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Monte Altissimo di Nago - Panoramagipfel hoch über dem Gardasee

07.03.2013

Monte Altissimo di Nago – Panoramagipfel hoch über dem Gardasee

Heute haben wir uns die Bergwelt des Gardasees vorgenommen. Unser Ziel ist der Monte Altissimo di Nago, die nördlichste Spitze des Monte-Baldo-Rückens. Unsere Anfahrt ist etwas länger, daher entscheiden wir uns mit der Seilbahn von Malcèsine aus die erste Etappe abzukürzen.

Colma di Malcèsine

Colma di Malcèsine

Dass Südtirol einst zu Tirol und Österreich gehört hatte, ist uns bekannt. Dass das Trentino ebenfalls ein Teil des Kaiserreichs war auch noch. Aber, dass das Königreich Italien  im Mai 1915 Österreich-Ungarn den Krieg erklärte und damit ein erbitterter und hochalpiner Stellungskrieg begann, ist uns bei der Auffahrt auf den Monte Baldo weniger bewusst. In Südtirol und dem Trentino verlief damals auf etwa 600 Kilometern der Frontabschnitt. Auf unserer Tour werden wir noch auf Überreste dieser Zeit treffen: den Friedenspfad.

Die Seilbahn auf den Monte Baldo ist zweigeteilt. Auf 563 Meter müssen wir umsteigen. Der zweite Abschnitt wird durch die sich drehende Seilbahnkabine besonders versüßt. An der Bergstation angekommen wenden wir uns Richtung Norden, am Monte Grande (1.783 Meter) vorbei, entlang der Colma de Malcèsine. Ein aussichtsreicher Höhenabschnitt, der uns unsrem Ziel, dem Monte Altissimo, näher bringt – vor allem aber einen grandiosen Blick auf den Gardasee ermöglicht.

 

Riva del Garda, Monte Brione und Torbole

Riva del Garda

Der Monte Baldo, ein Gebirgszug

Der Monte Baldo ist kein einzelner Gipfel. Er ist ein etwa 30 Kilometer langer Gebirgszug am Ostufer des Gardasees. Einer der Gipfel ist der Monte Altissimo mit 2.079 Meter. Auf diesen Gipfel halten wir zu, als wir vom Aussichtspunkt des Höhenabschnitts nach rechts steil absteigen. Hier ist man mit Teleskopstöcken gut beraten, denn spätestens an dieser Stelle trennt sich auch der Bergsteiger vom Sandalenritter.

Wir erreichen einen Fahrweg, dem wir ein kurzes Stück Richtung Norden folgen. Hier finden sich auch schon Parkplätze. Ja, da müssen wir auch staunen: Hier kommen die Motorräder und Autos ziemlich weit rauf. Zum Glück verlassen wir die Straße kurz nach dem Parkplatz auch schon wieder und halten auf das Rifugio Bocca de Navene zu. Kurz davor treffen wir auf die Teerstraße, die hier weitläufig über das Plateau führt.

Das Rifugio Bocca de Navene ist bewirtschaftet. Aber wir haben noch einen Gipfel vor uns und müssen noch gute 600 Höhenmeter aufsteigen. Daher folgen wir weiterhin dem Wanderweg 651. Die Beschilderung ist bisher sehr gut und soll es auch bleiben. Der Weg führt uns eine Stück oberhalb der Teerstraße entlang, bevor er dann endlich an der Cresta di Navene nach Links abzweigt.

Auf dem Friedenspfad

Die alte Militärpiste, der Friedenspfad

Der Friedenspfad

Ab jetzt geht es steil bergauf und am Rand der Felskante der Costa del Monte Baldo entlang. In kleinen Serpentinen steigen wir nach oben und bald beginnt der Pfad den Steilhang nach rechts zu queren. Hier oben gibt es stellenweise noch Schneefelder, die gelegentlich passiert werden müssen. Als ich mich mit den Teleskopstöcken durch den Schnee arbeite, sehe ich plötzlich drei Gämsen weiter oben an der Felskante in die Gegenrichtung rennen. Wir halten inne und sehen den Bergakrobaten noch eine Weile nach.

Nach dem Schneefeld treffen wir auf eine alte, teils schon sehr bröcklige Schotterpiste. Da ist er also, der Friedenspfad. Ein Aufmarschweg der italienischen Soldaten im ersten Weltkrieg, gesäumt von dem ein oder anderen gemauerten Unterstand. Dieser Friedenspfad – ein optimistischer Name für diese Art von Weg – führt hier auf den Monte Altissimo. Von hier führt der Pfad weiter bis in die Dolomiten. Jede Wette, dass dieser besondere “Fernwanderweg” einige beeindruckende und auch bedrückende Spuren vorzuweisen hat.

