoning bedeutet sich abseilend, rutschend oder springend durch eine Schlucht abwärts zu bewegen. Insofern sind an das Schuhwerk besondere Anforderungen gestellt: extrem robust, guter Schutz für Fuß und Knöchel und möglichst optimaler Halt auf nassem und rutschigen Untergrund.

Seit diesem Frühjahr verfügt Five Ten neben dem Klassiker Canyoneer über ein zweites Modell für den Einsatz im Canyon: der Canyoneer SAR. Der SAR (Search and Rescue) ist im Grunde eine Weiterentwicklung des klassischen Canyoneer und wurde, wie der Name schon sagt, für den Profi-Einsatz bei der Wasser- und Canyoningrettung konstruiert.

Hier die Neuerungen, die im Canyoneer SAR umgesetzt wurden:

  • Schutzkappe im Zehenbereich aus verstärktem Kunststoff
  • durchgezogener Randgummi bis zur ersten Schnalle
  • neues HS Stealth Rubber

Grund genug also um den “Neuen” im Praxistest mit dem “Alten” zu vergleichen! Zum Testen habe ich für eine möglichst genaue Unterscheidungsmöglichkeit jeweils einen Schuh der besagten Modelle angezogen und mich auf den Weg zu einer kleinen, feinen Schlucht gemacht.

Beim Anziehen gab es gleich die erste Überraschung: der neue Canyoneer fällt gut und gerne eine halbe Nummer länger aus. Während mein alter Canyoneer in Größe 9 recht eng sitzt und sich optimal zum Klettern eignet, hatte ich im neuen richtig Platz für die Zehen. Allerdings benötigt man diesen Platz auch, da die Zehenkappe den Schuh im vorderen Bereich recht schmal werden lässt. Wer also eher breitere Füße hat, sollte lieber gleich beim normalen Canyoneer bleiben. Interessiert hat mich natürlich auch die neue HS Stealth Sohle, welche ich dann direkt mit der gewohnten S1 vergleichen konnte. Nennenswerte Verbesserungen oder einen besseren Halt konnte ich allerdings weder auf trockenem noch feuchtem Untergrund erkennen. Die neue Sohle hielt genau so gut, wie die meiner gebrauchten Canyoning Schuhe. Was beim neuen Canyonneer etwas befremdlich wirkt, ist die Steifigkeit, die durch die Zehenkappe und den durchgezogenen Gummirand entsteht. Ab einem gewissen Grad an Neigung, wie z.B. auf einem steilen Zustieg, drückt die Zehenkappe von oben auf die Zehen, was ich doch als störend empfand. Hier fühlt sich der klassische Canyoneer deutlich besser an und vermittelt ein besseres Trittgefühl. Subjektiv betrachtet würde ich sogar meinen, dass der SAR durch die Zehenkappe eher das Auskühlen der Füße fördert. Bei meinen zwei Durchgängen war jedes mal der Fuß mit dem SAR kalt (insgesamt war es Ende März sowieso noch sch…kalt in der Schlucht). Was sich im Langzeit-Test noch zeigen muss, ist die Haltbarkeit des Canyoneer SAR. Ansonsten würde ich momentan eher jedem Interessenten zum Kauf des klassischen Canyoneer raten. Wer hierbei die Langlebigkeit verbessern will, kann z.B. an den Seiten mit etwas SeamGrip nachhelfen um die typischen Abriebstellen zu verstärken. Der neue Canyoneer SAR macht nur dann Sinn, wenn man den besonderen Schutz durch die Composite-Zehenkappe benötigt, was wahrscheinlich nur bei professionellen Rettungskräften der Fall sein dürfte.

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