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Erhebliche Mängel an Klettersteigsets - erneuter Rückruf von Salewa, Edelrid, Mammut, AustriAlpin!

26.02.2013

Erhebliche Mängel an Klettersteigsets – erneuter Rückruf von Salewa, Edelrid, Mammut, AustriAlpin!

Erneuter Rückruf: Klettersteigsets von Salewa, Edelrid, Mammut

Salewa ruft Klettersteigsets mit Seilbremsen zurück!

Betroffen sind sämtliche Salewa Klettersteigsets mit Seilbremse dieser oder ähnlicher Bauart, die in verschiedenen Farbvarianten im Umlauf sind. Gebrauch sofort einstellen, da es sonst im Extremfall zu tödlichen Stürzen kommen kann!

Salewa Klettersteigsets mit Seilbremse, Quelle: Salewa

Salewa Klettersteigsets mit Seilbremse, Quelle: Salewa

Nicht vom Rückruf betroffen sind alle Sets mit textilem Bandfalldämpfer dieser oder ähnlicher Bauart. Der Bandfalldämpfer ist in verschiedenen Farbvarianten im Umlauf. Sets mit textilem Bandfalldämpfer, Quelle: Salewa

Sets mit textilem Bandfalldämpfer, Quelle: Salewa

Sets mit textilem Bandfalldämpfer, Quelle: Salewa

Detailliertere Angaben zu betroffenen und nicht betroffenen Klettersteigsets finden sich im FAQ zum Rückruf.

Sollten Sie im Besitz eines betroffenen Klettersteigsets sein, das nicht älter als 7 Jahre ist, können Sie Ihr Set zum kostenlosen Austausch an Salewa retournieren. Als Ersatz erhalten Sie ein gleichwertiges Set nach Stand der Technik, mit Bandfalldämpfer. Auf Wunsch haben Sie auch die Möglichkeit, gegen einen geringen Aufpreis ein Set der Ergo-Serie zu erwerben. Unabhängig vom Produkt- und Konstruktionstyp dürfen Klettersteigsets, welche die maximal empfohlene Lebensdauer überschritten haben, nicht mehr in Gebrauch genommen werden.  Benutzer sind dringend dazu aufgefordert diese Sets zu vernichten! Bei intensivem Gebrauch kann sich die maximale Lebensdauer auch auf bis zu einem Jahr reduzieren.

1. Zur Retournierung Ihres Klettersteigsets ist auf der dafür vorgesehenen Plattform eine Registration notwendig!

2. Dort das Rücksendeformular inklusive Adressaufkleber für die Rücksendung ausdrucken! Aus logistischen Gründen kann Salewa erst ab April 2013 mit der Zustellung der Ersatzprodukte beginnen. Auf der Salewa-Plattform können Sie sich jederzeit über den Status Ihres Vorganges informieren. Als Ersatz der entstandenen Portokosten legt Salewa Ihnen bei der Sendung des Ersatzsets ein Icono Schlauchtuch bei.

Für weiterführende Fragen hat Salewa eine Hotline eingerichtet:
E-Mail: recall(at)salewa.com
Tel: +39 0471 242 619

Weitere Informationen und Updates finden Sie laufend unter www.salewa.com. Salewa bittet alle Unannehmlichkeiten zu entschuldigen: Sicherheit steht an erster Stelle!

Edelrid ruft Klettersteigsets mit Seilbremsen zurück!

Im Rahmen umfangreicher Tests an alten, gebrauchten Klettersteigsets hat die Bergsportindustrie festgestellt, dass gebrauchte Klettersteigsets mit Seilbremsen im Falle eines Sturzes versagen können.