Ein Unterstand am Rand des Friedenspfades

Militärischer Unterstand

Wir begegnen lediglich einem Unterstand am Rand des Friedenspfades und gehen noch eine Zeit lang auf diesen Pistenabschnitten. Da frage ich mich, welche Strapazen die Männer erduldeten? Beim Bau dieser Straßen und als sie ihre schweren Gerätschaften heraufbringen mussten. Die Gedanken verfliegen, als wir die Bergspitze umrunden und an das Refugio Altissimo Damiano Chiesa auf 2.059 Meter gelangen. Für uns geht es gleich zum nahen Gipfel weiter, denn hier oben ist das Panorama atemberaubend.

Auf dem Monte Altissimo di Nago

Auf dem Gipfel des Monte Altissimo di Nago

Auf dem Gipfel

Wir haben unsere Brotzeit im Rucksack und suchen uns ein ruhiges Plätzchen auf der Westseite, mit Blick auf den Gardasee und das Bergpanorama an seinem nördlichen Ende. Nach Süden hin ist es sehr diesig, das Panorama vermischt sich mit Nebel. Wir genießen die Ruhe und könnten ewig hier oben bleiben. Unser Blick schweift vom Monte Brione, der Riva del Garda von Torbole trennt. Weiter zum Burgberg von Arco und dahinter zu den Trentiner Bergriesen. Dies ist eine Gebirgsformation, die bis zu 3.500 Meter Höhe erreicht. Im Norden, liegt die Brenta. Ihr höchster Gipfel, die Cima Tosa, misst beinahe 3.200 Meter. Und in unserem rechten Blickfeld haben wir die Lessinischen Alpen. Aber es hilft ja nichts, wir müssen irgendwann auch wieder zurück.

Auf dem Rückweg, Blick nach Süden

Auf dem Rückweg

Dazu wählen wir erstmal den selben Weg, den wir beim Aufstieg genommen hatten. Über den 651 geht es zurück zur Bergstation der Seilbahn. Bergab ist es bald wieder steil. Es geht aber leicht. Auch hier wieder: Die Teleskopstöcke leisten uns beste Dienste im Steilhang. Nach gut einer Stunde passieren wir wieder die Bocca de Navene und gelangen bald zum Parkplatz. Hier allerdings bleiben wir auf dem Fahrweg, der uns in Kurven und stetig steigend direkt zur Bergstation führt. Damit endet die Tour für uns. Wir sitzen noch eine Weile abseits und genießen das Panorama. Blicken damit zurück auf eine wundervolle Bergtour, bevor wir wieder mit der Bahn zum See runterfahren. Auch mit der Vorfreude auf ein Gläschen Rotwein und leckere Pasta.

Die Wanderung im Überblick:

  • Charakter: Leichte Bergwanderung, gute Beschilderung
  • Distanz: ca. 14 Kilometer
  • Zeit: ca. 5 Stunden
  • Auf-/Abstieg: ca. 900 Höhenmeter
  • Einkehr: Bergstation der Seilbahn, Refugio Bocca de Navene, Refugio Altissimo Damiano Chiesa

 

6 Kommentare

  1. Hallo,
    ich habe von der tour schon mehrmals im netz gelesen – einige brauchen dafür 5 stunden, andere über 6 :) ich schätze mit ein paar pausen und gutem schuhwerk ist es in etwa 5,5 bis 6 stunden machbar. gruß andi

  2. Hi,

    die Tour kommt mir verdächtig bekannt vor !!! ich habe sie schonmal mit freunden absolviert und vor allem das panorma vom gipfel haben wir über eine stunde lang genossen – perfekte Fotos kann man hier oben machen !!! :)

  3. hallo,
    die beschriebene tour ist mir recht bekannt. wir sind sie mal mit der familie gegangen, aber in 5 stunden hätten wir das nie geschafft. wir waren mit kurzer rast insgesamt etwa 6 bis 6,5 stunden unterwegs und haben die aussicht genossen – die richtige bekleidung ist hier aber in jedem fall pflicht. gruß thomas.

  4. Hallo Alex,

    ich bin diese Tour vor ca. 1 Jahr mit 8 Leuten gestiegen. Es war recht herausfordernd, wenn auch sehr schön. Erinnerungen, Erinnerungen. Mit fünf Stunden ward Ihr ja ganz gut!

    VG, Dieter

  5. Hi, ich habe das Biest, ich nenn ihn mal so, vor zwei Jahren mit dem Mountainbike “erfahren”. Ziemlich üble Tour damals, im Mai lag oben noch Schnee und eine Stunde tragen war angesagt, zudem mit dem Hardtail den 601er runter. Danke für den Beitrag, viele Erinnerungen kamen hoch, nicht nur gute

    • Hallo Felix,

      dank Dir! Ja, das kann ich mir vorstellen: In den Gardaseebergen muss man sich schon ziemlich anstrengen mit dem Rad. Aber das Rad hoch zu tragen war sicher nicht das, was Du Dir vorgestellt hattest?

      Die Aussicht entschädigt die Anstrengungen aber ein wenig.

      Grüße

      Alex

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