Edelrid Seilbremse

Klettersteigset mit Seilbremse, Quelle: Edelrid

Klettersteigset mit Seilbremse, Quelle: Edelrid

Um jegliches Risiko für die Kunden auszuschließen, hat Edelrid sich zu einem weiteren vorsorglichen Rückruf entschlossen: Bitte stellen Sie den Gebrauch der betroffenen Sets umgehend ein. Eine detaillierte Abbildung der betroffenen Sets finden Sie als Download. Alle Besitzer betroffener Klettersteigsets, die nicht älter als sieben Jahre sind, werden dringend gebeten, diese umgehend an Edelrid zurückzusenden oder im Fachhandel zur Weiterleitung an Edelrid abzugeben. Als Ersatz für ihr Gerät erhalten Sie das Modell Cable Lite 2.2, welches den neuesten und aktuellsten Anforderungen der DAV Sicherheitsforschung und der Zertifizierungsstellen entspricht. Außerdem bietet Edelrid die Möglichkeit gegen Aufpreis auf ein höherwertiges Modell aus dieser neuesten Generation zu wechseln. Klettersteigsets, die älter als sieben Jahre sind, haben ihre maximale Lebensdauer erreicht und dürfen nicht mehr benutzt werden. Diese alten Sets sind, unabhängig von Produkt- und Konstruktionstyp, zu vernichten. Edelrid übernimmt für ablegereife Ware keinerlei Verantwortung. Edelrid ist es wichtig absolut sicherzustellen, dass auch ablegereife Sets nicht mehr benutzt werden. Aus diesem Grund bietet Edelrid Besitzern von Modellen aus den Jahren 2005 und früher eine Ablegeprämie in Form eines Sonderpreises auf ein neues Edelrid Klettersteigset im Austausch für das alte Set an.

Mehr Informationen zu Rücksendung, Austausch und Ablegeprämie finden Sie bei den häufig gestellten Fragen (FAQ) als Download.

Verleiher und Betreiber eines Verleih-Pools werden dringend aufgefordert, sämtliche vom Rückruf betroffene Klettersteigsets einzusammeln und vom Gebrauch auszuschliessen. Durch gesicherte Verwahrung ist zu gewährleisten, dass diese nicht mehr in Gebrauch genommen werden können. Edelrid erwartet diese Verleih-Sets umgehend – bitte schnellstens zurücksenden.

Fachhändler werden gebeten, lagernde Neuware separat an Edelrid zu senden. Detaillierte Informationen zur retournierten Endkundenware erhalten Sie von unserem Vertrieb. Sollten Sie im Besitz eines der betroffenen Klettersteigsets sein, so haben Sie folgende Möglichkeiten für die Rücksendung:

1. Rücksendung an den Edelrid Kundenservice:
Die Anschriften finden Sie in dem entsprechenden Dokument weiter unten als Download.

2. Rückgabe bei Ihrem Fachhändler vor Ort, der die weitere Abwicklung für Sie übernehmen wird.

Bitte verwenden Sie stets das von uns vorbereitete Rücksendeformular.

Klettersteigsets neuester Generation mit Bandfalldämpfer sind nicht von diesem Rückruf betroffen. Besitzer von Sets mit Bandfalldämpfer, die vor August 2012 gekauft wurden, beachten bitte den Rückruf von August 2012.

Informationen und Downloads dazu finden Sie unter: www.edelrid.de/recall/cable

Bei Fragen zum Rückruf kontaktieren Sie uns bitte:
Email: recall(at)edelrid.de

Telefon: +49 (0) 7562 981 – 239 (Montag bis Freitag 08.30 bis 17.00 Uhr)

Edelrid GmbH & Co. KG
Achener Weg 66
88316 Isny
Deutschland

Weitere Informationen und Updates finden Sie unter: www.edelrid.de/recall/brake, hier können Sie auch ein Rücksendeformular herunterladen! Edelrid bittet die verursachten Unannehmlichkeiten zu entschuldigen: Sicherheit geht vor!

Mammut ruft Klettersteigsets mit Seilbremsen zurück!

Die Mammut Sports Group hat sich entschieden, alle Klettersteigsets mit Seilbremse umgehend vom Markt zu nehmen, um jegliches Risiko für die Endverbraucher auszuschliessen. Mammut ruft dringend auf, den Gebrauch der betroffenen Sets sofort einzustellen. Betroffen sind sämtliche Mammut Klettersteigsets mit einer Seilbremse. Eine detaillierte Liste mit betroffenen und nicht betroffenen Produkten finden Sie ab Seite 3 in diesem Dokument. Bitte schliessen Sie eine Benutzung von betroffenen Klettersteigsets aus!

Betroffene Mammut Klettersteigsets, die nicht älter als 7 Jahre sind, können bei Mammut selbstverständlich umgetauscht werden. Als Ersatz erhalten Sie das Mammut Tec Step 2 Klettersteigset der neuesten Generation, welches den neuesten und aktuellsten Anforderungen von TÜV und DAV entspricht.

Bitte schicken Sie ihr Mammut Klettersteigset an den Mammut – Kundenservice:

Für Kunden aus dem Nicht-EU-Raum und der Schweiz:
Mammut Sports Group AG
Via Ferrata Rückruf
Birren 5
CH-5703 Seon

Für Kunden aus dem EU-Raum:
Mammut Sports Group GmbH
Via Ferrata Rückruf
Mammut-Basecamp 1
D-87787 Wolfertschwenden

Bitte verwenden Sie bei der Rücksendung das vorbereitete Rücksendeformular. Die Ersatzprodukte stehen ab April 2013 zur Verfügung. Die bei der Rücksendung entstandenen Portokosten werden wir Ihnen zurückerstatten.

Klettersteigsets, welche die maximal empfohlene Lebensdauer von 7 Jahren überschritten haben, dürfen nicht mehr verwendet werden. Die Mammut Sports Group fordert dringend auf, diese zu vernichten und zu entsorgen. Diese empfohlene Lebensdauer gilt für sämtliche Klettersteigsets der Marke Mammut, unabhängig vom Produkt- und Konstruktionstyp!

Bitte beachten Sie ebenfalls den Rückruf der Mammut Tec Step Sets mit Elastarmen von November 2012. Die von diesem Rückruf betroffenen Sets sind der Vollständigkeit halber auf Seite 4 des Dokumentes nochmals aufgeführt.

Für weiterführende Fragen hat Mammut Sports Group eine Hotline eingerichtet:

E-Mail: viaferrata(at)mammut.ch

Tel: +41 (0)62 769 81 85 (zu Bürozeiten)

Bitte beachten Sie auch die häufig gestellten Fragen und Antworten ab Seite 7 dieses Dokumentes.

AustriAlpin reagiert auf die Klettersteigproblematik!

AustriAlpin hat die Produktion der oben beschriebenen Systeme, also der Systeme mit Seil- bzw. Reibungsbremse bereits 2007 eingestellt, und verwendet seither ausschließlich textile Bandfalldämpfer als Dämpfungselement.
Die Sets mit Reibungsbremsen haben mittlerweile ihre maximale Lebensdauer überschritten und dürfen nicht mehr benutzt werden. AustriAlpin ist es wichtig sicherzustellen, dass ablegereife Sets auch tatsächlich aus dem Verkehr gezogen werden.

Aus diesem Grund bietet AustriAlpin Besitzern von Modellen mit Reibungsbremsen eine „Verschrottungsprämie“ in Form eines Sonderpreises auf ein neues AustriAlpin Klettersteigset im Austausch für ihr altes Set mit Metallbremse an.

Details dazu können hier auf der AustriAlpin Seite nachgelesen werden!. Bei Fragen wenden Sie sich bitte per Mail an die office(at)austrialpin.at oder telefonisch unter +43 5225 65248

Hintergund der erneuten Rückrufe!

Sicherheitstests der DAV Sicherheitsforschung haben als Ergebnis, dass viele sich am Markt befindliche Klettersteigsets erhebliche Mängel aufweisen, was im Sturzfall zum Reißen führen kann. Eine Liste der aktuell betroffenen Sets hat der DAV zusammen mit den Herstellern von Klettersteigsets jetzt erstellt.

Klettersteigsets mit Reibungsbremsen und Bandfalldämpfern

Alle Klettersteiggeher sind dazu aufgerufen, ihre Sets anhand dieser Liste (siehe unten) zu überprüfen und im Rückruffalle sofort an den Hersteller zurückzuschicken.

Es sollte zudem bei allen Klettersteigsets unbedingt überprüft werden, ob sie noch in der Lebensdauerangabe des Herstellers liegen. Probleme an Klettersteigsets treten damit zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres auf – allerdings sind nun von diesem Rückruf völlig unterschiedliche Systeme betroffen:

Quelle: DAV

Klettersteigset mit Seilbremse und Bandfalldämpfer, Quelle: DAV

Welche Sets sind betroffen?
Die aktuellen Rückrufaktionen beziehen sich jetzt auf Klettersteigsets mit Reibungsbremsen (in der Skizze links). Diese Systeme funktionieren mit einer Metallplatte bzw. Bremse, durch deren Löcher bzw. Bohrungen die Arme bzw. das Seil führt. Die Rückrufaktion des vergangenen Augusts betrifft Klettersteigsets mit elastischen Lastarmen und Bandfalldämpfer (in der Skizze rechts). Die jetzt bereitgestellte Rückrufliste (siehe unten) umfasst nunmehr beide Rückrufaktionen und auch die Lebensdauerangaben der jeweiligen Hersteller.

Die Alpenvereine, die eng mit den Herstellern zusammen arbeiten, fordern alle Klettersteiggeher auf, umgehend ihre Klettersteigsets mit der Liste abzugleichen. Die vom Rückruf betroffenen Sets dürfen auf keinen Fall weiter verwendet werden und müssen umgehend an den Hersteller zurückgesendet werden. Klettersteigsets, die nicht von einem Rückruf betroffen sind, aber nicht mehr innerhalb der Lebensdauerangabe des Herstellers liegen, dürfen ausserdem auf keinen Fall mehr verwendet werden.

Wie kommt es zu dieser Problematik?

Das Klettersteigset besteht konstruktionsbedingt aus zwei wesentlichen Elementen: Die beiden Lastarme, die mittels zweier Karabinern in das Stahlseil des Klettersteigs zur Sicherung eingehängt werden, dem Fangstoßdämpfer als Element, welches direkt in den Gurt eingebunden wird. Der Fangstoßdämpfer ist mit den Lastarmen direkt verbunden und nimmt im Falle eines Sturzes Energie auf. Durch diese Energieaufnahme werden die Kräfte, die über die Einbindeschlaufe (in der Skizze die blaue bzw. gelbe Schlaufe) auf den Klettergurt und damit direkt auf den Kletterer wirken, reduziert. Ein Sturz ohne Fangstoßdämpfer wäre aufgrund der wirkenden Kräfte im Extremfall tödlich oder würde das Material bis zum Reißen beanspruchen!

Bei den Fangstoßdämpfern haben sich zwei unterschiedliche Typen durchgesetzt: Bandfalldämpfer und Reibungsbremsen. Die aktuelle Problematik betrifft nur die Reibungsbremsen. Diese bestehen aus einer “Metallplatte mit Löchern”. Durch diese Platte wird das Bremsseil gefädelt. Im Fall eines Sturzes nimmt die Reibungsbremse die Fallenergie auf, indem Seil durch die Metallplatte läuft und durch Reibung der Sturz gebremst wird. Jedoch führen Alterungsprozesse dazu, dass das Bremsseil schnell an Flexibilität verliert, was zu einer höheren Reibung in der Bremse führt und so die maximal auftretenden Kräfte am Fangstoßdämpfer größer werden. Gleichzeitig verlieren die Lastarme im Gebrauch, durch Alterungseinflüsse und andere natürliche Einflüsse Stabilität und Festigkeit.

Kommen beide diese Efekte zusammen, kann bei einigen Klettersteigsets ein Sturz zum Riss führen. Produktalter und Produktgebrauch muss eine große Bedeutung zugemessen werden. Die Lebensdauerangaben der Hersteller sind also genau zu berücksichtigen.

Und weiter?

Im Rahmen umfangreicher Tests an gebrauchten Klettersteigsets mit Seilbremsen hat die Bergsportindustrie festgestellt, dass diese Systeme im Falle eines Sturzes versagen können. Die Versuche haben gezeigt, dass die Fangstoßwerte im Falle eines Sturzes erhöht sein können. In Kombination mit einer gebrauchsbedingten Festigkeitsabnahme der Karabineräste kann dies zu einem Komplettversagen des Systems führen. Schwere Verletzungen oder Tod können die Folge sein. Es handelt sich hierbei um einen produktspezifischen Effekt. Jeder Besitzer eines Klettersteigsets mit Seilbremse sollte sich bei dem Hersteller seines Klettersteigsets informieren, ob sein Set betroffen ist.

Zusätzlich zu dieser Stellungnahme wurden Schnelländerungen in der UIAA Norm 128 mit zusätzlichen Anforderungen für Klettersteigsets beschlossen. Die Mindestanforderung an die Endfestigkeit wurde erhöht und an Sets mit elastischen Lastarmen wird zusätzliche ein Dauertest durchgeführt. Bei Sets mit nicht-elastischen Lastarmen muss ein Nachweis über die Dauerfestigkeit der Lastarme durch Test oder Praxisevaluierung erbracht werden.

Liste der Klettersteigsets – bitte mit eigenem Set abgleichen!

Liste der Klettersteigsets

(Sets die aufgrund eines früheren Rückrufs vom Hersteller ausgetauscht wurden, sind nicht erneut von einem Rückruf betroffen)

(Quelle: DAV-Sicherheitsforschung / Stand 25. Februar 2013)

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